Überblick
Die Weiterbildung bereitet systematisch auf die IHK-Abschlussprüfung zum/zur Geprüften Industriemeister:in in der Fachrichtung Elektrotechnik vor. Der Kurs deckt alle drei Säulen der geltenden Prüfungsordnung ab: die Berufs- und arbeitspädagogische Eignung (AEVO), die Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation und die Handlungsspezifischen Qualifikationen mit den Schwerpunkten Technik, Organisation sowie Führung und Personal. Das Blended-Learning-Format verbindet Präsenz- oder Online-Lernphasen mit selbstgesteuertem Lernen und ist sowohl für Vollzeit- als auch für Teilzeitkandidaten konzipiert. Ziel ist die vollständige Handlungskompetenz für alle Teile der IHK-Kammerprüfung.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Berufs- und arbeitspädagogische Eignung (AEVO) Angehende Industriemeister:innen sind im Betrieb auch Ausbilder:innen — sie begleiten Auszubildende, planen Ausbildungsabläufe und tragen rechtliche Verantwortung für das Ausbildungsverhältnis. Dieses Modul vermittelt das pädagogische und rechtliche Rüstzeug, das der AEVO-Prüfungsteil verlangt.
- Ausbildungsvoraussetzungen im Betrieb prüfen: Eignung des Unternehmens, Ausbildungsvertrag, Pflichten und Rechte beider Seiten
- Ausbildungsplatz rechtssicher gestalten und bei der Einstellung von Auszubildenden aktiv mitwirken
- Den Ausbildungsrahmenplan in konkrete betriebliche Lernziele und Ausbildungsabschnitte übersetzen
- Ausbildung methodisch durchführen: Lernfortschritte dokumentieren, Zwischenprüfungen vorbereiten
- Ausbildungsverhältnisse ordnungsgemäß abschließen und Auszubildende auf die Abschlussprüfung vorbereiten
- Lernschwierigkeiten erkennen, pädagogisch angemessen reagieren und Konflikte im Ausbildungsalltag moderieren
Modul 2: Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation Die Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation bildet das übergeordnete Fundament der Meisterqualifikation jenseits der rein elektrotechnischen Fachkompetenz. Betriebswirtschaftliches Denken, Rechtssicherheit und kommunikative Handlungsfähigkeit werden in ihrem Zusammenspiel behandelt und in handlungsorientierten Prüfungsaufgaben abgefragt.
- Rechtsbewusstes Handeln: Arbeitsrecht, Tarifrecht, Betriebsverfassung, Haftung und Datenschutz im Meisteralltag
- Betriebswirtschaftliches Handeln: Kostenarten, Kostenstellenrechnung, Kennzahlen, wirtschaftliche Bewertung von Maßnahmen
- Methoden der Information, Kommunikation und Planung: Moderations- und Präsentationstechniken, Projektplanung
- Zusammenarbeit im Betrieb: Teamentwicklung, Führungsprinzipien, Umgang mit Heterogenität in Arbeitsgruppen
- Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten in der betrieblichen Planung korrekt berücksichtigen
- Informationssicherheit und datenschutzkonforme Arbeitsprozesse in der digitalen Betriebspraxis
Modul 3: Handlungsspezifische Qualifikationen Elektrotechnik Das technische Kernmodul behandelt die spezifischen elektrotechnischen Inhalte, die direkt auf die Anforderungen des betrieblichen Meisteralltags zugeschnitten sind. Teilnehmende können zwischen den Schwerpunkten Infrastruktursysteme und Betriebstechnik einerseits sowie Automatisierungs- und Informationstechnik andererseits wählen.
- Planung, Auslegung und Betrieb elektrischer Anlagen und Infrastruktursysteme nach geltenden VDE-Normen
- Prüfung, Wartung und Instandhaltung elektrotechnischer Betriebsmittel: Sicherheitsprüfungen, Protokollpflichten
- Grundlagen der Automatisierungstechnik: SPS-Programmierung, Steuerungs- und Regelungssysteme
- Betriebliches Kostenwesen im Instandhaltungsmanagement: Ersatzteilplanung, Lebenszykluskosten, Budgetcontrolling
- Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssysteme in Produktion und Instandhaltung: MES, SCADA-Grundlagen
- Arbeitsschutz und Gefährdungsbeurteilung für elektrotechnische Arbeitsstätten: DGUV-Vorschriften, Lichtbogenschutz
Prüfungsvorbereitung Die Prüfungsvorbereitung ist eng in den Kursverlauf eingebettet. Übungsklausuren orientieren sich an aktuellen IHK-Prüfungsformaten und ermöglichen das frühzeitige Erkennen von Wissenslücken in allen drei Prüfungsteilen.
- Analyse typischer IHK-Prüfungsaufgaben aus vergangenen Prüfungsdurchgängen in allen Handlungsbereichen
- Strukturiertes Bearbeiten handlungsorientierter Situationsaufgaben unter realistischen Prüfungsbedingungen
- Technische Berechnungsübungen zu elektrotechnischen Grundschaltungen, Schutzmaßnahmen und Anlagenauslegung
- Vertiefungsaufgaben zu rechtlichen Fallbeispielen aus Arbeitsrecht, Ausbildungsrecht und betrieblicher Haftung
- Simulation mündlicher Prüfungsgespräche und Präsentationsübungen zur Handlungsspezifischen Qualifikation
- Zeitmanagement und Antwortstrategie für schriftliche Klausuren mit komplexen Handlungssituationen
- Gezielte Wiederholung und Vertiefung komplexer Themenblöcke anhand von Feedbackergebnissen
- Abschlussorientiertes Feedback zum Leistungsstand in den einzelnen Prüfungsgebieten
Die Lehrgangskonzeption verbindet digitales Selbststudium mit begleiteten Präsenz- oder Online-Phasen. Fachlehrkräfte aus der Elektrotechnik- und Bildungspraxis begleiten den gesamten Lernprozess, geben fachspezifisches Feedback und stehen für individuelle Vertiefung zur Verfügung.
Lernziele:
- Berufs- und arbeitspädagogische Grundlagen sicher beherrschen und die AEVO-Anforderungen für die Ausbildereignungsprüfung erfüllen
- Rechtliche Rahmenbedingungen im Betrieb kennen: Arbeitsrecht, Tarifrecht, Betriebsverfassung, Haftungsfragen
- Betriebswirtschaftliche Steuerungsinstrumente anwenden: Kostenrechnung, Kennzahlen, wirtschaftliche Bewertung von Investitionen und Maßnahmen
- Methoden der Information, Kommunikation und Planung im betrieblichen Alltag gezielt einsetzen
- Fundierte Kenntnisse in der Infrastruktur- oder Automatisierungstechnik für die handlungsspezifische Fachrichtungsprüfung aufbauen
- Handlungskompetenz im betrieblichen Kostenwesen sowie in Planungs-, Steuerungs- und Kommunikationssystemen nachweisen
- Mitarbeiter:innen situationsgerecht führen, Personalentwicklung aktiv gestalten und Konflikte konstruktiv lösen
- Qualitätsmanagementsysteme im technischen Betriebsumfeld einrichten und steuern
- Verantwortungsvolles Handeln in Arbeitsschutz, Gefährdungsbeurteilung und Umweltschutz sicherstellen
- Naturwissenschaftliche und technische Gesetzmäßigkeiten in betriebliche Planungs- und Entscheidungsprozesse einbeziehen
- Zusammenarbeit im Betrieb systematisch fördern und eine produktive Teamkultur mitgestalten
- Alle drei Prüfungsteile der IHK-Kammerprüfung unter Zeitdruck sicher und strukturiert bearbeiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus der Elektrotechnik und verwandten technischen Bereichen, die die Qualifikation zur/zum Geprüften Industriemeister:in Elektrotechnik anstreben. Typische Teilnehmende bringen einschlägige Berufserfahrung aus der elektrotechnischen Praxis mit und wollen in Leitungs- oder Führungspositionen aufsteigen.
- Elektrotechniker:innen, Elektroniker:innen und Fachkräfte aus der Betriebs- und Anlagentechnik
- Technische Fachkräfte aus benachbarten Bereichen mit angestrebtem Wechsel in die Elektrotechnik
- Facharbeiter:innen, die Führungsverantwortung in Produktion oder Instandhaltung übernehmen wollen
- Beschäftigte, die Teilprüfungen bereits abgelegt haben und eine gezielte Nachbereitung suchen
- Personen mit dem Ziel einer formal anerkannten IHK-Qualifikation auf DQR-Niveau 6
Als Zugangsvoraussetzung für die IHK-Prüfung selbst gelten in der Regel eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung sowie mehrjährige Berufserfahrung in einschlägiger Tätigkeit; die genauen Anforderungen regelt die zuständige IHK. Interessierte sollten sich daher frühzeitig bei ihrer regionalen IHK über die geltenden Zulassungsbedingungen informieren. Für die Kursteilnahme empfiehlt sich eine individuelle Beratung beim Anbieter zu Fördermöglichkeiten und Einstiegsvoraussetzungen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Blended Learning angeboten: Präsenz- oder Online-Lernphasen wechseln sich planvoll mit selbstgesteuerten Phasen ab. Vollzeit- und Teilzeitvarianten ermöglichen die Vorbereitung sowohl für Berufstätige als auch für Personen, die sich vollzeitig auf die Prüfung konzentrieren wollen. Ergänzendes digitales Lernmaterial, Übungsaufgaben und prüfungsnahe Testklausuren unterstützen die Selbstlernphasen. Fachlehrkräfte aus Elektrotechnik und Meisterausbildung begleiten den Prozess, geben individuelles Feedback und stehen für gezielte Vertiefung zur Verfügung. Das Konzept ist handlungsorientiert: Theorie und betriebliche Anwendung werden eng miteinander verbunden.
Die Lehrgangszeit beträgt je nach Lernform und Anbieter mehr als drei bis zu sechs Monaten. Vollzeit- und Teilzeiteinstieg sind möglich; die Vollzeitvariante ermöglicht eine kompakte, konzentrierte Vorbereitung. Die Kursdauer ist auf den Umfang des IHK-Prüfungsstoffs in allen drei Prüfungsteilen abgestimmt und bietet ausreichend Raum für Wiederholung, individuelle Vertiefung und Prüfungssimulationen.
Erfolgreiche Absolvent:innen legen die Prüfung zum/zur Geprüften Industriemeister:in Elektrotechnik (IHK) bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer ab. Das IHK-Zeugnis ist bundesweit anerkannt und wird dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) Niveau 6 zugeordnet. Die Prüfung gliedert sich in die Teile Berufs- und arbeitspädagogische Eignung, Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation und Handlungsspezifische Qualifikationen. Den Abschluss verleiht die IHK nach bestandener Prüfung — der Kurs selbst bereitet auf alle drei Prüfungsteile vor.
Nutzen & Perspektiven
Die IHK-Zertifizierung zum/zur Industriemeister:in Elektrotechnik ist eine der renommiertesten beruflichen Aufstiegsqualifikationen im deutschen Fachkraftsystem. Mit diesem Abschluss qualifizieren sich Fachkräfte für verantwortungsvolle Positionen in der Produktion, Instandhaltung, Betriebstechnik und Teamführung — in Industrieunternehmen ebenso wie in der Energieversorgung, Automatisierungstechnik oder im Anlagenbau. Das DQR-Niveau 6 entspricht formal einem Bachelor-Abschluss und öffnet damit neben dem direkten Karriereweg auch Türen zur Hochschulzulassung. Wer den Abschluss erworben hat, übernimmt typischerweise Meisterfunktionen mit Personalverantwortung, koordiniert Ausbildungsprozesse als AEVO-berechtigte Person und gestaltet Qualitäts- und Instandhaltungsstrategien im Betrieb aktiv mit. Die Kombination aus elektrotechnischer Fachtiefe und betriebswirtschaftlich-pädagogischer Kompetenz macht Industriemeister:innen Elektrotechnik zu gefragten Schlüsselpersonen — gerade in einer Zeit, in der Automatisierung und Energiewende den Bedarf an qualifizierten Leitungsfachkräften weiter steigern. Das Aufstiegs-BAföG (AFBG) ist speziell für Meisterlehrgänge konzipiert und kann einen erheblichen Teil der Kurskosten abdecken, unabhängig von Alter oder Beschäftigungsstatus. Daneben prüfen manche Arbeitgeber eine betriebliche Kostenübernahme, wenn die Qualifikation unmittelbar den Betriebsinteressen dient. Eine frühzeitige Beratung zu individuellen Fördermöglichkeiten beim Anbieter lohnt sich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welchen Abschluss erhalte ich nach diesem Kurs?
Der Kurs bereitet auf die IHK-Kammerprüfung vor. Den Abschluss "Geprüfte:r Industriemeister:in Elektrotechnik" verleiht die zuständige Industrie- und Handelskammer nach bestandener Prüfung. Das IHK-Zeugnis ist bundesweit anerkannt und entspricht DQR-Niveau 6.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die IHK-Zulassung?
Die Zulassungsbedingungen legt die zuständige IHK fest und erfordern in der Regel eine abgeschlossene elektrotechnische Berufsausbildung sowie mehrjährige Berufserfahrung in einschlägiger Tätigkeit. Informieren Sie sich frühzeitig direkt bei Ihrer regionalen IHK über die geltenden Anforderungen.
Welche Prüfungsteile umfasst die Industriemeister-Prüfung Elektrotechnik?
Die IHK-Prüfung gliedert sich in drei Teile: Berufs- und arbeitspädagogische Eignung (AEVO), Fachrichtungsübergreifende Basisqualifikation (Recht, Betriebswirtschaft, Kommunikation) und Handlungsspezifische Qualifikationen (Technik, Organisation, Führung und Personal). Der Kurs bereitet auf alle drei Teile vor.
Wie kann ich die Kurskosten finanzieren?
Das Aufstiegs-BAföG (AFBG) ist speziell für Meisterqualifikationen konzipiert und kann einen erheblichen Teil der Kurskosten übernehmen — unabhängig von Alter oder aktuellem Beschäftigungsstatus. Zusätzlich können je nach persönlichem Hintergrund weitere Förderquellen infrage kommen. Eine individuelle Beratung beim Anbieter klärt die konkrete Fördersituation.
Kann ich den Kurs neben dem Beruf absolvieren?
Ja, Teilzeitvarianten sind verfügbar. Das Blended-Learning-Format ermöglicht die Verbindung von Präsenz- oder Online-Phasen mit selbstgesteuerten Lernphasen und ist explizit für Berufstätige konzipiert. Die Kursdauer beträgt dann entsprechend mehr als drei bis zu sechs Monaten.
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