Überblick
Python ist die meistgenutzte Programmiersprache in der Datenwissenschaft. Dieses Modul der Technischen Hochschule Ulm — eingebettet in den Studiengang Business Analytics — führt Teilnehmende ohne oder mit wenig Programmiererfahrung in Python ein und stellt dabei von Anfang an den Anwendungsbezug auf Data-Science-Aufgaben in den Mittelpunkt. Das Einlesen und Bereinigen realer Datensätze, das Aggregieren und Analysieren von Tabellendaten und das Erzeugen aussagekräftiger Visualisierungen sind die Lernziele — nicht das abstrakte Erlernen von Programmierkonzepten auf rein theoretischer Ebene. Alle Übungen basieren auf realen oder realitätsnahen Datensätzen, was den Schritt vom Kurs in die berufliche Praxis deutlich verkürzt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Python-Grundlagen im Data-Science-Kontext Dieser Block führt in die Sprache ein, ohne sich in Konzepten zu verlieren, die für Data Science nicht relevant sind. Der Fokus liegt von Beginn an auf Daten und deren Verarbeitung.
- Python-Installation und Arbeitsumgebung (Anaconda, Jupyter Notebook)
- Datentypen: Zahlen, Zeichenketten, Listen, Dictionaries, Tupel
- Kontrollstrukturen: if-elif-else, for-Schleifen, while-Schleifen
- Funktionen schreiben und wiederverwenden
- Modulimporte: Wie Python-Bibliotheken eingebunden werden
- Grundlegende Fehlerbehandlung und Debugging
Modul 2 — Datenhaltung und -verarbeitung mit pandas pandas ist die Kernbibliothek für tabellarische Daten in Python. Dieser Block vermittelt alles, was für den täglichen Data-Science-Workflow mit strukturierten Daten notwendig ist.
- DataFrames und Series: Grundstruktur und Eigenschaften
- CSV-, Excel- und JSON-Dateien mit pandas einlesen
- Spalten auswählen, umbenennen und neue Spalten berechnen
- Filtern von Zeilen nach Bedingungen (loc, iloc, boolean indexing)
- Sortieren und Rangfolgen erstellen
- Daten zusammenführen: merge, join, concat für mehrere Datensätze
Modul 3 — Datenbereinigung und explorative Analyse Reale Datensätze sind selten vollständig oder konsistent. Dieser Abschnitt zeigt, wie man Qualitätsprobleme systematisch erkennt, dokumentiert und behebt — bevor Analysen begonnen werden.
- Fehlende Werte identifizieren (isnull, notna) und behandeln (fillna, dropna)
- Duplikate erkennen und entfernen
- Datentypen bereinigen (z. B. Zahlen, die als Text gespeichert wurden)
- Ausreißer identifizieren und bewerten
- Aggregationsanalysen: groupby, agg, pivot_table für Zusammenfassungen
- Deskriptive Statistik mit describe und eigenen Berechnungen
Modul 4 — Datenvisualisierung und Ergebniskommunikation Daten sprechen erst dann, wenn sie in verständliche visuelle Formen übersetzt werden. Dieser Block vermittelt, wie Visualisierungen für explorative Analyse und Kommunikation erstellt werden.
- Grundlegende Diagrammtypen mit matplotlib: Liniendiagramm, Balkendiagramm, Histogramm, Streudiagramm
- Statistisch aussagekräftige Visualisierungen mit seaborn (Boxplot, Heatmap, Pairplot)
- Diagramme lesbar gestalten: Achsenbeschriftungen, Titel, Legende, Farbwahl
- Visualisierungen in Jupyter Notebooks einbetten und reproduzierbar dokumentieren
- Auswahl des richtigen Diagrammtyps für die jeweilige Analysefrage
- Explorative Datenanalyse: strukturiertes Vorgehen von der Rohdatenbetrachtung zur Erkenntnis
Praxisblock — End-to-End Data-Science-Übungen mit realen Datensätzen Alle Konzepte werden anhand echter Datensätze eingeübt — nicht an konstruierten Lehrbeispielen.
- Einen realen CSV-Datensatz einlesen und erste Übersicht gewinnen
- Fehlende Werte und Inkonsistenzen im Datensatz identifizieren und dokumentieren
- Bereinigungsskript schreiben, das reproduzierbar alle Qualitätsprobleme behebt
- Aggregationsanalyse: Umsatz nach Kategorie und Zeitraum zusammenfassen
- Pivot-Tabelle für eine Kreuztabellenanalyse erstellen
- Liniendiagramm für eine Zeitreihenanalyse (z. B. monatlicher Absatz) erstellen
- Boxplot zum Vergleich von Gruppen (z. B. Regionen oder Produktkategorien) erzeugen
- Streudiagramm zur Untersuchung einer Korrelation zwischen zwei Variablen
- Vollständige explorative Datenanalyse (EDA) für einen neuen Datensatz durchführen
- Ergebnis-Notebook mit Kommentaren und Visualisierungen für Dritte verständlich aufbereiten
- Eigene Analysefrage formulieren, Python-Skript schreiben und Ergebnis präsentieren
- Peer-Review: fremdes Notebook lesen, nachvollziehen und kritisch kommentieren
Die Praxisübungen spiegeln direkt, was Data Scientists und Business Analysts in realen Projekten täglich tun — damit der Übergang vom Kurs in die berufliche Praxis so kurz wie möglich bleibt.
Lernziele:
- Python-Basiskonzepte (Variablen, Datentypen, Kontrollstrukturen, Funktionen) für Data-Science-Aufgaben einsetzen
- Tabellendaten mit pandas einlesen, strukturieren und bearbeiten
- Fehlende Werte, Duplikate und inkonsistente Einträge in realen Datensätzen erkennen und bereinigen
- Filterbedingungen und Sortieroperationen auf DataFrames anwenden
- Aggregationsanalysen (groupby, pivot_table) mit pandas durchführen
- Numerische Berechnungen auf Datensätzen mit NumPy effizient durchführen
- Daten mit matplotlib und/oder seaborn als Diagramme visualisieren
- Erkenntnisse aus Datensätzen in interpretierbare Visualisierungen überführen
- Jupyter Notebooks für strukturierte, reproduzierbare Datenanalyse nutzen
- Einfache explorative Datenanalysen (EDA) eigenständig durchführen und dokumentieren
- Python-Code für Data-Science-Workflows lesbar und nachvollziehbar strukturieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Modul richtet sich an Personen mit einem Hochschulhintergrund, die Python und Data-Science-Grundlagen strukturiert erlernen wollen. Es ist als einzelner Zertifikatskurs belegbar oder als Teil des Studiengangs Business Analytics an der Technischen Hochschule Ulm.
- Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Studiengänge (Informatik, Mathematik, Physik, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftsmathematik), die Python für Datenanalyse nutzen wollen
- Business-Analysten und Produktmanager mit Hochschulabschluss, die eigenständige Datenauswertungen durchführen möchten
- Forschende und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Datensätze mit Python auswerten wollen
- Berufstätige mit erstem Hochschulabschluss beliebiger Fachrichtung, die Data Science als neue Kompetenz aufbauen wollen
- Masterstudentinnen und -studenten, die ihr Methodenrepertoire um praktische Python-Datenkompetenz erweitern
Für die Belegung als eigenständiger Zertifikatskurs ist ein erster Hochschulabschluss beliebiger Fachrichtung notwendig. Bei Belegung im Rahmen des Studiengangs Business Analytics werden ein Hochschulabschluss in Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Mathematik, Physik, Wirtschaftsmathematik oder einem vergleichbaren Studiengang vorausgesetzt. Programmiervorkenntnisse in Python sind keine Voraussetzung; mathematische Grundkenntnisse aus dem Studium sind hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Das Modul wird in Teilzeit durchgeführt und ist so konzipiert, dass es parallel zu Berufstätigkeit oder anderen Studienleistungen absolviert werden kann. Die Lernmaterialien folgen dem Prinzip der anwendungsorientierten Hochschullehre: Konzepte werden direkt in den Data-Science-Kontext eingebettet und sofort anhand von Datensätzen eingeübt. Jupyter Notebooks dienen als primäre Arbeitsumgebung, weil sie Code, Ausgabe, Kommentare und Visualisierungen in einem Dokument vereinen — so wie es in realen Data-Science-Teams gängige Praxis ist. Das macht die im Kurs erstellten Notebooks zu einem direkt vorweisbaren Arbeitsergebnis.
Das Modul wird in Teilzeit angeboten. Als Teil des Studiengangs Business Analytics der Technischen Hochschule Ulm ist es in die dortigen Studienstruktur eingebettet; als eigenständiger Zertifikatskurs kann es unabhängig davon belegt werden. Die Workload entspricht einem Hochschulmodul des Studiengangs Business Analytics.
Nach erfolgreichem Abschluss des Moduls erhalten Teilnehmende ein Zertifikat der Technischen Hochschule Ulm, das die erworbenen Kompetenzen in Python-Programmierung für Data Science dokumentiert. Wird das Modul im Rahmen des Studiengangs Business Analytics absolviert, fließt es entsprechend in den Studienabschluss ein.
Nutzen & Perspektiven
Python ist die meistgenutzte Sprache in Data Science, Machine Learning und datengetriebener Forschung — weit verbreitet in wissenschaftlichen Einrichtungen, Technologieunternehmen und zunehmend auch in traditionellen Branchen wie Finanzwesen, Logistik und Gesundheitswesen. Der Einstieg über eine reale Anwendungsperspektive statt über abstrakte Syntaxübungen macht den Lerneffekt dauerhafter: Wer Python zuerst am Datensatz erlebt, versteht die Sprache als Werkzeug, nicht als Selbstzweck. Die Kombination aus Hochschulkontext und praxisnahem Inhalt ist ein Alleinstellungsmerkmal dieses Moduls. Die Teilnahme an einem Hochschulmodul mit Zertifikat der Technischen Hochschule Ulm signalisiert eine andere Qualitätsstufe als ein generischer Online-Kurs — besonders für Personen, die ihre akademische Weiterbildung dokumentieren wollen oder die Grundlage für einen Masterstudiengang oder eine Promotion legen. Wer dieses Modul abschließt, hat mit pandas, NumPy, matplotlib und Jupyter Notebook die vier zentralen Werkzeuge des Python-Data-Science-Stacks kennengelernt. Diese vier Bibliotheken sind die Basis fast aller weiterführenden Kurse im Bereich Machine Learning (scikit-learn), Deep Learning (TensorFlow, PyTorch) und Business Intelligence — sodass dieses Modul als solider erster Schritt in eine breite Palette von Folgespezialisierungen dient.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Das Modul ist explizit als Einführungskurs konzipiert und setzt keine Python-Vorkenntnisse voraus. Programmiererfahrung in anderen Sprachen ist ein Vorteil, aber keine Bedingung. Mathematische Grundkenntnisse aus dem Hochschulstudium sind hilfreich, da Data Science grundlegende Konzepte wie Mittelwert, Streuung und Korrelation nutzt.
Kann ich das Modul als einzelnen Kurs buchen oder muss ich den ganzen Studiengang belegen?
Das Modul kann als eigenständiger Zertifikatskurs belegt werden — unabhängig vom Studiengang Business Analytics. Dafür ist ein erster Hochschulabschluss beliebiger Fachrichtung notwendig. Wer den vollständigen Studiengang Business Analytics der TH Ulm belegt, absolviert das Modul als Teil des Studienprogramms.
Welche Python-Bibliotheken werden im Kurs behandelt?
Der Kurs konzentriert sich auf pandas für Datenmanipulation und -analyse, NumPy für numerische Berechnungen, matplotlib und seaborn für Datenvisualisierung sowie Jupyter Notebook als Arbeitsumgebung. Diese vier Bibliotheken bilden den Kern des Python-Data-Science-Stacks und sind Grundlage für alle weiterführenden Kursangebote in Machine Learning und KI.
Welches Zertifikat erhalte ich nach Abschluss des Moduls?
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie ein Zertifikat der Technischen Hochschule Ulm, das die erworbenen Python-Data-Science-Kompetenzen dokumentiert. Wird das Modul im Rahmen des Studiengangs Business Analytics absolviert, fließt es in den Studienabschluss ein.
Für welche weiterführenden Kurse oder Studienangebote ist dieses Modul eine gute Grundlage?
Das Modul legt die Python-Grundlage für weiterführende Kurse in Machine Learning (scikit-learn), Deep Learning (TensorFlow, PyTorch) und Datenbankanalyse (SQL mit Python). Im Rahmen des Business-Analytics-Studiengangs der TH Ulm baut es direkt auf andere Fachmodule auf. Als eigenständiger Kurs bereitet es gut auf Data-Science-Bootcamps oder weiterführende Hochschulmodule vor.
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