Überblick
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die bereits objektorientiert programmieren können und ihre Kenntnisse in Python systematisch auf das Intermediate- und Advanced-Level heben wollen. Der Kurs deckt die gesamte Bandbreite moderner Python-Entwicklung ab: von der Sprachsyntax über objektorientierte Konzepte, fortgeschrittene Datentypen und nebenläufige Programmierung bis hin zu GUI-Entwicklung, Datenbankzugriff, Netzwerkprogrammierung und Web-Backend. Den Abschluss bildet ein eigenständiges Referenzprojekt, in dem alle erworbenen Kompetenzen zusammengeführt werden. Der Kurs wird in Vollzeit über drei bis sechs Monate im Combined Learning Format durchgeführt.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul behandelt die Grundlagen der Python-Sprache und legt damit das Fundament für alle weiteren Inhalte. Auch für Teilnehmende, die bereits Erfahrung mit einer anderen Sprache haben, ist eine sorgfältige Einführung in Python-spezifische Konzepte und Konventionen wichtig, um Programmierfehler und Missverständnisse von Anfang an zu vermeiden.
- Python-Syntax, Kommentare, Einrückungsregeln und Programm-Struktur verstehen
- Datentypen wie Integer, Float, String, Boolean kennen und einsetzen
- Variablen, Operatoren und Ausdrücke sicher anwenden
- Kontrollstrukturen mit if-else-Verzweigungen und verschiedenen Schleifentypen nutzen
- Funktionen und Prozeduren schreiben und aus anderen Modulen importieren
- Erste kleine Programme schreiben und debuggen
Das zweite Modul vertieft die objektorientierte Programmierung mit Python. Python ist eine multi-paradigmatische Sprache, in der OOP-Konzepte flexibel und ausdrucksstark umgesetzt werden können. Dieses Modul zeigt, wie man Klassen und Objekte effektiv einsetzt und welche fortgeschrittenen Mechanismen Python dafür bereitstellt.
- Klassen, Objekte und Konstruktoren definieren und instantiieren
- Methoden schreiben und auf Instanz-Attribute zugreifen
- Vererbung und Methodenüberschreibung in Python umsetzen
- Polymorphie durch Mehrfachvererbung und Mixins realisieren
- Datenkapselung mit Properties und getter/setter-Konzepten umsetzen
- Operator-Überladung, Datenklassen und Enumerations einsetzen
Das dritte Modul behandelt fortgeschrittene Python-Techniken, die professionellen Code effizienter, lesbarer und wartbarer machen. Diese Konzepte sind in der Python-Community weit verbreitet und werden in Bewerbungen und Code-Reviews routinemäßig erwartet.
- Fehler und Ausnahmen mit try-except-finally systematisch behandeln
- Sequentielle Datentypen Tupel, Sets und Dictionaries und ihre Anwendungsfälle kennen
- Funktionsreferenzen und anonyme Funktionen (Lambda) einsetzen
- Dekoratoren schreiben und auf Funktionen, Klassen und Methoden anwenden
- Multithreading mit dem threading-Modul realisieren und Race Conditions vermeiden
- Dateien lesen und schreiben in verschiedenen Formaten
Das vierte Modul widmet sich anwendungsnahen Themen, die für den professionellen Alltag als Python Developer zentral sind. Datenbankzugriff, grafische Oberflächen und Netzwerkprogrammierung gehören zum Standardrepertoire moderner Python-Entwicklerinnen und -Entwickler.
- Grafische Benutzeroberflächen mit Tkinter oder einer anderen GUI-Bibliothek entwickeln
- Datenbankzugriff mit Python und SQL über Datenbankadapter realisieren
- Netzwerkprogrammierung mit Sockets und Protokollen umsetzen
- Einstieg in Web-Programmierung und HTTP-Grundlagen verstehen
- Backend-Frameworks wie Flask oder FastAPI für REST-APIs einsetzen
- Dokumentation und Testing von Python-Projekten grundlegend verstehen
Das eigenständige Referenzprojekt ist das Herzstück dieser Weiterbildung. Die Teilnehmenden wählen eine eigene Idee, die sie vom ersten Konzept bis zur fertigen Anwendung umsetzen. Folgende Schritte werden dabei durchlaufen.
- Projektidee formulieren und technische Anforderungen definieren
- Architektur und Datenmodell planen und dokumentieren
- Entwicklungsumgebung einrichten und Versionsverwaltung mit Git nutzen
- Schrittweise Implementierung der Kernfunktionen
- Datenbankschnittstelle oder GUI in das Projekt integrieren
- Fehlerbehandlung und Logging in die Anwendung einbauen
- Code-Reviews und Refactoring durchführen
- Automatisierte Tests für kritische Funktionen schreiben
- Projektdokumentation erstellen und pflegen
- Anwendung in einer Testumgebung bereitstellen und testen
- Ergebnisse präsentieren und technische Entscheidungen begründen
- Feedback auswerten und abschließende Verbesserungen einarbeiten
Das Referenzprojekt ist ein konkreter Nachweis beruflicher Handlungsfähigkeit, der in Bewerbungsunterlagen und Portfolios eingesetzt werden kann. Es zeigt, dass die Absolventin oder der Absolvent nicht nur Python-Syntax beherrscht, sondern ein vollständiges Softwareprojekt eigenverantwortlich realisieren kann.
Lernziele:
Nach dem Abschluss dieser Weiterbildung beherrschen die Teilnehmenden die folgenden Kompetenzen.
- Die Python-Syntax sicher einsetzen und eigene Programme von der Idee bis zur Fertigstellung entwickeln.
- Objektorientierte Konzepte wie Klassen, Vererbung, Polymorphie und Datenkapselung in Python anwenden.
- Fortgeschrittene Sprachfeatures wie Datenklassen, Enumerationen, Dekoratoren und Lambda-Funktionen gezielt einsetzen.
- Fehler und Ausnahmen systematisch abfangen und mit sinnvollen Strategien behandeln.
- Sequentielle Datentypen wie Tupel, Sets und Dictionaries effizient nutzen.
- Nebenläufige Programme mit Multithreading realisieren und dabei typische Fallstricke vermeiden.
- Dateien lesen und schreiben sowie mit verschiedenen Formaten umgehen.
- Grafische Benutzeroberflächen mit Python-GUI-Bibliotheken entwickeln.
- Datenbankabfragen mit Python durchführen und Ergebnisse in Anwendungen integrieren.
- Netzwerkanwendungen entwickeln und grundlegende Konzepte der Web-Programmierung umsetzen.
- REST-APIs mit Python-Backend-Frameworks entwickeln und dokumentieren.
- Ein eigenständiges Softwareprojekt vollständig planen, entwickeln und fertigstellen.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die bereits Erfahrung in der objektorientierten Softwareentwicklung mit einer anderen Programmiersprache haben. Der Kurs ist kein Python-Einstiegskurs, sondern ein strukturierter Aufbauweg für erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler, die Python als zweite oder zentrale Sprache erlernen wollen. Besonders angesprochen sind die folgenden Gruppen.
- Entwicklerinnen und Entwickler mit Kenntnissen in Java, C#, C++ oder anderen OOP-Sprachen
- Quereinsteiger mit IT-Ausbildung, die Python als Karrieresprache anstreben
- Berufserfahrene, die ihre Python-Kenntnisse über das Grundlagenniveau hinaus ausbauen wollen
- Angehende Backend-Entwicklerinnen und -Entwickler oder Automation Engineers
Für die Teilnahme werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, da Dokumentationen und Tools überwiegend in Englisch verfasst sind. Die Weiterbildung erfordert eine hohe IT-Affinität und erweiterte PC-Kenntnisse, einschließlich eines sicheren Umgangs mit Windows und Dateisystemstrukturen. Gute Grundkenntnisse in Softwareentwicklung, Objektorientierung und der Datenbanksprache SQL werden vorausgesetzt. Grundkenntnisse in Word und Excel sind ebenfalls erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird im Combined Learning Format durchgeführt und verbindet Präsenz- und Online-Lernphasen. Theoretische Unterrichtsblöcke werden unmittelbar durch praktische Programmierübungen ergänzt, sodass jedes Konzept zeitnah angewendet werden kann. Lehrende stehen für Fragen und Code-Reviews zur Verfügung. Das eigenständige Referenzprojekt fördert selbstgesteuertes Arbeiten und die Fähigkeit, Entscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Vollzeitunterricht ermöglicht ein intensives Lerntempo, das dem beruflichen Alltag als Entwicklerin oder Entwickler nahekommt.
Die Weiterbildung dauert mehr als drei bis zu sechs Monate und wird in Vollzeit absolviert. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Bildungsträger. Der Kurs schließt alle Themengebiete vom Python-Einstieg bis zur REST-API-Entwicklung ein und reserviert ausreichend Zeit für das eigenständige Referenzprojekt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Diese dokumentiert die erworbenen Kenntnisse in Python-Entwicklung auf Intermediate- und Advanced-Level. Das Referenzprojekt ergänzt den Abschluss als praktischer Kompetenznachweis, der in Bewerbungen und Portfolios eingesetzt werden kann. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Abschluss.
Nutzen & Perspektiven
Python ist die am schnellsten wachsende Programmiersprache der Welt und wird in Bereichen wie Data Science, Machine Learning, Automatisierung, Backend-Entwicklung und DevOps intensiv eingesetzt. Wer Python auf einem soliden Intermediate- und Advanced-Niveau beherrscht, ist auf dem deutschen und internationalen Arbeitsmarkt breit einsetzbar. Die Kombination aus Sprachkenntnissen, GUI, Datenbank und Netzwerkprogrammierung macht Absolventinnen und Absolventen dieser Weiterbildung zu vollwertigen Python Developers, die in echten Projekten sofort eingesetzt werden können. Das eigene Referenzprojekt ist ein entscheidender Karrierevorteil: Es ermöglicht, im Bewerbungsgespräch konkrete Arbeitsergebnisse vorzuweisen, anstatt nur Lernzertifikate zu präsentieren. Arbeitgeber schätzen die Fähigkeit, Softwareprojekte eigenverantwortlich von der Konzeption bis zur Fertigstellung zu führen, und genau das wird im Kurs intensiv trainiert. Förderungsmöglichkeiten machen den Einstieg in eine Python-Karriere finanziell erreichbar: Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen zur Rehabilitation und der Deutschen Rentenversicherung kommen je nach Situation ebenfalls in Betracht. Eine Beratung durch die zuständige Stelle klärt, welcher Förderweg für die individuelle Situation am besten geeignet ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist dieser Kurs für absolute Python-Einsteiger geeignet?
Der Kurs startet mit den Python-Grundlagen, setzt aber Erfahrung in einer anderen objektorientierten Sprache voraus. Absolute Programmiereinsteiger ohne OOP-Vorkenntnisse sollten zunächst einen Grundlagenkurs besuchen, bevor sie mit dieser Weiterbildung starten.
Was ist das Referenzprojekt und wofür brauche ich es?
Das Referenzprojekt ist ein eigenständig entwickeltes Softwareprojekt, das alle im Kurs erworbenen Kenntnisse zusammenführt. Es wird vollständig von den Teilnehmenden konzipiert und umgesetzt und dient als konkreter Kompetenznachweis in Bewerbungsunterlagen und Portfolios.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Ja. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Finanzierung über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen in Betracht.
Welche Programmiersprachen-Kenntnisse brauche ich vorab?
Gute Kenntnisse in einer objektorientierten Sprache wie Java, C# oder C++ werden vorausgesetzt. Außerdem sind Grundkenntnisse in SQL und allgemeinen Softwareentwicklungskonzepten erforderlich. Python-Vorkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.
Welche Berufsfelder erschließe ich mir mit dieser Weiterbildung?
Die Weiterbildung qualifiziert für Berufsfelder wie Python-Entwicklung, Backend-Engineering, Automatisierung und DevOps. Python wird zudem als Einstiegssprache in Data Science und Machine Learning genutzt, sodass die Weiterbildung auch für diese Richtungen eine solide Grundlage schafft.
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