Überblick
Audits sind das Rückgrat jedes Managementsystems: Sie prüfen, ob das, was auf dem Papier steht, auch gelebte Praxis ist. Gleichzeitig entwickelt sich die Auditlandschaft weiter — Informationssicherheit und KI-Governance sind heute genauso auditorische Pflichtdisziplinen wie klassisches Qualitätsmanagement. Diese Ausbildung qualifiziert für alle drei Felder auf einmal: Sie verbindet den Leitfaden zur Auditierung von Managementsystemen (ISO 19011) mit den spezifischen Anforderungen aus ISO 27001 (Informationssicherheit) und ISO 42001 (KI-Management). Der Kurs arbeitet praxisnah mit EnterpriseOS als Begleitsystem und schließt mit einer vollständigen Audit-Simulation ab.
Kursinhalte & Lernziele
Der Einstieg erfolgt über die Grundlagen des Qualitätsmanagements und der einschlägigen Normen. Dabei geht es nicht um abstraktes Normenstudium, sondern um das Verstehen der Funktionslogik: Warum gibt es Managementsysteme, was sollen sie leisten, und wo setzt das Audit an?
- Ziele und Struktur der DIN EN ISO 9001 im Überblick
- branchenübergreifende vs. branchenspezifische Zertifizierungsstandards
- Normkapitel der ISO 9001 in EnterpriseOS abbilden und Dokumente zuordnen
- Einführung in ISO 27001 (Informationssicherheit) und ISO 42001 (KI-Governance): Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur ISO 9001
- Grundprinzip der High Level Structure (HLS) als verbindendes Normengerüst
Das zweite Themenfeld dreht sich um die ISO 19011 als Auditleitfaden. Die Norm beschreibt, wie Audits geplant, durchgeführt und ausgewertet werden — unabhängig davon, welches Managementsystem auditiert wird.
- Inhalt und Aufbau der ISO 19011
- Rollen im Audit: Lead-Auditor, Auditor, auditierte Partei, Beobachter
- Anforderungen an Auditoren: Kompetenz, Objektivität, Vertraulichkeit
- Auditarten: intern, extern, kombiniert (integriertes Audit)
- Methoden: Vor-Ort-Audit, Remote-Audit, dokumentenbasiertes Review
Der Planungsblock vermittelt, wie ein Auditprogramm strukturiert aufgesetzt wird — nicht als Einmal-Ereignis, sondern als kontinuierlicher Verbesserungsprozess.
- Strategische Zielsetzung und Scope-Definition eines Auditprogramms
- Ressourcen- und Verantwortlichkeitsplanung
- Verfahren zur kontinuierlichen Verbesserung des Programms
- Auditprogramm in EnterpriseOS anlegen, Ziele und Ressourcen festlegen
Das Durchführungsmodul geht in die operative Tiefe: Wie eröffne ich ein Audit professionell, welche Fragetechniken helfen wirklich, wie dokumentiere ich Abweichungen korrekt?
- Aufbau und Inhalte eines Auditberichts
- Bewertung von Feststellungen
- Kommunikation in Konfliktsituationen und bei Einwänden
- Nichtkonformitäten im KVP-Modul von EnterpriseOS verknüpfen
Die anwendungsnahen Übungen verbinden alle Inhalte des Kurses in realistischen Szenarien.
- Aufbau einer Auditcheckliste für ein QM-System nach ISO 9001
- Checkliste für ein ISMS-Audit nach ISO 27001 erstellen
- Auditplan für ein KI-Managementsystem-Review nach ISO 42001 konzipieren
- Rollenspiel Auditeröffnung: Auditor, auditierte Führungskraft, Beobachter
- Simulation eines Auditgesprächs mit Fragetechnik-Feedback
- Nichtkonformität identifizieren, klassifizieren, dokumentieren
- Ursachenanalyse mit 5-Why-Methode durchführen
- Korrekturmaßnahmen definieren und Umsetzungsfristen setzen
- Auditbericht schreiben und mit Musterberichten vergleichen
- Mapping der Zertifizierungsschritte nach ISO 9001 in EnterpriseOS
- DAkkS-Ablauf nachvollziehen und Unterschied zur Zertifizierung herausarbeiten
- vollständige Audit-Simulation in der Gruppe: eigenständige Durchführung, Bewertung, Feedback
Nach der Simulation erfolgt eine strukturierte Nachbesprechung, in der die Gruppe gemeinsam die gemachten Feststellungen bewertet und Verbesserungspotenzial identifiziert.
Lernziele:
- die Grundarchitektur des ISO 9001-Qualitätsmanagementsystems sicher darstellen
- die ISO 19011 als übergreifenden Auditleitfaden verstehen und anwenden
- ein Auditprogramm von der strategischen Zielsetzung bis zur Ergebnisdokumentation planen
- Auditpläne, Checklisten und Auditberichte professionell erstellen
- interne und externe Audits strukturiert durchführen: Eröffnung, Aktivitäten, Abschluss
- im Auditgespräch zielführend kommunizieren: offene Fragen, aktives Zuhören, Einwände handhaben
- Feststellungen systematisch klassifizieren: konform, Abweichung, Verbesserungspotenzial
- Nichtkonformitäten analysieren und Maßnahmen (Sofortmaßnahmen, Ursachenanalyse, Korrekturen) definieren
- ISO 27001-spezifische Auditanforderungen für Informationssicherheitsmanagementsysteme anwenden
- ISO 42001-Anforderungen für KI-Governancesysteme in Audits berücksichtigen
- DAkkS-Verfahren und den Unterschied zwischen Akkreditierung und Zertifizierung erklären
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte, die bestehende Managementsysteme prüfen, weiterentwickeln und nach außen vertreten wollen.
- Qualitätsbeauftragte und QM-Manager, die ihre Audit-Kompetenzen formal belegen wollen
- IT-Sicherheitsverantwortliche, die ISMS-Audits nach ISO 27001 vorbereiten oder begleiten
- Compliance-Manager in Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen und ISO 42001 umsetzen
- Berater im Bereich Managementsysteme, die ihre Normkompetenz erweitern
- Führungskräfte, die Audit-Prozesse intern einführen oder verbessern wollen
Erfahrung mit Managementsystemen oder Normen im Qualitäts- oder IT-Bereich erleichtert den Einstieg deutlich. Ein Beratungsgespräch vor Beginn hilft dabei, den richtigen Einstiegspunkt zu bestimmen. Wer noch keine Berührung mit ISO-Normen hatte, sollte ein Grundlagenmodul in Betracht ziehen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert Normenvermittlung, praktische Systemarbeit in EnterpriseOS und echte Audit-Szenarien. Rollenspiele und Gruppenübungen nehmen breiten Raum ein, weil Auditkompetenz nicht aus Lehrtexten entsteht, sondern aus dem Üben unter realistischen Bedingungen. Die Audit-Simulation am Ende des Kurses ist das wichtigste Lerninstrument: Teilnehmende schlüpfen in Auditor- und Auditee-Rollen, führen das vollständige Audit durch und erhalten strukturiertes Feedback. Das Format wechselt zwischen Combined Learning und Online-Seminar, wobei die praxisintensiven Simulations-Einheiten bevorzugt in betreuten Phasen stattfinden; Vollzeit- und Teilzeitoptionen sind verfügbar.
Der Kurs ist für eine Dauer von mehr als einer Woche bis zu einem Monat ausgelegt, abhängig vom gewählten Format und dem Umfang der gewählten Normbereiche. Der individuelle Lernplan legt den genauen Zeitrahmen fest und berücksichtigt, ob alle drei Normbereiche oder einzelne Schwerpunkte bearbeitet werden.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie das Lehrgangszertifikat von New Horizons. Das Zertifikat bestätigt die Qualifikation als Auditor für Qualitäts-, Informationssicherheits- und KI-Managementsysteme.
Nutzen & Perspektiven
Auditing ist ein unterschätzter Karrierehebel. Wer in der Lage ist, Managementsysteme objektiv zu prüfen, wird sowohl intern als auch extern gesucht — als interner Auditor, als Zertifizierungsbegleiter oder als Berater. Die Kombination aus drei Normbereichen in einer Ausbildung ist dabei besonders wertvoll, weil integrierte Managementsysteme in der Praxis zunehmen. ISO 27001-Audits und ISO 42001-Audits sind dabei besonders zeitgemäß: Informationssicherheit ist regulatorisch immer bedeutsamer (NIS2, DORA), und KI-Governance-Anforderungen wachsen mit der KI-Verordnung der EU. Wer heute diese Kompetenzen aufbaut, ist für die kommende Regulierungswelle gerüstet. Langfristig schafft die Ausbildung eine solide Basis für eine Karriere als Lead Auditor oder IMS-Manager. Beide Rollen verlangen nachweisliche Normen- und Methodenkompetenz — genau das, was dieser Kurs in konzentrierter Form vermittelt und durch ein anerkanntes Zertifikat belegt. Wer in Unternehmen arbeitet, die eigene KI-Systeme entwickeln oder einsetzen, findet in der ISO 42001-Qualifikation außerdem einen echten Differenziator. Diese Norm ist neu, die Nachfrage nach kompetenten Auditoren steigt, und das Angebot an ausgebildeten Fachkräften ist derzeit noch gering. Wer sich jetzt qualifiziert, positioniert sich früh in einem wachsenden Spezialisierungsfeld. Integrierte Managementsystem-Audits, die Qualität, Informationssicherheit und KI-Governance in einem Audit-Zyklus prüfen, werden zunehmend Standard — und genau dafür ist diese Ausbildung konzipiert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für welche Normen qualifiziert dieser Kurs als Auditor?
Die Ausbildung deckt drei Normenbereiche ab: Qualitätsmanagement (ISO 9001/19011), Informationssicherheit (ISO 27001) und KI-Managementsysteme (ISO 42001). Damit sind Sie für integrierte Managementsystem-Audits in modernen Unternehmensumgebungen qualifiziert.
Was ist der Unterschied zwischen einem internen und einem externen Audit?
Interne Audits prüfen das eigene Unternehmen auf Normkonformität — eine Voraussetzung für Zertifizierungen. Externe Audits werden von unabhängigen Stellen durchgeführt (z. B. Zertifizierungsauditoren). Beide Audittypen werden im Kurs behandelt.
Welche Rolle spielt EnterpriseOS in der Ausbildung?
EnterpriseOS ist das Praxissystem, in dem Auditprogramme, Checklisten und Simulationen direkt angewendet werden. Die Teilnehmenden lernen, die Theorie unmittelbar in einem realen Systemkontext umzusetzen — nicht nur abstrakt zu verstehen.
Ist das Zertifikat extern anerkannt?
Sie erhalten ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie das Lehrgangszertifikat von New Horizons. Das Zertifikat belegt Ihre Qualifikation als Auditor und ist branchenübergreifend einsetzbar.
Welche Vorkenntnisse sind wirklich notwendig?
Ein Grundverständnis von Managementsystemen oder Qualitäts-/IT-Prozessen erleichtert den Einstieg erheblich. Wer noch keine Erfahrung mit ISO-Normen hat, sollte im Beratungsgespräch klären, ob ein Grundlagenmodul vorab sinnvoll ist.
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