Überblick
Die Weiterbildung Java Spring Boot Developer — Intermediate/Advanced mit Referenzprojekt richtet sich an Programmierer, die bereits solide Kenntnisse in der objektorientierten Programmierung mit Java mitbringen und sich auf serverseitige Webanwendungen und das Spring Boot-Ökosystem spezialisieren möchten. Java ist neben C#, Python und C++ eine der meistgenutzten Programmiersprachen weltweit — insbesondere im Enterprise-Bereich, im Backend-Development und in der Cloud-Entwicklung. Dieser Kurs vermittelt systematisch die Java Enterprise-Technologien (Servlets, JSP, JSTL, JPA), führt umfassend in Spring Boot ein und schließt mit einem eigenständigen Referenzprojekt, das Teilnehmende als Nachweis ihrer Kompetenz in Bewerbungsgesprächen einsetzen können. Der Kurs wird in Vollzeit im Combined Learning-Format über drei bis sechs Monate absolviert.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul befasst sich mit der klassischen Java-Web-Technologie und legt das Fundament für alles Folgende. Wer Spring Boot verstehen möchte, muss die Mechanismen kennen, auf denen es aufbaut: Servlets als Grundlage der HTTP-Verarbeitung, die MVC-Architektur als Entwurfsprinzip und JSP als serverseitige Template-Technologie. Dieses Modul sorgt für ein solides konzeptuelles Fundament.
- Servlets: Lebenszyklus, Request/Response-Verarbeitung und Konfiguration
- MVC-Architektur in Java-Webanwendungen
- JavaServerPages (JSP): Syntax, Ausdrücke und Inklusion
- Expression Language (EL): Datenübertragung zwischen Controller und View
- JSTL: Standardisierte Tags für Ausgabe, Iteration und Bedingungen
- Einführung in Webanwendungscontainer und deren Konfiguration
Das zweite Modul vertieft die weiterführenden Java-Web-Komponenten. Session-Management, Filterkonzepte und Tag Handler sind essenziell für robuste und sichere Web-Anwendungen. Dieses Modul zeigt, wie Querschnittsbelange (Logging, Authentifizierung, Encoding) sauber von der Business-Logik getrennt werden können.
- Filter: Implementierung und Chaining für Request-/Response-Verarbeitung
- Session Listener: Überwachung von Nutzersitzungen und Ressourcenverwaltung
- Tag Handler: Erstellung benutzerdefinierter JSP-Tags
- Security API in Java EE: Authentifizierung und Autorisierung auf Servlet-Ebene
- Java Persistence API (JPA): Entitäten, Beziehungen, JPQL und Transaktionsmanagement
- Datenbankanbindung mit JPA und relationalem Datenbank-Mapping
Das dritte Modul bildet den Kern der Weiterbildung: die vollständige Einführung in Spring Boot. Spring Boot ist heute der De-facto-Standard für die Entwicklung moderner Java-Backend-Anwendungen. Dieses Modul behandelt alle wesentlichen Konzepte — von der Projektkonfiguration über Dependency Injection bis hin zu REST-APIs und Microservices.
- Spring Boot CLI und Projekt-Setup mit Spring Initializr
- Spring Container: Bean-Verwaltung und Konfigurationsarten
- Dependency Injection (DI) und Inversion of Control (IoC)
- Aspect-Oriented Programming (AOP): Cross-Cutting Concerns elegant lösen
- Spring Scopes: Singleton, Prototype, Request, Session
- Serverstarter und eingebetteter Tomcat-Betrieb
- Security in Spring: Spring Security, Authentifizierung und Zugriffskontrolle
- Spring Data JPA: Repository-Pattern und Datenbankabstraktion
- JSON-Serialisierung mit Jackson und REST-API-Design
- Template Engines in Spring Boot: Thymeleaf oder ähnliche Ansätze
- Microservices-Grundlagen: Servicekommunikation, REST-Schnittstellen und Service-Discovery
Praxisorientierte Vertiefung und Referenzprojekt: Im abschließenden Projektteil entwickeln Teilnehmende ein vollständiges, eigenständiges Softwareprojekt. Das Referenzprojekt dient als zentraler Kompetenznachweis und deckt alle Phasen der Softwareentwicklung ab.
- Anforderungserhebung und Konzeption der Anwendungsidee
- Systemarchitektur und Datenmodell entwerfen
- Spring Boot-Anwendung aufsetzen und Basisinfrastruktur implementieren
- Datenbankanbindung via Spring Data JPA integrieren
- REST-API-Endpunkte entwickeln und testen
- Sicherheitskonzept mit Spring Security umsetzen
- Frontend-Integration oder API-Test via Postman
- Refactoring und Code-Qualitätsverbesserung
- Deployment in eine lokale oder Cloud-Umgebung
- Erstellung einer technischen Dokumentation des Projekts
- Abschlusspräsentation des Projekts vor der Gruppe
- Abgabe des vollständigen Projektcodes als Portfolioarbeit
Das Referenzprojekt ist ein zentrales Element des Kurses. Es gibt Teilnehmenden die Möglichkeit, nicht nur auswendig Gelerntes zu reproduzieren, sondern eigenständig Probleme zu lösen, Entscheidungen zu treffen und ein vollständiges System zu realisieren. Das Ergebnis ist ein konkretes, vorzeigbares Artefakt, das in Vorstellungsgesprächen und auf GitHub präsentiert werden kann.
Lernziele:
- Serverseitige Webprogrammierung mit Java Servlets, MVC und JavaServerPages (JSP) umsetzen
- Die JSP Standard Tag Library (JSTL) und die Expression Language gezielt einsetzen
- Datenbankanbindung mit JPA und Hibernate in Java-Anwendungen integrieren
- Filter, Listener und Tag Handler für Request-Verarbeitung und Event-Management nutzen
- Security-Konzepte in Java-Webanwendungen implementieren
- Spring Boot-Anwendungen aufbauen, konfigurieren und deployen
- Dependency Injection und Aspect-Oriented Programming (AOP) in Spring verstehen und anwenden
- Template Engines und JSON-Serialisierung in Spring Boot-Projekten integrieren
- Spring Scopes und Spring Container gezielt einsetzen
- Microservices-Architekturen mit Spring Boot entwerfen und implementieren
- Ein vollständiges Softwareprojekt von der Idee bis zur Fertigstellung eigenständig umsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich ausschließlich an Personen mit bestehender Programmierpraxis in Java. Der Kurs ist kein Einsteigerkurs — er setzt objektorientiertes Denken und praktische Java-Erfahrung voraus. Geeignet ist er für Entwickler, die ihren Fokus auf serverseitige Webentwicklung und Enterprise-Technologien legen oder von reiner Desktop-Programmierung in die Webentwicklung wechseln möchten.
- Java-Entwickler mit Erfahrung in der objektorientierten Programmierung (Java SE)
- Backend-Entwickler, die Spring Boot als modernen Technologie-Stack erlernen wollen
- IT-Fachkräfte, die ihre Kenntnisse in serverseitiger Webentwicklung systematisch ausbauen
- Softwareentwickler im Umschulung oder Weiterqualifizierung
- Quereinsteiger in die Softwareentwicklung mit solider Java-Basis und hoher IT-Affinität
Vorausgesetzt werden fundierte Kenntnisse in der objektorientierten Programmierung mit Java — inklusive Klassen, Vererbung, Interfaces, Ausnahmebehandlung und grundlegenden Design-Patterns. Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sind erforderlich; gute Englischkenntnisse sind notwendig, da Tools, Frameworks und Dokumentationen häufig auf Englisch verfasst sind. Darüber hinaus werden eine hohe IT-Affinität und fortgeschrittene PC-Kenntnisse erwartet, einschließlich sicherem Umgang mit der Windows-Ordnerstruktur. Grundlegende HTML-Kenntnisse und Grundkenntnisse in Word und Excel sind ebenfalls Voraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning-Format angeboten, das Online-Selbstlernphasen mit Präsenz- oder Live-Online-Unterricht kombiniert. Im Unterricht werden Konzepte erklärt, gemeinsam an Codebeispielen gearbeitet und Fragen beantwortet. In den Selbstlernphasen erarbeiten Teilnehmende eigenständig Übungsaufgaben, Tutorials und die Projektarbeit. Die Entwicklungsumgebung (z. B. IntelliJ IDEA oder Eclipse) und alle notwendigen Tools werden zu Beginn des Kurses eingerichtet. Programmieraufgaben werden regelmäßig besprochen und bewertet, um Fortschritt und Verständnis zu sichern. Das Referenzprojekt wird über den gesamten Kursverlauf hinweg schrittweise entwickelt.
Der Kurs dauert mehr als drei bis zu sechs Monate und wird in Vollzeit absolviert. Diese Dauer erlaubt eine gründliche Behandlung der umfangreichen Themengebiete — von JavaEE über Spring Boot bis zum eigenständigen Projektabschluss. Die tägliche Lernzeit umfasst sowohl betreute Unterrichtseinheiten als auch Selbstlernphasen und Projektarbeit. Für die Umsetzung des Referenzprojekts sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, da es den größten Lerneffekt des Kurses darstellt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Das Zertifikat bescheinigt Kenntnisse in serverseitiger Java-Webentwicklung und Spring Boot sowie die erfolgreiche Umsetzung eines eigenständigen Referenzprojekts. Es handelt sich nicht um ein staatlich anerkanntes Zertifikat, wohl aber um einen anerkannten Nachweis innerhalb der IT-Weiterbildungslandschaft.
Nutzen & Perspektiven
Spring Boot ist heute der Standard für Java-basierte Backend-Entwicklung in Unternehmen aller Größen — von Startups bis zu globalen Konzernen. Wer Spring Boot beherrscht, kann in nahezu jedem technologiegetriebenen Unternehmen wertvolle Backend-Arbeit leisten. Die Kombination aus fundierter Theorie und eigenem Referenzprojekt macht diesen Kurs besonders attraktiv für den Arbeitsmarkt: Bewerber mit einem vorzeigbaren GitHub-Projekt werden in Vorstellungsgesprächen deutlich besser eingeschätzt als solche ohne praktischen Nachweis. Die Weiterbildung ist bei AZAV-akkreditierten Trägern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht eine Förderung auch für Beschäftigte. Weitere Optionen umfassen die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Rehabilitationsleistungen und Förderprogramme der Deutschen Rentenversicherung. Wer unsicher ist, welche Förderform passt, wird vom Bildungsträger kostenlos beraten. Nach dem Kurs eröffnen sich konkrete Karrierewege als Java-Entwickler im Backend-Bereich, als Spring Boot-Spezialist, als Fullstack-Entwickler (mit ergänzenden Frontend-Kenntnissen) oder als Entwickler in agilen Softwareteams. Mit wachsender Erfahrung sind auch Rollen als Senior Developer, Tech Lead oder Softwarearchitekt erreichbar. Der Kurs legt damit nicht nur technisches Fundament, sondern startet eine Karriere in einem der nachgefragtesten Technologie-Segmente des deutschen IT-Markts.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Java-Kenntnisse brauche ich vor dem Kurs?
Du solltest fundierte Kenntnisse in der objektorientierten Programmierung mit Java SE mitbringen — also Klassen, Vererbung, Interfaces, Ausnahmebehandlung und grundlegende Design-Patterns. Der Kurs ist kein Einsteigerkurs; wer Java von Grund auf lernen möchte, sollte zunächst einen Java-Grundlagenkurs absolvieren.
Was ist das Referenzprojekt und wozu dient es?
Das Referenzprojekt ist ein vollständiges, eigenständiges Softwareprojekt, das Teilnehmende im Verlauf des Kurses entwickeln. Es durchläuft alle Phasen — von der Idee über das Datenbankdesign bis zur Fertigstellung. Das Ergebnis ist ein vorzeigbares Code-Artefakt, das in Bewerbungen und auf Plattformen wie GitHub präsentiert werden kann.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Der Kurs dauert mehr als drei bis zu sechs Monate in Vollzeit. Die Dauer berücksichtigt die Breite der Themen — von JavaEE über Spring Boot bis zum abschließenden Referenzprojekt — und stellt sicher, dass alle Inhalte gründlich bearbeitet werden können.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Ja, bei AZAV-akkreditierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch Fördermöglichkeiten über das Qualifizierungschancengesetz (für Beschäftigte) oder die Deutsche Rentenversicherung können je nach Situation genutzt werden. Dein Bildungsträger berät dich kostenlos.
Welche Berufe kann ich nach dem Kurs anstreben?
Der Kurs bereitet auf Stellen als Java-Entwickler, Backend-Developer oder Spring-Boot-Spezialist vor. Mit ergänzenden Frontend-Kenntnissen ist auch eine Fullstack-Rolle möglich. Wer nach dem Kurs Berufserfahrung sammelt, kann sich in Richtung Senior Developer, Tech Lead oder Softwarearchitekt entwickeln.
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Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Softwareentwickler12.738 Stellen
- Technische Informatik (grundständig)647 Stellen
- Arbeitsmarktmanagement (grundständig)168 Stellen
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- Technomathematik (grundständig)12 Stellen
- Geoinformatik (grundständig)7 Stellen