Überblick
Webseiten, die technisch einwandfrei funktionieren, aber in Suchmaschinen unsichtbar bleiben, verschenken ihr gesamtes Potenzial. Diese Weiterbildung schließt die Lücke zwischen Entwicklung und Sichtbarkeit: Sie verbindet solide Webentwicklung mit praxiserprobten Methoden der Suchmaschinenoptimierung. Die Teilnehmenden lernen, Webseiten nicht nur zu bauen, sondern sie so zu konzipieren, zu strukturieren und zu pflegen, dass Google und andere Suchmaschinen sie zuverlässig crawlen, indexieren und gut bewerten. Technisches SEO — Core Web Vitals, strukturierte Daten, Crawl-Budget, URL-Struktur, interne Verlinkung — steht ebenso auf dem Programm wie die klassischen Webentwicklungs-Grundlagen in HTML, CSS und JavaScript.
Kursinhalte & Lernziele
Webentwicklungs-Grundlagen: HTML, CSS, JavaScript Wer SEO technisch verstehen und umsetzen will, muss den Code lesen und schreiben können. Dieser Einstiegsblock vermittelt die technischen Bausteine einer modernen Webseite: semantisches HTML als Fundament für Suchmaschinen, CSS für responsives Layout, JavaScript für Interaktivität und Performance-Aspekte.
- Semantisches HTML5: korrekte Verwendung von header, nav, main, article, section, aside, footer
- Überschriftenhierarchie (h1–h6) als Strukturierungswerkzeug für Nutzer und Crawler
- CSS-Grundlagen: Box-Modell, Flexbox, Grid, Media Queries für responsive Layouts
- JavaScript-Grundlagen: DOM-Manipulation, Event-Handling, asynchrones Laden und SEO-Implikationen
- Ladezeit-Einfluss von JavaScript: render-blocking Scripts, defer und async, Code Splitting
- Bilder optimieren: Formate (WebP, AVIF), Komprimierung, Lazy Loading, width/height-Attribute
Technisches SEO: Crawling, Indexierung und Site-Architektur Suchmaschinen können nur indexieren, was sie finden und verstehen können. Dieser Block befasst sich mit der Infrastruktur der Sichtbarkeit: Wie steuere ich, was Google crawlt? Wie stelle ich sicher, dass jede wichtige Seite indexiert ist? Wie baue ich eine Linkarchitektur, die SEO-Signale effizient verteilt?
- robots.txt: Syntax, Testtools, sinnvoller Einsatz von Disallow und Allow
- XML-Sitemaps erstellen, validieren und in der Google Search Console einreichen
- Kanonische URLs (rel=canonical): Einsatz bei Duplicate Content, Facettennavigation und URL-Parametern
- Crawl-Budget verstehen: was es beeinflusst und wie man es nicht verschwendet
- Interne Verlinkung als SEO-Hebel: Linktiefe, Anchor-Texte, Hub-Spoke-Architektur
- URL-Struktur: sprechende URLs, Ordnertiefe, Sonderzeichen, Trailing Slash
Core Web Vitals und Performance-Optimierung Seit Google Core Web Vitals als Rankingfaktor etabliert hat, ist Ladeperformance kein Nice-to-have mehr, sondern ein messbares SEO-Kriterium. Dieser Block erklärt die drei zentralen Metriken, zeigt Werkzeuge zur Messung und vermittelt konkrete Maßnahmen zur Verbesserung.
- Largest Contentful Paint (LCP): Was ihn verlangsamt, wie man ihn beschleunigt
- Cumulative Layout Shift (CLS): Ursachen vermeiden, stabile Layouts bauen
- Interaction to Next Paint (INP): Reaktionsfähigkeit messen und Engpässe beseitigen
- Lighthouse und PageSpeed Insights: Berichte lesen, Diagnosen verstehen, Maßnahmen ableiten
- Server-Antwortzeiten optimieren: Caching, CDN, TTFB reduzieren
- Webfonts, Third-Party-Scripts und deren Performance-Folgen einschätzen und steuern
Strukturierte Daten, On-Page-SEO und Content-Struktur Strukturierte Daten ermöglichen Rich Results in der Google-Suche und helfen Suchmaschinen, den Inhalt einer Seite präzise zu verstehen. On-Page-SEO umfasst alle inhaltlichen und technischen Maßnahmen, die direkt auf der Seite angewendet werden.
- Schema.org-Grundlagen: JSON-LD als bevorzugtes Format, häufige Typen (Article, FAQPage, BreadcrumbList, Product, LocalBusiness)
- Strukturierte Daten implementieren und mit dem Rich-Results-Test validieren
- Title-Tags schreiben: Länge, Keyword-Positionierung, Klickanreize ohne Clickbait
- Meta-Descriptions als Click-through-Hebel formulieren
- Überschriften und Content-Struktur auf Suchintention ausrichten
- Interne Verlinkung mit relevanten Anchor-Texten und Kontext
- Duplicate Content diagnostizieren und durch Canonical, Redirect oder Noindex auflösen
- Technische SEO-Audits mit Screaming Frog und vergleichbaren Tools durchführen
Im Praxisteil arbeiten die Teilnehmenden an realen oder Übungswebseiten und wenden alle Techniken direkt an.
- Komplette HTML-Seite mit korrekter Semantik und Überschriftenhierarchie aufbauen
- Responsive Layout mit CSS Grid und Media Queries umsetzen
- robots.txt und XML-Sitemap für eine Musterseite erstellen und testen
- rel=canonical auf Seiten mit URL-Parametern korrekt setzen
- Core-Web-Vitals-Messung mit PageSpeed Insights durchführen und Maßnahmen priorisieren
- JSON-LD-Snippet für FAQPage-Markup schreiben und im Rich-Results-Test prüfen
- Technischen SEO-Audit mit Screaming Frog simulieren: Fehler-4xx, fehlende Title-Tags, doppelte Meta-Descriptions identifizieren
- Title und Meta-Description für fünf verschiedene Seiten optimieren
- Interne Verlinkung einer mehrseiten Website nach Hub-Spoke-Prinzip überarbeiten
- Bilder für Web komprimieren und Lazy-Loading-Attribut setzen
- JavaScript-Einbindung analysieren: defer/async-Attribute korrekt vergeben
- WordPress-Seite mit einem SEO-Plugin (z. B. Yoast oder Rank Math) technisch einrichten
Die Praxisaufgaben werden iterativ bearbeitet — Erstversion, Analyse, Verbesserung. Dieses Vorgehen spiegelt den echten Arbeitsablauf in Web- und SEO-Projekten wider und bereitet auf den Berufsalltag vor.
Lernziele:
- HTML, CSS und JavaScript als Grundlagentechnologien webgerechter Seitengestaltung sicher einsetzen
- Responsives Webdesign und mobile-first-Ansätze technisch umsetzen
- Technisches SEO von Grundprinzipien bis zur Praxis verstehen und anwenden
- Core Web Vitals (LCP, CLS, INP) messen, analysieren und gezielt verbessern
- Strukturierte Daten (Schema.org) korrekt implementieren und mit dem Rich-Results-Test validieren
- Crawling und Indexierung durch robots.txt, Sitemaps und kanonische URLs steuern
- URL-Strukturen, interne Verlinkung und Seitenarchitektur SEO-gerecht gestalten
- On-Page-SEO-Faktoren (Title, Meta-Description, Überschriftenhierarchie, Alt-Texte) optimieren
- Ladezeit und Performance mit Lighthouse, PageSpeed Insights und Web Vitals-Tooling analysieren
- Content für Suchintentionen strukturieren: informational, navigational, transactional
- Technische SEO-Audits systematisch durchführen und Fehler priorisieren
- WordPress als häufigste CMS-Plattform SEO-tauglich einrichten und anpassen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in die Webentwicklung und Suchmaschinenoptimierung einsteigen oder ihre bestehenden Kenntnisse gezielt um die technische SEO-Dimension erweitern möchten.
- Berufseinsteiger und Quereinsteiger, die eine Stelle als Webentwickler/in oder SEO-Spezialist/in anstreben
- Content-Managerin und Online-Redakteur/innen, die technisches SEO-Wissen für den Alltag aufbauen wollen
- Marketing-Fachkräfte, die Webprojekte eigenständig technisch beurteilen und steuern möchten
- WordPress-Nutzer/innen, die über Theme-Anpassungen hinausgehen und ihre Seiten technisch optimieren wollen
- Gründerinnen und Selbständige, die ihre eigene Webpräsenz ohne externe Agentur SEO-gerecht pflegen möchten
Gute PC-Kenntnisse und grundlegende Affinität zu Webthemen erleichtern den Einstieg. Programmiervorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich, da HTML, CSS und JavaScript im Kurs von Grund auf eingeführt werden. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden für die schriftliche Projektarbeit vorausgesetzt. Wer bereits erste Berührungspunkte mit Webseiten oder WordPress hatte, kann den Einstieg als Auffrischung nutzen und zügig zu den SEO-Inhalten übergehen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs ist stark praxisorientiert: Neben Lehr-Einheiten zu Konzepten und Techniken liegt der Schwerpunkt auf dem direkten Arbeiten am Code und an echten oder Übungsseiten. Screencasts, Live-Coding-Sessionen und tool-gestützte Analysen ermöglichen das Mitarbeiten in Echtzeit. Die Unterrichtsform variiert je nach Anbieter zwischen Präsenz und Online-Formaten; Combined-Learning-Modelle mit Selbstlernphasen und betreuten Unterrichtseinheiten sind häufig verfügbar.
Der Kurs ist auf eine Laufzeit von mehreren Wochen ausgelegt und kann je nach Anbieter in Voll- oder Teilzeit absolviert werden. Die Stunden verteilen sich auf Unterricht, betreute Praxisphasen und eigenständige Übungen. Der Umfang ist so gewählt, dass sowohl Webentwicklungs-Grundlagen als auch technisches SEO in der nötigen Breite und Tiefe behandelt werden können.
Der Kurs schließt mit einem Trägerzertifikat ab, das die erworbenen Kenntnisse in Webentwicklung und Suchmaschinenoptimierung dokumentiert. Da es sich nicht um eine herstellergebundene Prüfung handelt, werden keine externen Zertifizierungen abgelegt — das Kurszeugnis dient als Nachweis gegenüber potenziellen Arbeitgebern und Auftraggebern.
Nutzen & Perspektiven
Wer Webseiten entwickelt und gleichzeitig versteht, wie Suchmaschinen sie bewerten, hat einen messbaren Vorteil auf dem Arbeitsmarkt. Entwicklerinnen und Entwickler ohne SEO-Kenntnisse bauen Seiten, die technisch sauber sind, aber organischen Traffic verschenken. SEO-Spezialistinnen ohne Entwicklungswissen können viele technische Probleme nicht selbst lösen. Diese Weiterbildung schließt genau diesen Graben. Für Selbständige und kleine Unternehmen bedeutet der Abschluss, die eigene Webpräsenz eigenständig zu pflegen und zu optimieren — ohne für jede technische Kleinigkeit eine Agentur beauftragen zu müssen. Für Angestellte in Marketing und Kommunikation öffnen sich Rollen im SEO-Management, in der Web-Redaktion und im technischen Content-Marketing. Die Kombination aus Code-Kompetenz und SEO-Verständnis ist auf dem deutschen Stellenmarkt gefragt. Unternehmen, die organischen Traffic als Akquisitionskanal ernst nehmen, suchen gezielt nach Fachkräften, die beides verbinden können. Diese Weiterbildung legt dafür das solide Fundament.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich schon programmieren können, um teilzunehmen?
Nein. HTML, CSS und JavaScript werden im Kurs von Grund auf eingeführt. Wer bereits erste Erfahrungen mit Webseiten hat, kann den Einstieg als Wiederholung nutzen und schnell zu den SEO-spezifischen Inhalten übergehen.
Was ist technisches SEO und warum ist es wichtig?
Technisches SEO umfasst alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass Suchmaschinen eine Webseite korrekt crawlen, indexieren und bewerten können. Dazu gehören Seitengeschwindigkeit, strukturierte Daten, korrekte URL-Struktur und Crawling-Steuerung. Ohne technisches SEO bleibt selbst sehr guter Content in der Suche unsichtbar.
Was sind Core Web Vitals und warum sind sie ein Thema im Kurs?
Core Web Vitals sind drei von Google definierte Performance-Metriken: Largest Contentful Paint (LCP), Cumulative Layout Shift (CLS) und Interaction to Next Paint (INP). Sie messen Ladegeschwindigkeit, visuelle Stabilität und Reaktionsfähigkeit einer Seite und sind seit 2021 ein offizieller Rankingfaktor — weshalb sie im Kurs als eigener Block behandelt werden.
Welche Tools lerne ich im Kurs kennen?
Unter anderem Google Search Console, Lighthouse, PageSpeed Insights, Screaming Frog SEO Spider, den Rich-Results-Test von Google sowie SEO-Plugins für WordPress (z. B. Yoast). Die Tools werden praktisch im Kontext von Analyse- und Optimierungsaufgaben eingesetzt, nicht nur theoretisch vorgestellt.
Welchen Abschluss bekomme ich und was nützt er mir?
Sie erhalten ein Trägerzertifikat, das Ihre Kenntnisse in Webentwicklung und SEO nachweist. Dieses ist bei Bewerbungen oder als Nachweis gegenüber Kunden verwendbar. Es handelt sich nicht um eine herstellergebundene Prüfung, sondern um ein Kurszeugnis des Bildungsanbieters.
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