Überblick
In modernen IT-Umgebungen sind Transparenz und schnelle Reaktionsfähigkeit entscheidend für die Betriebsstabilität. System Center Operations Manager (SCOM) von Microsoft ist eine der leistungsfähigsten Plattformen, um Rechenzentrums- und Cloud-Infrastrukturen vollständig zu überwachen, Leistungsdaten auszuwerten und Ausfälle proaktiv zu verhindern. Dieser Kurs — basierend auf dem offiziellen Microsoft-Curriculum MOC 10964 — vermittelt das technische Wissen, das IT-Fachleute benötigen, um eine SCOM-Verwaltungsgruppe von Grund auf aufzusetzen, zu konfigurieren und sicher zu betreiben. Von der Installation über die Erstellung von Management Packs bis hin zur Fehlerdiagnose und Notfallwiederherstellung werden alle zentralen Aufgaben des SCOM-Administrators abgedeckt.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste inhaltliche Block umfasst die Grundlagen der SCOM-Architektur und die vollständige Einrichtung einer Verwaltungsgruppe. Teilnehmende lernen, wie die Komponenten einer Operations Manager-Umgebung zusammenarbeiten — von Management-Servern und Gateways bis zu Agenten und Datenbanken. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Planung einer skalierbaren und ausfallsicheren Architektur.
- Installation und Konfiguration der SCOM-Verwaltungsgruppe
- Planung und Dimensionierung der Management-Server-Infrastruktur
- Agenten-Deployment und Konfiguration für Windows- und Unix/Linux-Systeme
- Upgrade- und Migrationspfade aus Operations Manager 2007 R2
- Datenbankverwaltung (Operational Database, Data Warehouse)
- Konfiguration von Ressourcenpools und Gateway-Servern
Der zweite Schwerpunkt behandelt Management Packs als zentrales Steuerungselement für das Monitoring. Management Packs definieren, was überwacht wird, welche Schwellenwerte gelten und wie auf Ereignisse reagiert wird. Ohne ein tiefes Verständnis der Management-Pack-Strukturen kann kein Administrator SCOM zielgerichtet anpassen.
- Objektermittlungen und Targeting in Management Packs
- Erstellen und Importieren von Management Packs
- Konfiguration von Regeln, Monitoren und Diagnosen
- Ausführende Konten und ausführende Profile für sichere Ausführung
- Überschreiben von Management-Pack-Einstellungen ohne Originalveränderung
- Versionierung und Export von angepassten Management Packs
Der dritte Modulblock widmet sich der Anwendungsüberwachung und dem Service-Level-Monitoring. Infrastruktur-Monitoring allein reicht nicht aus — es muss nachvollziehbar sein, wie Endnutzer Anwendungen erleben und ob Service-Level-Agreements eingehalten werden. Application Performance Monitoring für .NET und Java sowie synthetische Transaktionen ermöglichen eine lückenlose Sicht auf das gesamte System.
- Application Performance Monitoring für .NET-Anwendungen
- Konfiguration der Java-Anwendungsüberwachung
- Synthetische Transaktionen zur proaktiven Verfügbarkeitsprüfung
- Verteilte Anwendungsdiagramme für End-to-End-Service-Visualisierung
- Service Level Tracking und Reporting in der Operations Manager-Konsole
- Integration mit SharePoint-Webparts für Management-Dashboards
Im vierten Block stehen Integration, erweiterte Funktionen und Betriebsprozesse im Mittelpunkt. Eine produktive SCOM-Umgebung wächst und entwickelt sich weiter — neue Dienste kommen hinzu, Integrationen mit anderen Systemen werden notwendig, und Fehler in der Verwaltungsgruppe selbst müssen schnell erkannt und behoben werden.
- Integration mit System Center Advisor und Windows Azure
- Integration mit Team Foundation Server und IntelliTrace
- Fabric-Überwachung für Cloud-Ressourcen in privatem und hybridem Betrieb
- Fehlerbehebung in der Verwaltungsgruppe (Agentenkonnektivität, Datenbankprobleme)
- Notfallwiederherstellung für Datenbanken und Management-Server
- Anpassung der Konsole für verschiedene Support-Teams und Eskalationsstufen
Praxis-Labore
- Aufsetzen einer vollständigen SCOM 2012 R2-Verwaltungsgruppe in einer Laborumgebung
- Agenten-Deployment auf Windows-Servern und Konfiguration von Ressourcenpools
- Migration einer bestehenden Operations Manager 2007 R2-Umgebung nach SCOM 2012 R2
- Erstellen eines benutzerdefinierten Management Packs mit Regeln und Monitoren
- Konfiguration von Application Performance Monitoring für eine .NET-Webanwendung
- Einrichten synthetischer Transaktionen für einen HTTP-basierten Dienst
- Erstellen eines verteilten Anwendungsdiagramms für eine mehrstufige Servicearchitektur
- Konfiguration von Service Level Tracking und Auswertung in Reports
- Aufbau eines Management-Dashboards mit SharePoint-Webpart
- Anpassung der Konsole für eine fiktive Support-Abteilung mit eingeschränkten Rechten
- Integration mit Windows Azure und Konfiguration der Cloud-Ressourcenüberwachung
- Simulation und Behebung eines Datenbankausfalls mit anschließender Wiederherstellung
Die Labore werden in einer vollständig virtualisierten Umgebung durchgeführt, sodass Teilnehmende alle Szenarien sicher ausprobieren können, ohne produktive Systeme zu gefährden. Die Verbindung zwischen den Laboren und den theoretischen Einheiten schafft ein unmittelbar anwendbares Kompetenzniveau. Für alle Themen gilt: Teilnehmende erhalten die vollständigen Microsoft-Seminarunterlagen sowie Zugang zu den benötigten Lab-Umgebungen.
Lernziele:
- Planung, Implementierung und Inbetriebnahme einer System Center 2012 R2 Operations Manager-Verwaltungsgruppe
- Durchführung von Upgrade- und Migrationsprozessen aus vorhandenen Operations Manager 2007 R2-Umgebungen
- Verstehen der Kernkonzepte von Management Packs, einschließlich Objektermittlungen, Regeln, Überwachungen und ausführender Konten
- Eigenständiges Erstellen und Anpassen von Management Packs für spezifische Monitoring-Anforderungen
- Konfiguration der Rechenzentrums- und Cloud-Ressourcenüberwachung für Netzwerk, Speicher und Rechenleistung
- Überwachung von .NET- und Java-basierten Anwendungen mithilfe von Application Performance Monitoring
- Einrichten von End-to-End-Dienstüberwachung durch synthetische Transaktionen und verteilte Anwendungsdiagramme
- Konfiguration von Dashboards, Service-Level-Tracking-Reports und SharePoint-Webparts zur Visualisierung
- Anpassung der Operations Manager-Konsole für unterschiedliche Support-Teams und Zuständigkeitsbereiche
- Integration von SCOM mit weiteren System Center 2012 R2-Komponenten und Windows Azure
- Fehlerbehebung in Operations Manager-Verwaltungsgruppen und Durchführung von Notfallwiederherstellungsverfahren
- Nutzung neuer Funktionen wie Team Foundation Server-Integration und IntelliTrace
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die für den Betrieb und die Überwachung von Windows-Server-Infrastrukturen und Cloud-Umgebungen verantwortlich sind.
- SCOM-Administratoren, die ihre Kenntnisse auf System Center 2012 R2 aktualisieren möchten
- IT-Operations-Ingenieure, die Monitoring-Lösungen für Rechenzentren aufbauen oder optimieren
- Systemadministratoren, die eine erste SCOM-Umgebung einrichten sollen
- Datacenter Engineers, die hybride On-Premises/Cloud-Infrastrukturen überwachen
- IT-Verantwortliche, die Service-Level-Reporting und Anwendungsmonitoring einführen möchten
Grundlegende Kenntnisse in der Windows-Server-Administration werden vorausgesetzt. Erfahrungen mit Netzwerkgrundlagen (TCP/IP, DNS) und Active Directory erleichtern den Einstieg erheblich. Kenntnisse in früheren Versionen von Operations Manager sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da die Migration aus älterer Software explizit Teil des Kursinhalts ist. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem ein individueller Lernplan erstellt und die Vorkenntnisse eingeschätzt werden.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning-Format durchgeführt, das betreute Unterrichtseinheiten mit praxisnahen Labor-Szenarien verbindet. Theoretische Inhalte werden in strukturierten Modulen vermittelt; jedes Modul schließt mit Laborübungen ab, die das Gelernte unmittelbar anwendbar machen. Teilnehmende können den Kurs in Vollzeit oder Teilzeit absolvieren. Das Lernmaterial basiert auf dem offiziellen Microsoft-Curriculum MOC 10964 und wird durch ergänzende Unterlagen und Prüfungsvorbereitungsressourcen gestützt.
Der Kurs umfasst erfahrungsgemäß einen Zeitraum von mehr als einer Woche bis zu einem Monat, abhängig von Unterrichtsintensität und individuellem Lernplan. Vollzeitvarianten ermöglichen eine zügige Durchführung in wenigen Wochen; Teilzeitkurse verteilen den Stoff über einen längeren Zeitraum. Alle Laborübungen sind im Kursumfang enthalten.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein Lehrgangszertifikat des Anbieters sowie — nach bestandener Prüfung — ein international anerkanntes Herstellerzertifikat. Der Kurs bereitet gezielt auf Microsoft-Zertifizierungsprüfungen im Bereich System Center Operations Manager vor. Das Zertifikat ist ein anerkannter Beleg für spezialisierte SCOM-Kompetenz in Bewerbungsverfahren und internen Qualifizierungsmaßnahmen.
Nutzen & Perspektiven
IT-Abteilungen stehen unter wachsendem Druck, Infrastrukturen proaktiv zu überwachen statt reaktiv auf Ausfälle zu reagieren. SCOM-Kompetenz ist in Unternehmen, die Microsoft-Stack-Infrastrukturen betreiben, eine gefragte Spezialisierung, die sich in der Stellenmarktstatistik klar von allgemeiner Systemadministration abhebt. Wer SCOM souverän beherrscht, kann Management-Dashboards liefern, die Entscheidungen auf Führungsebene unterstützen, Service-Level-Vereinbarungen transparent nachweisen und Ausfallzeiten durch frühzeitiges Monitoring minimieren. Darüber hinaus schafft die Kurs-Erfahrung mit virtualisierten Laborumgebungen und strukturiertem Troubleshooting ein praxisnahes Kompetenzprofil, das über reine Theorie hinausgeht. Teilnehmende verlassen den Kurs mit dem Wissen, eine produktive SCOM-Umgebung eigenständig einzurichten, zu betreiben und im Fehlerfall wiederherzustellen — Fähigkeiten, die in jedem größeren IT-Betrieb unmittelbar wertschöpfend eingesetzt werden können. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach beruflicher und persönlicher Situation können auch das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung relevant sein. Eine vorherige Beratung durch den Anbieter oder die zuständige Behörde hilft, die passende Finanzierungsoption zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse benötige ich für diesen SCOM-Kurs?
Solide Kenntnisse in der Windows-Server-Administration sowie Grundlagen in Netzwerktechnologien (TCP/IP, DNS) und Active Directory werden vorausgesetzt. Erfahrung mit früheren SCOM-Versionen ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich, da der Migrationsprozess explizit Teil des Kursinhalts ist.
Deckt der Kurs auch Cloud-Monitoring in Windows Azure ab?
Ja. Ein eigener Abschnitt behandelt die Integration von SCOM mit Windows Azure und die Überwachung von Cloud-Ressourcen in hybriden On-Premises/Cloud-Umgebungen. Ergänzend wird die Integration mit System Center Advisor behandelt.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Teilnehmende erhalten ein Lehrgangszertifikat des Anbieters. Nach bestandener Microsoft-Prüfung kommt ein international anerkanntes Herstellerzertifikat hinzu, das die Spezialkompetenz im Bereich System Center Operations Manager belegt.
Sind praktische Laborübungen enthalten?
Ja. Der Kurs enthält umfangreiche Labore in einer virtualisierten Umgebung, in der Teilnehmende alle Szenarien — von der SCOM-Installation über Management-Pack-Erstellung bis zur Notfallwiederherstellung — sicher durchspielen können.
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