Überblick
Dieses Programm verbindet die drei Scrum-Zertifizierungsebenen (Foundation, Master, Product Owner) mit einem dedizierten Business-Skills-Block zur Entwicklung der Führungsrolle. Das Soft-Skill-Modul geht weit über allgemeine Kommunikationstipps hinaus: Talentförderung, Delegation, Visions-Aufbau und effektive Meeting-Führung werden als konkrete Kompetenzfelder einer modernen Führungskraft systematisch erarbeitet. Wer agile Projekte leiten, aber auch das Team hinter der Methode entwickeln will, findet hier beides in einem Lehrgang.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Die Rolle der Führungskraft: Identität, Entscheidung, Einfluss Führung beginnt mit dem Verständnis der eigenen Rolle. Dieses Modul beleuchtet, was Führung von bloßer Funktionsausübung unterscheidet und welche Rollenmuster — zwischenmenschlich, informatorisch und entscheidungsorientiert — eine Führungskraft prägen. Das ist kein abstraktes Leadership-Seminar, sondern eine konkrete Analyse der eigenen Wirkung.
- Unterscheidung: Führungsrolle vs. operative Funktion
- Zwischenmenschliche, informatorische und Entscheidungsrollen einer Führungskraft
- Führung als Haltung — nicht als Hierarchiemerkmal
- Selbstwahrnehmung und Außenwirkung in Führungssituationen
Modul 2 — Vision und Ausrichtung: Eine starke gemeinsame Richtung aufbauen Teams, die keine gemeinsame Vision haben, optimieren Teilziele statt Gesamtergebnisse. Dieses Modul arbeitet heraus, wie eine glaubwürdige Vision entsteht, wie sie kommuniziert wird und welchen praktischen Nutzen sie für Entscheidungen im Alltag hat.
- Was eine starke Vision ausmacht — Klarheit, Reichweite, Motivation
- Visionserklärungen entwickeln und auf unterschiedliche Zielgruppen zuschneiden
- Vorteile der Vision im Tagesgeschäft verankern
- Vision als Anker bei Entscheidungskonflikten nutzen
Modul 3 — Führung und Einfluss: Ohne Befehl bewegen Wer in agilen Kontexten führt, tut das meist ohne klassische Weisungsrechte. Dieses Modul trainiert die Fähigkeit, andere durch Überzeugung, gegenseitigen Respekt und klare Kommunikation zu bewegen — entscheidend für Scrum Masters und Product Owner gleichermaßen.
- Merkmale und Qualitäten wirksamer Führungskräfte
- Den Weg vorleben: Modell-Funktion von Führung
- Andere befähigen statt kontrollieren
- Die Kunst der Überzeugung: Argumente strukturieren und Widerstände ansprechen
- Gegenseitigen Respekt und Vertrauen als Führungskapital aufbauen
- Effektiv argumentieren in Gruppen- und Einzelgesprächen
Modul 4 — Talente fördern, Delegation und Meetings Drei operative Führungsfelder werden zusammengeführt: Wie erkenne ich Potenzial, wie übergebe ich Verantwortung sauber, und wie sorge ich dafür, dass Meetings Zeit zurückgeben statt verbrauchen?
- Talentprofile erstellen und gezielt entwickeln
- Kulturellen Fit als Einstellungs- und Entwicklungskriterium nutzen
- Nachfolgeplanung strategisch angehen
- Mitarbeiterengagement messen und systematisch stärken
- Coaching, Training und Entwicklung als Führungsaufgaben verstehen
- Arbeitsgruppen strukturiert delegieren und Ergebnisse verfolgen
- Meetings vorbereiten: Agenda, Teilnehmerauswahl, Zieldefinition
- Technologieeinsatz in Meetings bewusst entscheiden
- Meeting-Evaluierung und Nachbereitung
Modul 5 — Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner (Zertifizierungsvorbereitung) Die agile Seite des Programms: Alle drei Scrum-Rollen werden vollständig durchgearbeitet und mit Zertifizierungsprüfung abgeschlossen.
- Scrum Foundation: agile Projektmanagementmethoden, Rollen und Rituale, Planung, Schätzung, Überwachung, fortgeschrittene Konzepte
- Scrum Master: Agiles Denken, Servant Leadership, agile Schätzung und Kontrolle, komplexe Projekte und verteilte Teams
- Product Owner: Rolle und Verantwortung, Business Case Tracking, Stakeholder-Kommunikation im agilen Umfeld
- Integration: Führungskompetenzen aus den Business-Skills-Modulen in Scrum-Kontexten anwenden
Die Verbindung aus Führungsentwicklung und Scrum-Methodik schließt eine Lücke, die viele rein technische Agilität-Kurse offen lassen. Agile Frameworks liefern Struktur — aber erst die Führungskompetenz dahinter bestimmt, ob Teams tatsächlich high-performant werden.
Lernziele:
- Die eigene Führungsrolle klar von der ausführenden Funktion abgrenzen und bewusst gestalten
- Eine überzeugende gemeinsame Vision entwickeln, formulieren und im Team verankern
- Führungsqualitäten und Einfluss auf andere ohne Weisungsbefugnis aufbauen
- Talente im Team gezielt erkennen, fördern und für langfristige Nachfolgeplanung einsetzen
- Delegation als Führungswerkzeug sicher und situationsgerecht anwenden
- Mitarbeiterengagement aktiv schaffen und aufrechterhalten
- Meetings produktiv planen, moderieren und auswerten
- Die Grundlagen von Scrum Foundation verstehen und sicher anwenden
- Als Scrum Master agile Methodik konsequent am Arbeitsplatz einsetzen
- Als Product Owner Produktführung, Priorisierung und Stakeholder-Kommunikation übernehmen
- Führung und Agilität als sich ergänzende, nicht konkurrierende Kompetenzen integrieren
- Kulturellen Fit beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Teams berücksichtigen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Menschen in Führungsverantwortung oder auf dem Weg dorthin, die agile Methodik nicht nur fachlich beherrschen, sondern auch als Führungskraft wirksam einsetzen wollen.
- Teamleiter und Projektverantwortliche, die in agile Umgebungen wechseln oder diese aufbauen
- Scrum Master, die ihre Führungs- und Coaching-Fähigkeiten strukturiert weiterentwickeln wollen
- Product Owner, die sowohl Produktvision als auch Teamdynamik aktiv gestalten möchten
- Führungskräfte aus der IT, die ihre Wirkung auf Teams und Organisation vertiefen wollen
- Quereinsteiger in agile Projektleitung mit Interesse an systematischer Führungsentwicklung
Berufserfahrung in einem Team- oder Projektkontext ist hilfreich, da die Führungsmodule auf reale Situationen aufbauen. Vorwissen in Scrum ist nicht erforderlich — das Foundation-Modul startet von Grund auf. Deutschkenntnisse auf kommunikativem Niveau werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Das Programm nutzt ein Combined-Learning-Format aus asynchronen Lerneinheiten und synchronen Live-Sessions. Die Business-Skills-Module sind fallbasiert aufgebaut: Statt abstrakter Modelle werden reale Führungssituationen analysiert und in Gruppen diskutiert. Scrum-Inhalte werden durch Übungen und Rollensimulationen gefestigt. Teilzeit und Vollzeit sind möglich.
Der kombinierte Lehrgang aus Business-Skills-Block und drei Scrum-Zertifizierungsebenen ist mehrstufig und mehrwöchig. Die genaue Dauer hängt vom Stundenmodell ab. Teilzeit-Durchläufe strecken das Programm entsprechend.
Nach Abschluss der Scrum-Prüfungen erhalten Teilnehmende anerkannte Zertifikate auf Ebene Foundation, Master und Product Owner. Der Business-Skills-Teil wird mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung dokumentiert. Alle Leistungen werden in einem Gesamtzeugnis zusammengefasst.
Nutzen & Perspektiven
Führung und Agilität werden in vielen Unternehmen noch immer als zwei separate Welten behandelt. Dieses Programm widerspricht dem bewusst: Wer als Scrum Master Hindernisse beseitigt, braucht Überzeugungskraft, um Organisationen zu bewegen — und genau die trainiert das Führungsmodul. Die Kombination ist kein Marketingpaket, sondern methodisch sinnvoll. Das Talentförderungs- und Delegationsmodul spricht eine Alltagsrealität an, die in Scrum-Kursen meist fehlt: Nicht jedes Impediment ist technischer Natur. Manche Hindernisse sitzen im Team selbst — in Motivationstiefs, Rollenkonflikten oder mangelnder Vision. Eine Führungskraft, die Coaching, Delegation und Talenterkennung als Werkzeuge beherrscht, löst diese Probleme, bevor sie eskalieren. Wer beides beherrscht, Methode und Menschenführung, ist in agilen Organisationen deutlich handlungsfähiger als jemand, der nur das Framework kennt. Meeting-Kompetenz klingt banal — ist es aber nicht. Schlechte Meetings kosten in Teams mit sechs Personen und drei Meetings pro Tag schnell mehrere Stunden produktiver Arbeitszeit pro Woche. Das Modul zur Meeting-Planung und -Moderation gibt Teilnehmenden konkrete Techniken an die Hand: Wie wird eine Tagesordnung so strukturiert, dass Meetings nicht ausufern? Wer muss wirklich dabei sein, und wer nicht? Wann ersetzt ein strukturiertes Dokument ein Meeting vollständig? Diese Fragen sind in agilen Teams hochrelevant, weil Scrum bereits eine hohe Meeting-Dichte mitbringt und jede dieser Sitzungen einen klar definierten Zweck haben sollte. Besonders für Fachleute, die den nächsten Karriereschritt in Richtung Teamleitung oder agile Führung planen, liefert dieses Programm eine seltene Kombination: nachgewiesene Scrum-Kompetenz plus strukturierte Führungsqualifikation in einem Lehrgang. Das erspart das Zusammenstückeln aus zwei getrennten Weiterbildungen und stellt von Anfang an sicher, dass Methode und Führungshaltung als Einheit gedacht werden — nicht als parallele Lernpfade, die irgendwann zusammenwachsen sollen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen Scrum-Zertifizierungskurs?
Der Kurs ergänzt die drei Scrum-Zertifizierungsebenen um ein eigenständiges Business-Skills-Modul zur Führungsentwicklung. Themen wie Talentförderung, Delegation, Visions-Aufbau und produktive Meeting-Gestaltung werden als eigenständiger Kompetenzblock erarbeitet — nicht als Randnotiz.
Muss ich bereits Führungserfahrung mitbringen?
Nein. Das Programm ist so konzipiert, dass auch Fachleute ohne bisherige Personalverantwortung die Inhalte nachvollziehen und anwenden können. Berufserfahrung in Projekten oder Teams ist hilfreich, aber keine formale Führungserfahrung erforderlich.
In welchem Verhältnis stehen Führungsmodul und Scrum-Inhalte?
Beide Teile sind gleichrangig. Das Business-Skills-Modul deckt die Führungsdimension ab, die reine Scrum-Trainings ausblenden. Die Scrum-Module bereiten auf alle drei Zertifizierungsprüfungen vor. Beide Teile ergänzen sich methodisch.
Welche Zertifikate werden am Ende ausgestellt?
Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner nach erfolgreicher Prüfung sowie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung für den gesamten Lehrgang inklusive Business-Skills-Anteil.
Kann ich das Programm in Teilzeit absolvieren?
Ja, das Combined-Learning-Format ist für Teilzeit ausgelegt. Vollzeit-Durchläufe sind ebenfalls möglich und verkürzen die Gesamtlaufzeit.
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