Assistierte Ausbildung
Unterstützungsangebot nach § 74 SGB III, das Auszubildende und Betriebe während der Ausbildung begleitet.
Was ist Assistierte Ausbildung?
Unterstützungsangebot nach § 74 SGB III, das Auszubildende und Betriebe während der Ausbildung begleitet.
- Staatlich gefördertes Konzept im deutschen Weiterbildungsbereich (Assistierte Ausbildung).
- Rechtskonform eingeordnet für SGB II und SGB III Antragssteller.
- Geprüfte Definition durch die Kursweg Fachredaktion (Rechtsstand: 2026-07-29).
Assistierte Ausbildung – Ausführliche Erklärung
Die Assistierte Ausbildung führt Auszubildende, die zusätzliche Unterstützung brauchen, zum Abschluss. Sie besteht aus einer vorbereitenden und einer begleitenden Phase: Vor der Ausbildung geht es um Orientierung, Vermittlung und die Vorbereitung auf den Betrieb, während der Ausbildung um Stützunterricht, sozialpädagogische Begleitung und Unterstützung bei Konflikten. Anders als frühere Instrumente richtet sie sich ausdrücklich auch an die Betriebe, die bei administrativen Fragen und im Umgang mit Schwierigkeiten begleitet werden. Zielgruppe sind vor allem junge Menschen mit schwierigen Startvoraussetzungen — schulische Lücken, sprachliche Hürden, belastende Lebenslagen. Für die berufliche Weiterbildung Erwachsener ist das Instrument nicht einschlägig; dort greifen die begleitenden Hilfen im Rahmen der jeweiligen Maßnahme.
Zwei Phasen mit unterschiedlichem Zweck
Die vorbereitende Phase liegt vor der Ausbildung. Sie dient der Orientierung, dem Aufholen schulischer Grundlagen und der Vermittlung in einen passenden Betrieb — sie kann also selbst der Weg in die Ausbildung sein.
Die begleitende Phase läuft parallel zur Ausbildung. Hier stehen Stützunterricht in Theorie und Fachpraxis, Prüfungsvorbereitung und die Begleitung bei persönlichen Schwierigkeiten im Vordergrund.
Beide Phasen können, müssen aber nicht kombiniert werden. Wer bereits einen Ausbildungsplatz hat und nur Unterstützung während der Ausbildung braucht, steigt direkt in die begleitende Phase ein.
Warum Betriebe mit im Blick sind
Ausbildungsabbrüche entstehen selten nur auf einer Seite. Häufig treffen Unsicherheiten der Auszubildenden auf Betriebe, die mit schwierigen Situationen wenig Erfahrung haben oder deren Ausbildungspersonal knapp bemessen ist.
Die Assistierte Ausbildung setzt deshalb an beiden Enden an: Sie unterstützt bei Verwaltungsfragen, vermittelt bei Konflikten und ist Ansprechpartner, wenn es hakt. Für kleine Betriebe senkt das die Hürde, überhaupt auszubilden.
Für Auszubildende bedeutet es eine neutrale Instanz zwischen sich und dem Betrieb. Das kann entscheidend sein, wenn ein Konflikt sonst direkt zur Kündigung führen würde.
Wie der Zugang läuft
Der Weg führt über die Agentur für Arbeit, die die Maßnahme bewilligt und einen Träger beauftragt. Ansprechpartner ist die Berufsberatung; auch Betriebe können den Anstoß geben, wenn sie Unterstützungsbedarf sehen.
Die Teilnahme ist freiwillig und kostenfrei. Sie hat keine Auswirkungen auf den Ausbildungsvertrag und erscheint auch nicht im Zeugnis — eine Sorge, die junge Menschen oft vom Nachfragen abhält.
Je früher der Bedarf angesprochen wird, desto wirksamer ist die Unterstützung. Nach einer bereits misslungenen Zwischenprüfung bleibt weniger Spielraum als bei ersten Schwierigkeiten im ersten Ausbildungsjahr.
Praxis-Beispiel
Ein Auszubildender mit Schwierigkeiten in der Berufsschule erhält über die Assistierte Ausbildung Stützunterricht und sozialpädagogische Begleitung; der Betrieb wird bei Konflikten unterstützt.
Häufige Fragen zu Assistierte Ausbildung
Für wen ist die Assistierte Ausbildung gedacht?
Vor allem für junge Menschen mit schwierigen Startvoraussetzungen — schulischen Lücken, sprachlichen Hürden oder belastenden Lebenslagen. Auch Betriebe werden begleitet.
Gilt sie auch für Umschulungen?
Nein, sie betrifft die Ausbildung. Bei Umschulungen greifen begleitende Hilfen im Rahmen der jeweiligen Maßnahme; sprechen Sie dazu Ihren Bildungsträger an.
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Zuletzt geprüft am 29. Juli 2026 · Kursweg-Redaktion
Die Angaben zu Assistierte Ausbildung dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Förderberatung im Einzelfall. Alle Angaben ohne Gewähr. Über eine Förderung entscheidet ausschließlich die zuständige Stelle — in der Regel die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter — nach Prüfung Ihres konkreten Falls. Gesetzeslage, Beträge und Fristen ändern sich; maßgeblich ist stets die aktuell geltende Fassung.
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