Überblick
Absetz- und Abrollbehälter gehören in der Entsorgungsbranche, im Bauwesen und in der Industrie zu den täglich genutzten Arbeitsmitteln. Ihre regelmäßige sachgerechte Prüfung ist keine Kür, sondern gesetzliche Pflicht: Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) schreibt vor, dass diese Prüfungen durch sogenannte befähigte Personen durchgeführt werden müssen, die fachlich qualifiziert sind und zeitnah mit dem Arbeitsmittel in Kontakt stehen. Dieses eintägige Seminar vermittelt genau diese Qualifikation. Es behandelt die rechtlichen Grundlagen, die technischen Prüfkriterien und die praktische Durchführung einer Behälterprüfung — und schließt mit einem anerkannten Zertifikat ab, das die erworbene Kompetenz dokumentiert.
Kursinhalte & Lernziele
Theoretischer Teil: Rechtliche Grundlagen und Prüfanforderungen (6 Unterrichtseinheiten) Der theoretische Block bildet das inhaltliche Fundament des Seminars. Er stellt sicher, dass alle Teilnehmenden die gesetzlichen Pflichten kennen, die mit der Funktion einer befähigten Person verbunden sind, bevor sie in die praktische Prüfung einsteigen. Ohne dieses Wissen ist eine rechtssichere Prüfung nicht möglich.
- Begriffsbestimmungen: Was ist ein Abrollbehälter, Abgleitbehälter, Absetzbehälter? Abgrenzungen und Begrifflichkeiten nach DGUV
- Unfallverhütungsvorschriften: Relevante UVVen für den Betrieb und die Prüfung von Containern
- Betriebssicherheitsverordnung: Wann ist eine Prüfung vorgeschrieben, in welchen Intervallen, und wer darf prüfen?
- Befähigte Person nach § 2 Abs. 6 BetrSichV: Qualifikationsanforderungen, Verantwortlichkeiten, Abgrenzung zur Zugelassenen Überwachungsstelle
- Prüfgrundsätze für Abroll- und Abgleitbehälter nach DGUV Information 214-016: Prüfumfang, Prüfschritte, Dokumentationspflichten
- Prüfgrundsätze für Absetzbehälter nach DGUV Information 214-017: Besonderheiten des Absetzbehälter-Typs, spezifische Prüfpunkte
- Verantwortung und Haftung: Wer haftet im Schadensfall, welche Dokumentation schützt die befähigte Person?
Praktischer Teil: Prüfkriterien und Musterprüfung (2 Unterrichtseinheiten) Der Praxisblock überträgt das theoretisch erworbene Wissen unmittelbar in die Anwendung. Anhand realer oder nachgestellter Behälter führen die Teilnehmenden eine strukturierte Prüfung durch und üben, Mängel zu identifizieren und zu dokumentieren.
- Systematische Prüfkriterien: Worauf ist bei der äußeren Sichtprüfung zu achten? Welche Bauteile werden geprüft?
- Erkennen von Verschleißerscheinungen, Verformungen, Korrosion und sicherheitsrelevanten Defekten
- Funktionsprüfung von Verriegelungs-, Sicherungs- und Aufnahmevorrichtungen
- Musterprüfung: Durchführung einer vollständigen Prüfung am realen oder simulierten Objekt
- Prüfprotokoll: Aufbau und Inhalt, Formulierung von Mängeln und Handlungsempfehlungen
- Umgang mit Befunden: Wann ist ein Behälter aus dem Betrieb zu nehmen, wann reicht eine Fristsetzung?
- Kennzeichnung geprüfter Behälter und Umgang mit Prüfplaketten oder digitalen Nachweisen
- Kommunikation von Prüfergebnissen gegenüber Vorgesetzten und betrieblich Verantwortlichen
Lernziele:
- Die rechtlichen Anforderungen an befähigte Personen nach BetrSichV kennen und anwenden
- Die relevanten DGUV-Informationen 214-016 und 214-017 im Überblick verstehen
- Begriffsbestimmungen für Absetz- und Abrollbehälter sicher beherrschen
- Unfallverhütungsvorschriften für den Umgang mit Abrollbehältern kennen
- Pflichten und Aufgaben einer befähigten Person im betrieblichen Kontext einordnen
- Prüfgrundsätze für Abroll- und Abgleitbehälter nach DGUV 214-016 anwenden
- Prüfgrundsätze für Absetzbehälter nach DGUV 214-017 anwenden
- Verantwortung und Haftung bei der Behälterprüfung kennen und berücksichtigen
- Prüfkriterien praktisch anwenden und Mängelarten unterscheiden
- Eine Musterprüfung eigenständig durchführen und dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Seminar richtet sich ausschließlich an Personen, die die gesetzlichen Zugangsvoraussetzungen für die Funktion einer befähigten Person nach BetrSichV erfüllen. Es ist kein Einsteigerkurs für fachfremde Interessierte, sondern eine Spezialisierungsveranstaltung für Fachkräfte mit einschlägiger beruflicher Qualifikation und Praxiserfahrung.
- Ingenieure und Technikerinnen mit Bezug zur Entsorgung, Logistik oder Arbeitssicherheit
- Meister und Meisterinnen aus dem technischen Bereich mit Bezug zu Behältern und Containern
- Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die Prüfaufgaben für Abrollbehälter übernehmen sollen
- Mitarbeitende in Entsorgungsunternehmen, Kommunalbetrieben oder Baufirmen mit Behälter-Prüfverantwortung
Die Zulassung zum Seminar setzt die Erfüllung der Kriterien für befähigte Personen nach § 2 Absatz 6 der Betriebssicherheitsverordnung voraus. Konkret bedeutet das: eine einschlägige technische Berufsausbildung oder eine anderweitig erworbene technische Qualifikation, Berufserfahrung im Umgang mit dem zu prüfenden Arbeitsmittel sowie eine zeitnahe berufliche Tätigkeit mit Abroll- oder Absetzbehältern. Ohne diese Voraussetzungen ist die Teilnahme nicht sinnvoll, weil die Qualifikation zur befähigten Person rechtlich an diese Kriterien gebunden ist und das Zertifikat andernfalls keine rechtliche Wirkung entfaltet.
Ablauf & Abschluss
Das Seminar ist als eintägige Präsenzveranstaltung im Vollzeitformat organisiert. Es folgt einer klaren Zweiteilung: Einem theoretischen Block am Vormittag mit sechs Unterrichtseinheiten folgt ein praktischer Block am Nachmittag mit zwei Unterrichtseinheiten. Diese Struktur ermöglicht es, das theoretische Wissen direkt im selben Tag praktisch anzuwenden, was die Behaltensleistung erheblich verbessert. Referenten mit Branchenerfahrung in Arbeitssicherheit und Behälterpruefung leiten das Seminar. Fragen zur betrieblichen Umsetzung können im Seminarverlauf eingebracht werden.
Das Seminar umfasst insgesamt 8 Unterrichtseinheiten und findet an einem einzigen Seminartag statt. Die kompakte Formatierung ist gezielt gewählt: Befähigte Personen benötigen kein mehrtägiges Lehrprogramm, sondern eine strukturierte Fachveranstaltung, die Theorie und Praxis effizient verbindet und am Ende des Tages eine klare Handlungskompetenz vermittelt.
Teilnehmende, die das Seminar erfolgreich absolvieren, erhalten ein Zertifikat der DEKRA Akademie. Dieses Zertifikat dokumentiert die Qualifikation zur befähigten Person für die Prüfung von Absetz- und Abrollbehältern gemäß DGUV Information 214-016 und 214-017 und kann gegenüber Arbeitgebern, Aufsichtsbehörden und Berufsgenossenschaften vorgelegt werden. Das DEKRA-Zertifikat ist in der Branche als Qualifikationsnachweis anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Wer in einem Unternehmen für die Behälterprüfung zuständig ist, trägt eine rechtlich klar definierte Verantwortung. Fehlt die vorgeschriebene Qualifikation oder wird die Prüfung nicht ordnungsgemäß dokumentiert, kann dies im Schadensfall zu erheblichen Haftungsrisiken führen — sowohl für die prüfende Person als auch für das Unternehmen. Die Betriebssicherheitsverordnung lässt hier keinen Spielraum: Eine Prüfung durch nicht qualifiziertes Personal gilt rechtlich als nicht stattgefunden. Dieses Seminar schließt diese Lücke auf direktem Weg und vermittelt in einem einzigen Tag alle notwendigen Kenntnisse, die für eine rechtssichere Prüfung erforderlich sind, einschließlich des formalen Zertifikats, das die Qualifikation gegenüber Behörden und Berufsgenossenschaften dokumentiert. Für Unternehmen in der Entsorgungsbranche, im kommunalen Betrieb oder im Baugewerbe ist die Verfügbarkeit intern qualifizierter befähigter Personen ein echter betrieblicher Vorteil. Prüfungen können ohne externe Beauftragung eigenständig durchgeführt werden, was Kosten spart und Reaktionszeiten verkürzt. Ein defekter Behälter kann sofort beurteilt und entweder gesperrt oder mit einer fachlich begründeten Fristsetzung versehen werden, ohne auf einen externen Gutachter warten zu müssen. Das Zertifikat ist zudem ein dokumentierter Nachweis, dass das Unternehmen seiner Verkehrssicherungspflicht aktiv und strukturiert nachkommt, was in Betriebsprüfungen und bei berufsgenossenschaftlichen Audits von Bedeutung ist. Das Format als Tagesseminar ist besonders praktisch für Fachkräfte, die im laufenden Betrieb schwer für mehrtägige Weiterbildungen abkömmlich sind. Absetz- und Abrollbehälter sind ein eng umgrenztes Thema mit klar definierten Prüfanforderungen — das macht ein kompaktes Format möglich, das trotzdem alle inhaltlich wesentlichen Aspekte abdeckt. Wer das Seminar absolviert hat, ist am nächsten Tag in der Lage, die erste Prüfung eigenständig und protokollkonform durchzuführen. Diese unmittelbare Anwendbarkeit des erworbenen Wissens ist ein wesentlicher Unterschied zu allgemeinen Arbeitssicherheits-Grundlehrgängen, die breiter, aber weniger handlungsorientiert sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wer darf an diesem Seminar teilnehmen?
Nur Personen, die die Voraussetzungen nach § 2 Abs. 6 BetrSichV erfüllen: eine technische Berufsausbildung oder gleichwertige Qualifikation, Berufserfahrung mit dem Arbeitsmittel und eine zeitnahe Tätigkeit im Umgang mit Abroll- oder Absetzbehältern. Das Seminar ist kein Einsteigerkurs.
Was ist der Unterschied zwischen Abrollbehälter und Absetzbehälter?
Abrollbehälter werden vom Abrollkipper durch Abrollen auf dem Boden abgesetzt und aufgenommen. Absetzbehälter werden hydraulisch angehoben und abgesetzt. Beide Typen werden im Seminar behandelt, haben aber unterschiedliche Prüfgrundsätze nach DGUV 214-016 und 214-017.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Seminar?
Teilnehmende erhalten ein Zertifikat der DEKRA Akademie, das die Qualifikation zur befähigten Person für die Prüfung von Absetz- und Abrollbehältern gemäß DGUV Information 214-016 und 214-017 dokumentiert.
Wie oft müssen Absetz- und Abrollbehälter geprüft werden?
Die Betriebssicherheitsverordnung schreibt regelmäßige Prüfungen vor, deren Intervall vom Betreiber auf Basis einer Gefährdungsbeurteilung festzulegen ist. Typisch sind jährliche Prüfungen. Das Seminar vermittelt das Wissen, um diese Fristen korrekt einzuschätzen und die Prüfung rechtssicher durchzuführen.
Kann ich nach dem Seminar die Prüfungen im eigenen Betrieb eigenständig durchführen?
Ja, sofern die persönlichen Voraussetzungen nach BetrSichV erfüllt sind. Das Zertifikat dokumentiert die fachliche Qualifikation und erlaubt die eigenständige Durchführung und Dokumentation der Behälterprüfungen ohne externe Beauftragung.
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