Überblick
Diese Weiterbildung verbindet zwei inhaltlich verschiedene, aber in modernen Softwareprojekten eng zusammenhängende Kompetenzfelder: die agile Rolle des Scrum Product Owners und die technische Webentwicklung auf Basis von Microsoft-Technologien. Der Scrum-Teil bereitet auf die PSPO-Zertifizierung (Professional Scrum Product Owner) von scrum.org vor und behandelt Backlog-Management, Stakeholder-Kommunikation und Wertmaximierung. Der technische Teil basiert auf dem MCSD Web Applications-Curriculum, das Microsoft 2021 eingestellt hat. Die Inhalte zu HTML5, JavaScript, CSS3, ASP.NET MVC und Azure Web Services sind jedoch weiterhin relevant und bilden eine solide Grundlage für die Webentwicklung auf dem Microsoft-Stack. Diese Kombination richtet sich an Fachkräfte, die sowohl agile Projektführung als auch technisches Verständnis für Webentwicklungsprojekte aufbauen wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Agile Scrum Grundlagen Agile Methoden bilden die konzeptionelle Basis für alle Scrum-Rollen. Dieser Block vermittelt, warum agile Prinzipien in komplexen Projekten überlegen sind und wie Scrum als Framework diese Prinzipien operationalisiert. Besonderes Gewicht liegt auf dem Verständnis des Scrum-Regelwerks als Ausgangspunkt für die Product-Owner-Rolle.
- Agile Werte und Prinzipien nach dem Agilen Manifest
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Development Team
- Scrum-Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Inkrement
- Definition of Done und Akzeptanzkriterien als Qualitätssteuerung
- Unterschied zwischen Scrum-Regeln und organisatorischen Anpassungen
Scrum Product Owner — Rolle, Verantwortung, Techniken Der Product Owner ist die zentrale Verbindungsperson zwischen dem Geschäftsbedarf und dem Entwicklungsteam. Dieser Block behandelt die vollständige Verantwortungslandschaft dieser Rolle: von der Produktvision über das Backlog-Management bis zum Sprint Review. Ein besonderer Fokus liegt auf der Kommunikation mit unterschiedlichen Stakeholdern.
- Produktvision entwickeln und kommunizieren
- Product Backlog aufbauen: Epics, User Stories, Tasks und Technische Schulden erfassen
- Priorisierungstechniken: MoSCoW, WSJF, Kano-Modell
- User Stories schreiben: INVEST-Kriterien (Independent, Negotiable, Valuable, Estimable, Small, Testable)
- Akzeptanzkriterien nach dem Given/When/Then-Muster formulieren
- Backlog Refinement: wann, wie oft und mit wem
- Sprint Review vorbereiten und Stakeholder-Feedback strukturiert aufnehmen
- ROI und Wertmaximierung als Steuerungsprinzip des Product Owners
MCSD Web Applications — Frontend-Entwicklung Auf Basis der MOC-Kursreihe 20480 lernen Teilnehmende, moderne Weboberflächen mit HTML5, JavaScript und CSS3 zu gestalten. Die Inhalte decken sowohl strukturelle als auch interaktive Aspekte der Frontend-Entwicklung ab und vermitteln das Fundament für komponentenbasierte Web-UIs.
- HTML5-Semantik: strukturierte Seiten mit header, nav, article, section, aside
- CSS3: Flexbox, Grid-Layout, Responsive Design mit Media Queries
- JavaScript-Grundlagen: Variablen, Funktionen, DOM-Manipulation, Events
- JavaScript-Bibliotheken und AJAX für dynamische Inhalte einsetzen
- Formulare validieren und mit der HTML5 Constraint Validation API arbeiten
- Canvas API und SVG für grafische Darstellungen nutzen
MCSD Web Applications — Backend und Cloud (ASP.NET MVC + Azure) Die MOC-Kurse 20486 und 20487 behandeln die serverseitige Entwicklung mit ASP.NET MVC und die Integration von Azure-Webdiensten. Diese Inhalte decken den vollständigen Request-Response-Zyklus einer .NET-Webanwendung ab und zeigen, wie Services in der Cloud gehostet und konsumiert werden.
- ASP.NET MVC-Architektur: Model, View, Controller und Routing
- Razor-Views erstellen und Daten aus dem Controller übergeben
- Entity Framework für Datenbankzugriffe in MVC-Anwendungen einsetzen
- RESTful APIs mit ASP.NET Web API entwickeln
- Azure App Service: Webanwendung deployen und skalieren
- Authentifizierung und Autorisierung in ASP.NET MVC-Anwendungen
- C#-Grundlagen für die Webentwicklung (MOC 70-483): Klassen, Interfaces, LINQ, async/await
Praxisblock Die Lab-Phasen verbinden agile Planungsarbeit mit technischer Webentwicklung und spiegeln so den realen Projektalltag wider.
- Product Backlog für eine fiktive Webanwendung erstellen und priorisieren
- User Stories nach INVEST-Kriterien schreiben und mit Akzeptanzkriterien versehen
- Sprint Planning für einen zweiwöchigen Sprint moderieren (Simulation)
- HTML5/CSS3-Responsive-Layout für eine Webanwendungs-Startseite umsetzen
- Interaktive Formularvalidierung mit JavaScript implementieren
- ASP.NET MVC-Anwendung mit Entity-Framework-Datenbankanbindung aufbauen
- RESTful API-Endpunkt mit ASP.NET Web API entwickeln und testen
- Azure App Service bereitstellen und Deployment-Prozess konfigurieren
- Sprint Review vorbereiten: Produktinkrement präsentieren und Feedback aufnehmen
- Technische Schulden im Product Backlog sichtbar machen und priorisieren
- C#-Klassen und LINQ-Abfragen für Datenzugriff in der Web-App einsetzen
Der Kurs schließt mit einer integrierten Übung ab, in der ein kleines Produkt-Backlog vollständig verarbeitet, ein MVP-Frontend gebaut und ein Sprint-Ergebnis präsentiert wird.
Lernziele:
- Die Scrum-Rolle des Product Owners vollständig verstehen: Verantwortungsbereiche, Entscheidungskompetenz, Kommunikationspflichten
- Product Backlog erstellen, priorisieren und kontinuierlich pflegen (Backlog Refinement)
- User Stories und Akzeptanzkriterien klar formulieren und mit dem Entwicklungsteam abstimmen
- Sprint Reviews moderieren und Produktinkramente gegenüber Stakeholdern vertreten
- Webseiten mit HTML5, JavaScript und CSS3 strukturieren und gestalten
- Interaktive Webanwendungen mit ASP.NET MVC entwickeln
- RESTful Web Services und Azure-basierte Dienste in Webanwendungen integrieren
- Grundlegende C#-Konzepte für die serverseitige Webentwicklung anwenden
- Agile und technische Perspektive im Projektalltag miteinander verbinden
- Scrum-Werte und Prinzipien auf reale Projektsituationen übertragen
- ROI-Maximierung als Product Owner durch strukturiertes Backlog-Priorisieren umsetzen
- Den Zusammenhang zwischen technischer Umsetzbarkeit und Product-Owner-Entscheidungen einschätzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen an der Schnittstelle von agilen Projekten und Webentwicklung, die beide Seiten systematisch stärken wollen.
- Berufseinsteiger und Junior-Entwickler, die neben technischen Fähigkeiten eine agile Rollenkompetenz aufbauen wollen
- IT-Koordinatoren und Projektassistenten, die in die Product-Owner-Rolle wechseln
- Softwareentwickler mit Grundkenntnissen, die ihre agilen Methodenkenntnisse strukturieren möchten
- Webdesigner, die ins Frontend-Engineering mit JavaScript und CSS3 einsteigen wollen
- Fachkräfte aus technischen Bereichen, die im Microsoft-.NET-Ökosystem agile Web-Projekte leiten wollen
Für den Scrum-Teil sind keine spezifischen Vorkenntnisse erforderlich; Projekterfahrung ist hilfreich. Für den technischen Teil werden grundlegende Programmierkenntnisse (in beliebiger Sprache) und Verständnis für HTML/CSS empfohlen. ASP.NET-Erfahrung ist nicht notwendig, da die Kurse von Grund auf aufgebaut sind.
Ablauf & Abschluss
Der Scrum-Teil wird mit interaktiven Simulationen und Rollenübungen vermittelt; Scrum-Events werden unter Laborbedingungen durchgespielt. Der technische Teil wechselt zwischen Frontalunterricht und individuellen Labs, in denen Weboberflächen und Backend-Dienste direkt erstellt werden. Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt; Labs laufen in einer vorkonfigurierten Entwicklungsumgebung.
Der Kurs wird überwiegend in Vollzeit durchgeführt; Teilzeit-Varianten sind je nach Anbieter möglich. Der genaue Umfang richtet sich nach den gewählten Modulkombinationen; Kursunterlagen zu allen Teilbereichen sind inklusive.
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Qualifizierungszertifikat. Der Scrum-Teil bereitet auf die PSPO-Zertifizierung (Professional Scrum Product Owner) von scrum.org vor, die als eigenständige Online-Prüfung abgelegt wird. Wichtig: Die MCSD-Zertifizierung (Microsoft Certified Solutions Developer) wurde von Microsoft im Jahr 2021 offiziell eingestellt. Der Kurs vermittelt weiterhin die fachlichen Webentwicklungsinhalte, bereitet aber nicht mehr auf eine aktuelle Microsoft-Rolle-basierte Prüfung vor. Wer eine aktuelle Microsoft-Webentwickler-Zertifizierung anstrebt, sollte den Lernpfad AZ-204 (Developing Solutions for Microsoft Azure) prüfen.
Nutzen & Perspektiven
Wer in Softwareprojekten als Product Owner tätig ist und gleichzeitig versteht, wie Webanwendungen technisch funktionieren, kommuniziert deutlich effektiver mit Entwicklungsteams. Die Fähigkeit, User Stories technisch einzuschätzen, Machbarkeit zu beurteilen und realistische Sprint-Inhalte zu planen, unterscheidet erfahrene Product Owner von solchen, die nur Anforderungen sammeln. Der technische Teil des Kurses — trotz der 2021 eingestellten MCSD-Zertifizierung — liefert praxisrelevante Kenntnisse: HTML5, CSS3, JavaScript und ASP.NET MVC gehören zum Alltag vieler Webentwicklungsprojekte im Microsoft-Umfeld. Die im Kurs erworbenen Fähigkeiten sind direkt anwendbar, auch wenn die formale Prüfungsoption nicht mehr besteht. Die Kombination beider Lernpfade macht Absolventen besonders für kleine bis mittlere Softwareteams attraktiv, wo Rollenflexibilität gefragt ist: Wer sowohl backlogfähig als auch codekompetent ist, kann in agilen Teams als Brückenrolle zwischen fachlichem Bedarf und technischer Umsetzung wirken.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist MCSD Web Applications noch eine gültige Microsoft-Zertifizierung?
Nein. Microsoft hat die MCSD-Zertifizierungen (Microsoft Certified Solutions Developer) im Jahr 2021 offiziell eingestellt. Der Kurs vermittelt weiterhin die fachlichen Inhalte zu HTML5, ASP.NET MVC und Azure, bereitet aber nicht auf eine aktuell von Microsoft angebotene Prüfung vor. Wer ein aktuelles Microsoft-Entwicklerzertifikat anstrebt, sollte AZ-204 prüfen.
Auf welche Scrum-Zertifizierung bereitet der Kurs vor?
Der Scrum-Teil bereitet auf die PSPO (Professional Scrum Product Owner)-Prüfung von scrum.org vor. Diese wird als Online-Assessment eigenständig abgelegt. Scrum.org-Zertifizierungen haben keine Ablaufzeit und erfordern keine Rezertifizierung.
Brauche ich Programmierkenntnisse für den Scrum-Teil?
Nein. Der Scrum-Teil ist methodischer Natur und setzt keine technischen Kenntnisse voraus. Grundlegende Projekterfahrung ist hilfreich, aber kein formales Eintrittskriterium.
Was ist der Unterschied zwischen PSPO und CSPO?
PSPO (Professional Scrum Product Owner) wird von scrum.org angeboten und basiert auf einer schriftlichen Online-Prüfung ohne Ablaufzeit. CSPO (Certified Scrum Product Owner) wird von der Scrum Alliance vergeben, erfordert ein zweitägiges Präsenztraining und muss nach zwei Jahren erneuert werden. Beide sind am Markt anerkannt.
Sind die technischen Inhalte trotz eingestellter MCSD-Zertifizierung noch praxisrelevant?
Ja. HTML5, JavaScript, CSS3 und ASP.NET MVC gehören weiterhin zum Standard in Microsoft-basierten Webprojekten. Die fachlichen Inhalte sind unabhängig vom Zertifikatsstatus anwendbar; für formale Nachweise empfehlen sich aktuelle Prüfungen wie AZ-204.
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