Überblick
Diese Weiterbildung führt gezielt zur Fahrerlaubnis der Klassen C und CE und öffnet damit den Zugang zum Beruf des Berufskraftfahrers im gewerblichen Güterverkehr. Wer künftig LKW ohne Anhänger (Klasse C) oder mit Anhänger bzw. Sattelauflieger (Klasse CE) führen möchte, durchläuft hier einen strukturierten Wechsel aus theoretischem Unterricht und praktischer Fahrausbildung. Der Kurs richtet sich an alle, die die gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen erfüllen und den Einstieg in den Güterverkehr als Fahrer suchen – ob als beruflicher Neustart oder als Erweiterung einer bestehenden Fahrerlaubnis der Klasse B.
Kursinhalte & Lernziele
Der theoretische Unterricht vermittelt in zwei aufeinander aufbauenden Blöcken das notwendige Fachwissen für die Fahrerlaubnisprüfung. Im ersten Block steht das Basiswissen im Mittelpunkt, im zweiten Block folgt das fahrzeugspezifische Spezialwissen für Klasse C und CE.
- 12 Unterrichtseinheiten Basiswissen zu Verkehrsvorschriften, Fahrzeugtechnik und rechtlichen Grundlagen des Güterverkehrs
- 14 Unterrichtseinheiten Spezialwissen zu den technischen und fahrdynamischen Besonderheiten von LKW und Sattelzug
- Grundlagen der Ladungssicherung und deren rechtliche Bedeutung
- Aufbau und Funktion von Brems- und Kupplungssystemen bei Klasse-CE-Fahrzeugen
- Vermittlung der Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten im gewerblichen Verkehr
- Achslasten, Gesamtgewichte und deren Bedeutung für die Fahrzeugkombination aus Zugmaschine und Anhänger
- Grundlagen zu Toträumen, Schulterblick und Spiegeleinstellung bei langen Fahrzeugen
- Vorbereitung auf die theoretische Prüfung durch strukturierte Wiederholung der Lerninhalte
Der praktische Unterricht bildet den zweiten großen Baustein der Weiterbildung und orientiert sich am individuellen Lernfortschritt der Teilnehmenden. Er beginnt mit der Grundausbildung am Fahrzeug und führt schrittweise zu anspruchsvolleren Fahrsituationen.
- Grundausbildung am LKW bzw. Sattelzug, deren Dauer sich nach persönlichen Fähigkeiten und Lernfortschritt richtet
- Übungen zum Rangieren, Kuppeln und Abstellen von Anhängern und Sattelaufliegern
- Sonderfahrten im Überlandverkehr, solo mit drei und im Zug mit fünf Fahrten
- Sonderfahrten auf der Autobahn, solo mit einer und im Zug mit zwei Fahrten
- Nachtfahrten im Zugverband mit drei Fahrten zur Schulung des Fahrens bei Dunkelheit
- Praxisnahe Übungen zum sicheren Spurhalten und Abbiegen mit langen Fahrzeugkombinationen
- Training des Bremsverhaltens und der Fahrdynamik bei beladenen und unbeladenen Fahrzeugen
- Übungen zum sicheren Einfädeln und Fahrstreifenwechsel im dichten Autobahnverkehr
Ergänzend werden die praktischen Übungen durch begleitende Rückschau-Phasen im Unterricht vertieft, in denen Fahrsituationen besprochen und typische Fehlerquellen eingeordnet werden. So wächst neben der reinen Fahrpraxis auch das Verständnis für sicherheitsrelevante Zusammenhänge im Güterverkehr. Am Ende der Weiterbildung stehen die theoretische und die praktische Prüfung für die Fahrerlaubnisklassen C und CE, auf die der gesamte Kurs inhaltlich und zeitlich ausgerichtet ist.
Lernziele:
- Die theoretischen Grundlagen der Fahrzeugtechnik von Lastkraftwagen und Sattelzügen verstehen
- Verkehrsvorschriften und rechtliche Rahmenbedingungen für den gewerblichen Güterverkehr sicher anwenden
- Ladungssicherung fachgerecht planen und in der Praxis umsetzen
- Fahrzeugtechnisches Basiswissen zu Bremssystemen, Achslasten und Fahrdynamik von Nutzfahrzeugen aufbauen
- Spezialwissen zu Klasse-CE-Fahrzeugen mit Anhänger bzw. Sattelauflieger erwerben
- Das sichere Manövrieren langer und schwerer Fahrzeugkombinationen im Grundfahrbereich trainieren
- Überlandfahrten unter realistischen Verkehrsbedingungen souverän bewältigen
- Autobahnfahrten mit LKW und Sattelzug sicher durchführen, inklusive Ein- und Ausfädeln sowie Spurwechsel
- Nachtfahrten mit eingeschränkten Sichtverhältnissen meistern
- Rangier- und Kuppelvorgänge bei Klasse-CE-Fahrzeugen präzise ausführen
- Ein Verständnis für wirtschaftliche und vorausschauende Fahrweise im Güterverkehr entwickeln
- Toträume und Abbiegevorgänge bei langen Fahrzeugkombinationen sicher einschätzen
- Verhalten bei Fahrzeugpannen und einfachen technischen Störungen im Straßenverkehr einordnen
- Sich gezielt auf die theoretische und praktische Prüfung der Fahrerlaubnisklassen C und CE vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an alle Interessierten, die die gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen für den Erwerb der Fahrerlaubnisklassen C und CE erfüllen und beruflich im Güterverkehr Fuß fassen möchten. Angesprochen sind sowohl Quereinsteiger ohne bisherige Erfahrung im gewerblichen Fahrbetrieb als auch Personen, die ihre vorhandene Fahrerlaubnis der Klasse B gezielt erweitern wollen.
- Personen mit beruflichem Interesse am Einstieg als Berufskraftfahrer im Güterverkehr
- Inhaber einer Fahrerlaubnis der Klasse B, die auf schwerere Nutzfahrzeuge umsteigen möchten
- Umschüler und berufliche Neueinsteiger mit Interesse an praktischer, fahrzeugbezogener Tätigkeit
- Personen, die körperlich-geistig für den Fahrberuf geeignet sind und die entsprechenden Nachweise erbringen können
Für die Teilnahme ist ein ordentlicher Wohnsitz im Inland erforderlich, ebenso eine bereits vorhandene Fahrerlaubnis der Klasse 3 beziehungsweise B. Das Mindestalter liegt bei 21 Jahren. Erforderlich sind außerdem der Nachweis der körperlich-geistigen Eignung im Sinne der Fahrerlaubnis-Verordnung, ein augenärztliches sowie ein ärztliches Gutachten und ein gültiger Erste-Hilfe-Kurs.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung kombiniert klassischen Präsenzunterricht im Theorieraum mit praktischer Fahrausbildung auf dem Übungsgelände sowie im realen Straßenverkehr. Theoretische Einheiten vermitteln das notwendige Fach- und Vorschriftenwissen, während die Fahrpraxis in Einzelbetreuung am Fahrzeug erfolgt und sich am individuellen Lernfortschritt orientiert. Sonderfahrten auf Landstraßen, Autobahnen und bei Nacht sorgen dafür, dass unterschiedlichste Verkehrssituationen vor der Prüfung real erlebt und trainiert werden.
Der Kurs findet in Vollzeit als Präsenzveranstaltung statt und umfasst insgesamt 26 Unterrichtseinheiten Theorie, aufgeteilt in Basis- und Spezialwissen. Der praktische Anteil richtet sich in seiner Dauer nach dem individuellen Lernfortschritt und umfasst eine festgelegte Anzahl an Grundfahrten, Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten sowohl solo als auch im Fahrzeugzug.
Die Weiterbildung endet mit der theoretischen und praktischen Prüfung zum Erwerb der Fahrerlaubnisklassen C und CE. Beide Prüfungsteile werden extern durch die zuständige Prüfstelle abgenommen; der Kurs bereitet gezielt auf beide Prüfungsteile vor.
Nutzen & Perspektiven
Mit dem Erwerb der Fahrerlaubnisklassen C und CE erschließt sich ein direkter Zugang zu einem Berufsfeld, in dem qualifizierte Fahrer im Güterverkehr gefragt sind. Die Kombination aus fundiertem theoretischem Wissen und intensiver praktischer Fahrausbildung sorgt dafür, dass die Teilnehmenden nicht nur die Prüfung bestehen, sondern von Beginn an sicher und routiniert mit schweren Nutzfahrzeugen umgehen können. Besonders wertvoll ist der hohe Praxisanteil: Durch Sonderfahrten unter realen Bedingungen auf Landstraße, Autobahn und bei Nacht sammeln die Teilnehmenden bereits während der Ausbildung Erfahrung in genau den Situationen, die später im Berufsalltag regelmäßig auftreten. Das schafft ein solides Sicherheitsgefühl am Steuer eines Lastzugs, lange bevor die erste eigenständige Tour ansteht. Wer die Ausbildung abschließt, verfügt über eine bundesweit anerkannte Fahrerlaubnis, die den Einstieg in ein Berufsfeld mit stabiler Nachfrage ermöglicht. Ob als Fahrer im Nah- oder Fernverkehr, im Sattelzug oder mit Anhänger – die erworbenen Fahrerlaubnisklassen bilden die Grundlage für vielfältige Einsatzmöglichkeiten im gewerblichen Güterverkehr. Die praxisnahe Struktur der Sonderfahrten sorgt zudem dafür, dass der Übergang von der Ausbildung in den echten Berufsalltag ohne großen Bruch gelingt. Wer bereits während der Weiterbildung Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten mit einem beladenen Sattelzug absolviert hat, steht nach bestandener Prüfung nicht zum ersten Mal vor diesen Herausforderungen, sondern kann auf konkrete eigene Fahrerfahrung zurückgreifen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Führerscheinklassen erwerbe ich in dieser Weiterbildung?
Die Weiterbildung führt zu den Fahrerlaubnisklassen C und CE. Klasse C berechtigt zum Führen von LKW ohne Anhänger, Klasse CE zusätzlich zum Führen von Sattelzügen und Fahrzeugen mit Anhänger.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Erforderlich sind ein Wohnsitz im Inland, eine Fahrerlaubnis der Klasse 3 bzw. B, ein Mindestalter von 21 Jahren sowie die körperlich-geistige Eignung, nachgewiesen durch augenärztliches und ärztliches Gutachten und einen Erste-Hilfe-Kurs.
Wie ist die Weiterbildung aufgebaut?
Sie besteht aus theoretischem Unterricht mit 12 Einheiten Basiswissen und 14 Einheiten Spezialwissen sowie einem praktischen Teil mit Grundausbildung, Überland-, Autobahn- und Nachtfahrten, jeweils solo und im Fahrzeugzug.
Wie lange dauert die praktische Fahrausbildung?
Die Dauer der praktischen Grundausbildung richtet sich nach den persönlichen Fähigkeiten und dem individuellen Lernfortschritt und ist daher nicht starr festgelegt.
Womit schließt die Weiterbildung ab?
Sie endet mit der theoretischen und der praktischen Prüfung zum Erwerb der Fahrerlaubnisklassen C und CE bei der zuständigen Prüfstelle.
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