Überblick
Dieses Programm kombiniert die drei methodischen Standbeine agiler Organisationen – Scrum, PRINCE2 und ITIL 4 – mit einem Verhandlungsmodul, das auf dem Harvard-Konzept aufbaut. Wer als Agile Coach oder Transformationsmanager arbeitet, führt täglich Gespräche, in denen Ressourcen, Prioritäten und Zuständigkeiten ausgehandelt werden: mit Auftraggebern, mit Führungskräften, mit Lieferanten. Das strategische Verhandlungsmodul gibt dafür ein erprobtes Werkzeugset an die Hand. Abgerundet wird das Programm durch eine praxisnahe Einheit zu Microsoft Teams 365, die digitale Kollaborationsfähigkeiten für den Projektalltag vermittelt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Scrum Expert: Das Scrum-Modul legt die Grundlage für agiles Denken und Handeln in iterativen Projekten. Neben den Kernkonzepten des Rahmenwerks – Rollen, Ereignisse, Artefakte – geht es darum, Scrum in Unternehmensumgebungen einzuführen, in denen agile Werte oft auf traditionelle Strukturen treffen. Die Vorbereitung auf die Zertifizierungsprüfung ist fester Bestandteil.
- Scrum-Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam) voneinander abgrenzen und ausfüllen
- Sprint-Ziele formulieren und Backlogs kollaborativ pflegen
- Retrospektiven so moderieren, dass echte Verbesserungen entstehen
- Scrum-Skalierung für Programme mit mehreren Teams einschätzen
- User Stories schreiben und mit Akzeptanzkriterien schärfen
- Scrum-Werte (Fokus, Offenheit, Mut, Respekt, Commitment) in der Teampraxis verankern
Modul 2 – PRINCE2: PRINCE2 strukturiert Projekte durch klare Rollen, Entscheidungspunkte und Kontrollinstrumente. Für agile Coaches ist PRINCE2 besonders wertvoll als Governance-Rahmen, der agile Delivery mit dem Reporting-Bedarf des Managements verbindet. Das Modul bereitet auf die PRINCE2-Zertifizierungsprüfung vor.
- Projektvorbereitung, -initiierung und -steuerung nach PRINCE2 durchführen
- Produkt-basierte Planung und Work-Package-Steuerung einsetzen
- Sieben Themen (Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderung, Fortschritt) anwenden
- Management-Produkte (Projektbrief, PID, Statusberichte) erstellen
- Exceptions managen und Eskalationswege nutzen
- PRINCE2 Agile als Brücke zwischen Governance und iterativer Delivery einordnen
Modul 3 – ITIL 4 Foundation: ITIL 4 bietet den konzeptionellen Rahmen für modernes IT-Servicemanagement. Das Modul vermittelt das Service Value System, die vier Dimensionen und die zentralen Praktiken, die in jedem IT-Betrieb relevant sind. Teilnehmende lernen, wie sich ITIL-4-Konzepte mit agilen Methoden verbinden lassen. Die Vorbereitung auf die ITIL-4-Foundation-Prüfung ist Bestandteil.
- Service Value System und dessen Komponenten beschreiben und anwenden
- Guiding Principles (Fokus auf Wert, iterativer Fortschritt mit Feedback, Zusammenarbeit etc.) in Praxissituationen übersetzen
- Schlüsselpraktiken (Incident Management, Problem Management, Change Enablement) definieren
- Continual Improvement mit dem ITIL-4-Modell systematisch angehen
- Zusammenspiel von ITIL 4 und agilen Methoden einordnen
- ITIL-4-Foundation-Prüfungsformat und häufige Themenfelder kennen
Modul 4 – Strategisches Verhandeln: Dieses Modul unterscheidet den Kurs von anderen Agile-Coach-Programmen. Es vermittelt ein strukturiertes Verhandlungsframework, das auf dem Harvard-Konzept basiert und speziell für komplexe, mehrschichtige Verhandlungssituationen im Unternehmenskontext aufbereitet ist. Ob Budget-Verhandlung mit dem Auftraggeber, Ressourcen-Gespräch mit dem Linienmanagement oder Lieferanten-Verhandlung – das Modul liefert für jedes Szenario ein erprobtes Vorgehen.
- Harvard-Prinzipien (Menschen von Problemen trennen, Interessen statt Positionen, Optionen zum gemeinsamen Vorteil, objektive Kriterien) anwenden
- BATNA (Best Alternative to a Negotiated Agreement) ermitteln und strategisch nutzen
- Verhandlungszonen (ZOPA) analysieren und Spielräume einschätzen
- Einstiegsangebote und Zugeständnisse taktisch einsetzen
- Mit unfairen Taktiken und Machtasymmetrien souverän umgehen
- Verhandlungsergebnisse verbindlich vereinbaren und dokumentieren
Modul 5 – Microsoft Teams 365: Microsoft Teams bildet die Kommunikationsinfrastruktur für moderne Projektarbeit. Das Modul vermittelt, wie sich die Plattform über den reinen Chat-Einsatz hinaus als vollständige Projektzentrale nutzen lässt – von der Strukturierung von Teams und Kanälen bis zur Integration von Planungstools und gemeinsamen Dokumenten.
- Teams- und Kanalstruktur für Projektorganisationen aufbauen
- Besprechungsformen (sofortige, geplante, Kanal-Besprechungen) situationsgerecht wählen
- Aufgaben mit Planner direkt in Teams verwalten
- SharePoint-Dokumentenbibliotheken in Kanäle integrieren
- Gäste-Zugänge für externe Stakeholder einrichten und steuern
- Benachrichtigungsprofile für konzentriertes Arbeiten konfigurieren
Praxis-Block – Anwendungsszenarien Die Verbindung der fünf Module wird in durchgehenden Praxissequenzen erprobt. Verhandlungsrollenspiele, Projekt-Fallstudien und Teamkoordinations-Übungen sind so konzipiert, dass sie die reale Arbeitswelt agiler Coaches abbilden.
- PRINCE2-Projektbrief für ein Change-Vorhaben mit Stakeholder-Analyse aufsetzen
- Scrum Sprint für ein Produktentwicklungsprojekt planen und retrospektiv auswerten
- ITIL-Incident-Eskalationsprozess für ein IT-Service-Umfeld entwerfen
- Harvard-Verhandlung für ein Ressourcen-Gespräch mit dem Linienmanagement simulieren
- Budgetverhandlung in einer Mehrparteien-Konstellation durchspielen
- Teams-Workspace für ein verteiltes Scrum-Team strukturieren
- Management-Reporting (PRINCE2-Statusbericht) in Teams aufbereiten und präsentieren
- Verhandlungsprotokoll erstellen und Umsetzungsverantwortlichkeiten festhalten
- ITIL-Continual-Improvement-Register anlegen und pflegen
- Konflikt zwischen Scrum-Team und Governance-Instanz moderieren
- Sprint-Demo vor einem (simulierten) Steering Committee präsentieren
- BATNA für eine Lieferanten-Verhandlung definieren und kommunikativ einsetzen
Alle Module sind einzeln buchbar und können in Absprache ergänzt oder umgestellt werden. Der Gesamtaufbau folgt einem didaktischen Pfad, der methodisches Wissen und Verhandlungskompetenz parallel entwickelt.
Lernziele:
- Scrum-Artefakte und -Ereignisse anwenden und für Transformationsprojekte anpassen
- PRINCE2-Projekte initiieren, planen, steuern und abschließen nach den sieben Prinzipien
- IT-Servicemanagement nach ITIL 4 in der täglichen Praxis umsetzen
- Das Harvard-Konzept für sachbezogenes, interessen- statt positionsorientiertes Verhandeln anwenden
- BATNA ermitteln und in Verhandlungsstrategien einbeziehen
- Verhandlungsführung in Mehrparteien-Konstellationen und bei ungleichen Machtverhältnissen beherrschen
- Verhandlungsergebnisse schriftlich fixieren und Umsetzung sicherstellen
- Microsoft Teams als zentrale Plattform für Projektkoordination nutzen
- Meetings in Teams zielgerichtet strukturieren und Ergebnisse nachhaltig dokumentieren
- Stakeholder-Erwartungen proaktiv managen und transparent kommunizieren
- Spannungsfelder zwischen Scrum-Teams und klassischer Unternehmensgovernance moderieren
- Den Wechsel zwischen agilen und plangesteuerten Methoden situationsgerecht vollziehen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die in Schnittstellen-Rollen arbeiten – zwischen agilen Teams und klassischen Unternehmensstrukturen, zwischen Technik und Business, zwischen Auftraggeber und Umsetzungsteam.
- Scrum Master und Agile Coaches, die ihre Wirksamkeit in Stakeholder-Gesprächen steigern wollen
- Projektleiterinnen und Projektleiter, die Methoden-Zertifizierungen mit Verhandlungskompetenz verbinden
- Change Manager in IT-nahen Organisationen
- IT-Fachkräfte, die in Koordinationsrollen wechseln und dafür ein vollständiges Methodenprofil aufbauen
- Berufseinsteiger mit Projekterfahrung, die sich strukturiert zertifizieren wollen
Berufserfahrung im Projekt- oder IT-Kontext ist vorteilhaft, aber keine formale Voraussetzung. Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse sind erforderlich, da Teile des Lernmaterials auf Englisch vorliegen. Das Programm setzt bei den Grundlagen der einzelnen Rahmenwerke an; Vorerfahrung mit Scrum, PRINCE2 oder ITIL ist nicht notwendig. Grundlegende Computerkenntnisse genügen als technische Basis.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs nutzt das Combined-Learning-Format, das live moderierte Lernphasen (Präsenz oder Online) mit Übungseinheiten in eigener Verantwortung verbindet. Methodische Module werden durch Lehrgespräche, strukturierte Gruppenarbeit und konkrete Fallstudien erarbeitet. Das Verhandlungsmodul setzt konsequent auf Rollenspiele, weil strategisches Verhandeln sich nicht durch Zuhören, sondern nur durch Üben entwickelt. Videofeedback und Gruppen-Debriefs machen Verhandlungsverhalten sichtbar und bearbeitbar. Das Zeitmodell – Vollzeit oder Teilzeit – wird individuell gewählt.
Das Programm erstreckt sich über mehrere Wochen; die genaue Dauer hängt vom gewählten Zeitrhythmus ab. Vollzeit-Gruppen schließen schneller ab; Teilzeit-Formate ermöglichen die parallele Berufstätigkeit. Alle Zertifizierungsprüfungen (Scrum, PRINCE2, ITIL 4) sind in den Gesamtablauf integriert. Das Programm ist so strukturiert, dass Prüfungen inhaltlich gut vorbereitet sind, bevor sie stattfinden.
Für erfolgreich absolvierte Zertifizierungsprüfungen erhalten Teilnehmende ein international anerkanntes trägerinternes Zertifikat. Eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung dokumentiert das Verhandlungsmodul und die Microsoft-Teams-Einheit. Die Prüfungen zu Scrum, PRINCE2 und ITIL 4 finden bei akkreditierten Prüfungsstellen statt.
Nutzen & Perspektiven
Strategisches Verhandeln ist eine der am häufigsten unterschätzten Kompetenzen in agilen Rollen. Wer Sprints priorisiert, ohne Budget verhandeln zu können, stößt schnell an strukturelle Grenzen. Das Harvard-Modul macht diesen Kurs zu einer seltenen Kombination: Methodenwissen und Verhandlungskompetenz in einem einzigen Programm. Die drei Zertifizierungsrahmen – Scrum, PRINCE2, ITIL 4 – decken gemeinsam die wichtigsten Welten moderner Projektarbeit ab. Agile Coaches, die alle drei verstehen, können zwischen Teams, IT-Betrieb und Management vermitteln, ohne in einer Methodenwelt steckenzubleiben. Das macht sie zu gefragten Gesprächspartnern auf allen Ebenen. Microsoft Teams als fünftes Modul sorgt dafür, dass das erworbene Wissen unmittelbar im Arbeitsalltag wirksam wird. Verhandlungsergebnisse, Projektberichte und Sprint-Ergebnisse – all das landet letztlich in einer Kollaborationsplattform. Wer Teams souverän nutzt, verliert keine Zeit an technische Hürden und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was versteht man unter dem Harvard-Konzept im Verhandlungsmodul?
Das Harvard-Konzept ist ein sachbezogenes Verhandlungsmodell, das darauf abzielt, Interessen statt Positionen in den Mittelpunkt zu stellen. Es trennt Menschen von Problemen, entwickelt Optionen zum gemeinsamen Vorteil und nutzt objektive Kriterien als Entscheidungsgrundlage. Das Modul wendet diese Prinzipien auf typische Situationen in agilen Projekten an.
Unterscheidet sich dieser Kurs vom Geschwisterkurs mit Assertiveness-Modul?
Ja. Beide Kurse teilen die methodischen Bausteine (Scrum, PRINCE2, ITIL 4, Microsoft Teams), unterscheiden sich aber im Business-Skills-Modul. Dieser Kurs vermittelt strategisches Verhandeln für komplexe Mehrparteien-Situationen; der Assertiveness-Kurs trainiert klare und konstruktive Kommunikation in internen Konfliktsituationen.
Welche Prüfungen lege ich im Rahmen des Kurses ab?
Prüfungen sind für Scrum, PRINCE2 und ITIL 4 Foundation vorgesehen. Sie finden bei akkreditierten Prüfungsstellen statt. Das Verhandlungsmodul und die Teams-Einheit werden durch eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung abgeschlossen.
Kann ich den Kurs auch teilzeit absolvieren?
Ja. Das Programm ist in Vollzeit und Teilzeit verfügbar. Im Teilzeitformat ist eine parallele Berufstätigkeit möglich; die Gesamtdauer verlängert sich entsprechend.
Für wen ist der Kurs besonders geeignet?
Der Kurs richtet sich an alle, die in Schnittstellenfunktionen zwischen agilen Teams und klassischen Unternehmensstrukturen arbeiten – Scrum Master, Change Manager, IT-Projektleiterinnen und Fachkräfte, die methodische Zertifizierungen mit Verhandlungskompetenz verbinden wollen.
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