Überblick
Diese Weiterbildung verknüpft die beiden stärksten agilen Ansätze im Projektalltag — Scrum und Kanban — mit den konkreten Tabellenkalkulationswerkzeugen, die in fast jedem Unternehmen täglich genutzt werden. Wer Sprints plant, Backlogs priorisiert und gleichzeitig Fortschritt in Excel-Dashboards nachweist, hat einen entscheidenden Doppelvorteil: die Methodenkompetenz und das Handwerkszeug, um Transparenz gegenüber Stakeholdern herzustellen. Dieser Kurs vermittelt genau diese Kombination — von den Grundlagen des agilen Denkens bis zur professionellen Visualisierung von Kanban-Flüssen und Projektdaten in Excel.
Kursinhalte & Lernziele
Scrum — Rollen, Artefakte und Ereignisse Der erste Modulblock legt das theoretische und praktische Fundament des Scrum-Frameworks. Scrum basiert auf Transparenz, Überprüfung und Anpassung — drei Säulen, die sich unmittelbar auf die tägliche Arbeit im Projekt auswirken.
- Ursprung und Werte des agilen Manifests
- Die fünf Scrum-Werte: Mut, Fokus, Offenheit, Respekt, Commitment
- Product Owner: Backlog-Pflege, Stakeholder-Kommunikation, Priorisierungstechniken
- Scrum Master: Servant Leadership, Impediment-Beseitigung, Facilitation
- Das Entwicklungsteam: Selbstorganisation und cross-funktionale Zusammenarbeit
- Sprint-Zyklen von ein bis vier Wochen: Planung, Durchführung, Review und Retrospektive
Kanban — Fluss steuern statt Planung erzwingen Kanban ergänzt Scrum um eine kontinuierliche Perspektive auf den Arbeitsfluss. Während Scrum in festen Iterationen denkt, visualisiert Kanban laufende Arbeit und macht Überlastung sichtbar, bevor sie zum Problem wird.
- Kanban-Prinzipien: Visualisieren, WIP begrenzen, Fluss managen
- Kanban-Board-Design für Softwareprojekte und nicht-technische Teams
- WIP-Limits setzen und ihre Wirkung auf Teamkapazität verstehen
- Cumulative-Flow-Diagramme lesen und Trends ableiten
- Cycle Time und Lead Time als Steuerungsgrößen nutzen
- Übergang zwischen Kanban und Scrum in Hybridprojekten
Excel im agilen Projektkontext — Daten sichtbar machen Agiles Arbeiten erzeugt kontinuierlich Daten: Velocity, Burndown, offene Tickets. Excel ist das meistgenutzte Werkzeug, um diese Daten für Projektteams und Führungskräfte aufzubereiten — wenn man weiß, wie man es richtig einsetzt.
- Tabellenstrukturen für Backlog-Verwaltung und Sprint-Tracking
- Burndown-Charts und Burnup-Charts in Excel erstellen und automatisieren
- Velocity-Auswertung über mehrere Sprints hinweg
- Bedingte Formatierungen für Statusvisualisierungen (RAG-Status)
- Pivot-Tabellen zur Aggregation von Sprint-Daten
- Dashboard-Layouts für Statusberichte an Stakeholder
Praxistransfer und integriertes Arbeiten Der abschließende Praxisteil verbindet alle drei Themenfelder in durchgehenden Projektszenarien. Typische Situationen aus dem Projektalltag werden mit den erlernten Methoden und Werkzeugen durchgespielt.
- Vollständigen Sprint von der Planung bis zum Review begleiten
- Kanban-Board für ein laufendes Projekt einrichten und optimieren
- Excel-Dashboard für Scrum-Metriken aufbauen und iterativ verbessern
- Retro-Formate erproben: Start-Stop-Continue, 4Ls, Sailboat
- WIP-Überlastungen anhand von Datenlage erkennen und kommunizieren
- Definition of Done für unterschiedliche Teamkontexte formulieren
- Priorisierungstechniken im Backlog anwenden: MoSCoW, WSJF, Kano
- Stakeholder-Updates mit Excel-Charts professionell präsentieren
- Impediment-Logs führen und Eskalationswege definieren
- Hybrid-Setups skizzieren, die Scrum-Sprints mit Kanban-Flows verbinden
- Eigene Projektszenarien einbringen und methodisch auswerten
- Vorbereitung auf die trägerinterne Abschlussprüfung und Zertifizierung
Der Praxistransfer macht deutlich, dass Methode und Werkzeug erst gemeinsam wirken. Wer Scrum-Artefakte nur theoretisch kennt, aber keine Zahlen dazu liefern kann, verliert in Stakeholder-Gesprächen schnell an Überzeugungskraft. Ebenso zeigt dieser Block, wie Kanban-Transparenz durch Excel-Visualisierungen eine Sprache schafft, die auch Nicht-Scrum-Teams im Unternehmen verstehen.
Lernziele:
- Grundprinzipien des agilen Manifests und die Unterschiede zwischen iterativem und klassischem Projektvorgehen benennen und anwenden
- Scrum-Rollen (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam) klar voneinander abgrenzen und ihre Zusammenarbeit gestalten
- Sprint-Planung, Sprint Review und Retrospektive eigenständig moderieren
- Product Backlog und Sprint Backlog strukturieren, priorisieren und pflegen
- Kanban-Boards einrichten, WIP-Limits definieren und Durchlaufzeiten kontrollieren
- Flaschenhälse im Arbeitsfluss anhand von Kanban-Kennzahlen erkennen und beseitigen
- Excel als Werkzeug für Burndown-Charts, Velocity-Diagramme und Statusberichte einsetzen
- Pivot-Tabellen und bedingte Formatierungen für die agile Projektsteuerung nutzen
- Sprint-Ergebnisse datenbasiert auswerten und Planungsentscheidungen ableiten
- Scrum und Kanban im Hybrid-Betrieb kombinieren, wo es den Projektverhältnissen entspricht
- Teamkommunikation in selbstorganisierten Gruppen strukturieren und Daily-Standups effizient gestalten
- Trägerinterne Zertifizierungsprüfungen vorbereiten und das erworbene Wissen systematisch einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in Projekten Verantwortung übernehmen oder übernehmen wollen und dabei agile Methoden mit einem soliden Datenwerkzeug verbinden müssen.
- Projektmitarbeitende, die in Scrum-Teams einsteigen oder die Teamführung übernehmen wollen
- Koordinatoren und Sachbearbeiter, die Kanban-Boards bereits kennen und methodisch tiefer gehen wollen
- Quereinsteigende aus der Verwaltung, dem Dienstleistungssektor oder der Industrie mit Projektbezug
- IT-nahe Fachkräfte, die ihre agile Kompetenz durch ein anerkanntes Zertifikat belegen wollen
- Personen, die Excel bereits für Berichte nutzen und diese Fähigkeit in den Projektkontext überführen wollen
Für diesen Kurs sind keine speziellen Programmierkenntnisse oder IT-Fachkenntnisse erforderlich. Grundlegende Computerkenntnisse und der sichere Umgang mit Windows sowie ein allgemeines Verständnis davon, was ein Projekt ist, reichen als Einstieg aus. Excel sollte in Grundzügen bekannt sein — wer Tabellen erstellen und einfache Formeln anwenden kann, ist gut vorbereitet. Erfahrung mit Projektverwaltung oder Teamarbeit ist hilfreich, aber nicht vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung verbindet Online-Lehreinheiten mit konkreten Übungsaufgaben, in denen echte Scrum- und Kanban-Szenarien durchgespielt werden. Excel-Übungen werden als begleitende Praxiseinheiten eingebettet, sodass Methode und Werkzeugkompetenz parallel wachsen. Die Kursform erlaubt ein hohes Maß an Eigensteuerung: Lernende können Einheiten wiederholen, Übungsdateien mehrfach bearbeiten und das Lerntempo an ihre berufliche Situation anpassen. Lehrvideos, kommentierte Beispiel-Boards und interaktive Aufgaben wechseln sich ab, damit unterschiedliche Lerntypen gleichmäßig profitieren.
Der Kurs umfasst mehrere Wochen Lernzeit und ist auf ein Vollzeit- oder Teilzeitformat ausgelegt. Die genaue Kursdauer variiert je nach Anbieter — im Markt sind Formate von wenigen Wochen bis zu mehreren Monaten verfügbar. Die tägliche oder wöchentliche Lernintensität wird zu Beginn abgestimmt, sodass die Weiterbildung mit beruflichen Verpflichtungen vereinbar ist.
Der Kurs schließt mit einer trägerinternen Prüfung ab, nach deren Bestehen eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt wird. Diese dokumentiert die erworbenen Kompetenzen in Scrum, Kanban und Excel und ist in Bewerbungen sowie bei Arbeitgebern als Nachweis der Weiterbildung verwendbar. Einzelne Anbieter bereiten zusätzlich auf externe Scrum-Zertifizierungen vor — welche das konkret sind, ist dem jeweiligen Kursangebot zu entnehmen.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Scrum, Kanban und Excel erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich — tatsächlich ist sie eine direkte Antwort auf einen echten Bedarf im Projektalltag. Viele Teams arbeiten agil, müssen aber regelmäßig klassischen Stakeholdern über Fortschritt, Budgets und Risiken berichten. Excel bleibt dabei das am weitesten verbreitete Werkzeug für solche Berichte. Wer Scrum-Metriken in Excel-Dashboards übersetzen kann, schließt die Lücke zwischen agiler Praxis und klassischer Berichtspflicht. Kanban ergänzt Scrum in diesem Kurs nicht als Alternative, sondern als Komplementär-Methode. Für Teams, die kontinuierlich eingehende Aufgaben bearbeiten — Support, Maintenance, Änderungsanfragen — ist Kanban oft näher an der Realität als der Sprint-Rhythmus. Wer beide Methoden beherrscht, kann entscheiden, wann welche Logik besser passt, statt eine Methode dogmatisch auf jedes Projekt anzuwenden. Nach Abschluss dieser Weiterbildung können Absolventen agile Projekte eigenständig strukturieren, den Stand eines Projekts datenbasiert kommunizieren und zwischen Scrum und Kanban flexibel wählen. Das macht sie zu gesuchten Profilen in Unternehmen, die gerade auf agile Arbeitsweisen umstellen oder hybride Umgebungen betreiben.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits Projekterfahrung haben?
Nein. Der Kurs eignet sich auch für Einsteiger. Grundkenntnisse in Windows und ein allgemeines Verständnis von Teamarbeit reichen aus. Excel-Grundlagen sollten vorhanden sein.
Wozu brauche ich Excel, wenn ich Scrum lerne?
Viele Unternehmen berichten Projektstatus weiterhin in Excel — an Führungskräfte, Kunden oder klassische PMOs. Wer Scrum-Metriken wie Velocity und Burndown in Excel-Dashboards übersetzen kann, ist in solchen Umgebungen deutlich effizienter.
Was ist der Unterschied zwischen Scrum und Kanban?
Scrum arbeitet in festen Iterationen (Sprints) mit klar definierten Rollen und Ereignissen. Kanban visualisiert einen kontinuierlichen Arbeitsfluss und begrenzt die gleichzeitig in Bearbeitung befindlichen Aufgaben. Beide Methoden ergänzen sich und können kombiniert eingesetzt werden.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach Bestehen der trägerinternen Prüfung erhalten Absolventen eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Einige Anbieter bereiten zusätzlich auf externe Scrum-Zertifizierungen vor — das sollte bei der Kursauswahl konkret geprüft werden.
Ist der Kurs auch neben dem Beruf absolvierbar?
Ja. Das Online-Format ist so gestaltet, dass Lernende Einheiten zeitlich flexibel absolvieren können. Die genaue Wochenstundenzahl variiert je nach Anbieter und gewähltem Intensitätsformat.
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