Überblick
Produktentscheidungen ohne Verständnis der Qualitätssicherung zu treffen ist riskant: Wer nicht weiß, wie Tests aufgebaut sind, was Bug Reports leisten und wie Acceptance Criteria formuliert sein müssen, kann Qualitätsprobleme nicht rechtzeitig erkennen und gegenüber dem Entwicklungsteam nicht auf Augenhöhe argumentieren. Dieser Kurs schließt genau diese Lücke. Er vermittelt Product Managern ein fundiertes, praxisorientiertes Verständnis der Software-Qualitätssicherung — von den Grundprinzipien des Testens über die Integration von QS in agile Prozesse bis hin zu modernen KI-gestützten Testwerkzeugen. Im Mittelpunkt steht nicht das technische Schreiben von Tests, sondern die Kompetenz, Qualitätsstandards zu definieren, QA-Prozesse zu beurteilen und als Produktverantwortliche:r aktiv auf die Produktqualität einzuwirken.
Kursinhalte & Lernziele
Software-QS Grundlagen: Methoden, Prozesse und Standards Produktmanager benötigen kein Expertenwissen in der Testentwicklung, aber ein klares Verständnis der QS-Methoden, die ihr Team täglich anwendet. Dieser Einstiegsblock legt die konzeptuelle Basis und klärt die wichtigsten Begriffe der Softwarequalitätssicherung.
- Was ist Software-Qualitätssicherung und warum ist sie Aufgabe des gesamten Teams
- Unterschied zwischen Quality Assurance, Quality Control und Testing
- Überblick über Testprozesse: Testplanung, Testdurchführung, Reporting
- ISO 25010 und andere Qualitätsstandards als Orientierungsrahmen
- Testabdeckung und deren Grenzen — was Tests nicht garantieren können
- Rolle des Product Managers im QS-Prozess
Testarten im Überblick: Von Unit Tests bis User Acceptance Tests Das Teststufenmodell zeigt, wann welche Fehler sinnvollerweise aufgedeckt werden. Product Manager müssen verstehen, warum bestimmte Bugs in Unit Tests nicht gefunden werden und erst in E2E-Tests sichtbar werden — und welche Konsequenzen das für Sprintplanung und Releases hat.
- Unit Tests: Was sie prüfen, was sie nicht prüfen und warum sie schnell sein müssen
- Integrationstests: Schnittstellen, Datenflüsse und Komponenteninteraktion
- End-to-End-Tests: Nutzungsszenarien realistisch simulieren
- User Acceptance Tests (UAT): Rolle des Product Managers bei der Abnahme
- Smoke Tests und Regression Tests im Release-Kontext
- Testpyramide als strategische Entscheidungsgrundlage für die Teststrategie
Bug Reporting und Defect Management Ein guter Bug Report halbiert die Zeit bis zur Fehlerbehebung. Dieser Block zeigt, wie professionelle Bug Reports aufgebaut sind und wie Defects in einer agilen Umgebung gesteuert werden.
- Anatomie eines Bug Reports: Schritte, erwartetes vs. tatsächliches Verhalten, Umgebung
- Severity und Priority korrekt vergeben — und deren Unterschied verstehen
- Bug Life Cycle: Status, Transition und Verantwortlichkeiten
- Jira für Bug Tracking: Workflows einrichten und Tickets strukturieren
- Defect-Metriken auswerten: Fehlertrend, Wiederöffnungsrate, Escape Rate
- Kommunikation mit Entwicklern bei unklaren oder strittigen Bugs
QS in agilen Prozessen sowie KI-Tools und Monitoring Moderne Produktentwicklung findet in Scrum oder Kanban statt. Dieser Block zeigt, wie QS-Aktivitäten in Sprints integriert werden, was Definition of Done leisten muss und wie KI-Werkzeuge die Qualitätssicherung unterstützen können.
- QS-Aktivitäten im Scrum-Sprint: Testaufwände schätzen und einplanen
- Three Amigos und BDD als Brücken zwischen PM, Dev und QA
- Acceptance Criteria nach dem GIVEN-WHEN-THEN-Format schreiben
- Definition of Done: Bestandteile, Pflege und Durchsetzung im Team
- KI-Assistenten für Testableitung aus User Stories und Anforderungsdokumenten
- Automatisierte Tests mit KI-Tools generieren und reviewen
- Application Monitoring mit Sentry und vergleichbaren Tools
- Performance-KPIs: Response Time, Error Rate, Throughput — Bedeutung für PMs
- Qualitätsberichte und Dashboards für Stakeholder aufbereiten
- TestRail für Testfallverwaltung und Testergebnisprotokollierung nutzen
- Postman für einfache API-Tests ohne Entwicklungskenntnisse einsetzen
- KI-gestützte Testerstellung aus Acceptance Criteria und Designs
Der Kurs schließt mit einer integrierten Übungssequenz, in der Teilnehmende an einem realen Bug-Szenario Bug Reports anlegen, Acceptance Criteria formulieren und eine Definition of Done für ein Beispielprodukt ausarbeiten. Alle geübten Tätigkeiten entsprechen direkt dem, was Product Manager im Arbeitsalltag durchführen.
Lernziele:
- Software-QS-Konzepte auf Produktentscheidungen übertragen können
- Unterschiede zwischen manuellen und automatisierten Tests einordnen
- Testarten wie Unit Tests, Integrationstests und E2E-Tests inhaltlich verstehen
- Qualitätsanforderungen als Acceptance Criteria präzise formulieren
- Bug Reports mit allen relevanten Informationen professionell anlegen
- Defect Management und Fehlerpriorisierung im Entwicklungskontext steuern
- QS-Aktivitäten in Scrum-Sprints und Kanban-Workflows einbinden
- Definition of Done praxistauglich festlegen und einhalten
- KI-Tools für Testplanung und Testerstellung produktiv einsetzen
- Application Monitoring und Performance-KPIs interpretieren
- Qualitätsthemen verständlich für technische und nicht-technische Stakeholder aufbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs wendet sich an Product Manager und Product Owner, die in agilen Entwicklungsteams arbeiten und ihre Zusammenarbeit mit QA-Teams verbessern möchten. Er ist ebenso geeignet für Personen, die aus produktfernen Rollen in das Produktmanagement wechseln und QS-Kenntnisse gezielt aufbauen wollen.
- Erfahrene Product Manager ohne systematische QS-Kenntnisse
- Product Owner, die Qualitätsziele konkret und messbar definieren wollen
- Technical Product Manager, die die Brücke zwischen Technik und Produkt schlagen
- Release Manager, die Freigabeentscheidungen auf einer solideren Datenbasis treffen wollen
- Quereinsteiger aus Business- oder Designrollen ins Produktmanagement
Technische Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich. Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Tools — insbesondere kollaborativen Plattformen wie Jira oder Confluence — sind hilfreich, aber keine harte Voraussetzung. Deutschkenntnisse auf B2-Niveau ermöglichen eine aktive Mitarbeit in Diskussionen und schriftlichen Übungen. Der Kurs setzt voraus, dass Teilnehmende bereits grob wissen, was Produktentwicklung bedeutet — sei es durch eigene Berufserfahrung oder ein entsprechendes Vorbereitungsseminar.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als virtuelles Klassenzimmer statt — live und interaktiv, nicht als aufgezeichneter Selbstlernkurs. Trainerinnen und Trainer aus der Praxis führen in die Themen ein, zeigen Tools direkt am Bildschirm und stellen reale Bug-Szenarien und Produktsituationen zur Diskussion. Teilnehmende bearbeiten Übungsaufgaben — etwa das Erstellen eines Bug Reports, die Formulierung von Acceptance Criteria oder das Auslesen eines Monitoring-Dashboards — und erhalten direktes Feedback. Das Format eignet sich besonders für Berufstätige, die parallel zum Job lernen möchten, da es meist in Teilzeit angeboten wird.
Der Kurs erstreckt sich über mehrere Wochen und findet überwiegend in Teilzeit statt. Einzelne Angebote sind auch als Vollzeitseminar verfügbar. Die genaue Seminarstruktur und Stundenzahl variiert je nach Kursanbieter. Durch das virtuelle Klassenraumformat entfällt Pendelzeit, was die Vereinbarkeit mit beruflichen Verpflichtungen erleichtert.
Teilnehmende erhalten nach Abschluss ein trägerseitiges Zertifikat, das die Weiterbildung und die erworbenen Kompetenzen dokumentiert. Es handelt sich nicht um eine herstellerseitige Zertifizierungsprüfung. Das Zertifikat kann als Nachweis gegenüber aktuellen oder zukünftigen Arbeitgebern verwendet werden und belegt die gezielte Auseinandersetzung mit Software-Qualitätssicherung aus der Produktmanagement-Perspektive.
Nutzen & Perspektiven
Produktqualität entsteht nicht durch Zufall, sondern durch klare Anforderungen, durchdachte QS-Prozesse und eine enge Zusammenarbeit zwischen Product, Engineering und QA. Product Manager, die verstehen, wie Tests aufgebaut sind, was Bug Reports brauchen und wann eine Definition of Done tragfähig ist, beschleunigen nicht nur die Fehlerbehebung — sie verhindern, dass schlechte Qualität überhaupt erst in den Release gelangt. KI-Werkzeuge verändern das Feld der Qualitätssicherung gerade grundlegend. Wer als Product Manager weiß, wie KI-gestützte Testgenerierung funktioniert und wo ihre Grenzen liegen, kann Teamprozesse klüger gestalten und Ressourcen gezielter einsetzen. Dieser Kurs vermittelt genau dieses Wissen — praxisnah, auf den Produktmanagement-Kontext zugeschnitten und ohne unnötige technische Tiefe. Die im Kurs trainierten Kompetenzen zahlen direkt auf die Qualität der täglichen Produktarbeit ein: bessere Backlog-Einträge, realistischere Sprintplanung, fundiertere Releaseentscheidungen und eine konstruktivere Zusammenarbeit mit QA- und Entwicklungsteams. Wer Software-Qualitätssicherung nicht als Hürde betrachtet, sondern als Steuerungsinstrument, trifft als Product Manager bessere Entscheidungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Müssen Produktmanager wirklich etwas über Software-Tests wissen?
Ja — wer als Product Manager Qualitätsziele definiert, Sprints priorisiert und Releases freigibt, muss verstehen, welche Testarten welche Fehler aufdecken, wie Bug Reports aufgebaut sein müssen und wann eine Definition of Done tatsächlich erfüllt ist. Ohne dieses Wissen kommuniziert man mit dem QA-Team auf einer falschen Annahmenebene.
Werden technische Programmierkenntnisse vorausgesetzt?
Nein. Der Kurs ist explizit für Product Manager konzipiert, die keine Entwickler sind. Alle Konzepte werden aus der Produktperspektive erklärt. Technische Tiefe wird nur so weit eingeführt, wie sie für fundierte PM-Entscheidungen nötig ist.
Welche Tools werden im Kurs eingesetzt?
Zum Einsatz kommen Tools wie Jira für Bug Tracking, TestRail für Testabläufe, Postman für API-Tests, Sentry für Monitoring sowie KI-Werkzeuge wie ChatGPT und Claude zur Unterstützung bei der Testplanung. Alle Tools werden praktisch eingesetzt, nicht nur theoretisch besprochen.
Was ist der Unterschied zwischen Unit Tests, Integrationstests und E2E-Tests?
Unit Tests prüfen einzelne Codeeinheiten isoliert, Integrationstests die Zusammenarbeit mehrerer Komponenten und End-to-End-Tests simulieren vollständige Nutzerflüsse durch das System. Für Produktmanager ist besonders relevant zu verstehen, welche Fehlerklassen jede Testart findet — und welche nicht.
Welcher Abschluss wird vergeben?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Zertifikat des Kursanbieters. Es handelt sich um eine trägerseitige Bescheinigung, keine staatliche oder herstellerseitige Zertifizierungsprüfung.
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