Überblick
Der Software Development Engineer in Test (SDET) ist eine der gefragtesten Spezialisierungen in der modernen Softwareentwicklung. Diese Weiterbildung vermittelt das gesamte Spektrum der Testautomatisierung — von Java-Grundlagen über Web- und Mobile-Testing bis hin zu Cloud-Infrastrukturen auf AWS. Gleichzeitig bereitet sie auf vier anerkannte Zertifizierungsprüfungen vor: Oracle Certified Associate Java SE 8, Professional Scrum Master I (PSM I), ISTQB Certified Tester Foundation Level (CTFL) und A4Q Selenium Tester Foundation Level. Wer diese Ausbildung abschließt, beherrscht den kompletten Qualitätssicherungsprozess moderner Softwareprojekte.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Full Stack Automation Engineer Dieser Abschnitt legt das technische Fundament für professionelle Testautomatisierung. Teilnehmende beginnen mit IT-Grundlagen und algorithmischem Denken, bevor sie in die Java-Programmierung einsteigen. Parallel dazu lernen sie den Umgang mit Git und GitHub für Versionskontrolle sowie grundlegende HTML- und CSS-Kenntnisse für das Verständnis von Web-Frontends.
- Java: Variablen, Datentypen, Kontrollstrukturen, Objektorientierung und Lambda-Ausdrücke
- Git und GitHub: Branching, Merging, Pull Requests und kollaboratives Arbeiten
- Manuelles Testing: Black-Box-Techniken, Testfalldesign, Äquivalenzklassen und Grenzwertanalyse
- API Testing mit RestAssured: HTTP-Methoden, Assertions, JSON-Parsing und Testchain-Aufbau
- Selenium WebDriver: Lokator-Strategien, Waits, Page Object Model und Cross-Browser-Testing
- TestNG: Annotationen, Datenprovider, parallele Testausführung und HTML-Reports
- JMeter: Last- und Performance-Tests, Thread-Gruppen und Ergebnisauswertung
- SQL: Datenbankabfragen, JOIN-Operationen und Testdatenverwaltung
- Jenkins: Pipeline-Konfiguration, Build-Trigger und Integration mit Git-Repositories
- Docker: Container-Grundlagen, Images erstellen und Testumgebungen containerisieren
- JDBC: Datenbankverbindungen aufbauen und Testergebnisse gegen Datenbankzustände validieren
- SDLC und STLC: Phasenmodelle, Rollen im Testteam und Dokumentationsstandards
Modul 2 — Mobile Testing mit Appium und AWS Cloud für Testers Der zweite Abschnitt erschließt mobile Plattformen und Cloud-Infrastrukturen als Testdomänen. Mobile Anwendungen erfordern eigene Strategien für Gerätevielfalt, Betriebssystemversionen und gerätespezifische Interaktionen — Appium deckt diese Anforderungen vollständig ab. Der AWS-Teil befähigt Teilnehmende, skalierbare Testumgebungen in der Cloud aufzubauen und zu verwalten.
- Grundlagen mobiler Plattformen: Android- und iOS-Architektur, APK/IPA-Dateien und Geräteverwaltung
- Appium Inspector: UI-Elemente identifizieren, Selektoren evaluieren und Testskripte ableiten
- Appium mit TestNG und Cucumber: BDD-Szenarien für mobile Apps schreiben und ausführen
- Page Object Model für Mobile: Wiederverwendbare Seitenklassen und Factory-Pattern
- Gesten-Automatisierung: TouchAction, MultiTouch, Scroll, Swipe und komplexe Berührungssequenzen
- AWS Grundlagen: Cloud-Computing-Konzepte, Servicekategorien und Abrechnungsmodelle
- IAM, EC2 und Netzwerk: Benutzer- und Rollenverwaltung, virtuelle Maschinen, Load Balancer, Auto Scaling und Security Groups
- Speicher und Datenbanken: S3, EBS und AWS-Datenbankdienste für Testdaten-Management
- Infrastruktur als Code: CloudFormation-Templates für reproduzierbare Testumgebungen
- AWS SDK für Java: Programmatische Steuerung von AWS-Ressourcen aus Java-Tests
- Lambda und API Gateway: Serverlose Testfunktionen und Mock-APIs für Integrationstests
- CloudWatch und Route 53: Monitoring, Logs und DNS-Konfiguration für Testinfrastrukturen
Praxis-Block Die beiden Capstone-Projekte am Ende jedes Moduls sind das Herzstück dieser Ausbildung. Teilnehmende planen, entwickeln und dokumentieren eigenständige Testautomatisierungsprojekte unter realistischen Bedingungen.
- Vollständige Selenium-Testsuite für eine Web-Applikation nach Page-Object-Muster aufbauen
- REST-API-Testsuite mit RestAssured gegen einen echten Endpunkt implementieren
- Jenkins-CI-Pipeline für automatisierte Testausführung bei jedem Code-Commit konfigurieren
- Docker-Container für isolierte Testumgebungen definieren und betreiben
- Appium-Testsuite für eine native Mobile-App auf Android oder iOS entwickeln
- AWS-Testinfrastruktur mit EC2-Instanzen und S3-Bucket für Testreports aufbauen
- Jira-Projekt anlegen, Testfälle als Issues pflegen und Testzyklen dokumentieren
- ISTQB-konforme Testplanung, Testfallspezifikation und Testabschlussbericht erstellen
- JDBC-Validierungen in bestehende Testszenarien integrieren
- Projektpräsentation und Code-Review im Kursverbund
Beide Capstone-Projekte bilden das Portfolio, das Absolventinnen und Absolventen bei Bewerbungen als SDET oder Test Automation Engineer einsetzen können. Sie dokumentieren die Fähigkeit, Testlösungen von Grund auf zu entwerfen und in produktionsnahe Umgebungen zu integrieren. Die Kombination aus strukturiertem Lehrplan und eigenem Projektportfolio schließt die Lücke zwischen theoretischem Wissen und der Praxiserwartung, die Arbeitgeber an SDETs stellen.
Lernziele:
- Aufbau einer soliden Java-Programmierbasis für den Einsatz in Testautomatisierungsprojekten
- Entwicklung vollständiger Automatisierungstests für Web-Applikationen mit Selenium WebDriver und TestNG
- Implementierung von REST-API-Tests mit RestAssured und Integration in bestehende Testsuitenarchitekturen
- Aufbau und Pflege von CI/CD-Pipelines mit Jenkins für kontinuierliche Testausführung
- Automatisierung von Mobile-Apps auf Android und iOS mit Appium und dem Page Object Model
- Nutzung von Gesten-Automatisierung, TouchAction und MultiTouch im mobilen Testkontext
- Einrichtung und Verwaltung von AWS-Cloud-Testinfrastrukturen inklusive EC2, S3, VPC und Lambda
- Containerisierung von Testumgebungen mit Docker für reproduzierbare Testläufe
- Datenbankzugriff und -validierung in Testszenarien mit JDBC
- Beherrschung des Software Testing Life Cycle (STLC) und des Software Development Life Cycle (SDLC) nach ISTQB-Standard
- Agiles Projektmanagement und Aufgabenverwaltung mit Jira im Testteam-Kontext
- Anwendung von ISTQB-Testmethodik auf reale Testprojekte in zwei Capstone-Projekten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen mit unterschiedlichem Vorerfahrungsstand, die eine belastbare Karriere in der Testautomatisierung anstreben.
- Quereinsteiger aus verwandten IT-Bereichen (z. B. Support, Systemadministration), die in die Softwarequalitätssicherung wechseln möchten
- Manuelle Tester, die ihre Arbeit systematisch automatisieren und damit wettbewerbsfähiger werden wollen
- Junior-Entwickler, die Qualitätssicherung als zusätzliche Kompetenz in ihrem Profil verankern möchten
- IT-Fachleute, die ISTQB- und Scrum-Zertifizierungen anstreben und dabei gleichzeitig praktische Automatisierungsskills aufbauen wollen
- Personen, die nach einer Ausbildung oder einem Studium im IT-Umfeld gezielt in den wachsenden SDET-Markt einsteigen möchten
Formale IT-Berufsausbildungen oder ein Hochschulabschluss sind nicht zwingend erforderlich, aber hilfreich. Teilnehmende sollten grundlegende Kenntnisse in der Bedienung von Computern mitbringen und bereit sein, sich intensiv in neue Programmierkonzepte einzuarbeiten. Englischkenntnisse auf Niveau A2 bis B1 sind notwendig, da Zertifizierungsunterlagen, offizielle Dokumentationen und viele Werkzeuge in englischer Sprache vorliegen. Hohe Eigenmotivation und Ausdauer sind angesichts des breiten Lehrplans — von Java-Grundlagen bis hin zu AWS-Infrastrukturen — entscheidende Faktoren für den Kurserfolg.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das angeleitete Präsenz- oder Online-Einheiten mit Selbstlernphasen kombiniert. In den angeleiteten Phasen werden Konzepte erarbeitet, Code live demonstriert und in Übungen sofort umgesetzt. Die Selbstlernphasen dienen der Vertiefung und dem Aufbau eigener Testprojekte. Vollzeit-Durchführung ermöglicht eine konzentrierte, zügige Ausbildung ohne mehrmonatige Unterbrechungen. Jira wird parallel zum Curriculum als echtes Projektmanagement-Tool genutzt, sodass Teilnehmende von Beginn an in einem strukturierten Entwicklungsumfeld arbeiten.
Die Weiterbildung gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Abschnitte, die flexibel kombiniert oder separat gebucht werden können. Im Vollzeitformat ist der Kursumfang auf einen zügigen Abschluss ausgelegt. Beide Capstone-Projekte sind Teil der regulären Kurszeit und werden betreut durchgeführt, nicht als reine Hausaufgaben behandelt.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat als Software Development Engineer in Test. Darüber hinaus bereitet der Kurs auf vier externe Zertifizierungsprüfungen vor: Oracle Certified Associate, Java SE 8 Programmer; Professional Scrum Master I (PSM I von Scrum.org); ISTQB Certified Tester Foundation Level (CTFL); und A4Q Certified Selenium Tester Foundation Level. Diese Prüfungen werden bei akkreditierten Testcentern abgelegt und gelten international als anerkannte Nachweise beruflicher Kompetenz in Testautomatisierung und agilem Qualitätsmanagement.
Nutzen & Perspektiven
Der SDET-Abschluss positioniert Absolventinnen und Absolventen an der Schnittstelle zwischen Softwareentwicklung und Qualitätssicherung — eine Rolle, die Unternehmen mit zunehmender DevOps-Adoption dringend benötigen. Wer sowohl Java-Code schreiben als auch Cloud-Testinfrastrukturen auf AWS betreiben kann, ist in der Lage, Qualitätssicherungsprozesse vollständig zu verantworten, ohne auf spezialisierte Infrastrukturteams angewiesen zu sein. Die vier Zertifizierungen — Oracle Java, PSM I, ISTQB und A4Q Selenium — sprechen verschiedene Qualitätsdimensionen an: Programmiersprache, agiler Prozess, Testtheorie und konkretes Automatisierungswerkzeug. Diese Kombination macht Bewerbungsprofile in der SDET-Suche nachweislich sichtbarer und gibt Recruitern mehrere objektive Orientierungspunkte. Das Portfolio aus zwei dokumentierten Capstone-Projekten ersetzt die fehlende Berufserfahrung, die viele Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger als größte Hürde empfinden. Wer ein vollständiges Selenium-Testprojekt in einem GitHub-Repository und eine laufende Jenkins-Pipeline vorweisen kann, argumentiert mit konkreten Ergebnissen — nicht mit abstrakten Kursinhalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen kann ich nach dieser Weiterbildung ablegen?
Der Kurs bereitet auf vier externe Prüfungen vor: Oracle Certified Associate Java SE 8, Professional Scrum Master I (PSM I), ISTQB Certified Tester Foundation Level (CTFL) und A4Q Certified Selenium Tester Foundation Level. Die Prüfungen werden bei akkreditierten Testcentern separat abgelegt.
Muss ich vor dem Kurs Java können?
Nein. Java wird von Grund auf im ersten Kursabschnitt vermittelt. Grundlegende Computerkenntnisse und die Bereitschaft zur intensiven Einarbeitung reichen als Ausgangspunkt aus. Englischkenntnisse auf A2- bis B1-Niveau helfen beim Umgang mit Tools und Zertifizierungsunterlagen.
Kann ich nur einen der beiden Kursabschnitte buchen?
Ja. Abschnitt 1 (Full Stack Automation Engineer) und Abschnitt 2 (Mobile Testing mit Appium und AWS) können je nach Bedarf einzeln oder in Kombination gebucht werden. Wer bereits Java und Selenium beherrscht, kann direkt mit dem Mobile- und Cloud-Teil einsteigen.
Was sind die Capstone-Projekte und warum sind sie wichtig?
Jeder Kursabschnitt schließt mit einem eigenständigen Praxisprojekt ab, in dem Teilnehmende eine vollständige Testautomatisierungslösung selbst aufbauen und dokumentieren. Diese Projekte dienen als nachweisbares Portfolio und ersetzen fehlende Berufserfahrung bei Bewerbungen als SDET oder Test Automation Engineer.
Für welche Rollen qualifiziert diese Weiterbildung?
Typische Einstiegspositionen nach dem Kurs sind Software Development Engineer in Test, Test Automation Engineer, QA Automation Engineer und Mobile Test Automation Engineer. Unternehmen mit CI/CD-Pipelines und Cloud-Infrastrukturen suchen gezielt nach Profilen, die Java-Testautomatisierung mit DevOps-Werkzeugen verbinden.
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