Überblick
Ob als Scrum Master, Product Owner oder Projektverantwortliche: Wer in agilen Umgebungen arbeitet, ist auf funktionierende Arbeitsbeziehungen angewiesen — zu Teammitgliedern, Stakeholdern und Personen außerhalb der direkten Hierarchie. Dieses Programm verbindet die drei Scrum-Zertifizierungsebenen (Foundation, Master, Product Owner) mit einem eigenständigen Soft-Skill-Modul, das Arbeitsbeziehungen als strategische Ressource begreift: von der zwischenmenschlichen Dynamik über die Anpassung an unterschiedliche Arbeitsstile bis hin zum gezielten Aufbau eines beruflichen Netzwerks.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Arbeitsbeziehungen und zwischenmenschliche Dynamik Warum scheitern gut strukturierte Projekte manchmal trotzdem? Oft liegt es nicht an der Methode, sondern an der Qualität der Beziehungen zwischen Menschen. Dieses Modul legt das konzeptionelle Fundament: Was macht effektive Teamarbeit aus, und welche Dynamiken bestimmen, wie Menschen miteinander arbeiten?
- Effektive Teamarbeit: was sie ermöglicht und was sie blockiert
- Den Wert von Beziehungen als Arbeitsressource verstehen
- Ego-Zustände in Kommunikation: Transaktionale Muster erkennen
- Durchsetzungsfähigkeit entwickeln: zwischen Passivität und Aggression
- Professionalität als bewusste Entscheidung — nicht als Charakter-Eigenschaft
- Respekt, Verlässlichkeit und Ergebnisse als Beziehungskapital
Modul 2 — Netzwerk abbilden und Arbeitsstile überbrücken Wer die Abhängigkeiten in seiner beruflichen Umgebung nicht kennt, handelt im Blindflug. Dieses Modul führt durch eine strukturierte Analyse des eigenen Arbeitsnetzwerks und trainiert die Fähigkeit, mit Menschen zu arbeiten, die anders denken, kommunizieren und priorisieren als man selbst.
- Interdependenzen im Projektalltag identifizieren und visualisieren
- Auf den gemeinsamen Zweck fokussieren statt auf persönliche Präferenzen
- Unterschiedliche Arbeitsstile: Typen erkennen und respektieren
- Anpassungsfähigkeit entwickeln ohne eigene Positionen aufzugeben
- Einstellung, Handlung und Wirkung: das Dreieck des professionellen Verhaltens
Modul 3 — Netzwerk aufbauen und Kollaboration gestalten Netzwerken ist keine Frage von Talent, sondern von Methode. Dieses Modul zeigt, wie ein berufliches Netzwerk gezielt ausgebaut wird — und wie kollaborative Strukturen im Team nachhaltig verankert werden.
- Bedürfnisse und Werte als Basis für belastbare Beziehungen verstehen
- Eigenes Netzwerk und eigene Reputation aktiv steuern
- Kollaboration fördern: von der Einzelkooperation zur Teamkultur
- Arbeitsvereinbarungen schaffen: Erwartungen explizit machen
- Zu einer kollaborativen Unternehmenskultur beitragen — auch ohne formale Führungsrolle
Modul 4 — Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner (Zertifizierungsvorbereitung) Alle drei Scrum-Rollen werden vollständig und prüfungsrelevant erarbeitet.
- Scrum Foundation: agile Werte und Methoden, Rollen und Rituale, Planung, Schätzung, Überwachung
- Scrum Master: agiles Denken, Impediment-Management, Servant Leadership, skalierte und komplexe Projekte
- Product Owner: Produktvision, Backlog-Steuerung, Business Case Tracking, Stakeholder-Kommunikation
- Anwendung: Wie verbessern starke Arbeitsbeziehungen Sprint-Planning, Daily Scrum und Sprint Review?
Agile Zusammenarbeit funktioniert nur, wenn Menschen einander vertrauen. Die Soft-Skill-Inhalte und die Scrum-Praxis verstärken sich gegenseitig: Wer versteht, wie Arbeitsstile kollidieren, moderiert Daily Standup-Konflikte konstruktiver. Wer sein Netzwerk kennt, kommuniziert Impediments gezielter an die richtigen Stellen.
Lernziele:
- Den Wert von Arbeitsbeziehungen für persönliche und organisationale Leistung konkret benennen
- Zwischenmenschliche Dynamiken in Teams erkennen und produktiv damit umgehen
- Durchsetzungsfähigkeit aufbauen ohne Konfrontation und ohne Unterwürfigkeit
- Professionelles Verhalten als verlässliches Muster im Arbeitsalltag verankern
- Das eigene Arbeitsnetzwerk systematisch abbilden und Abhängigkeiten verstehen
- Unterschiedliche Arbeitsstile erkennen, akzeptieren und sich daran anpassen
- Ein gezieltes berufliches Netzwerk auf- und ausbauen — intern und extern
- Kollaborative Arbeitsweisen aktiv fördern und Arbeitsvereinbarungen gestalten
- Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner zertifiziert nachweisen
- Netzwerk- und Beziehungskompetenz gezielt in Scrum-Rollen einsetzen
- Eigene Reputation im professionellen Umfeld bewusst steuern
- Interdependenzen in komplexen Projektkontexten erkennen und nutzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Fachleute in Projekt- und Teamkontexten, die ihre zwischenmenschlichen Fähigkeiten und ihr berufliches Netzwerk gezielt entwickeln und gleichzeitig Scrum-Zertifizierungen erwerben wollen.
- Projektmanager und Scrum Master, die Teamdynamiken aktiv gestalten möchten
- Product Owner, die Stakeholder-Beziehungen professioneller aufbauen wollen
- Teamleiter, die kollaborative Arbeitsweisen in der Organisation verankern möchten
- Fachleute in Matrixorganisationen, die ohne formale Autorität Ergebnisse erzielen müssen
- Berufseinsteiger in agile Rollen mit dem Wunsch, Beziehungskompetenz systematisch aufzubauen
Berufserfahrung in einem Team- oder Projektkontext ist hilfreich, aber keine formale Voraussetzung. Scrum-Vorkenntnisse werden nicht erwartet. Die Bereitschaft, das eigene Kommunikationsverhalten zu hinterfragen, ist die zentrale Grundvoraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Das Programm läuft im Combined-Learning-Format, überwiegend in Vollzeit. Die Soft-Skill-Module sind praxisnah gestaltet: Netzwerkanalysen, Kommunikationsübungen und Fallstudien aus realen Arbeitssituationen. Scrum-Inhalte folgen einem strukturierten Curriculum. Synchrone Live-Sessions bieten Raum für Austausch und moderierte Übungen.
Das kombinierte Programm aus Arbeitsbeziehungs-Modul und drei Scrum-Zertifizierungsebenen erstreckt sich über mehrere Wochen. Im Vollzeitmodell ist die Gesamtdauer kürzer; Teilzeit ist auf Anfrage möglich.
Zertifikate auf den Ebenen Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner nach bestandenen Prüfungen sowie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung für den gesamten Lehrgang inklusive Soft-Skill-Modul.
Nutzen & Perspektiven
Beziehungskapital ist eine der meistunterschätzten Ressourcen in Organisationen. Wer gut vernetzt ist, bekommt früher Informationen, findet leichter Unterstützung und überwindet Widerstände schneller — besonders in Matrixorganisationen, wo formale Autorität nicht ausreicht. Dieses Programm macht aus einer diffusen Alltagsbeobachtung eine systematisch erlernbare Kompetenz. Für Scrum Master und Product Owner, die viele Schnittstellenpositionen besetzen, ist das Modul besonders wertvoll. Beide Rollen leben davon, ohne direkte Weisungsbefugnis Ergebnisse zu erzielen: der Scrum Master durch Einfluss auf das Team, der Product Owner durch Überzeugung von Stakeholdern. Beziehungskompetenz ist dabei keine Soft-Option, sondern harte Arbeitsbedingung. Das Praxiselement der Netzwerkanalyse ist ein konkretes Werkzeug, das Teilnehmende unmittelbar nach dem Kurs einsetzen können: wer die Abhängigkeiten in seinem beruflichen Umfeld visualisiert hat, kommuniziert Risiken präziser, koordiniert Eskalationen gezielter und baut Allianzen schneller auf. Das ist im agilen Projektalltag ein messbarer Vorteil. Das Modul zur kollaborativen Unternehmenskultur geht über das individuelle Netzwerk hinaus und zeigt, wie Zusammenarbeit als Kulturmerkmal verankert werden kann — auch ohne formale Führungsposition. Wer gelernt hat, Arbeitsvereinbarungen explizit zu gestalten und gegenseitige Erwartungen transparent zu machen, reduziert implizite Konflikte erheblich. In agilen Teams, wo Rollen fließender sind und Verantwortlichkeiten sich über Sprints verschieben können, ist diese Fähigkeit zur expliziten Verständigung ein dauerhafter Stabilitätsfaktor. Insgesamt ermöglicht dieses Programm einen Perspektivwechsel, der in reinen Methoden-Kursen ausbleibt: Beziehungen sind keine softe Begleiterscheinung agiler Arbeit, sondern eine operative Voraussetzung. Das wird in diesem Lehrgang nicht behauptet, sondern in beiden Teilen — Soft-Skill-Modul und Scrum-Zertifizierungen — konkret und werkzeugbasiert erarbeitet. Wer das Programm abschließt, hat nicht nur Methoden gelernt, sondern auch verstanden, warum manche Teams mit denselben Methoden scheitern, während andere dieselbe Struktur erfolgreich nutzen — und der Unterschied liegt fast immer in der Qualität der Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was hat Netzwerkaufbau mit Scrum zu tun?
Sehr viel. Scrum-Rollen — besonders Scrum Master und Product Owner — arbeiten stark durch Einfluss und Beziehungen, nicht durch formale Autorität. Wer sein professionelles Netzwerk kennt und pflegt, kommuniziert Hindernisse schneller, koordiniert Abhängigkeiten gezielter und baut Stakeholder-Vertrauen nachhaltiger auf.
Was beinhaltet die Netzwerkanalyse im Kurs konkret?
Teilnehmende visualisieren ihr eigenes Arbeitsnetzwerk: Wer hängt von mir ab, von wem bin ich abhängig, wer beeinflusst meine Arbeit ohne direkte Verbindung? Dieses Mapping ist ein praktisches Werkzeug, das im Projektalltag sofort einsetzbar ist.
Wie unterscheidet sich dieses Programm von anderen Scrum-Kursen mit Soft-Skills?
Das Soft-Skill-Modul ist eigenständig und methodisch strukturiert — kein kurzes Einstiegskapitel, sondern ein vollständiger Block mit sieben Lerneinheiten zu Teamdynamik, Netzwerk und Kollaboration. Die Verbindung zur Scrum-Praxis wird explizit hergestellt.
Welche Zertifikate werden ausgestellt?
Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner nach bestandenen Prüfungen sowie eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung für den Gesamtlehrgang.
Ist das Programm für Vollzeit oder Teilzeit konzipiert?
Das Combined-Learning-Format ist primär auf Vollzeit ausgelegt. Teilzeit-Optionen sind nach Absprache möglich. Wer in Vollzeit teilnimmt, schließt das Programm in der kürzestmöglichen Zeit ab.
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