Überblick
User Experience Design ist eines der gefragtesten Felder in der digitalen Wirtschaft – und eines der wenigen, in dem Quereinsteiger strukturell im Vorteil sein können. Wer aus dem Kundenservice kommt, kennt Nutzerbedürfnisse aus erster Hand. Wer im Projektmanagement war, kann komplexe Anforderungen strukturieren. Wer aus dem Handwerk kommt, denkt in Prozessen. Dieser Kurs nutzt genau diesen Ausgangspunkt: Er vermittelt alle wesentlichen UX-Grundlagen und hilft gleichzeitig dabei, die eigene Berufserfahrung als Qualifikation zu verstehen – nicht als Hindernis. Das Programm führt vom ersten Kontakt mit nutzerzentriertem Denken bis zu einem vorzeigbaren Portfolio und einer konkreten Strategie für den Berufseinstieg als Junior UX Designer. Begleitet werden Teilnehmende von erfahrenen Trainerinnen und Trainern aus Unternehmen wie Airbnb, Zalando und Miro.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – UX-Grundlagen und Quereinstieg Der erste Kursabschnitt klärt, was UX Design ist, welche Karrierewege im UX-Bereich existieren und warum Berufserfahrung aus anderen Feldern eine echte Ressource ist – keine Lücke im Lebenslauf. Teilnehmende erarbeiten ein fundiertes Verständnis des Fachs und seiner Praxis.
- Was ist User Experience Design? Abgrenzung zu UI Design, Webdesign und Produktmanagement
- UX-Karrierewege: Junior UX Designer, UX Researcher, Product Designer, Spezialisierungen
- Wie Quereinsteiger erfolgreich in UX wechseln: Beispiele und Strategien
- Stärken aus anderen Berufsfeldern identifizieren und für UX nutzen
- Überblick über den UX-Designprozess: Discover, Define, Develop, Deliver
- Wichtige Werkzeuge im Überblick: Figma, Miro, Maze, Notion
Modul 2 – User Research und nutzerzentriertes Denken Gutes UX Design beginnt mit dem Verstehen von Menschen. Dieses Modul vermittelt die Methoden der Nutzerforschung – von der Planung eines Interviews bis zur Ableitung von Design-Entscheidungen aus qualitativen Daten.
- Nutzerinterviews planen, durchführen und auswerten
- Umfragen und kontextuelle Beobachtung als Forschungsmethoden
- Personas entwickeln: aufgebaut auf echten Nutzerdaten, nicht Annahmen
- Customer Journey Mapping: Nutzererfahrungen visuell abbilden
- Jobs-to-be-Done und Pain-Point-Analyse
- Synthese von Forschungsdaten zu handlungsrelevanten Design-Insights
Modul 3 – Wireframing, Prototyping und Figma Vom Konzept zur testbaren Idee: In diesem Modul lernen Teilnehmende, Nutzerbedürfnisse in gestaltete Oberflächen zu überführen. Figma steht im Mittelpunkt als zentrales Werkzeug des modernen UX-Designs.
- Figma-Grundlagen: Flächen, Komponenten, Auto Layout, Vektoren
- Lo-Fi-Wireframes erstellen: Strukturierung von Screens ohne ästhetische Ablenkung
- Von Wireframes zu interaktiven Mid-Fi-Prototypen
- Design-Systeme und wiederverwendbare Komponenten in Figma
- Mobile vs. Desktop: Unterschiede in der Gestaltungslogik
- Prototypen für Usability-Tests vorbereiten
Modul 4 – Usability-Testing und Iteration Ein Prototyp ist erst dann nützlich, wenn er getestet wurde. Dieses Modul behandelt die Planung und Durchführung von Usability-Tests und zeigt, wie Erkenntnisse aus Tests systematisch in Designverbesserungen einfließen.
- Usability-Test planen: Testziele, Teilnehmerauswahl, Leitfaden
- Moderiertes und unmoderiertes Testen mit Tools wie Maze
- Beobachten ohne zu lenken: Techniken für neutrale Testmoderation
- Auswertung: Muster erkennen, kritische Probleme priorisieren
- Designiterationen aus Testergebnissen ableiten
- Kommunikation von Usability-Erkenntnissen an Stakeholder
Praxisblock – Portfolio, KI-Tools und Career Coaching Der abschließende Block verbindet alle Modulinhalte in einem anwendungsorientierten Programm: Teilnehmende bauen ein eigenes UX-Portfolio auf, nutzen KI-Werkzeuge im UX-Prozess und entwickeln eine konkrete Strategie für den Berufseinstieg.
- Portfolio-Aufbau: Struktur eines UX-Portfolios, Case Studies schreiben
- Eigene Projekte dokumentieren: Prozess beschreiben, nicht nur Ergebnisse zeigen
- KI-Unterstützung im UX-Prozess: ChatGPT und Claude für Recherche, Persona-Entwürfe, Feedbacksynthese
- Notion als Organisations- und Präsentationswerkzeug für UX-Portfolios
- LinkedIn für UX-Quereinsteiger: Profil gestalten, Netzwerk aufbauen
- Karrierestrategie entwickeln: Wo beginnen? Welche Positionen ansteuern?
- Stärken aus dem Vorberuf als UX-Argument formulieren
- Career-Coaching-Einheiten: individuelle Rückmeldung zu Portfolio und Positionierung
- Peer-Feedback auf Portfolio-Entwürfe
- Typische Fragen in UX-Vorstellungsgesprächen kennen und vorbereiten
- Einstiegsstellen im deutschsprachigen UX-Markt analysieren
- Abschlusspräsentation des eigenen UX-Portfolios
Career Coaching ist fester Bestandteil dieses Kurses – nicht als Anhang, sondern als durchgängiger Begleiter. Teilnehmende erhalten direkte Rückmeldung zur Darstellung ihrer eigenen Stärken und zur Positionierung als Junior UX Designer auf dem Arbeitsmarkt.
Lernziele:
Teilnehmende verstehen das Grundprinzip des Human Centered Design und können es auf konkrete Gestaltungsaufgaben anwenden. Sie beherrschen grundlegende User-Research-Methoden wie Nutzerinterviews, kontextuelle Beobachtung und Umfragen. Sie können Personas entwickeln und Customer Journey Maps erstellen, die reale Nutzerverhalten abbilden. Sie fertigen Lo-Fi-Wireframes und interaktive Prototypen mit Figma an und können diese iterativ verbessern. Sie führen einfache Usability-Tests durch und werten deren Ergebnisse systematisch aus. Sie kennen den UX-Designprozess von der Problemdefinition bis zum Prototyping und können ihn selbständig anwenden. Sie nutzen KI-Werkzeuge wie ChatGPT und Claude zur Unterstützung im UX-Prozess – etwa für Recherche, Persona-Generierung und Feedback. Sie bauen ein UX-Portfolio auf, das eigene Projekte strukturiert und für Bewerbungen geeignet dokumentiert. Sie kennen die typischen Einstiegsstellen im UX-Bereich und können ihre eigene Berufserfahrung als Stärke formulieren. Sie verstehen, wie UX-Design in agile Entwicklungsteams eingebunden ist und welche Rolle es im Produktentwicklungsprozess spielt. Sie kennen die wichtigsten UX-Tools am Markt und können eigenständig beurteilen, welche für welche Aufgabe geeignet sind.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich explizit an Personen, die aus anderen Berufsfeldern in UX wechseln möchten – nicht an erfahrene Designer oder Informatiker.
- Arbeitssuchende und Berufswechsler mit Interesse an digitaler Produktgestaltung
- Personen mit Erfahrung im Kundenservice, Projektmanagement, Marketing oder Handwerk, die ihr Wissen in UX einbringen möchten
- Studienabbrecher mit technischem oder gestalterischem Interesse
- Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer, die sich für ein zukunftsfähiges digitales Berufsfeld qualifizieren wollen
- Fachkräfte mit digitaler Affinität, die einen strukturierten Einstieg in UX Design suchen
Vorausgesetzt werden Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Werkzeugen sowie Deutschkenntnisse auf Niveau B2. Technische oder gestalterische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entscheidend ist die Bereitschaft, nutzerzentriert zu denken und praktische Aufgaben aktiv anzugehen. Wer noch nie mit Figma gearbeitet hat, startet in diesem Kurs von Null – das ist ausdrücklich vorgesehen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist auf die spezifische Lernausgangslage von Quereinsteigern ausgerichtet: strukturierter Aufbau, hoher Praxisanteil und individuelles Career Coaching. Die Vermittlung von Theorie wird unmittelbar mit konkreten Gestaltungsaufgaben verbunden. Gruppenarbeiten und Peer-Feedback sind integraler Bestandteil des Programms. Je nach Anbieter wird der Kurs im Combined-Learning-Format (Präsenz und Online) oder rein als virtuelles Klassenzimmer durchgeführt, meist in Vollzeit.
Der Kurs wird als Vollzeitprogramm angeboten. Die Gesamtdauer variiert je nach Anbieter und Kursaufbau. Aufgrund des Praxisanteils, der Portfolio-Entwicklung und der Career-Coaching-Einheiten ist ein intensiveres Kursprogramm über mehrere Wochen typisch.
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Anbieters mit dem Titel "User Experience Design für Quereinsteiger". Das Zertifikat dokumentiert die absolvierten Inhalte und ist zusammen mit dem im Kurs aufgebauten Portfolio für Bewerbungen nutzbar. Ein staatlich anerkannter Abschluss oder ein Hersteller-Zertifikat ist mit diesem Kurs nicht verbunden.
Nutzen & Perspektiven
UX Design gehört zu den Berufsfeldern, in denen Quereinsteiger nicht nur geduldet, sondern oft aktiv gesucht werden. Produktteams schätzen Kolleginnen und Kollegen, die aus dem Kundenservice wissen, was Nutzer wirklich brauchen, oder aus dem Handwerk denken, wie Abläufe effizient gestaltet werden. Diese Perspektiven sind im reinen Designstudium nicht erwerbbar – sie kommen aus gelebter Berufserfahrung. Wer das versteht und richtig kommuniziert, hat einen echten Vorteil gegenüber Absolventen ohne Praxishintergrund. Das Portfolio ist dabei das entscheidende Instrument. Nicht der Abschluss, nicht das Alter, nicht der bisherige Berufsweg – sondern die Fähigkeit, UX-Arbeit nachvollziehbar zu dokumentieren und zu präsentieren. Dieser Kurs begleitet Teilnehmende genau dabei: von der ersten Skizze bis zur vorzeigbaren Case Study, die zeigt, wie man ein Problem erkannt, untersucht, gestaltet und verbessert hat. Für den deutschen Markt ist es besonders relevant, dass der Kurs nicht nur auf abstrakte Methoden setzt, sondern konkrete Werkzeuge vermittelt, die in der Branche Standard sind: Figma ist das meistgenutzte Design-Tool in deutschen Produktteams, Maze für Remote-Testing, Miro für Kollaboration. Wer diese Werkzeuge nach dem Kurs sicher bedienen kann, ist für viele Einstiegsstellen unmittelbar einsetzbar.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich wirklich ohne Design-Vorkenntnisse einsteigen?
Ja. Der Kurs ist explizit für Personen ohne gestalterische Ausbildung konzipiert. Figma wird von Grund auf eingeführt, und die Kursinhalte setzen kein Vorwissen in Design, Programmierung oder Psychologie voraus. Voraussetzung sind grundlegende digitale Kenntnisse und Deutschkenntnisse auf B2-Niveau.
Was ist ein UX-Portfolio und warum brauche ich es?
Ein UX-Portfolio ist eine Sammlung dokumentierter Designprojekte, die zeigt, wie man Probleme analysiert, Lösungen entwickelt und getestet hat. In der UX-Branche ist das Portfolio wichtiger als der formale Abschluss – Arbeitgeber wollen sehen, wie jemand denkt und arbeitet, nicht nur, welchen Kurs jemand gemacht hat.
Welche Berufe kann ich nach dem Kurs ansteuern?
Nach dem Kurs qualifizieren sich Teilnehmende für Einstiegspositionen als Junior UX Designer, UX Researcher oder Product Designer. Die meisten Absolventen starten in Digitalagenturen, Start-ups oder der internen Produktentwicklung größerer Unternehmen. Der Kurs bereitet gezielt auf diesen ersten Schritt vor.
Was ist Career Coaching und wie ist es in den Kurs eingebunden?
Career Coaching ist kein separates Modul am Ende, sondern begleitet den gesamten Kurs. Teilnehmende erhalten individuelle Rückmeldung zur eigenen Positionierung, zur Darstellung ihrer bisherigen Berufserfahrung als UX-Stärke und zur Struktur ihres Portfolios. Typische Fragen aus Vorstellungsgesprächen werden vorbereitet.
Welche Tools lerne ich im Kurs?
Im Mittelpunkt steht Figma als Standard-Tool für Wireframing und Prototyping. Daneben werden Miro für kollaborative Workshops, Maze für Usability-Tests, Notion für Portfolio-Organisation sowie KI-Werkzeuge wie ChatGPT und Claude für den UX-Prozess eingesetzt. Alle Tools sind gängige Branchenstandards.
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