Überblick
Java ist die Grundlage unzähliger Unternehmensanwendungen, und das Spring Framework hat sich als das maßgebliche Ökosystem für professionelle Java-Entwicklung etabliert. Diese Weiterbildung führt Teilnehmende systematisch von soliden Java-Grundlagen hin zu fortgeschrittenen Spring-Technologien und bereitet sie gezielt auf die Spring Certified Professional-Prüfung vor. Im Mittelpunkt steht nicht das Auswendiglernen von API-Oberflächen, sondern das Verständnis der Entwurfsprinzipien, die Spring so verbreitet gemacht haben: Dependency Injection, aspektorientiertes Denken und eine konsequente Trennung von Konfiguration und Fachlogik.
Kursinhalte & Lernziele
Spring Core und Dependency Injection bilden das Fundament der gesamten Weiterbildung. Teilnehmende lernen, wie der IoC-Container funktioniert, wie Beans definiert, injiziert und in ihrem Lebenszyklus gesteuert werden. Die Java-Annotationsbasierte Konfiguration (@Component, @Autowired, @Configuration, @Bean) wird praxisnah eingeübt, sodass Teilnehmende von Anfang an auf das in modernen Spring-Projekten übliche Vorgehen setzen.
- Bean-Definition über Annotationen und Java-Config-Klassen
- Dependency Injection per Konstruktor, Setter und Feld
- Bean-Scopes (Singleton, Prototype, Request, Session)
- Lebenszyklus-Callbacks (@PostConstruct, @PreDestroy, InitializingBean)
- Spring-Profile für umgebungsabhängige Konfiguration
- Externalisierte Konfiguration mit @Value und @ConfigurationProperties
Data Access und Persistenz behandelt den Datenbankzugriff mit Spring, der im Unternehmensumfeld zu den häufigsten Aufgaben gehört. Neben dem klassischen JdbcTemplate lernen Teilnehmende Spring Data JPA kennen, das durch Repository-Interfaces und Query-Derivation den Boilerplate-Code erheblich reduziert. Transaktionsmanagement mit @Transactional und die korrekte Fehlerbehandlung bei Datenbankoperationen runden diesen Block ab.
- JdbcTemplate: Queries, Updates und Batch-Operationen
- Spring Data JPA: Entity-Mapping, Repository-Interfaces, JPQL und Derived Queries
- Transaktionsmanagement mit @Transactional und Propagation-Strategien
- Exception-Hierarchie und konsistente Fehlerbehandlung
- Integration von Datenbankmigrationen (Flyway/Liquibase-Konzept)
- Verbindungspool-Konfiguration und Datenbankprofile
REST und Web-Schicht mit Spring MVC und Spring WebFlux deckt die Entwicklung moderner Webapplikationen und APIs ab. Teilnehmende entwickeln REST-Controller, verstehen Content-Negotiation und Fehlermanagement und erhalten einen Einblick in reaktive Programmierung mit WebFlux für hochparallele Szenarien.
- @RestController, @RequestMapping und HTTP-Methodenhandler
- Request- und Response-Mapping mit @RequestBody, @ResponseBody, @PathVariable
- Globale Fehlerbehandlung mit @ControllerAdvice und @ExceptionHandler
- Einführung in Spring WebFlux: Mono, Flux und reaktive Pipelines
- REST-Client-Entwicklung mit RestTemplate und WebClient
- Dokumentation von APIs mit Spring REST Docs (Konzept)
Aspektorientierte Programmierung, Auto-Configuration und Security schließen den technischen Kern ab. AOP ermöglicht es, Querschnittsbelange wie Logging, Tracing oder Sicherheitschecks deklarativ vom Fachcode zu trennen. Auto-Configuration zeigt, wie Spring Boot aus dem Classpath ableitet, welche Beans automatisch erzeugt werden sollen, und wie Entwicklerinnen und Entwickler dieses Verhalten gezielt überschreiben. Spring Security deckt die wesentlichen Konzepte für Authentifizierung und Autorisierung ab.
- AOP-Grundbegriffe: Pointcut, Advice, Join Point, Aspect
- Implementierung eigener Aspekte mit @Aspect und @Around
- Spring Boot Auto-Configuration: Mechanismus, Conditions und eigene Starter
- Spring Security: Filterchain, UserDetailsService, rollenbasierte Autorisierung
- OAuth2-Grundlagen und JWT-Token-Validierung
- Spring Testing Framework: Slice-Tests (@WebMvcTest, @DataJpaTest), MockMvc, Testcontainers
Praxis-Block Unter realistischen Projektbedingungen wenden Teilnehmende alle Themenblöcke zusammen an. Typische Aufgaben und Szenarien im Projektverlauf sind
- Aufsetzen eines Spring Boot-Projekts mit Spring Initializr und sinnvoller Paketstruktur
- Implementierung einer mehrschichtigen Anwendungsarchitektur (Controller, Service, Repository)
- Datenbankanbindung mit JPA, Migrations-Skripte schreiben und ausführen
- REST-API mit vollständiger Fehlerbehandlung und Validierung (@Valid, ConstraintViolation)
- Absichern von Endpunkten mit Spring Security (Login, Rollenprüfung)
- Eigenen AOP-Aspekt zur Laufzeitmessung von Service-Methoden schreiben
- Integrationstests mit @SpringBootTest und MockMvc erstellen
- Konfiguration für mehrere Umgebungen (dev, prod) mit Profilen trennen
- Docker-Container für die fertige Anwendung bauen und starten
- Code-Review-Übungen anhand typischer Spring-Antipattern
- Analyse und Behebung von Performance-Problemen im Datenbankzugriff
- Strukturierte Wiederholung aller prüfungsrelevanten Themen für die Spring Certified Professional-Prüfung
Die praktischen Übungen orientieren sich an realen Unternehmensszenarien. Teilnehmende lösen Aufgaben, die typischen Anforderungen aus der Softwareentwicklung entsprechen, und erhalten kontinuierliches Feedback zu ihren Lösungsansätzen. Besonderes Augenmerk liegt auf sauberem Schichtenmodell, testbarem Code und nachvollziehbarer Konfiguration.
Lernziele:
- Kernprinzipien des Spring-Ökosystems verstehen und in eigenen Projekten anwenden
- Den Spring Application Context aufsetzen und Beans über Java-Annotationen konfigurieren
- Datenbankzugriffe mit Spring Data JPA und JDBC Template sicher implementieren
- RESTful Web Services mit Spring MVC und Spring WebFlux entwickeln
- Aspektorientierte Programmierung (AOP) für Querschnittsbelange einsetzen
- Auto-Configuration-Mechanismen von Spring Boot nachvollziehen und anpassen
- Sicherheitskonzepte mit Spring Security umsetzen (Authentifizierung, Autorisierung, OAuth2-Grundlagen)
- Tests auf Unit- und Integrations-Ebene mit dem Spring Testing Framework schreiben
- Konfigurationsverwaltung für verschiedene Umgebungen (Profiles, Externalized Config) beherrschen
- Spring-Anwendungen containerisiert betreiben und grundlegende DevOps-Konzepte einordnen
- Typische Spring-Antipattern erkennen und vermeiden
- Die Spring Certified Professional-Prüfung strukturiert vorbereiten und ablegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung eignet sich für Personen, die eine berufliche Karriere in der Java-Entwicklung anstreben oder ihre vorhandenen Java-Kenntnisse auf Produktionsniveau bringen möchten.
- Einsteiger in die Java-Softwareentwicklung mit ersten Programmierkenntnissen
- Quereinsteiger aus anderen Programmiersprachen, die auf Java und Spring wechseln wollen
- Entwicklerinnen und Entwickler, die Spring bisher nur oberflächlich kennen und es strukturiert vertiefen möchten
- Fachkräfte, die mit einem anerkannten Herstellerzertifikat ihre Marktchancen verbessern wollen
- Personen im beruflichen Neueinstieg oder Wiedereinstieg nach einer Pause
Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie solider Umgang mit einem Computer werden vorausgesetzt. Programmiererfahrung ist hilfreich, insbesondere Grundkenntnisse in Java oder einer objektorientierten Sprache; der Kurs baut auf diesen Grundlagen auf und erweitert sie systematisch in Richtung professioneller Spring-Entwicklung. Umgang mit einer Entwicklungsumgebung (IntelliJ IDEA, Eclipse oder VS Code) und grundlegendes Verständnis von Versionskontrolle (Git) erleichtern den Einstieg.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined-Learning-Format durchgeführt: Online-Lernphasen mit Video-Content, Übungsaufgaben und interaktiven Materialien wechseln sich ab mit betreuten Sessions, in denen Konzepte vertieft und Fragen in der Gruppe geklärt werden. Teilnehmende arbeiten durchgehend Vollzeit in einem strukturierten Tagesablauf, der selbstständiges Programmieren mit angeleitetem Feedback verbindet. Alle Entwicklungsaufgaben werden in einer vollständig eingerichteten Lernumgebung bearbeitet, sodass Teilnehmende sich auf die Inhalte konzentrieren können.
Die Weiterbildung wird als Vollzeitkurs angeboten und umfasst einen intensiven Lernpfad, der von Java-Grundlagen über das gesamte Spring-Ökosystem bis zur Vorbereitung auf die Spring Certified Professional-Prüfung führt. Der genaue zeitliche Umfang richtet sich nach dem jeweiligen Lehrgangsplan des Anbieters; typische Vollzeitformate in diesem Bereich erstrecken sich über mehrere Monate. Teilnehmende lernen in einem strukturierten Vollzeit-Rhythmus mit klaren Wochenmeilensteinen.
Erfolgreiche Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat als Softwareentwickler / Java Entwickler. Darüber hinaus werden sie gezielt auf die externe Spring Certified Professional-Prüfung der Spring Academy (Broadcom) vorbereitet, die bei bestandener Prüfung ein anerkanntes Herstellerzertifikat bescheinigt. Die Prüfung wird bei einem autorisierten Testcenter abgelegt und ist ein international anerkannter Nachweis für fundierte Spring-Kompetenz.
Nutzen & Perspektiven
Java-Entwicklerinnen und Java-Entwickler mit nachgewiesenen Spring-Kenntnissen sind am Arbeitsmarkt dauerhaft gefragt. Unternehmensanwendungen, Microservices, REST-APIs und Cloud-native Backends setzen weltweit auf Spring Boot als Plattform — wer dieses Ökosystem sicher beherrscht, trifft in nahezu jeder Branche auf offene Stellen. Das Spring Certified Professional-Zertifikat ist ein konkretes, überprüfbares Signal, das Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sofort einordnen können. Der Kursaufbau folgt dem in der Praxis tatsächlich benötigten Wissen: Nicht API-Listen werden auswendig gelernt, sondern Designentscheidungen werden verstanden und begründet getroffen. Das ermöglicht es Absolventinnen und Absolventen, sich auch in Teams mit bestehenden Spring-Projekten schnell zurechtzufinden, Legacy-Code zu verstehen und neue Features sicher zu integrieren. Nach Abschluss sind Teilnehmende in der Lage, eigenständig Spring Boot-Anwendungen zu entwickeln, zu testen und in Betrieb zu nehmen. Sie können typische Unternehmensanforderungen in saubere, wartbare Architektur übersetzen und haben mit dem Spring Certified Professional eine dokumentierte Kompetenz, die Bewerbungsgespräche und technische Interviews wesentlich erleichtert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Java-Vorkenntnisse werden erwartet?
Grundkenntnisse in Java oder einer anderen objektorientierten Sprache sind hilfreich, aber kein Muss. Der Kurs baut auf Grundlagen auf und führt systematisch zum Spring-Framework. Wichtiger ist die Bereitschaft, konsequent zu üben und sich in technische Details einzuarbeiten.
Was ist das Spring Certified Professional-Zertifikat genau?
Es handelt sich um ein offizielles Herstellerzertifikat der Spring Academy (Broadcom), das nach bestandener Prüfung ausgestellt wird. Die Prüfung wird extern bei einem autorisierten Testcenter abgelegt. Es ist international anerkannt und belegt fundierte Kenntnisse im Spring-Ökosystem.
In welchem Format findet die Weiterbildung statt?
Die Weiterbildung läuft im Combined-Learning-Format als Vollzeitkurs. Online-Selbstlernphasen wechseln sich mit betreuten Sessions ab. Praktische Programmieraufgaben machen einen wesentlichen Teil des Tagesablaufs aus.
Welche Berufsfelder erschließt der Abschluss?
Mit Spring-Kenntnissen und dem Herstellerzertifikat qualifizieren sich Absolventinnen und Absolventen für Stellen als Java-Backend-Entwickler, Softwareentwickler in Unternehmensumgebungen oder Junior Full-Stack-Entwickler. Spring ist in deutschen Unternehmen eines der am weitesten verbreiteten Frameworks.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Die Maßnahme ist nach AZAV zertifiziert. Bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen ist eine Förderung über Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit / Jobcenter) oder über Rentenversicherungsträger möglich. Details klären Interessierte direkt bei der zuständigen Stelle.
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