Überblick
Wer Java-Grundlagen beherrscht und in die professionelle Backend-Webentwicklung einsteigen will, findet in diesem Kurs den richtigen nächsten Schritt. Die Weiterbildung umfasst die vollständige Java-EE-Webentwicklung von Grund auf – JavaServer Pages (JSP), Servlets, JSTL und Expression Language – und führt von dort aus direkt zu Spring Boot, dem heute dominierenden Framework für serverseitige Java-Anwendungen. Ein eigenes Referenzprojekt bildet den krönenden Abschluss: Teilnehmende bauen eine vollständige Anwendung, die alle erlernten Technologien verbindet und als Portfolio-Stück einsetzbar ist.
Kursinhalte & Lernziele
Das Modul Java EE Webentwicklung – Grundlagen bildet die erste Hälfte des Kurses. Serverseitige Java-Entwicklung hat eine lange Geschichte; die Kernkonzepte – Servlet-Container, Request-Lifecycle, JSP-Rendering – sind auch in modernen Spring-Projekten noch präsent und müssen wirklich verstanden werden.
- Servlet-Programmierung: HttpServlet, doGet(), doPost(), Deployment Descriptor
- Request- und Response-Objekte: Parameter lesen, Header setzen, Weiterleitungen
- JSP-Seiten: Direktiven, Deklarationen, Scriptlets und EL-Ausdrücke
- Expression Language (EL): Objekte ansprechen, Operatoren, implizite Objekte
- JSTL – JSP Standard Tag Library: c:forEach, c:if, c:choose, fmt-Tags
- MVC-Pattern in der klassischen JSP/Servlet-Architektur umsetzen
Das Modul Fortgeschrittene Java-Webkonzepte vertieft die Kenntnisse in Querschnittsthemen, die in jeder professionellen Java-Webanwendung eine Rolle spielen.
- Session Management: HttpSession, Session Listener, Session-Invalidierung
- Filter: Logging-Filter, Encoding-Filter, Authentifizierungs-Filter im Filter-Chain
- Tag Handler: einfache Tags und klassische Tag-Handler-Schnittstellen entwickeln
- Java EE Security API: Rollen, Authentifizierungsmethoden (Form, Basic)
- Java Persistence API (JPA): Entity-Klassen, EntityManager, JPQL-Abfragen
- Datenbankoperationen mit JPA: persist, merge, remove, find und Transaktionssteuerung
Das Modul Spring Boot – Einstieg und Kernarchitektur bildet den Übergang von der klassischen Java-EE-Welt in die moderne Spring-Entwicklung.
- Spring Boot Initializr: Projektstruktur, Starter-Dependencies, application.properties
- Spring Container: ApplicationContext, Bean-Definitionen, Konfigurationsklassen
- Dependency Injection: @Autowired, @Component, @Service, @Repository
- AOP – Aspektorientierte Programmierung: @Aspect, @Before, @After, @Around
- Spring-Scopes: Singleton, Prototype, Request- und Session-Scope
- Eingebettete Server: Tomcat-Konfiguration, Port- und SSL-Einstellungen
Das Modul Spring Boot – Fortgeschrittene Themen und Microservices behandelt die Ebene, auf der professionelle Spring-Projekte täglich arbeiten.
- Spring Security: Authentifizierung, Autorisierung, formularbasierter Login, JWT-Grundlagen
- Spring Data JPA: JpaRepository, abgeleitete Abfragemethoden, @Query
- REST-Controller: @RestController, @GetMapping, @PostMapping, ResponseEntity
- JSON-Serialisierung mit Jackson: @JsonProperty, @JsonIgnore, Custom Serializer
- Template Engines: Thymeleaf-Integration, Layout-Dialekt, Formularbindung
- Microservices mit Spring Boot: Konzepte, Service-Kommunikation, REST-Schnittstellen zwischen Services
Praxisblock – Referenzprojekt und Anwendungsübungen Der Praxisteil beginnt mit Übungsaufgaben zu jedem Modul und mündet in die Entwicklung eines vollständigen, eigenständigen Referenzprojekts.
- Servlet-basiertes Gästebuch mit Session-Verwaltung und Filter-Chain
- JSP/JSTL-Berichtseite mit dynamischen Tabellen aus Datenbankinhalten
- JPA-Entitätsmodell für ein Bestellsystem mit Relationen (OneToMany, ManyToMany)
- Spring Boot REST-API für ein Bibliotheksverwaltungssystem
- Datenbankgestützter REST-Service mit Spring Data JPA und vollständigen CRUD-Operationen
- Absicherung einer Spring-Boot-Anwendung mit Spring Security und formularbasiertem Login
- Thymeleaf-Weboberfläche für eine bestehende Spring-Boot-REST-API
- Microservice-Paar: zwei Spring-Boot-Services kommunizieren per HTTP
- JSON-Serialisierungsaufgaben: komplexe Objektgraphen mit Jackson konfigurieren
- Logging-Filter und AOP-Advice für Cross-Cutting-Concerns einrichten
- Refactoring-Übung: monolithische Servlet-Anwendung schrittweise auf Spring Boot migrieren
- Referenzprojekt: Planung, Entwicklung und Dokumentation einer vollständigen Web- oder Server-Anwendung nach eigener Wahl
Das Referenzprojekt ist ein zentrales Element dieser Weiterbildung. Teilnehmende entwickeln unter Begleitung ein eigenes Softwareprojekt – als nachweisbares Portfolio-Stück für Bewerbungen und als Beweis, alle Kursinhalte selbstständig anwenden zu können.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmenden
- Serverseitige Webanwendungen mit Servlets und JSP strukturieren und aufbauen
- Expression Language und JSTL in JSP-Seiten korrekt einsetzen
- Session Listener und Filter in der Java-Webanwendungsarchitektur verwenden
- Tag Handler für eigene JSP-Tags entwickeln
- Sicherheitskonzepte mit der Java EE Security API umsetzen
- Die Java Persistence API (JPA) für Datenbankzugriffe in Java-Webanwendungen einsetzen
- Spring Boot-Projekte anlegen, konfigurieren und Spring Container verstehen
- Dependency Injection und Aspektorientierte Programmierung (AOP) in Spring anwenden
- Verschiedene Scopes in Spring gezielt einsetzen
- Eingebettete Serverstarter in Spring Boot konfigurieren und nutzen
- Spring Security für Authentifizierung und Autorisierung einrichten
- Datenbankzugriffe mit Spring Data JPA und Repository-Pattern implementieren
- Microservice-Architekturen mit Spring Boot entwerfen und erste Services implementieren
- JSON-Serialisierung und Deserialisierung in Spring Boot REST-Controllern beherrschen
- Template Engines für serverseitiges Rendering in Spring Boot einsetzen
- Ein vollständiges eigenes Referenzprojekt planen, entwickeln und dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Java-Entwickler, die bereits objektorientiert programmieren können und nun den Schritt in die serverseitige Webentwicklung und Spring Boot vollziehen wollen.
- Java-Entwickler mit OOP-Grundlagen, die Backend-Webanwendungen bauen lernen wollen
- Junior-Entwickler, die von Desktop- oder einfachen Java-Anwendungen auf Server-Architektur wechseln
- Backend-Interessierte, die Spring Boot als industriellen Standard kennenlernen wollen
- IT-Fachkräfte, die ihr Java-Portfolio um Web-Backend-Kompetenz erweitern möchten
- Personen, die einen nachweisbaren Kompetenznachweis in Form eines Referenzprojekts aufbauen wollen
Fundierte Kenntnisse in der objektorientierten Programmierung mit Java sind zwingend erforderlich – Klassen, Interfaces, Vererbung, Exceptions und Kollektionen müssen sicher beherrschbar sein. HTML-Grundkenntnisse werden für die JSP- und Thymeleaf-Abschnitte gebraucht. Gute Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sowie lesefähiges Englisch für Dokumentationen und Tools sind notwendig. Grundkenntnisse in Word und Excel werden ebenfalls erwartet. Das Arbeiten mit Windows, Verzeichnisstrukturen und Dateiverwaltung muss sicher beherrscht werden. Kenntnisse in relationalen Datenbanken oder SQL sind hilfreich, werden aber im Kurs von Grundauf eingeführt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt – geführte Lerneinheiten im Vollzeit-Rhythmus wechseln sich mit selbstgesteuerten Übungs- und Projektphasen ab. Dozenten demonstrieren Konzepte an realem Java-Code und führen Live-Coding-Sessions durch, in denen Teilnehmende parallel arbeiten. Übungsaufgaben werden direkt im Anschluss an jedes Modul bearbeitet. Das Referenzprojekt wird betreut – Teilnehmende erhalten regelmäßiges Feedback zu Architekturentscheidungen und Implementierungen.
Der Kurs ist als Vollzeitkurs über mehrere Monate angelegt. Er umfasst alle Inhalte von der Java-EE-Webschicht bis zu Spring Boot Microservices sowie die Zeit für das eigenständige Referenzprojekt. Genaue Stundenangaben erfragen Sie beim Anbieter. Das zeitliche Volumen ist bewusst großzügig, damit das Referenzprojekt nicht unter Zeitdruck entsteht, sondern als echtes Portfolio-Stück fertiggestellt werden kann.
Nach Abschluss des Kurses und Fertigstellung des Referenzprojekts erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung der anbietenden Bildungsträger. Diese Bescheinigung dokumentiert die erworbene Java-Backend- und Spring-Boot-Kompetenz. Ein staatliches oder herstellerseitiges Java-Zertifikat ist nicht Bestandteil des Kurses; der Fokus liegt auf nachweisbaren praktischen Kenntnissen, die durch das Referenzprojekt belegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Spring Boot ist heute das Standardwerkzeug für Java-Backend-Entwicklung in deutschen und internationalen Unternehmen. Stellenausschreibungen für Java-Entwickler fordern Spring Boot in einem sehr großen Anteil der Fälle – wer es nicht beherrscht, tritt mit einem erheblichen Handicap an. Dieser Kurs schließt genau diese Lücke: von den Grundlagen der Java-Webtechnologie bis zur professionellen Spring-Boot-Anwendung ist der Weg hier vollständig angelegt. Besonders wertvoll ist das Referenzprojekt als konkreter Bewerbungsbeleg. Im Java-Entwickler-Markt wird Bewerbern ohne nachweisbare Projekterfahrung oft skeptisch begegnet. Ein eigenständig entwickeltes, dokumentiertes Projekt – das alle wesentlichen Spring-Boot-Technologien verbindet – ist ein klares Signal: Diese Person kann nicht nur Kursunterlagen verstehen, sondern eigenständig Software bauen. Die Verbindung von klassischer Java-EE-Webentwicklung und modernem Spring Boot in einem Kurs hat dabei einen spezifischen Grund: In vielen Unternehmen existieren noch Servlet- und JSP-basierte Legacy-Systeme, die gewartet oder schrittweise auf Spring Boot migriert werden müssen. Wer beide Welten kennt, ist als Entwickler erheblich wertvoller als jemand, der nur Spring Boot kennt, aber nicht versteht, woher es kommt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Java-Kenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Fundierte Kenntnisse in objektorientierter Java-Programmierung sind zwingend erforderlich – Klassen, Interfaces, Vererbung, Ausnahmebehandlung und Sammlungstypen müssen sicher anwendbar sein. Web-Erfahrung ist nicht erforderlich; Servlets und JSP werden von Grund auf gelehrt.
Was ist das Referenzprojekt und wozu dient es?
Das Referenzprojekt ist eine vollständige, eigenständig entwickelte Java-Web- oder Server-Anwendung, die alle wesentlichen Kursinhalte verbindet. Es wird während des Kurses unter Begleitung entwickelt und dient danach als Portfolio-Stück im Bewerbungsprozess – ein konkreter Nachweis praktischer Entwicklungskompetenz.
Warum werden im Kurs sowohl Servlets/JSP als auch Spring Boot gelehrt?
Servlets und JSP sind die Grundlage der Java-Webentwicklung, auf der Spring Boot aufbaut. In vielen Unternehmen existieren noch JSP/Servlet-basierte Systeme. Wer beide Schichten kennt, kann Legacy-Code verstehen, warten und schrittweise auf Spring Boot migrieren – das macht Sie als Entwickler deutlich wertvoller.
Werden Microservices im Kurs behandelt?
Ja, Microservices mit Spring Boot sind Teil des Kurses. Es geht um Konzepte, die Strukturierung von Services und die REST-basierte Kommunikation zwischen Services. Eine tiefe Auseinandersetzung mit Kubernetes oder komplexen Orchestrierungssystemen ist nicht Bestandteil dieses Kurses.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Nach Abschluss des Kurses und Fertigstellung des Referenzprojekts erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Eine offizielle Oracle-Java-Zertifizierung ist nicht enthalten; der Fokus liegt auf der praktischen, durch ein eigenes Projekt nachgewiesenen Kompetenz.
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