Überblick
Agile Arbeitsweisen haben sich in der Praxis durchgesetzt — nicht weil Scrum die einfachste Methode ist, sondern weil sie Teams eine Struktur gibt, die auf Anpassungsfähigkeit ausgelegt ist. Scrum regelt, wer was tut, wann reflektiert wird und wie Prioritäten entstehen. Doch Scrum funktioniert nur, wenn die Menschen dahinter kommunizieren können: wenn ein Scrum Master Hindernisse benennt, ohne Widerstände auszulösen; wenn ein Product Owner eine Produktvision so kommuniziert, dass das Team sie versteht und mitträgt. Dieser Kombikurs verbindet drei Scrum-Zertifizierungspfade — Foundation, Product Owner und Scrum Master — mit einem strukturierten Business-Skills-Modul, das acht Einheiten zu zwischenmenschlicher Kommunikation, Einfluss und Verhandlung umfasst. Die Kombination ist keine zufällige Zusammenstellung, sondern eine direkte Antwort auf die Anforderungen agiler Rollen in der Praxis.
Kursinhalte & Lernziele
Business Skills — Kommunikation in agilen Teams Das Business-Skills-Modul ist auf die Realität agiler Zusammenarbeit zugeschnitten. In Scrum-Teams treffen unterschiedliche Fachkulturen, Kommunikationsstile und Prioritätsvorstellungen aufeinander. Die acht Einheiten des Moduls geben praktische Werkzeuge, um in diesen Situationen wirkungsvoll zu handeln.
- Einheit 1 — Die Bedeutung zwischenmenschlicher Fähigkeiten im agilen Kontext: Warum Sprint-Retrospektiven, Daily Standups und Backlog-Refinements kommunikative Präzision brauchen
- Einheit 2 — Techniken der verbalen Kommunikation: aktives Zuhören als Kerntechnik für Retrospektiven und Impediment-Gespräche; Sprache, die verbindet statt abgrenzt
- Einheit 3 — Nonverbale Kommunikation: stimmliche Überzeugungskraft in Präsentationen und Reviews; Körpersprache als Informationskanal im Teamgespräch; Selbst-Bewusstsein entwickeln
- Einheit 4 — Einen starken ersten Eindruck hinterlassen: Einführungsformate für neue Teams und Stakeholder; wirkungsvoller Auftritt beim Sprint Review
- Einheit 5 — Die Kunst der Konversation: vier Gesprächsebenen für Product-Owner-Gespräche mit Stakeholdern; Techniken, um Konversationen zu vertiefen und produktiv zu halten
- Einheit 6 — Einfluss und Überzeugung: die andere Seite sehen — Stakeholder-Perspektiven in Backlog-Diskussionen; Brücken bauen zwischen technischen Teams und Business-Anfordeungsgebern
- Einheit 7 — Positiv interagieren: konstruktiv widersprechen in der Retrospektive; Menschen auf die eigene Seite bringen ohne Druck; Konsens als strukturierte Technik anwenden
- Einheit 8 — Grundlagen der Verhandlung: Sprint-Scope verhandeln, Definition-of-Done festlegen, Prioritätsdiskussionen strukturieren; die vier Verhandlungsphasen praktisch durchlaufen
Scrum Foundation — das agile Grundgerüst Der Foundation-Teil stellt sicher, dass alle Teilnehmenden Scrum aus derselben Begriffswelt heraus verstehen. Das ist besonders wichtig, wenn Teams gemischt zusammengesetzt sind und unterschiedliche Vorerfahrungen mitbringen.
- Einführung in agile Projektmanagementmethoden: Agiles Manifesto, 12 Prinzipien, Abgrenzung zu klassischem Projektmanagement
- Das Scrum-Framework: drei Rollen (Product Owner, Scrum Master, Development Team), fünf Events (Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective) und drei Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Increment)
- Rollen und Rituale im Scrum-Alltag: wer tut was, wann und mit welchem Ziel
- Planung in Scrum: Sprint-Ziel, Velocity, Kapazitätsplanung
- Schätzung: Story Points, Planning Poker, relative vs. absolute Schätzung
- Überwachung und Transparenz: Burn-down-Charts, Sprint-Fortschritt, Definition of Done
- Fortgeschrittene Konzepte: Skalierung von Scrum, Release-Planung, technische Schulden
Product Owner — Produktführung und Backlog-Steuerung Der Product Owner trägt die Verantwortung für den Produkt-Backlog und damit für den Wert, den das Scrum-Team liefert. Diese Rolle ist primär eine Kommunikations- und Entscheidungsrolle.
- Die Rolle des Scrum Product Owner: Verantwortungsbereich, Entscheidungsrechte und Abgrenzung zum Projektmanager
- Business-Case-Tracking im agilen Umfeld: wie Wertmaximierung gemessen und kommuniziert wird
- Stakeholder-Kommunikation: Erwartungen managen, Anforderungen aufnehmen und priorisieren
- Product Backlog aufbauen und pflegen: User Stories schreiben, schätzen, priorisieren und verfeinern
- Priorisierungstechniken: MoSCoW, WSJF, Kano-Modell
- Sprint Review als Stakeholder-Veranstaltung moderieren
Scrum Master — Facilitation und agile Coaching-Rolle Der Scrum Master ist kein Projektmanager — er oder sie ist Coach, Facilitator und Hindernisbeseitiger in einer Person. Diese Rolle erfordert ein tiefes Verständnis von agilen Dynamiken und die Fähigkeit, auf Widerstände mit Empathie statt Konfrontation zu reagieren.
- Agiles Denken als Grundhaltung: Mindset versus Methode
- Die Scrum-Master-Rolle im Detail: Verantwortung gegenüber Team, Product Owner und Organisation
- Agile Schätzung, Planung, Überwachung und Kontrolle aus Scrum-Master-Perspektive
- Komplexe Projekte mit Scrum: Cynefin-Rahmen, empirische Prozesssteuerung und Adaptivität
- Anwendung agiler Methoden: Daily Standup moderieren, Retrospektiven strukturieren, Impediments systematisch abbauen
- Umgang mit Organizational Impediments: Scrum Master als Change Agent in der Organisation
Lernziele:
- Das Scrum-Framework vollständig verstehen: Rollen, Artefakte, Events und ihre Funktion
- Agile Grundprinzipien aus dem Manifesto kennen und auf das Scrum-Framework beziehen
- Planung, Schätzung und Überwachung in Scrum-Projekten beherrschen
- Die Rolle des Product Owner kennen: Produktführung, Backlog-Priorisierung, Stakeholder-Kommunikation im agilen Umfeld
- Die Rolle des Scrum Master verstehen: Facilitation, Hindernis-Beseitigung, agiles Coaching des Teams
- Agile Schätzung (Planning Poker, Story Points) und Velocity-Tracking praktisch anwenden
- Verbale Kommunikation präzisieren: aktives Zuhören und wirkungsvolle Sprache in Meetings und Retrospektiven
- Nonverbale Kommunikationssignale im Teamumfeld wahrnehmen und den eigenen Auftritt bewusst gestalten
- Erste Eindrücke gezielt gestalten — in neuen Teams, mit Stakeholdern oder bei Sprint Reviews
- Konversationen in vier Tiefen führen — von der Sachebene bis zur Werte-/Visions-Ebene
- Andere überzeugen ohne Druck: Einfluss ausüben durch Perspektivwechsel und Brückenbildung
- Verhandlungen strukturieren: Vorbereitung, Phasen und Abschluss einer tragfähigen Vereinbarung
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in agilen Teams arbeiten oder solche Rollen anstreben, und dabei sowohl methodische Grundlagen als auch interpersonelle Führungskompetenz aufbauen wollen.
- Projektmanager, die auf agile Arbeitsweise umsteigen und sich zertifizieren lassen wollen
- Scrum Master in Ausbildung oder mit erstem Praxishintergrund, die ihre Facilitation-Kompetenz gezielt stärken wollen
- Product Owner, die Backlog-Priorisierung und Stakeholder-Kommunikation systematisieren möchten
- Teamleiter, die in Scrum-Teams geführt werden oder Scrum einführen sollen
- Agile Coaches, die ihr methodisches Repertoire mit Kommunikationstechniken ergänzen wollen
Keine formalen Vorkenntnisse erforderlich. Das Foundation-Modul ist zugänglich für alle, die Grundlagen agiler Arbeitsweise lernen wollen. Für die Product-Owner- und Scrum-Master-Module empfiehlt sich das abgeschlossene Foundation-Modul als Basis. Grundlegende Computerkenntnisse werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Im Combined-Learning-Format wechseln sich Präsenztage und angeleitete Online-Phasen ab. Die Business-Skills-Einheiten profitieren besonders von Präsenzformaten, da Kommunikationstechniken und Verhandlungssimulationen im direkten Kontakt trainiert werden. Scrum-Übungen wie Sprint-Simulationen und Retrospektiven werden ebenfalls in Präsenzphasen durchgeführt. Online-Phasen dienen der Vor- und Nachbereitung sowie dem Selbststudium. Der Vollzeitmodus ermöglicht eine intensive, aufbauende Lernerfahrung.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen bis drei Monate im Vollzeitformat. In diesem Zeitraum werden alle vier Module — Business Skills, Scrum Foundation, Product Owner und Scrum Master — vollständig und aufbauend behandelt.
Am Kursende wird eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Die externen Scrum-Zertifizierungsprüfungen (Foundation, Product Owner, Scrum Master) werden separat bei den zuständigen Zertifizierungsstellen abgelegt. Die genauen Prüfungsanbieter werden im Kurs kommuniziert.
Nutzen & Perspektiven
Scrum-Zertifikate sind in der digitalen Wirtschaft weit verbreitet — Scrum Master- und Product-Owner-Qualifikationen gehören zu den meistgesuchten Nachweisen in Stellenanzeigen für IT, Produktmanagement und digitale Transformation. Wer Foundation, Product Owner und Scrum Master in einem Lernpfad abschließt, deckt das gesamte Scrum-Rollenspektrum ab und ist in gemischten Teams flexibel einsetzbar. Das Business-Skills-Modul ist der Faktor, der im Arbeitsalltag den Unterschied zwischen einer zertifizierten und einer wirkungsvollen Scrum-Rolle ausmacht. Kommunikation im Daily Standup, Überzeugungskraft beim Sprint Review und Verhandlungsgeschick bei der Backlog-Priorisierung — das sind Kompetenzen, die man nicht aus einem Framework-Handbuch lernt. Die acht Einheiten des Moduls geben konkrete Techniken, die direkt anwendbar sind. Für Unternehmen ist die Kombination aus methodischer und kommunikativer Qualifikation besonders wertvoll in Transformationsphasen: Teams, die Scrum einführen, brauchen Menschen, die nicht nur die Methode kennen, sondern auch die Veränderung kommunikativ begleiten können. Dieser Kurs bereitet genau darauf vor.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet Scrum Foundation, Product Owner und Scrum Master inhaltlich?
Scrum Foundation legt das gemeinsame Grundverständnis: Rollen, Events und Artefakte des Scrum-Frameworks. Product Owner fokussiert auf Produktvision, Backlog-Management und Stakeholder-Kommunikation. Scrum Master fokussiert auf die Facilitation des Teams, die Beseitigung von Hindernissen und die Förderung agiler Arbeitsweise.
Warum ist das Soft-Skills-Modul gerade für Scrum-Rollen relevant?
Scrum Master und Product Owner sind keine technischen, sondern kommunikative Rollen. Der Scrum Master muss Teams coachen und Organisationswiderstände abbauen; der Product Owner muss Stakeholder überzeugen und Prioritäten verhandeln. Das Business-Skills-Modul vermittelt genau diese Fähigkeiten.
Welche Zertifikate kann ich nach dem Kurs ablegen?
Der Kurs bereitet auf Scrum-Foundation-, Product-Owner- und Scrum-Master-Zertifizierungen vor. Die genauen Zertifikatsbezeichnungen und Prüfungsanbieter variieren; im Kurs werden die Anforderungen der relevanten Zertifizierungsstellen abgedeckt.
Kann man den Kurs auch nutzen, wenn man bereits Scrum-Erfahrung hat?
Ja. Wer bereits agil arbeitet, kann das Foundation-Wissen zur Systematisierung nutzen und das Business-Skills-Modul als Ergänzung für die kommunikative Führungspraxis verwenden. Der Kurs ist so angelegt, dass er verschiedene Erfahrungsniveaus integriert.
Ist Scrum nur für Softwareentwicklung geeignet?
Nein. Scrum entstand in der Softwareentwicklung, wird aber heute in Bereichen wie Marketing, HR, Produktentwicklung, Ereignisorganisation und Beratung angewendet. Der Kurs behandelt Scrum als allgemeine Arbeitsweise für komplexe Vorhaben.
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