Überblick
Dieser Kurs verbindet drei Qualifikationsbausteine zu einem Programm für die agile Produktverantwortung mit besonderem Fokus auf kontinuierliches Arbeitsflussmanagement. Im Zentrum steht die Rolle des Scrum Product Owners, ergänzt um die Kanban-Methode als visuelles Steuerungsinstrument für laufende Arbeitsprozesse und ein Excel-Modul zur Auswertung von Produkt- und Flusskennzahlen. Während klassisches Scrum in festen Sprints arbeitet, bringt Kanban die Fähigkeit mit, kontinuierliche Arbeitsströme sichtbar zu machen und Engpässe frühzeitig zu erkennen, eine Ergänzung, die viele Product Owner in gemischten oder flussorientierten Teamumgebungen benötigen.
Kursinhalte & Lernziele
Das Product-Owner-Modul bildet den fachlichen Kern des Programms. Teilnehmende erarbeiten sich das vollständige Rollenverständnis, von der strategischen Produktvision bis zur operativen Backlog-Pflege im Tagesgeschäft.
- Rolle und Verantwortlichkeiten des Product Owners im Scrum-Team
- Entwicklung und Kommunikation einer tragfähigen Produktvision
- Aufbau, Priorisierung und Pflege des Product Backlogs
- Formulierung von User Stories und Akzeptanzkriterien
- Sprint-Planung und Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsteam
- Stakeholder-Management und Erwartungssteuerung
Das Kanban-Modul vermittelt die Methode als Ergänzung oder Alternative zur sprintbasierten Arbeitsweise. Im Mittelpunkt steht die Visualisierung kontinuierlicher Arbeitsströme und die Steuerung über Flussmetriken statt über feste Zeitboxen.
- die sechs Kernpraktiken von Kanban im Überblick
- Aufbau eines Kanban-Boards mit passenden Spalten und Kategorien
- Festlegung und Wirkung von Work-in-Progress-Limits
- Visualisierung des Arbeitsflusses und Erkennen von Engpässen
- Durchlaufzeit und Cumulative-Flow-Diagramm als Steuerungsinstrumente
- kontinuierliche Prozessverbesserung nach dem Kanban-Prinzip
Das Excel-Modul vermittelt praxisnahes Wissen zur Auswertung und Dokumentation im Product-Owner-Alltag, mit besonderem Blick auf die Verbindung von Backlog-Daten und Flussmetriken aus der Kanban-Praxis.
- Grundfunktionen und Formeln für die Auswertung von Produktkennzahlen
- Erstellung von Diagrammen für Durchlaufzeiten und Cumulative Flow
- strukturierte Backlog-Dokumentation in Tabellenform
- Filter- und Sortierfunktionen zur Priorisierung von Einträgen
- bedingte Formatierung zur visuellen Kennzeichnung von Status und Engpässen
- einfache Pivot-Auswertungen für Produkt- und Flussübersichten
Ein begleitender Praxisstrang verbindet die drei Module und stellt sicher, dass Product-Owner-Rolle und Kanban-Methode nicht nur konzeptionell verstanden, sondern anhand eines durchgängigen Beispielprodukts konkret geübt werden.
- Entwicklung einer Produktvision für ein Beispielprodukt
- Erstellung eines priorisierten Product Backlogs
- Formulierung von User Stories mit Akzeptanzkriterien
- Aufbau eines Kanban-Boards für das Beispielprodukt
- Festlegung sinnvoller Work-in-Progress-Limits im Übungsteam
- Simulation eines Engpasses und dessen Auflösung im Board
- Aufbau einer Excel-Tabelle zur Backlog- und Flussnachverfolgung
- Erstellung eines Cumulative-Flow-Diagramms in Excel
- Übung zur Priorisierung bei konkurrierenden Stakeholder-Interessen
- Diskussion von Fallbeispielen aus flussorientierten Teams
- Zusammenführung aller drei Module in einem Abschlussszenario
- Peer-Feedback zur erarbeiteten Produktvision und Board-Struktur
Die Kombination aus Product-Owner-Rolle und Kanban-Methode ist besonders für Teams relevant, die nicht strikt in Sprints, sondern in kontinuierlichen Arbeitsströmen liefern, etwa im Support, in der Wartung oder in Umgebungen mit häufig wechselnden Prioritäten. Wer als Product Owner beide Denkweisen beherrscht, kann flexibler zwischen zeitboxbasierter und flussorientierter Steuerung wählen. Das Excel-Modul schafft die Brücke zwischen beiden Methoden: Backlog-Daten aus der Product-Owner-Arbeit und Flussmetriken aus dem Kanban-Board lassen sich gemeinsam auswerten, sodass Priorisierungsentscheidungen auf einer belastbaren, kombinierten Datengrundlage getroffen werden können.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- die Rolle und Verantwortlichkeiten des Scrum Product Owners im agilen Team erläutern
- eine Produktvision entwickeln und gegenüber Team und Stakeholdern vertreten
- ein Product Backlog aufbauen, priorisieren und kontinuierlich pflegen
- User Stories formulieren und mit klaren Akzeptanzkriterien versehen
- die sechs Kernpraktiken von Kanban benennen und im Team anwenden
- ein Kanban-Board mit sinnvollen Spalten und Work-in-Progress-Limits gestalten
- den Arbeitsfluss im Team visualisieren und Engpässe frühzeitig erkennen
- Durchlaufzeiten und Flussmetriken zur Prozessverbesserung nutzen
- grundlegende Excel-Funktionen zur Auswertung von Produkt- und Flusskennzahlen einsetzen
- Diagramme zur Visualisierung von Cumulative-Flow und Durchlaufzeiten erstellen
- Scrum- und Kanban-Elemente situativ kombinieren, wo dies sinnvoll ist
- sich gezielt auf eine anerkannte Scrum-Product-Owner-Zertifizierung vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Angesprochen sind Personen, die Produktverantwortung in agilen Teams übernehmen oder ausbauen möchten und dabei sowohl mit sprintbasierten als auch mit flussorientierten Arbeitsweisen vertraut werden wollen.
- angehende und praktizierende Scrum Product Owner
- Produktmanagerinnen und Produktmanager in agilen oder gemischten Strukturen
- IT-Projektmanagerinnen und -manager mit Kanban-Bezug
- Personen aus Support- oder Wartungsteams mit kontinuierlichem Arbeitsfluss
- Berufstätige, die Backlog- und Flusskennzahlen in Excel professionalisieren möchten
Vorausgesetzt werden gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift sowie grundlegende Computerkenntnisse im Umgang mit Standardsoftware. Erfahrung im Projekt- oder Produktmanagement ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da sowohl die Product-Owner-Rolle als auch die Kanban-Methode von Grund auf vermittelt werden.
Ablauf & Abschluss
Die drei Module bauen aufeinander auf: Das Rollenverständnis des Product Owners wird zunächst konzeptionell erarbeitet, die Kanban-Methode anschließend als ergänzendes Steuerungsinstrument eingeführt und am selben Beispielprodukt angewendet. Das Excel-Modul wird direkt am Programm geübt, sodass die erlernten Auswertungsfunktionen unmittelbar auf reale Backlog- und Flussdaten übertragbar sind.
Der Kurs gliedert sich in die drei enthaltenen Module und legt den Schwerpunkt zeitlich auf die Product-Owner-Rolle als fachlichen Kern, ergänzt durch die Kanban-Methode und die Excel-Anwendung im praktischen Übungsteil.
Das Product-Owner-Modul bereitet auf eine anerkannte Scrum-Product-Owner-Zertifizierung vor. Für die Kanban- und Excel-Module erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme. Es handelt sich dabei um Herstellerzertifikat und Lehrgangszertifikat, kein staatlich reglementiertes Examen.
Nutzen & Perspektiven
Wer die Rolle des Product Owners souverän ausfüllt, übernimmt eine der einflussreichsten Positionen in agilen Teams: Hier wird entschieden, welchen Mehrwert ein Produkt als Nächstes erhält und wie dieser gegenüber Team und Stakeholdern begründet wird. Diese Verantwortung erfordert sowohl strategisches Denken als auch operative Sorgfalt. Die Kanban-Kompetenz erweitert diesen Werkzeugkasten um eine flussorientierte Perspektive: Wer Engpässe im Arbeitsfluss frühzeitig erkennt und über Work-in-Progress-Limits steuert, kann Teams auch jenseits starrer Sprintgrenzen wirksam unterstützen, ein Vorteil in Umgebungen mit schwankender Priorität oder parallelen Anfragen. Gerade wenn ein Team zwischen geplanter Weiterentwicklung und ungeplanten Anfragen wie Fehlerbehebungen wechseln muss, schafft ein gut geführtes Kanban-Board die nötige Transparenz, ohne die Produktverantwortung aus der Hand zu geben. Das Excel-Modul rundet die Qualifikation praktisch ab: Eine strukturierte, nachvollziehbare Auswertung von Backlog- und Flussdaten ist im agilen Alltag oft der Unterschied zwischen einem Product Owner, der auf Zuruf entscheidet, und einem, dessen Priorisierung auf belastbaren Daten beruht. Wer Cumulative-Flow-Diagramme selbst erstellen und interpretieren kann, erkennt Trends im Arbeitsfluss oft, bevor sie zu spürbaren Verzögerungen führen, und kann rechtzeitig gegensteuern, statt erst im Nachhinein zu reagieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zu einem Product-Owner-Kurs ohne Kanban?
Dieser Kurs ergänzt die klassische, sprintbasierte Product-Owner-Rolle um die Kanban-Methode zur Steuerung kontinuierlicher Arbeitsströme, relevant für Teams, die nicht ausschließlich in festen Sprints arbeiten.
Wofür braucht ein Product Owner Kanban-Wissen?
Kanban hilft, Engpässe im Arbeitsfluss sichtbar zu machen und über Work-in-Progress-Limits zu steuern, besonders nützlich in gemischten Teams oder bei häufig wechselnden Prioritäten.
Wofür dient das Excel-Modul in diesem Kurs?
Excel wird genutzt, um Backlog-Daten und Flussmetriken wie Durchlaufzeit und Cumulative Flow gemeinsam auszuwerten und Priorisierungsentscheidungen auf einer belastbaren Datengrundlage zu treffen.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Das Product-Owner-Modul bereitet auf eine anerkannte Zertifizierung vor, für Kanban und Excel gibt es eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung.
Brauche ich Vorerfahrung im Projektmanagement?
Nein, Vorerfahrung ist hilfreich, aber nicht erforderlich. Sowohl die Product-Owner-Rolle als auch die Kanban-Methode werden im Kurs von Grund auf vermittelt.
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