Überblick
Dieser Lehrgang verbindet das ITIL-v3-Intermediate-Modul Service Transition mit PRINCE2 Foundation. Service Transition ist die Lifecycle-Phase, die dafür sorgt, dass neue oder geänderte Services kontrolliert und risikominimiert in den Betrieb überführt werden. Change Management, Release und Deployment Management, das Service Knowledge Management System (SKMS) und Konfigurationsmanagement sind die zentralen Themen dieser Phase. Wie bei allen Modulen dieser Reihe gilt: Es handelt sich ausdrücklich um ITIL v3 — die Vorgängerversion von ITIL 4, deren Intermediate-Zertifizierungslinie Axelos zurückgezogen hat. Wer diesen Kurs belegt, vertieft bestehende v3-Foundation-Kenntnisse in einem der anspruchsvollsten und praxisrelevantesten Bereiche des klassischen ITIL-Lifecycles.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — ITIL v3 Intermediate Lifecycle: Service Transition: Service Transition ist die Phase, in der Vorhaben aus Service Design die Brücke in den realen Betrieb schlagen. Jede Änderung an einem IT-Service — ob neue Funktionalität, Systemwechsel oder Konfigurationsanpassung — muss diese Phase durchlaufen, damit sie kontrolliert und mit minimalen Betriebsrisiken eingeführt wird. Service Transition verbindet konzeptionelle Planung mit operativer Ausführung und ist die Phase, in der Theorie auf die Realität der IT-Produktion trifft.
- Einführung in Service Transition: Wertbeitrag, Schlüsselbegriffe und Abgrenzung zu Service Design und Service Operation
- Service-Transition-Prinzipien: frühzeitige Einbindung der Betriebsteams, formale Release-Policies, konsistente Qualitätsstandards
- Transition Planning and Support: Koordination und Ressourcenplanung über alle Transition-Aktivitäten hinweg
- Change Management: Ziele, Umfang, Klassifikation (Standard, Normal, Emergency Change), RFC-Lebenszyklus, Change Models und das Change Advisory Board (CAB)
- Service Asset and Configuration Management (SACM): Configuration Items (CIs), Configuration Management Database (CMDB), Configuration Management System (CMS) und deren Zusammenspiel mit dem SKMS
- Knowledge Management und das Service Knowledge Management System (SKMS): Daten, Information, Wissen und Verständnis als Hierarchie sowie der Zusammenhang zwischen CMS und SKMS
- Release and Deployment Management: Release-Typen, Release-Pakete, Deployment-Phasen, Rollback-Planung und Post-Implementation Review
- Service Validation and Testing: Teststrategien, Akzeptanzkriterien und die Schnittstelle zu Service-Design-Qualitätsanforderungen
- Evaluation: formale Bewertung von Serviceleistungen vor dem Go-Live
- Übergreifende Aktivitäten: Stakeholder-Management, Kommunikation und Änderungsmanagement auf Organisationsebene
- Organisation von Service Transition: Rollen, Verantwortlichkeiten und Strukturoptionen für verschiedene Unternehmensgrößen
- Herausforderungen, kritische Erfolgsfaktoren und typische Risiken in komplexen Transition-Vorhaben
- Prüfungsvorbereitung ITIL Intermediate ST Certificate: 8 szenariobasierte Mehrfachauswahlaufgaben, 70-Prozent-Bestehensschwelle
Modul 2 — PRINCE2 Foundation: Projektmanagement und Transition im Zusammenspiel: Service-Transition-Vorhaben werden häufig als Projekte initiiert — der Wechsel einer kritischen Anwendung, die Migration einer Infrastrukturkomponente oder die Einführung eines neuen Services sind typische Projekt-Trigger. PRINCE2 Foundation gibt Service-Transition-Fachleuten das Vokabular und das Strukturverständnis, das sie für die Zusammenarbeit mit Projektteams brauchen.
- Das PRINCE2-Framework: Entstehung, Axelos-Zertifizierung und weltweite Anwendung im Überblick
- Die sieben Prinzipien: systematischer Überblick mit direkter Relevanz für den IT-Transitionskontext
- Die sieben Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderungen und Fortschritt — mit direkten Bezügen zu Change- und Release-Prozessen
- Die sieben PRINCE2-Prozesse: vom Project Brief bis zum Project Closure Report
- Managementprodukte in PRINCE2: Zweck und Verwendung im Projektverlauf
- Rollen im PRINCE2-Projektmanagementteam: Project Board, Project Manager, Team Manager und ihre Entscheidungsbefugnisse
- Tailoring und Skalierung: Anpassung von PRINCE2 an IT-Transitionsprojekte unterschiedlicher Größe
- Prüfungsvorbereitung PRINCE2 Foundation: Fragetypen und Bewertungsschema
Lernziele:
- Sie erläutern Ziele, Geltungsbereich und strategische Bedeutung von Service Transition im ITIL-v3-Lifecycle
- Sie beschreiben die Service-Transition-Prinzipien und verstehen, wie diese die Transition-Planung und -Ausführung leiten
- Sie kennen die zentralen Service-Transition-Prozesse: Change Management, Release and Deployment Management, Service Asset and Configuration Management (SACM), Knowledge Management, Transition Planning and Support sowie Service Validation and Testing
- Sie verstehen den Change-Management-Prozess im Detail: Klassifikation, RFC-Prozess, Change Advisory Board (CAB), Standard Changes und Emergency Changes
- Sie beschreiben den Release-and-Deployment-Management-Prozess und seine Phasen vom Release-Paket bis zur Deployment-Aktivität
- Sie erläutern das Service Knowledge Management System (SKMS) und den Zusammenhang zwischen CMDB, CMS und SKMS
- Sie kennen übergreifende Service-Transition-Aktivitäten wie das Management von Organisationsänderungen und Stakeholder-Kommunikation
- Sie bereiten sich auf die Prüfung zum ITIL Intermediate Qualification: Service Transition Certificate vor
- Sie beschreiben die sieben Prinzipien, Themen und Prozesse von PRINCE2 und sind auf die Foundation-Prüfung vorbereitet
- Sie erkennen Berührungspunkte zwischen PRINCE2-Projekten und ITIL-Service-Transition-Prozessen
- Sie können Change-Requests und Release-Pläne in einem PRINCE2-Projektrahmen einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an IT-Fachleute, die im Bereich Change, Release und Konfigurationsmanagement tätig sind oder diese Prozesse verantworten, und die ihre v3-Kenntnisse auf Intermediate-Niveau zertifizieren möchten.
- Change Manager und Change Advisory Board-Mitglieder, die ihren Prozessrahmen systematisch vertiefen möchten
- Release Manager und Deployment-Verantwortliche in IT-Betrieben und IT-Dienstleistern
- Configuration-Management-Fachleute, die CMDB und SKMS professionell betreuen
- IT-Consultants, die Kunden bei Service-Transition-Projekten beraten und begleiten
- Fachleute mit ITIL-v3-Foundation, die ein Intermediate-Zertifikat im Lifecycle-Stream anstreben
Das ITIL-v3-Foundation-Zertifikat ist Pflichtvoraussetzung für die Zulassung zur Intermediate-ST-Prüfung und muss vor Kursbeginn vorliegen. Berufserfahrung in Change Management, Release Management oder Konfigurationsmanagement ist inhaltlich sehr hilfreich, aber nicht formal vorausgesetzt. Für PRINCE2 Foundation sind keine Vorkenntnisse nötig; Projekterfahrung erleichtert das Verständnis jedoch.
Ablauf & Abschluss
Service Transition ist prozessual komplex, da Change Management, SACM und Release Management eng miteinander verflochten sind. Der Unterricht setzt auf Fallstudienarbeit und Prozesssimulationen, die diese Verflechtungen sichtbar machen. Trainer mit operativer Change- und Release-Erfahrung verknüpfen die theoretischen ITIL-Definitionen mit praxisnahen Szenarien. Die Intermediate-Prüfungsvorbereitung fokussiert auf szenariobasierte Aufgaben, bei denen die richtige Anwendung von Konzepten gefragt ist — nicht bloße Begriffskenntnis.
Das Programm wird als Combined Learning durchgeführt und dauert typischerweise zwischen einem und drei Monaten. Das Service-Transition-Intermediate-Modul ist inhaltlich umfangreich, da es mehrere eng verzahnte Prozesse behandelt. Ausreichend Zeit für die Prüfungsvorbereitung — insbesondere das Training mit szenariobasierten Aufgaben — ist entscheidend für den Prüfungserfolg. Vollzeit- und Teilzeitvarianten stehen offen.
Bei bestandenen Prüfungen erhalten Teilnehmende das ITIL Intermediate Qualification: Service Transition Certificate und das PRINCE2 Foundation Certificate, beide von Axelos ausgestellt. Ergänzend wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers ausgestellt. Wie bei den anderen v3-Intermediate-Modulen gilt: Die v3-Zertifizierungslinie wurde von Axelos zurückgezogen; bestehende Zertifikate sind weiterhin gültig und werden in v3-geprägten Organisationen anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Service Transition ist die Phase, in der IT-Projekte auf den IT-Betrieb treffen. Wer Change Management, Release- und Deployment-Prozesse sowie das Konfigurationsmanagement auf Intermediate-Niveau versteht, kann Transitionen sicherer planen, Betriebsrisiken früher erkennen und die Kommunikation zwischen Projekt- und Betriebsteams aktiv gestalten. Das Intermediate-Zertifikat belegt diese Fachtiefe nachvollziehbar. Das SKMS-Konzept — also die durchgängige Verbindung von Konfigurationsdaten (CMDB), Informationssystemen (CMS) und Wissensbasis — ist eines der strukturell anspruchsvollsten Themen in ITIL v3 und in der Praxis in vielen Organisationen unzureichend implementiert. Wer dieses Konzept versteht und anwenden kann, bringt einen klaren Mehrwert für jede Organisation, die auf datengestützte Transition-Entscheidungen angewiesen ist. Die Kombination mit PRINCE2 Foundation schließt eine wichtige Lücke: Transition-Vorhaben werden initiiert, geplant und gesteuert — und dafür braucht man ein gemeinsames Projektmanagement-Vokabular. Wer sowohl ITIL v3 Service Transition als auch PRINCE2 versteht, ist in der Lage, die Brücke zwischen Projekt- und Betriebswelt methodisch sauber zu schlagen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet Service Transition von den anderen ITIL-Lifecycle-Phasen?
Service Transition ist die Phase, die zwischen dem Design eines Services und seinem stabilen Betrieb steht. Sie stellt sicher, dass neue oder geänderte Services kontrolliert und risikominimiert eingeführt werden. Die Schlüsselprozesse Change Management, Release Management und SACM sind in keiner anderen Lifecycle-Phase so zentral wie hier.
Was ist das SKMS und warum ist es wichtig?
Das Service Knowledge Management System (SKMS) ist der übergeordnete Rahmen, der alle Informationen und Wissensquellen einer IT-Organisation zusammenführt — von der CMDB über das Configuration Management System bis zu dokumentierten Erfahrungen und Known Errors. Ein gut gepflegtes SKMS ermöglicht fundierte Entscheidungen bei Changes und Transitions.
Welche Vorkenntnisse brauche ich für das Intermediate ST Modul?
Das ITIL-v3-Foundation-Zertifikat ist Pflichtvoraussetzung und muss vor Kursbeginn vorliegen. Berufliche Erfahrung in Change-, Release- oder Konfigurationsmanagement ist inhaltlich sehr hilfreich, da das Modul auf dem Vorwissen aus der Foundation aufbaut und in die Prozesstiefe geht.
Wie verhält sich ITIL v3 Change Management zu PRINCE2-Projektänderungen?
ITIL v3 Change Management steuert Änderungen an IT-Services und -Infrastrukturen im laufenden Betrieb. PRINCE2 verwaltet Änderungen innerhalb eines Projekts über das Thema "Änderungen" und Configuration Management. Beide Frameworks haben eigene Prozesse für Änderungen, die in der Praxis aufeinander abgestimmt sein müssen — ein Grund, warum beide Zertifizierungen in diesem Lehrgang kombiniert werden.
Was folgt nach dem Intermediate ST Zertifikat?
Wer auf der ITIL-v3-Intermediate-Ebene weitermacht, kann weitere Lifecycle-Module (SO, CSI, SD, SS) oder Capability-Module absolvieren. Alternativ bietet ITIL 4 mit dem Managing Professional oder Strategic Leader Track einen modernen Weiterentwicklungspfad, der v3-Kenntnisse ergänzt statt ersetzt.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Wirtschaftsinformatik (grundständig)4.204 Stellen
- IT-Projektmanager268 Stellen
- Verwaltungsinformatik (grundständig)112 Stellen
- IT-Consultant65 Stellen
- Informationstechnikermeister/Informationstechnikermeisterin/Bachelor Professional im Informationstechniker-Handwerk19 Stellen
- Bioinformatik (grundständig)6 Stellen