Überblick
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die als Neuinhaber der Führerscheinklasse B den Sprung in den Beruf Busfahrer bzw. Kraftfahrer im Personenverkehr wagen möchten. Im Zentrum steht der Erwerb der Fahrerlaubnis Klasse D, die zum Führen von Kraftomnibussen mit mehr als acht Fahrgastplätzen berechtigt. Der Lehrgang kombiniert einen kompakten theoretischen Unterricht mit einer umfangreichen praktischen Grundausbildung sowie vorgeschriebenen Sonderfahrten über Land, auf der Autobahn und bei Nacht, sodass die Teilnehmenden alle Fahrsituationen kennenlernen, die im späteren Berufsalltag als Busfahrerin oder Busfahrer auftreten.
Kursinhalte & Lernziele
Der theoretische Unterricht vermittelt in sechs Unterrichtseinheiten das erforderliche Basiswissen und vertieft dieses in achtzehn weiteren Einheiten zu Spezialthemen des Personenverkehrs. Damit ist der Theorieanteil bewusst kompakt gehalten, da viele Grundlagen aus dem bereits vorhandenen Führerschein der Klasse B übernommen werden können.
- Verkehrsrecht und Vorschriften speziell für Kraftomnibusse
- Fahrzeugtechnik und Besonderheiten von Bussen gegenüber Pkw
- Ladungs- und Fahrgastsicherung im Personenverkehr
- Umweltbewusstes und vorausschauendes Fahren mit großen Fahrzeugen
- Verhalten bei besonderen Verkehrssituationen und Unfällen
- Grundlagen der Fahrgastbetreuung während der Fahrt
Die praktische Grundausbildung umfasst 45 Unterrichtseinheiten hinter dem Steuer eines Kraftomnibusses. Hier stehen die grundlegenden Fahrmanöver im Mittelpunkt, bevor die Fahrschülerinnen und Fahrschüler in komplexeren Verkehrssituationen geprüft werden.
- Anfahren, Bremsen und Rangieren mit einem langen Fahrzeug
- Spurhaltung und Kurvenfahrt unter Berücksichtigung des Überhangs
- Einparken und Wenden auf begrenztem Raum
- Fahren im dichten Stadtverkehr mit Haltestellenbetrieb
- Reaktion auf Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer im Nahbereich
- Umgang mit den fahrzeugspezifischen Bedienelementen eines Busses
Ergänzend zur Grundausbildung sind Sonderfahrten vorgeschrieben, die gezielt auf anspruchsvolle Fahrsituationen vorbereiten: 22 Einheiten Überlandfahrt, 14 Einheiten auf der Autobahn und 8 Nachtfahrten. Diese Fahrten finden unter realen Verkehrsbedingungen statt und sind fester Bestandteil der gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildung.
- Überlandfahrten mit wechselnden Geschwindigkeitsbereichen
- Überholvorgänge und Fahrstreifenwechsel mit einem langen Fahrzeug
- Autobahnauf- und -abfahrten mit einem Kraftomnibus
- Fahren bei hohem Verkehrsaufkommen auf mehrspurigen Straßen
- Nachtfahrten mit eingeschränkter Sicht und Blendungseffekten
- Reaktionsverhalten bei plötzlich auftretenden Hindernissen im Dunkeln
Im begleitenden Praxisteil werden Theorie und Fahrpraxis eng miteinander verzahnt, sodass die Teilnehmenden das theoretisch erlernte Wissen unmittelbar am Steuer anwenden können.
- Übungsfahrten auf einem abgesperrten Fahrgelände zu Beginn der Ausbildung
- Simulierte Haltestellensituationen mit Ein- und Ausstiegsübungen
- Fahrten mit unterschiedlicher Fahrgastauslastung zur Gewichtsverteilung
- Bremswegübungen und Einschätzung des Anhalteweges bei einem Bus
- Rangierübungen auf engem Betriebshofgelände
- Fahrten im Mischverkehr mit Radfahrern und Fußgängern
- Praxisnahe Vorbereitung auf typische Prüfungsstrecken
- Einweisung in die Kontrolle sicherheitsrelevanter Fahrzeugkomponenten
- Übungen zum sicheren Verhalten bei Straßenglätte und Nässe
- Kommunikation mit Fahrgästen während schwieriger Fahrsituationen
- Gemeinsame Nachbesprechung jeder Fahrstunde mit dem Fahrlehrer
- Abschließende Simulation einer vollständigen Prüfungsfahrt
Die Kombination aus theoretischem Grundwissen und intensiver Fahrpraxis stellt sicher, dass die Teilnehmenden am Ende der Weiterbildung sowohl die rechtlichen als auch die fahrpraktischen Anforderungen für den Personenverkehr souverän beherrschen. Wer bereits über den Pkw-Führerschein verfügt, profitiert von der verkürzten Theoriezeit und kann sich auf die für Kraftomnibusse spezifischen Fahrfertigkeiten konzentrieren, die im späteren Berufsalltag als Busfahrerin oder Busfahrer täglich gefragt sind.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieser Weiterbildung beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- die rechtlichen Grundlagen für das Führen von Kraftomnibussen im Personenverkehr benennen
- die technischen Besonderheiten von Bussen gegenüber Pkw einschätzen
- ein Fahrzeug der Klasse D sicher im Stadtverkehr manövrieren
- Überlandfahrten mit einem Kraftomnibus situationsgerecht durchführen
- Autobahnfahrten unter Berücksichtigung der Fahrzeuglänge und -breite meistern
- Nachtfahrten mit eingeschränkten Sichtverhältnissen sicher bewältigen
- Fahrgäste beim Ein- und Aussteigen sowie während der Fahrt sicher befördern
- vorausschauendes und kraftstoffsparendes Fahrverhalten bei einem großen Fahrzeug anwenden
- die theoretischen Prüfungsinhalte zur Klasse D sicher wiedergeben
- die praktische Fahrprüfung nach den Vorgaben der Fahrerlaubnisverordnung bestehen
- grundlegende Verhaltensregeln bei technischen Störungen während der Fahrt anwenden
- die eigene körperliche und geistige Eignung für den Personenverkehr realistisch einschätzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung eignet sich für alle Interessierten, die die gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen für die Klasse D erfüllen und beruflich in den Personenverkehr einsteigen möchten. Besonders geeignet ist sie für Neuinhaber der Klasse B, die noch keine langjährige Fahrpraxis mit größeren Fahrzeugen gesammelt haben, aber die Mindestanforderungen an Alter und Eignung bereits erfüllen.
- Berufseinsteigerinnen und -einsteiger, die Busfahrer/in werden möchten
- Personen mit Interesse an einer Tätigkeit als Kraftfahrer im Personenverkehr
- Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern
- Interessierte, die eine krisensichere Tätigkeit im ÖPNV oder Reiseverkehr anstreben
Voraussetzung ist ein ordentlicher Wohnsitz im Inland sowie der Besitz der Fahrerlaubnis Klasse B seit weniger als zwei Jahren. Die Bewerberinnen und Bewerber müssen mindestens 24 Jahre alt sein und ein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen. Die körperlich-geistige Eignung im Sinne der Fahrerlaubnis-Verordnung wird durch ein augenärztliches sowie ein allgemeinmedizinisches Gutachten nachgewiesen, zusätzlich ist ein gültiger Erste-Hilfe-Kurs erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Die Ausbildung findet als Präsenzveranstaltung in Vollzeit statt und verbindet kompakten Theorieunterricht mit einem hohen Anteil praktischer Fahrstunden. Der theoretische Teil wird in kleinen Gruppen vermittelt, während die Fahrausbildung in der Regel einzeln mit einem Fahrlehrer erfolgt, sodass individuell auf den jeweiligen Ausbildungsstand eingegangen werden kann. Die vorgeschriebenen Sonderfahrten finden unter realen Verkehrsbedingungen statt.
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 24 Unterrichtseinheiten Theorie sowie 45 Unterrichtseinheiten praktische Grundausbildung, ergänzt um 44 Sonderfahrten. In der Vollzeitform lässt sich die Ausbildung innerhalb weniger Wochen abschließen; die genaue Dauer hängt vom individuellen Ausbildungsfortschritt und der Terminverfügbarkeit für die praktischen Fahrstunden ab.
Die Weiterbildung schließt mit der theoretischen und praktischen Prüfung zur Fahrerlaubnis Klasse D vor dem zuständigen Prüfungsausschuss ab. Mit bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmenden die Fahrerlaubnis für Kraftomnibusse mit mehr als acht Fahrgastplätzen und damit die Grundlage für eine Tätigkeit im Personenverkehr.
Nutzen & Perspektiven
Der Beruf des Busfahrers bzw. der Busfahrerin bietet einen vergleichsweise unkomplizierten Einstieg in eine gefragte und krisenfeste Branche. Verkehrsunternehmen im öffentlichen Nahverkehr und im Reiseverkehr suchen laufend qualifiziertes Fahrpersonal, sodass Absolventinnen und Absolventen dieser Weiterbildung gute Chancen auf eine zeitnahe Anstellung haben. Über die reine Fahrerlaubnis hinaus vermittelt der Lehrgang ein solides Verständnis für die besonderen Anforderungen des Personenverkehrs, etwa im Umgang mit Fahrgästen, bei der Einschätzung von Bremswegen und beim vorausschauenden Fahren mit einem großen Fahrzeug. Diese Kompetenzen bilden die Basis für einen sicheren und professionellen Berufseinstieg. Da der Erwerb der Klasse D häufig der erste Schritt zu einer weiterführenden Qualifikation im Personenverkehr ist, eröffnet die Weiterbildung auch die Perspektive, später den Anhängerbetrieb Klasse DE oder zusätzliche Qualifikationen im Bereich der Berufskraftfahrer-Grundqualifikation zu ergänzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer kann an dieser Weiterbildung teilnehmen?
Teilnehmen können Personen mit ordentlichem Wohnsitz im Inland, die seit weniger als zwei Jahren die Fahrerlaubnis Klasse B besitzen und mindestens 24 Jahre alt sind. Zusätzlich werden ein einwandfreies Führungszeugnis sowie ärztliche und augenärztliche Gutachten zur Fahreignung verlangt.
Wie ist die Ausbildung aufgebaut?
Die Ausbildung besteht aus 24 Unterrichtseinheiten Theorie, 45 Einheiten praktischer Grundausbildung sowie vorgeschriebenen Sonderfahrten über Land, auf der Autobahn und bei Nacht. So werden alle relevanten Fahrsituationen für den späteren Berufsalltag abgedeckt.
Mit welchem Abschluss endet die Weiterbildung?
Die Weiterbildung endet mit der theoretischen und praktischen Prüfung zur Fahrerlaubnis Klasse D. Nach bestandener Prüfung dürfen Absolventinnen und Absolventen Kraftomnibusse mit mehr als acht Fahrgastplätzen führen.
Ist ein Erste-Hilfe-Kurs Voraussetzung?
Ja, ein gültiger Erste-Hilfe-Kurs mit Soforthilfeschritten für Notfallsituationen gehört zu den Zugangsvoraussetzungen und muss vor Ausbildungsbeginn nachgewiesen werden.
Ist die Weiterbildung förderfähig?
Eine Förderung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters ist möglich. Die konkreten Fördermöglichkeiten werden auf der Kursseite separat ausgewiesen.
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