Überblick
Dieser Kurs ist die abschließende Prüfungsvorbereitungswoche für das TÜV-Zertifikat als SPS-Techniker. Er richtet sich an Personen, die bereits SPS-Grundlagen- und Aufbaukurse absolviert haben und nun den letzten Schritt — die offizielle TÜV-Zertifizierungsprüfung — gehen möchten. Im Mittelpunkt steht die Einweisung in die reale CPSi40-Lernfabrik und deren digitalen Zwilling sowie die praxisnahe Vorbereitung auf die Prüfungsaufgabe, die eine Erweiterung einer speicherprogrammierbaren Steuerung nach Aufgabenstellung verlangt. Ein zentrales Merkmal dieses Angebots ist die Möglichkeit, die Prüfung remote und online abzulegen, was Reisekosten und Anfahrtswege einspart. Das TÜV-Zertifikat als SPS-Techniker ist ein anerkannter, marktrelevanter Nachweis, der bei Arbeitgebern in der Automatisierungsbranche, Anlagentechnik und Industriesteuerung hohes Ansehen genießt.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul befasst sich mit der Einweisung in die CPSi40-Lernfabrik und die Arbeitsumgebung. Bevor an der Anlage gearbeitet werden kann, müssen Sicherheit, Aufbau und Bedienlogik vollständig verstanden sein. Die Lernfabrik bildet ein reales Industrie-4.0-Szenario ab und erfordert sowohl elektrotechnisches Verständnis als auch computerbasierte Bedienung.
- Aufbau und Funktion der CPSi40-Lernfabrik
- Sicherheitsunterweisung Elektrowerkstatt (Schutzmaßnahmen, Gefahrenpotenziale, Verhaltensregeln)
- Einweisung in die physischen Arbeitsplätze und Stationen der Lernfabrik
- Einweisung am Computerarbeitsplatz und Softwareumgebung
- Kommunikationsschnittstellen zwischen SPS und Lernfabrik
- Einweisung in den digitalen Zwilling der Lernfabrik
Das zweite Modul behandelt die Planung und Vorbereitung der Prüfungsaufgabe. Die TÜV-Prüfung besteht aus einer konkreten technischen Aufgabenstellung, die innerhalb der Prüfungszeit vollständig bearbeitet werden muss. Eine gründliche Planung vor Beginn der Umsetzung ist entscheidend für einen erfolgreichen Abschluss.
- Analyse und Interpretation der Prüfungsaufgabe zur Anlagenerweiterung
- Planung der Erweiterungsschritte in der korrekten Reihenfolge
- Identifikation der benötigten Hardware und Programmieraufgaben
- Zeitplanung und strukturiertes Vorgehen während der Prüfung
- Dokumentationsanforderungen und formale Prüfungsregeln
- Fragen und Klärung vor dem Prüfungsstart
Das dritte Modul umfasst die technische Durchführung: Hardwarekonfiguration, Programmänderung und Inbetriebnahme. Dies ist der Kernblock der Prüfungsvorbereitung und bildet die tatsächliche Prüfungsleistung nach. Sie bearbeiten eine reale Erweiterungsaufgabe an der Lernfabrik und im digitalen Zwilling.
- Hardwarekonfiguration der SPS laut Aufgabenstellung
- Hardwareinbetriebnahme der neuen Komponenten
- Änderung des Steuerprogramms nach Aufgabenstellung
- Vollständiger Ein- und Ausgabecheck aller Sensoren und Aktoren
- Inbetriebnahme des Prüfungsprojekts und Verifikation der Funktion
- Fehlerbehebung und Debugging bei auftretenden Problemen
Das vierte Modul bereitet auf die externe Prüfungsabnahme vor. Die eigentliche TÜV-Prüfung kann remote und online abgelegt werden. Sie lernen, wie der Prüfungsablauf organisiert ist, welche technischen Voraussetzungen für die Remote-Abnahme erfüllt sein müssen und wie Sie sich in der Prüfungssituation optimal verhalten.
- Technische Voraussetzungen für die Remote-Online-Prüfung
- Prüfungsablauf und zeitliche Struktur
- Kommunikation mit dem Prüfer während der Remote-Abnahme
- Dokumentation und Nachweis der Prüfungsleistung
- Auswertung und Ergebnismitteilung
- Zertifikatsausstellung nach bestandener Prüfung
Praxisblock — die Vorbereitung auf die Prüfung erfolgt durch intensive praktische Arbeit an der Lernfabrik und am digitalen Zwilling. Typische Aufgaben in diesem Block sind folgende.
- Vollständige Simulation einer Prüfungsaufgabe unter Zeitdruck
- Hardwarekonfiguration einer SPS-Erweiterung von Grund auf
- SPS-Programmänderung: neue Steuerfunktion implementieren
- Ein- und Ausgabecheck systematisch durchführen und protokollieren
- Fehleranalyse an einer absichtlich fehlerhaft konfigurierten Anlage
- Digitalen Zwilling zur Diagnose und Planung nutzen
- Kommunikationscheck zwischen SPS und Lernfabrik
- Wiederholung mit variierter Aufgabenstellung
- Zeitmanagement und Priorisierung bei knappem Zeitfenster
- Sicherheitscheck vor jeder Inbetriebnahme
- Dokumentation nach Prüfungsstandard erstellen
- Reflexion und Nachbesprechung der Übungsdurchläufe
Dieser Praxisblock gibt Sicherheit und Routine für den tatsächlichen Prüfungstag und reduziert die Prüfungsangst durch wiederholte Übung unter prüfungsähnlichen Bedingungen.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses und bestandener Prüfung verfügen die Teilnehmenden über folgende Kenntnisse und Fertigkeiten.
- Sie sind mit dem Aufbau und der Funktionsweise der CPSi40-Lernfabrik vertraut und können sicher daran arbeiten
- Sie beherrschen die Sicherheitsvorschriften für die Elektrowerkstatt und halten diese bei der Arbeit konsequent ein
- Sie kennen die digitale Abbildung der Lernfabrik (digitaler Zwilling) und können beide Umgebungen für Diagnose und Planung nutzen
- Sie analysieren eine Prüfungsaufgabe zur Erweiterung einer SPS-Anlage und planen die Umsetzung strukturiert
- Sie führen Hardwarekonfigurationen und die Inbetriebnahme neuer Hardwarekomponenten laut Aufgabenstellung durch
- Sie ändern und erweitern ein bestehendes SPS-Steuerprogramm nach den Vorgaben der Prüfungsaufgabe
- Sie führen einen vollständigen Ein- und Ausgabecheck aller Sensoren und Aktoren der Lernfabrik durch
- Sie dokumentieren die Umsetzungsschritte nachvollziehbar und entsprechen damit den Prüfungsanforderungen
- Sie nehmen das vollständige Prüfungsprojekt in Betrieb und verifizieren die korrekte Funktion
- Sie bestehen die externe TÜV-Prüfung und erwerben das anerkannte TÜV-Zertifikat als SPS-Techniker
- Sie wenden die erworbenen Fähigkeiten auf analoge Prüfungs- und Praxisszenarien in der Industrieautomatisierung an
- Sie kommunizieren technische Lösungen und Ergebnisse klar und präzise in der Fachsprache
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Angebot richtet sich an alle Personen, die das TÜV-Zertifikat als SPS-Techniker erwerben möchten und bereits SPS-Vorkurse absolviert haben. Es ist konzipiert als abschließender Block einer SPS-Ausbildungsreihe.
- Absolventen von SPS-Grundlagen- und Aufbaukursen, die die Zertifizierung anstreben
- Elektrofachkräfte und Automatisierungstechniker, die ihre Qualifikation offiziell nachweisen möchten
- SPS-Techniker in Umschulung oder Weiterbildung, die einen marktanerkannten Abschluss benötigen
- Berufsrückkehrer aus der Elektrotechnik und Automatisierung, die sich neu zertifizieren lassen
- Quereinsteiger mit SPS-Kenntnissen aus vorherigen Kursen, die nun die Prüfung ablegen wollen
Vorausgesetzt wird der vorherige Besuch von SPS-Kursen, die die Grundlagen und Programmiermethoden für speicherprogrammierbare Steuerungen abgedeckt haben. Ohne dieses Vorwissen ist die Prüfungsvorbereitung in der verfügbaren Zeit nicht möglich, da grundlegende SPS-Konzepte nicht erneut eingeführt werden. Grundkenntnisse in der Elektrotechnik und Erfahrung mit der Bedienung eines PCs werden erwartet. Eine Einweisung in die spezifische Lernfabrik und Software erfolgt zu Beginn des Kurses.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning in Vollzeit durchgeführt. Das prüfungsvorbereitende Format bedeutet, dass der Anteil praktischer Übungen sehr hoch ist und theoretische Wiederholungen auf das Notwendige beschränkt werden. Die Arbeit an der realen CPSi40-Lernfabrik und am digitalen Zwilling steht im Vordergrund. Die Remote-Prüfungsoption wird durch entsprechende technische Einweisung und Testläufe vorbereitet. Trainer stehen für technische Fragen und Feedback zu den Übungsdurchläufen zur Verfügung.
Der Kurs dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit durchgeführt. Der Kern ist eine intensive Prüfungswoche, die auf die Zertifizierungsprüfung ausgerichtet ist. Der Zeitrahmen beinhaltet die Einweisung in die Lernfabrik, die Übungsphasen an der Anlage und die eigentliche Prüfungsabnahme. Je nach Anbieter können vorbereitende Einheiten den Kurszeitraum ausdehnen.
Nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmenden das TÜV-Zertifikat als SPS-Techniker — ein extern vergebenes, marktanerkanntes Zertifikat, das die technische Qualifikation in der SPS-Programmierung und -Inbetriebnahme bescheinigt. Zusätzlich stellt der jeweilige Bildungsträger eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung aus. Das TÜV-Zertifikat ist bei Arbeitgebern in der Automatisierungsbranche, im Maschinenbau und in der Anlagentechnik weithin bekannt und anerkannt. Es ist kein staatliches Prüfungszeugnis, aber eine wichtige Branchen-Qualifikation.
Nutzen & Perspektiven
Das TÜV-Zertifikat als SPS-Techniker ist in der Automatisierungsbranche ein klares Qualifikationssignal. Arbeitgeber im Maschinen- und Anlagenbau, in der Prozessindustrie und bei Systemintegratoren erkennen es als verlässlichen Nachweis praktischer SPS-Kompetenz. Im Vergleich zu einer rein trägerinternen Bescheinigung erhöht das TÜV-Zertifikat die Glaubwürdigkeit und Vergleichbarkeit der Qualifikation erheblich — gerade bei Bewerbungen, bei denen viele Kandidaten ähnliche Kurszertifikate vorlegen. Die Möglichkeit der Remote-Online-Prüfung macht die Zertifizierung bundesweit zugänglich, ohne dass Reisekosten und Zeitaufwand für eine Anreise anfallen. Dies erleichtert die Teilnahme insbesondere für Personen in Regionen ohne lokales Prüfungszentrum oder für Weiterbildungsteilnehmer in kombinierten Lernformaten. Der Kurs ist bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Weitere Förderoptionen wie das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung Bund, Rehabilitationsmaßnahmen und die Berufsförderung der Bundeswehr stehen je nach persönlicher Situation zur Verfügung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das TÜV-Zertifikat als SPS-Techniker?
Das TÜV-Zertifikat ist ein extern vergebenes, marktanerkanntes Dokument, das Ihre praktische Kompetenz in SPS-Programmierung und -Inbetriebnahme bescheinigt. Es wird von der TÜV-Organisation nach einer bestandenen praktischen Prüfung ausgestellt und ist bei Arbeitgebern in der Automatisierungsbranche weithin bekannt.
Kann ich die Prüfung remote ablegen?
Ja. Die Prüfung zum SPS-Techniker kann remote und online abgenommen werden, sodass keine Anreise zu einem Prüfungszentrum erforderlich ist. Der Kurs bereitet Sie technisch und methodisch auf diese Remote-Abnahme vor, inklusive Testlauf der technischen Umgebung.
Welche Vorkenntnisse brauche ich?
Sie müssen SPS-Vorkurse absolviert haben, die SPS-Grundlagen, Programmiersprachen der IEC 61131-3 und praktische Steuerungstechnik abgedeckt haben. Grundkenntnisse in Elektrotechnik und PC-Nutzung werden ebenfalls erwartet. Ohne diese Vorkenntnisse ist die intensive Prüfungsvorbereitung in der verfügbaren Zeit nicht möglich.
Was ist die CPSi40-Lernfabrik?
Die CPSi40-Lernfabrik ist eine reale Industrie-4.0-Anlage, an der SPS-Programmierung und Steuerungsaufgaben praxisnah geübt und geprüft werden können. Zusätzlich steht ein digitaler Zwilling der Lernfabrik für Planung und Diagnose zur Verfügung. Die Einweisung in beide Umgebungen ist Teil des Kurses.
Ist der Kurs förderbar?
Ja. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung, Rehabilitationsförderung und die Berufsförderung der Bundeswehr kommen je nach Situation in Frage.
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