Überblick
CompTIA Server+ ist die dedizierte Zertifizierung für IT-Fachkräfte, die mit physischen und virtuellen Serverinfrastrukturen arbeiten. Der Prüfungscode SK0-005 ist der aktuelle Stand und deckt alle wesentlichen Bereiche des Serverbetriebs ab — von der Hardware-Verwaltung über Storage und Virtualisierung bis hin zu Disaster Recovery und Fehlerbehebung. Diese Weiterbildung verbindet das vollständige Server+-Curriculum mit einem praxisorientierten Einblick in MS Teams als Kommunikations- und Kollaborationsplattform, die in Microsoft-365-integrierten Unternehmensumgebungen heute nahezu allgegenwärtig ist.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Server-Hardware und Installation (CompTIA Server+ SK0-005, Kapitel 1–2) Jeder gut betriebene Server beginnt mit der richtigen Hardwareentscheidung und einer sauberen Installationsplanung. Dieses Modul vermittelt das nötige Wissen, um Server-Hardware zu bewerten, zu beschaffen und korrekt aufzubauen.
- Server-Komponenten im Detail: CPU-Architekturen für Server (Intel Xeon, AMD EPYC), ECC-RAM, Hot-Swap-fähige Laufwerke
- Stromversorgung und Redundanz: unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), redundante Netzteile, Power-Management
- Kühlung und physische Umgebung: Hot-Aisle/Cold-Aisle-Konzepte, Rack-Management, Umgebungsmonitoring
- Asset-Verwaltung: Serieninventarisierung, Lizenzdokumentation, Lebenszyklusmanagement
- Installationsplanung: Checklisten für Hardware-Vorbereitung, Betriebssystemauswahl, Partitionierungsstrategien
- Betriebssysteminstallation: Installations-Workflows für Windows Server und Linux-Server-Distributionen
Modul 2 — Netzwerkkonfiguration und virtuelle Umgebungen (SK0-005, Kapitel 3–4) Netzwerkkonfiguration auf Server-Ebene unterscheidet sich deutlich von Client-seitigem Networking. Dieses Modul behandelt serverspezifische Netzwerktechnik und die Grundlagen der Servervirtualisierung.
- Netzwerkverkabelung verwalten: strukturierte Verkabelung im Serverraum, Patchpanels, SFP-Module, Fiber Channel
- Netzwerk-Schnittstellenkarten konfigurieren: NIC-Teaming (LACP), Jumbo Frames, iSCSI-Initiator
- IP-Adressierung und Infrastrukturdienste: DHCP, DNS, WINS für Server-Rollen, statische IP-Vergabe
- Virtuelle Server erstellen: Hypervisor-Typen (Typ-1: Hyper-V, VMware ESXi; Typ-2: VirtualBox), VM-Verwaltung
- Virtuelle Switches erstellen: interne, externe und private virtuelle Switches, VLAN-Tagging in VM-Umgebungen
- Snapshot- und Template-Management: Server-Klone, schnelle Bereitstellung neuer VMs
Modul 3 — Server-Konfiguration, -Verwaltung und Storage (SK0-005, Kapitel 5–7) Im Betrieb sind Server-Rollen-Konfiguration, kontinuierliches Monitoring und durchdachte Storage-Konzepte entscheidend für Stabilität und Performance. Dieses Modul behandelt alle drei Bereiche praxisnah.
- Lokale Server-Eigenschaften konfigurieren: Zeitzone, regionale Einstellungen, Remote-Desktop, Remoteverwaltungstools
- Server-Rollen konfigurieren: Active-Directory-Domänendienste, DNS, DHCP, IIS-Webserver, File-Server-Ressourcenmanager
- Zugriffs- und Kontrollmethoden: RDP, SSH, IPMI/iDRAC/iLO, Out-of-Band-Management
- Serverleistung überwachen: Performance-Monitor, Ressourcenprotokolle, Baselining, Kapazitätsplanung
- Kapazitätsplanung im Storage: Speicheranforderungen ermitteln, Wachstumsprognosen
- RAID-Konfiguration: RAID-0, -1, -5, -6, -10 im Vergleich, Hardware- vs. Software-RAID, RAID-Wiederherstellung
- Storage-Technologien: DAS, NAS, SAN (Fibre Channel und iSCSI), Tiered Storage
Modul 4 — Server-Sicherheit, Disaster Recovery und Fehlerbehebung (SK0-005, Kapitel 8–10) Sicherheit und Betriebskontinuität sind die wichtigsten nichtfunktionalen Anforderungen im Serverbetrieb. Dieses Modul vermittelt, wie Server abgesichert, Ausfälle vorbereitet und Probleme strukturiert behoben werden.
- Firewalls konfigurieren: Windows Defender Firewall, iptables-Grundlagen, Perimeter-Firewall-Regeln für Server
- Sicherheitsprotokolle konfigurieren: TLS-Mindestversionen, sichere Cipher-Suites, Zertifikatsverwaltung
- Intrusion-Detection-Systeme implementieren: host-basierte IDS (HIDS), SIEM-Integration
- Logische Zugriffskontrolle: AD-Gruppenrichtlinien, lokale Sicherheitsrichtlinien, Least-Privilege-Prinzip
- Datensicherheit: Festplattenverschlüsselung (BitLocker, dm-crypt), sichere Datenlöschung
- Server-Hardening: unnötige Dienste deaktivieren, Attack-Surface-Reduction, CIS-Benchmarks anwenden
- Physische Sicherheit: Zutrittskontrolle für Serverräume, Kabelschlösser, CCTV
- Disaster-Recovery-Planung: Recovery-Time-Objective (RTO) und Recovery-Point-Objective (RPO) definieren
- Backup-Strategien: 3-2-1-Backup-Regel, inkrementelle/differentielle Sicherungen, Offsite-Backup
- Fehlerdiagnose und -behebung: systematisches Troubleshooting-Vorgehen für Hardware-, Software-, Netzwerk-, Storage- und Sicherheitsprobleme
Modul 5 — MS Teams (Microsoft 365 Integration) MS Teams ist die zentrale Kollaborationsplattform von Microsoft 365 und in vielen Unternehmensumgebungen, in denen Server-Administratoren tätig sind, tief in den Arbeitsalltag integriert. Dieses Modul gibt einen praxisorientierten Überblick über Teams als Kommunikations- und Kollaborationswerkzeug für IT-Betriebsteams.
- Teams als Plattform: Konzept, Einbettung in Microsoft 365, Verbindung mit Exchange Online, SharePoint und OneDrive
- Kanäle und Besprechungen: Kanal-Struktur für IT-Teams und Projekte, Besprechungsplanung, Whiteboards
- Collaboration-Features für kleine Unternehmen: Chat, Dateiaustausch, externe Gäste einladen
- IT-spezifische Anwendung: Dokumentation von Vorfällen in Teams-Kanälen, Integration von Planungstools (Planner, To Do)
Modul 6 — Praxisszenarien aus dem Serverbetrieb Der Serverbetrieb ist ein ausgesprochen praktisches Berufsfeld. Dieser Block bündelt konkrete Anwendungsszenarien aus den Kapiteln des Server+-Curriculums und vertieft das Gelernte in realitätsnahen Übungsaufgaben.
- Vollständige Server-Inbetriebnahme von der Rack-Montage bis zum ersten Login auf einer Produktivrolle
- RAID-Konfiguration und Wiederherstellungssimulation: RAID-5-Ausfall eines Mitglieds simulieren und Array neu aufbauen
- Virtuelle Umgebung mit mehreren VMs und virtuellen Netzwerksegmenten aufbauen
- Active-Directory-Infrastruktur aufsetzen: Domäne, Benutzer, Gruppen, Gruppenrichtlinien
- Monitoring-Dashboard einrichten: Server-Metriken erfassen, Schwellenwerte definieren, Alarme konfigurieren
- Backup-Routine einrichten und Wiederherstellungstest durchführen, um RTO zu validieren
- Disaster-Recovery-Dokumentation erstellen: vollständiger Plan mit RTO/RPO-Werten und Rollback-Prozeduren
- Server-Hardening nach CIS-Benchmark: Audit-Bericht erstellen und Maßnahmen priorisieren
- Intrusion-Detection-Regeln auf einem HIDS konfigurieren und Testangriff erkennen
- iDRAC/iLO Out-of-Band-Management einrichten und Fernzugriff auf ausgefallenen Server testen
- Fehler-Szenarien durcharbeiten: Netzwerkausfall, Festplattendefekt, Dienst-Crash, Berechtigungsproblem
- Teams-Kanal für ein IT-Incident-Management einrichten und Ticket-Workflow abbilden
Lernziele:
- Server-Hardwarekomponenten (Prozessoren, Arbeitsspeicher, Stromversorgung, Kühlung) identifizieren, konfigurieren und warten
- Einen Server von der Planung über die Hardware-Vorbereitung bis zur Betriebssysteminstallation vollständig einrichten
- Netzwerkkonfigurationen auf Server-Ebene umsetzen: Netzwerkkarten binden, IP-Dienste konfigurieren, Netzwerkverkabelung verwalten
- Virtuelle Umgebungen aufbauen: virtuelle Server und virtuelle Switches erstellen, Hypervisor-Konzepte anwenden
- Server-Rollen und -Eigenschaften konfigurieren: Domänendienste, Dateiserver, Webserver und weitere Dienste einrichten
- Serverbetrieb überwachen und Kapazitäten planen: Leistungs-Monitoring, Service-Level-Vereinbarungen verstehen
- Storage-Lösungen implementieren: RAID-Level konfigurieren, SAN/NAS-Konzepte verstehen, Primär- und Sekundärspeicher planen
- Serversicherheit umsetzen: Firewalls, Intrusion Detection, Hardening-Techniken und physische Sicherheitsmaßnahmen
- Disaster-Recovery-Pläne erstellen, Backup-Strategien umsetzen und Wiederherstellungen durchführen
- Fehler in Hardware, Software, Netzwerk, Storage und Sicherheit nach strukturierter Methodik eingrenzen und beheben
- MS Teams als Kollaborationsplattform in Microsoft-365-Umgebungen administrieren und effektiv nutzen
- Server-Dokumentation professionell erstellen und pflegen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die Server-Infrastrukturen betreiben oder betreiben wollen und ihre Kompetenzen mit der herstellerneutralen CompTIA-Server+-Zertifizierung formal nachweisen möchten.
- Server-Administratoren und IT-Systemadministratoren, die noch keine formale Server-Zertifizierung besitzen
- Netzwerkadministratoren, die ihren Aufgabenbereich in Richtung Server-Betrieb erweitern wollen
- IT-Generalisten in kleinen und mittleren Unternehmen, die für Server und Netzwerk gemeinsam verantwortlich sind
- Junior-Sysadmins nach einer Ausbildung oder einem Studium, die ihren Einstieg mit einer anerkannten Zertifizierung untermauern wollen
- IT-Techniker mit praktischer Server-Erfahrung ohne formalen Qualifikationsnachweis
Praktische Erfahrung mit Serversystemen oder IT-Infrastrukturen erleichtert den Einstieg erheblich. CompTIA empfiehlt für Server+ idealerweise den vorherigen Erwerb von CompTIA A+ oder vergleichbare praktische Kenntnisse. Unterricht, Unterlagen und Prüfungen sind auf Englisch; Lesekenntnisse in englischer Fachsprache sind notwendig. Für das Teams-Modul werden keine Vorkenntnisse in Microsoft-365-Anwendungen erwartet.
Ablauf & Abschluss
Das Combined-Learning-Format verbindet Instruktionsphasen mit praktischen Übungen und Selbststudium. Da Server+ eine stark praxisorientierte Zertifizierung ist, nimmt die praktische Arbeit mit Server-Umgebungen — real oder virtualisiert — einen wesentlichen Teil des Lernprozesses ein. Der Einsatz englischsprachiger Materialien bereitet gleichzeitig auf das englischsprachige Prüfungsformat vor. Das Vollzeitformat ermöglicht es, die zehn Kapitel des Server+-Curriculums kompakt und aufeinander aufbauend zu durcharbeiten.
Die Weiterbildung findet in Vollzeit statt und dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Unterricht und Unterlagen sind in englischer Sprache. Individuelle Zeitplanung und Starttermine können nach Absprache mit den Anbietern angepasst werden.
Die Weiterbildung bereitet auf die CompTIA-Server+-Prüfung (Exam Code SK0-005) vor, die extern bei einem autorisierten Pearson-VUE-Testzentrum abgelegt wird. Anders als andere CompTIA-Zertifikate ohne Continuing-Education-Pflicht gilt Server+ auf unbegrenzte Zeit — eine einmal abgelegte Prüfung bleibt dauerhaft gültig. Ergänzend erhalten Sie ein Lehrgangszertifikat über die absolvierten Trainingsmodule.
Nutzen & Perspektiven
CompTIA Server+ (SK0-005) ist die einzige herstellerneutrale Zertifizierung, die explizit auf Serversysteme spezialisiert ist — unabhängig von Microsoft, VMware oder anderen Anbietern. Damit signalisieren Sie Arbeitgebern, dass Sie Server-Infrastrukturen plattformübergreifend verstehen und betreiben können, nicht nur in einem bestimmten Hersteller-Ökosystem. Der besondere Wert dieser Weiterbildung liegt in der Breite des vermittelten Stoffs: Storage, Virtualisierung, Sicherheit und Disaster Recovery sind Themengebiete, die in der Praxis häufig auf einer Person lasten — besonders in mittelständischen Unternehmen ohne große IT-Abteilung. Mit Server+ und dem hier vermittelten Wissen sind Sie für genau diese Generalisten-Serverrolle qualifiziert. Das MS-Teams-Modul schließt eine wichtige Praxislücke: Modernes IT-Infrastrukturmanagement findet nicht im stillen Kämmerchen statt, sondern in kollaborativen Strukturen. Teams-Kenntnisse gehören in Microsoft-365-Umgebungen zum Standardwerkzeug von IT-Administratoren — für Vorfallmanagement, interne Dokumentation und die Kommunikation mit anderen Abteilungen. Diese Kombination aus technischer Server-Zertifizierung und Kollaborationstools macht das Qualifikationsprofil unmittelbar einsetzbar.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist CompTIA Server+ und für wen ist es geeignet?
CompTIA Server+ (SK0-005) ist eine herstellerneutrale Zertifizierung für den Betrieb physischer und virtueller Serverinfrastrukturen. Sie ist besonders geeignet für Administratoren, die ihr Fachwissen formal nachweisen wollen, und für IT-Generalisten, die Server und Netzwerk gemeinsam verantworten.
In welcher Sprache finden Unterricht und Prüfung statt?
Unterricht, Unterlagen und die Prüfung sind auf Englisch. Lesekenntnisse in englischer IT-Fachsprache sind deshalb erforderlich. Die praktischen Übungen und Lehrerkommunikation im Kurs können je nach Anbieter auch auf Deutsch stattfinden.
Muss Server+ nach einigen Jahren erneuert werden?
Nein, CompTIA Server+ gilt nach bestandener Prüfung auf unbegrenzte Zeit. Das ist ein Unterschied zu anderen CompTIA-Zertifikaten, die eine Rezertifizierung verlangen. Eine einmal abgelegte Server+-Prüfung behält dauerhaft ihre Gültigkeit.
Kann ich das MS-Teams-Modul überspringen?
Das MS-Teams-Modul ist Teil des Kurspakets und ergänzt die Server+-Inhalte um Kollaborationskenntnisse. Eine separate Buchung ausschließlich des Server+-Teils hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Für die CompTIA-Server+-Prüfung selbst ist das Teams-Wissen nicht prüfungsrelevant.
Welche Vorkenntnisse empfiehlt CompTIA für Server+?
CompTIA empfiehlt idealerweise CompTIA A+ oder vergleichbare praktische Erfahrung mit IT-Hardware und Betriebssystemen. Wer bereits im IT-Betrieb tätig war, auch ohne formalen Abschluss, kann gut in den Kurs einsteigen.
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