Überblick
Visual Basic for Applications (VBA) ist die integrierte Programmiersprache von Microsoft Access und ermöglicht es, repetitive Aufgaben zu automatisieren, eigene Formulare und Berichte zu entwickeln und die Möglichkeiten von Access weit über die Standardoberfläche hinaus zu erweitern. Dieser Kurs führt die Teilnehmenden systematisch in VBA für Microsoft Access ein — von der Entwicklungsumgebung und den Grundlagen der objektorientierten Programmierung bis zu praxisnahen Anwendungsszenarien wie ADO-Datenzugriff, Formularsteuerung und automatisierten Datenverarbeitungsprozessen. Wer Access täglich nutzt, kann mit VBA erheblich effizienter arbeiten und Lösungen entwickeln, die auf die spezifischen Anforderungen des eigenen Unternehmens zugeschnitten sind.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs folgt einem logisch aufbauenden Curriculum, das von den Grundlagen der VBA-Umgebung bis zu komplexen Datenbankoperationen führt. Grundlagen der VBA-Entwicklungsumgebung und Programmierkonzepte: Der Einstieg in VBA beginnt mit der Einrichtung und Navigation in der integrierten Entwicklungsumgebung (VBA-IDE). Die Teilnehmenden lernen, wie Module aufgebaut sind, wie Debugging-Werkzeuge eingesetzt werden und welche grundlegenden Sprachkonstrukte die Basis jedes VBA-Programms bilden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Umgang mit Fehlern, da robuster Code in Datenbankumgebungen unverzichtbar ist.
- VBA-IDE öffnen, Module anlegen und strukturieren
- Variablen deklarieren und Datentypen korrekt wählen
- Kontrollstrukturen: If-Then-Else, Select Case, For-Next, Do-While-Schleifen
- Prozeduren (Sub) und Funktionen (Function) definieren und aufrufen
- Scope-Regeln und Gültigkeitsbereiche von Variablen verstehen
- Debugging mit Haltepunkten, Einzelschrittausführung und dem Direktfenster
Objekttechnik und das Access-Objektmodell: Access besitzt ein umfangreiches Objektmodell, das alle Datenbankkomponenten als programmierbare Objekte bereitstellt. In diesem Modul werden die Konzepte der Objektorientierung auf das Access-Ökosystem angewandt: Formular-Objekte, Steuerelemente, Berichte und die DoCmd-Bibliothek für Benutzeraktionen werden systematisch eingeführt.
- Das Access-Objektmodell: Application, Forms, Reports, Controls verstehen
- Auf Eigenschaften und Methoden von Objekten zugreifen
- DoCmd-Bibliothek für Navigation und Datenbankoperationen einsetzen
- Ereignisgesteuerte Programmierung: Ereignisse von Formularen und Steuerelementen
- Formulare programmgesteuert öffnen, schließen und Filterparameter übergeben
- Referenzen auf geöffnete Formulare und deren Steuerelemente setzen
Formularentwicklung und Datenerfassung über Steuerelemente: Formulare sind das zentrale Benutzeroberflächenelement in Access-Anwendungen. Dieser Block zeigt, wie Formulare über VBA dynamisch gesteuert werden und wie Steuerelemente als Dateneingabe- und Anzeigeinstrumente programmiert werden. Validierungslogik und benutzerfreundliche Fehlerbehandlung werden praxisnah eingeübt.
- Textfelder, Kombinationsfelder, Listenfelder und Schaltflächen programmieren
- Dateneingabe validieren und Fehlermeldungen gezielt ausgeben
- Berechnete Felder und abhängige Steuerelemente dynamisch aktualisieren
- Unterformulare referenzieren und Daten zwischen Formularen übergeben
- Benutzerinteraktion: MsgBox und InputBox als einfache Dialogelemente
- Formulare als Schnittstelle zu Datenbankabfragen nutzen
Datenzugriff mit ADO: ADO (ActiveX Data Objects) ist der empfohlene Weg für direkten, skriptgesteuerten Zugriff auf Access-Datenbanken und externe Datenquellen. In diesem zentralen Modulblock lernen die Teilnehmenden, Verbindungen herzustellen, Datensätze abzufragen und Datenbankoperationen programmatisch auszuführen.
- ADO-Bibliothek einbinden und Connection-Objekte erstellen
- SQL-Abfragen über ADO ausführen und Ergebnisse in Recordsets lesen
- Datensätze hinzufügen, bearbeiten und löschen über Recordset-Methoden
- Transaktionen und Fehlerbehandlung bei Datenbankoperationen
- Parameterabfragen mit Command-Objekten sicher ausführen
- Daten aus externen Quellen (Excel, SQL Server) via ADO einlesen
Praxisübungen und Anwendungsprojekte: Die erlernten Programmiertechniken werden in praxisnahen Aufgaben und einem abschließenden Anwendungsprojekt zusammengeführt.
- Entwicklung eines einfachen Kundenverwaltungsformulars mit Suche und Bearbeitung
- Automatisierter Import von Daten aus einer Excel-Datei in eine Access-Tabelle
- Erstellung eines benutzerdefinierten Berichts-Generators mit Druckfunktion
- Implementierung einer Benutzeranmeldung mit Passwortprüfung
- Formular mit abhängigen Kombinationsfeldern (Kategorie und Unterkategorie)
- Datensätze mit ADO suchen und in Formular anzeigen
- Automatisches Archivieren alter Datensätze per VBA-Prozedur
- Fehlerbehandlung: Try-Catch-Analogie in VBA mit On Error
- Export von Abfrageergebnissen als Excel-Datei via VBA
- Entwicklung eines Menüformulars mit Zugriffssteuerung für verschiedene Benutzerrollen
- Automatisiertes Erstellen und Versenden von Berichten per E-Mail (Outlook-Automation)
- Abschlussaufgabe: vollständige kleine Datenbankapplikation mit Formular, ADO-Datenzugriff und Bericht
Die Übungen orientieren sich an realen Anwendungsszenarien aus dem Büro- und Verwaltungsalltag, sodass das erworbene Wissen unmittelbar auf eigene Projekte übertragbar ist. Begleitend stehen Referenzunterlagen bereit, die als Nachschlagewerk auch nach dem Kursabschluss genutzt werden können.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmenden VBA-Code in Microsoft Access eigenständig schreiben, verstehen und anpassen. Die folgenden Kompetenzen werden systematisch aufgebaut.
- Aufbau und Nutzung der VBA-Entwicklungsumgebung (IDE) in Microsoft Access
- Grundlegende VBA-Syntax: Variablen, Datentypen, Operatoren und Kontrollstrukturen
- Objektorientierte Prinzipien anwenden: Klassen, Methoden und Eigenschaften im Access-Objektmodell verstehen
- Formulare programmgesteuert steuern und Steuerelementen Ereignisse zuweisen
- Benutzerdaten über Formularsteuerelemente erfassen, validieren und verarbeiten
- ADO (ActiveX Data Objects) für direkten Datenbankzugriff einsetzen
- Datensätze lesen, schreiben, ändern und löschen über ADO-Recordsets
- Fehlerbehandlung und Debugging in VBA systematisch durchführen
- Makros durch VBA-Code ersetzen und erweitern
- Module, Funktionen und Prozeduren strukturiert entwickeln
- Automatisierte Berichte und Datenexporte programmieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Microsoft-Access-Anwender, die ihre Datenbanken durch eigene Programmierung erweitern und automatisieren möchten. Die folgenden Personengruppen werden gezielt angesprochen.
- Access-Nutzer, die über die Standardoberfläche hinausgehen und eigene Lösungen entwickeln wollen
- IT-Anwendungsbetreuer, die bestehende Access-Applikationen warten und erweitern müssen
- Sachbearbeiter und Verwaltungsmitarbeitende, die repetitive Access-Aufgaben automatisieren möchten
- Datenbankentwickler ohne VBA-Kenntnisse, die ihre Fähigkeiten für Access-Projekte erweitern
- Softwareentwickler, die neu mit dem Access-Ökosystem in Berührung kommen
Grundlegende Kenntnisse in Microsoft Access werden vorausgesetzt, insbesondere der Umgang mit Tabellen, Abfragen und einfachen Formularen. Erste Erfahrungen mit anderen Programmiersprachen oder Makros sind hilfreich, aber nicht zwingend. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, das den Lernplan an die vorhandenen Kenntnisse anpasst. Allgemeine PC-Kenntnisse und der souveräne Umgang mit Windows werden ebenfalls erwartet.
Ablauf & Abschluss
Das Training wird als Combined Learning angeboten, bei dem Selbstlernphasen mit begleiteten Unterrichtseinheiten kombiniert werden. Theoretische Konzepte werden direkt am Bildschirm in der VBA-IDE eingeübt. Schritt-für-Schritt-Anleitungen, kommentierte Code-Beispiele und aufbauende Übungsaufgaben sorgen für nachhaltiges Lernen. Teilweise sind auch Online-Seminar-Formate verfügbar. Die Kursgröße ist darauf ausgelegt, dass Fragen zeitnah beantwortet werden können.
Je nach Format dauert der Kurs in Vollzeit üblicherweise zwischen einer Woche und einem Monat. Bei intensiven Vorkenntnissen können Teilnehmende schneller voranschreiten; bei komplexeren Anwendungsprojekten oder Teilzeitteilnahme verlängert sich die Gesamtdauer auf bis zu drei Monate. Der individuelle Lernplan berücksichtigt die jeweilige Ausgangssituation.
Nach Abschluss des Trainings erhalten die Teilnehmenden ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des jeweiligen Anbieters (z. B. New Horizons). Das Zertifikat belegt die erworbenen VBA-Programmierkenntnisse für Microsoft Access und kann in Bewerbungsunterlagen und Qualifikationsnachweisen aufgeführt werden.
Nutzen & Perspektiven
VBA-Kenntnisse für Microsoft Access eröffnen einen direkten Weg zur Automatisierung und professionellen Weiterentwicklung von Datenbankapplikationen, die in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen im Alltag eine zentrale Rolle spielen. Wer Access-Prozesse automatisieren kann, spart täglich Zeit, reduziert manuelle Fehler und schafft verlässliche Arbeitsabläufe. Für IT-Anwendungsbetreuer und Sachbearbeiter, die eigene Datenbanklösungen betreuen, ist VBA-Know-how häufig der entscheidende Unterschied zwischen einer Standardlösung und einer maßgeschneiderten Applikation. Der Kurs bereitet nicht nur auf konkrete Aufgaben vor, sondern vermittelt auch ein grundlegendes Verständnis für ereignisgesteuertes und objektorientiertes Programmieren — Kenntnisse, die in vielen anderen Programmierumgebungen wiederverwendbar sind. Wer in Access programmieren kann, findet den Einstieg in andere VBA-Hosts (Excel, Word, Outlook) deutlich leichter, weil die Sprachsyntax und die Programmierprinzipien direkt übertragbar sind. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung, Berufsförderungsmittel der Bundeswehr (BFD) oder Rehabilitationsleistungen als Finanzierungsoptionen infrage. Eine Beratung vor Kursbeginn klärt, welche Förderung konkret beantragt werden kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits programmieren können, um den Kurs zu belegen?
Nein, der Kurs richtet sich ausdrücklich an Einsteiger in die VBA-Programmierung. Grundkenntnisse in Microsoft Access (Tabellen, Abfragen) werden vorausgesetzt. Programmiervorkenntnisse sind hilfreich, aber keine Bedingung.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Training?
Sie erhalten ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters. Das Zertifikat belegt Ihre erworbenen VBA-Programmierkenntnisse für Microsoft Access.
Kann ich das Gelernte auch auf Excel-VBA übertragen?
Ja. VBA-Kenntnisse sind in allen Microsoft-Office-Anwendungen übertragbar, da dieselbe Sprache und ähnliche Konzepte verwendet werden. Wer VBA für Access beherrscht, findet den Einstieg in Excel-VBA deutlich leichter.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation infrage kommen.
Welche Themen werden konkret in den Praxisübungen behandelt?
Die Übungen umfassen typische Büroaufgaben wie Formularentwicklung, automatisierten Datenimport aus Excel, Berichterstellung, Benutzerverwaltung und den Aufbau einer vollständigen kleinen Datenbankapplikation.
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