Überblick
Kaufmännisches Handeln ist untrennbar mit rechtlichen Rahmenbedingungen verbunden. Wer im Unternehmenskontext Verträge schließt, Lieferanten bewertet oder Entscheidungen über Gesellschaftsformen trifft, braucht ein solides Verständnis des deutschen Wirtschaftsrechts. Dieses Modul vermittelt die wesentlichen Grundlagen des Handels- und Gesellschaftsrechts, des allgemeinen Vertragsrechts nach BGB und HGB sowie des Insolvenzrechts. Es ist als eigenständiges Lernmodul konzipiert, lässt sich aber optimal mit weiteren betriebswirtschaftlichen Grundlagenmodulen kombinieren, um eine breite kaufmännische Wissensbasis aufzubauen. Die Absolventen können rechtlich relevante Situationen im Berufsalltag einordnen und fundierte Entscheidungen treffen oder rechtlich relevante Vorgänge an Fachleute weiterleiten.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul behandelt die Grundlagen des Handelsrechts und die Kaufmannseigenschaft. Das Handelsgesetzbuch (HGB) definiert, wer als Kaufmann gilt, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind und welche Eintragungen im Handelsregister erforderlich sind. Dieses Wissen ist für jede Person unverzichtbar, die im kaufmännischen Bereich tätig ist.
- Kaufmannseigenschaft nach HGB — Ist- und Kannkaufmann
- Rechte und Pflichten von Kaufleuten
- Aufbau und Funktion des Handelsregisters
- Firmenrecht und Anforderungen an die Firma
- Prokura und Handlungsvollmacht
- Kaufmännisches Schweigen und Handelsbräuche
Das zweite Modul widmet sich dem deutschen Gesellschaftsrecht. Wer die Strukturen von Unternehmen versteht, kann Entscheidungen über Gründung, Beteiligung oder Zusammenarbeit fundierter treffen. Das Modul beleuchtet das gesamte Spektrum von der einfachen Gesellschaft bürgerlichen Rechts bis zur Aktiengesellschaft.
- System des Gesellschaftsrechts im Überblick
- Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)
- Grundlagen des Personengesellschaftsrechts: OHG und KG
- Grundlagen des Körperschaftsrechts: GmbH und AG
- Haftungsfragen bei verschiedenen Rechtsformen
- Auswahl der passenden Rechtsform für die eigene Situation
Das dritte Modul beschäftigt sich mit Unternehmenszusammenschlüssen und vertraglichen Grundlagen. Fusionen, Kooperationen und Kaufverträge sind im Unternehmensalltag alltäglich. Das Modul vermittelt, wie diese Vorgänge rechtlich gestaltet und eingeordnet werden.
- Formen von Unternehmenszusammenschlüssen (Konzern, Fusion, strategische Allianz)
- Kooperationsformen und deren rechtliche Grundlagen
- Zustandekommen von Verträgen nach BGB
- Wesentliche Vertragstypen im kaufmännischen Verkehr
- Kaufvertrag: Abschluss, Inhalt, Gewährleistung
- Allgemeine Geschäftsbedingungen und deren Wirkung
Das vierte Modul behandelt das Insolvenzrecht und Möglichkeiten der Schuldenregulierung. Unternehmerisches Scheitern ist kein Randphänomen, und auch im Angestelltenverhältnis kann Insolvenzwissen bedeutsam sein. Das Modul erklärt, was bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung rechtlich passiert.
- Grundzüge des Insolvenzrechts
- Antragsrecht und Antragspflicht bei Insolvenz
- Ablauf des Insolvenzverfahrens
- Möglichkeiten einvernehmlicher Schuldenregulierung vor und nach der Insolvenz
- Restschuldbefreiung: Voraussetzungen und Wirkung
- Praktische Hinweise für Betroffene und Gläubiger
Praxisblock — typische Anwendungsfelder im Berufsalltag
- Einordnen eines Unternehmens in die passende Rechtsform
- Prüfen, ob ein Geschäftspartner Kaufmann im Sinne des HGB ist
- Grundlegendes Verständnis für Handelsregistereintragungen entwickeln
- Verträge auf wesentliche Bestandteile hin überprüfen
- Erkennen, wenn AGB-Klauseln problematisch sein könnten
- Insolvenzanzeichen bei Kunden frühzeitig identifizieren
- Unterschiede zwischen GmbH und GbR-Haftung im Kundengespräch erklären
- Kooperationsformen vorschlagen und grundlegend skizzieren
- Schuldenregulierungsmöglichkeiten kennen und kommunizieren
- Restschuldbefreiungsverfahren im Grundsatz erklären können
- Gesellschaftsrechtliche Grundbegriffe in Geschäftskommunikation sicher verwenden
- Einfache Vertragsdokumente auf Vollständigkeit prüfen
Die Inhalte werden durch Fallbeispiele aus dem Berufsalltag von Kaufleuten, Angestellten und Selbstständigen ergänzt. So wird sichergestellt, dass das Wissen unmittelbar auf reale Situationen angewendet werden kann. Übungsaufgaben und Kontrollfragen nach jedem Modul helfen, den Lernstand zu überprüfen. Das Modul ist Teil einer umfassenderen Reihe betriebswirtschaftlicher Grundlagenmodule und kann problemlos mit weiteren BWL-Modulen kombiniert werden, um eine vollständige kaufmännische Basis zu erlangen.
Lernziele:
- Den Begriff des Kaufmanns nach HGB definieren und die Kaufmannseigenschaft prüfen
- Die Funktion und den Aufbau des Handelsregisters verstehen
- Firmenrecht und Firma eines Unternehmens korrekt benennen und einordnen
- Das System des deutschen Gesellschaftsrechts strukturiert darstellen
- Die wichtigsten Rechtsformen von Unternehmen vergleichen und bewerten
- Grundlagen des Personengesellschaftsrechts (GbR, OHG, KG) erklären
- Grundlagen des Körperschaftsrechts (GmbH, AG) darstellen
- Verschiedene Formen von Unternehmenszusammenschlüssen und Kooperationen unterscheiden
- Zustandekommen und Inhalt von Verträgen nach BGB erläutern
- Das deutsche Insolvenzrecht in seinen Grundzügen verstehen
- Möglichkeiten einvernehmlicher Schuldenregulierung nach einer Insolvenz kennen
- Das Institut der Restschuldbefreiung erklären und einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Modul richtet sich an eine breite Zielgruppe kaufmännisch tätiger Personen, die ihre rechtlichen Grundlagenkenntnisse aufbauen oder auffrischen möchten. Besonders geeignet ist es für Personen, die im Unternehmensalltag rechtlich relevante Entscheidungen vorbereiten oder begleiten.
- Angestellte aller Berufsgruppen mit kaufmännischen Bezügen
- Selbstständige und Freiberufler, die ihre rechtlichen Grundlagenkenntnisse stärken wollen
- Angestellte Geschäftsführer ohne juristische Ausbildung
- Personen, die sich auf eine kaufmännische Weiterbildung vorbereiten
- Quereinsteiger in kaufmännische oder juristische Berufsfelder
Für die Teilnahme werden gute PC- und Microsoft-Office-Kenntnisse sowie gute Deutschkenntnisse vorausgesetzt. Ein allgemeinbildender Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung bilden die formale Grundlage. Idealerweise bringen die Teilnehmenden erste betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse mit; das Modul kann aber auch ohne spezifische BWL-Vorkenntnisse absolviert werden, da die rechtlichen Inhalte von Grundlagen ausgehend aufgebaut werden.
Ablauf & Abschluss
Das Modul wird im Combined-Learning-Format angeboten, das Online-Lernphasen mit begleiteten Präsenz- oder Videokonferenz-Einheiten verbindet. In den Online-Phasen erarbeiten sich die Teilnehmenden die Grundlagen im eigenen Tempo anhand strukturierter Lernmaterialien, Fallbeispielen und Übungsaufgaben. In den begleiteten Phasen werden Fragen diskutiert, komplexe Zusammenhänge vertieft und der Transfer auf reale Berufssituationen geübt. Die Vollzeitstruktur sorgt für ein zügiges, kohärentes Durcharbeiten der Inhalte.
Das Modul ist als Vollzeitkurs konzipiert. Die genaue Dauer variiert je nach Bildungsträger und dem Umfang des gesamten Kurspakets, in das das Modul eingebettet ist. Als eigenständiges Modul ist der Zeitaufwand geringer als bei kombinierten Kurspaketen. Informationen zur konkreten Kurslänge erteilt der jeweilige Bildungsträger.
Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Dieses Dokument weist die erworbenen Kenntnisse in Wirtschaftsrecht, Gesellschaftsrecht und Insolvenzrecht nach und kann in Bewerbungsunterlagen eingesetzt werden. Da es sich um ein Grundlagenmodul handelt, empfiehlt sich die Kombination mit weiteren BWL-Modulen, um einen aussagekräftigen Gesamtabschluss zu erhalten.
Nutzen & Perspektiven
Wirtschaftsrechtliche Grundkenntnisse sind in nahezu allen kaufmännischen Tätigkeitsfeldern von unmittelbarem Nutzen. Wer weiß, welche Rechtsform welche Haftungsfolgen hat, kann bei Vertragsverhandlungen, Lieferantengesprächen und internen Entscheidungen sicherer agieren und Fehler vermeiden, die im schlimmsten Fall erhebliche finanzielle Konsequenzen haben. Dieses Modul liefert genau das Basiswissen, das für diesen Mehrwert erforderlich ist. Gerade für Selbstständige und angestellte Geschäftsführer, die täglich kaufmännische und rechtliche Entscheidungen treffen, ohne Jurist zu sein, ist ein solides Grundverständnis von HGB, BGB und Gesellschaftsrecht ein echter Wettbewerbsvorteil. Es stärkt das Vertrauen in eigene Entscheidungen und hilft, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, wann externe Rechtsberatung sinnvoll ist. Sofern der durchführende Bildungsträger AZAV-zertifiziert ist, kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen von Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung als Förderwege in Betracht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich juristische Vorkenntnisse?
Nein, das Modul ist explizit für Nicht-Juristen konzipiert. Es werden keine juristischen Vorkenntnisse vorausgesetzt. Die Inhalte werden von Grundlagen aufgebaut und mit vielen Praxisbeispielen veranschaulicht.
Kann ich das Modul auch einzeln buchen?
Ja, das Modul ist als eigenständiges Lernmodul buchbar. Es lässt sich aber auch hervorragend mit anderen BWL-Grundlagenmodulen kombinieren, um eine umfassendere kaufmännische Qualifikation aufzubauen.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Diese bestätigt den Erwerb kaufmännisch-juristischer Grundlagenkenntnisse und kann Bewerbungsunterlagen beigelegt werden.
Ist das Modul für Selbstständige geeignet?
Ja, das Modul richtet sich ausdrücklich auch an Selbstständige und angestellte Geschäftsführer. Gerade für Personen, die unternehmerische Entscheidungen treffen, ohne Jurist zu sein, bietet das Modul ein unverzichtbares rechtliches Grundverständnis.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz, Rehabilitationsleistungen und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung kommen als Finanzierungswege in Frage.
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Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Sachbearbeiter/in Recht42.013 Stellen
- Assistent/in der Rechtsabteilung39.413 Stellen
- Betriebsleiter/Betriebsleiterin - kaufmännisch12.854 Stellen
- Kaufmännische/r Angestellte/r4.458 Stellen
- Wirtschaftsprüfer/Wirtschaftsprüferin484 Stellen
- Büroleiter/Büroleiterin im Handwerk und Mittelstand53 Stellen