Überblick
Dynamisches Projektmanagement nach EXIN ist eine strukturierte, agile Methode, die auf den Prinzipien von DSDM (Dynamic Systems Development Method) aufbaut. Im Kern steht die Überzeugung, dass Projekte scheitern, wenn man Ressourcen und Termine variabel hält und dafür Qualität und Umfang opfert – DPM dreht das Verhältnis um: Zeit, Kosten und Qualität werden fest definiert, und der Lieferumfang wird priorisiert und angepasst. Diese als Timeboxing bekannte Denkweise trennt DPM von traditionellen Wasserfall-Ansätzen ebenso wie von reinem Scrum. Der Kurs vermittelt alle Inhalte, die für die EXIN-Zertifizierungsprüfung Dynamisches Projektmanagement für Projektmanager (DPMMM) erforderlich sind, und schließt mit dem Examen ab. Ergänzend wird Microsoft Teams als Plattform für verteilte Projektteams eingeführt.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen und Prinzipien des Dynamischen Projektmanagements DPM baut auf acht Kernprinzipien auf, die zusammen eine grundlegend andere Projekthaltung beschreiben als klassisches Projektmanagement. Dieser Abschnitt führt in diese Prinzipien ein, erklärt ihre Herkunft in DSDM und zeigt, wie sie im konkreten Projektgeschäft wirken. Besonders das Prinzip „Never compromise quality" und die Konsequenz, lieber Umfang zu reduzieren als Qualität zu senken, wird anhand von Praxisbeispielen diskutiert.
- Herkunft und Entwicklung von DSDM als Rahmenwerk
- Die acht Prinzipien im Einzelnen: Aktive Einbindung der Stakeholder, befähigte Teams, kontinuierliche Zusammenarbeit, iterative Entwicklung u. a.
- Abgrenzung von DPM zu Wasserfall, PRINCE2 und Scrum
- Wann ist DPM die geeignete Methode? Typische Projektkontexte und Branchen
- Der Business Case als zentrales Dokument der Projektrechtfertigung
- Anforderungen und Prämissen für einen erfolgreichen DPM-Einsatz
Rollen, Team-Struktur und Projektlebenszyklus DPM unterscheidet klar zwischen Geschäfts- und Lösungsebene und sieht spezifische Rollen für beide Seiten vor. Die Rollenstruktur ist präziser als bei vielen anderen agilen Frameworks, was Verantwortlichkeiten klarer macht, aber auch gelernt werden will. Der Projektlebenszyklus umfasst mehrere Phasen von der Idee bis zur Nachbereitung, die alle inhaltlich und in Bezug auf ihre Produkte erklärt werden.
- Rollen auf der Geschäftsseite: Business Sponsor, Business Visionary, Business Analyst, Business Ambassador
- Rollen auf der Lösungsseite: Technical Coordinator, Solution Developer, Solution Tester, Team Leader
- Übergreifende Rollen: Project Manager, DSDM Coach, Workshop Facilitator
- Projektlebenszyklus: Pre-Project, Feasibility, Foundations, Evolutionary Development, Deployment, Post-Project
- Meilensteine und Lieferprodukte in jeder Phase
- Zusammenspiel der Rollen in iterativen Zyklen und Workshops
Timeboxing, MoSCoW und iterative Entwicklung Das Timeboxing ist das operative Herzstück von DPM. Eine Timebox ist ein festgesetztes Zeitfenster, in dem ein bestimmtes Arbeitsergebnis geliefert werden muss. Was nicht fertig wird, wird nicht verlängert, sondern priorisiert und in die nächste Timebox übernommen. Die MoSCoW-Methode hilft, Anforderungen nach ihrer Priorität einzuordnen und Lieferumfang zu steuern.
- Aufbau und Ablauf einer Timebox: Kick-off, Refinement, Close-Out
- MoSCoW-Priorisierung: Must Have, Should Have, Could Have, Won't Have
- Iterationsphasen: Investigate, Refine, Consolidate
- Umgang mit Scope Creep und Anforderungsänderungen im Timeboxing-Kontext
- Qualitätssicherung innerhalb einer Timebox
- Verknüpfung von Iterationen zu einer kohärenten Lieferstrategie
Risikomanagement, Qualität und DPM-Artefakte DPM sieht ein explizites Risiko- und Qualitätsmanagement vor, das sich durch alle Phasen des Projekts zieht. Dieser Abschnitt behandelt die wichtigsten Artefakte, die im Verlauf eines DPM-Projekts entstehen, und zeigt, wie sie miteinander zusammenhängen.
- Risikologbuch: Identifikation, Bewertung, Maßnahmen in DPM
- Qualitätskriterien: Definition of Done und Fit for Purpose im DPM-Kontext
- Zentrale DPM-Produkte: Business Case, Prioritised Requirements List, Solution Architecture Definition, Deployment Plan, Benefits Realisation Review
- Configuration Management und Änderungskontrolle in DPM
- Lessons Learned und kontinuierliche Verbesserung nach Projektabschluss
Microsoft Teams für Projektteams Zeitgemäßes Projektmanagement findet heute weitgehend digital statt – besonders in verteilten Teams. Microsoft Teams ist in vielen Unternehmen die zentrale Plattform für Kommunikation, Dateiablage und Besprechungen. Dieser Abschnitt zeigt die projektrelevanten Funktionen im Überblick.
- Aufbau von Teams und Kanälen für Projekte und Arbeitspakete
- Videokonferenzen führen, Aufzeichnungen nutzen, Besprechungsnotizen erstellen
- Dateiablage und gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten in Teams
- Aufgaben und To-dos in Microsoft Planner innerhalb von Teams verwalten
- Integration von Teams in den Microsoft 365-Kontext: SharePoint, OneNote, Outlook
- Praktische Einsatzszenarien für DPM-Teams: Daily Stand-up, Timebox-Meetings, Reviews
Im Gesamtverlauf des Kurses wird DPM konsequent mit Praxisszenarien verknüpft. Typische Situationen im Projektalltag – eine Anforderung, die nicht fertig wird, ein Stakeholder, der seine Verfügbarkeit nicht einhalten kann, ein Timebox-Ziel, das neu priorisiert werden muss – dienen als Ausgangspunkt für die Vertiefung der Konzepte. Durch diese Verbindung bleibt das Gelernte nicht abstrakt, sondern wird als handlungsleitend erlebt.
Lernziele:
- Die philosophischen Grundlagen und acht Prinzipien von DSDM verstehen und in Projektkontexte übertragen
- Das Timeboxing-Konzept als zentrales Steuerungselement von DPM anwenden
- Die Rollen und Verantwortlichkeiten im DPM-Projektteam (Solution Developer, Solution Tester, Team Leader, Business Analyst, Business Visionary u. a.) beschreiben und abgrenzen
- Den Projektlebenszyklus nach DPM – von Pre-Project bis Post-Project – vollständig durchlaufen
- MoSCoW-Priorisierung für Anforderungen und Lieferumfang zielgerichtet einsetzen
- Iterative Entwicklungszyklen planen, überwachen und anpassen
- Risiko- und Qualitätsmanagement im DPM-Kontext strukturieren
- Die Produkte und Artefakte einer DPM-Lieferstruktur (Business Case, Solution Architecture, Deployment Plan) kennen
- Zusammenhänge und Unterschiede zu anderen agilen Frameworks (Scrum, Kanban, PRINCE2 Agile) erklären
- Microsoft Teams als Kollaborationsplattform für Projektteams einrichten und nutzen
- Videokonferenzen, Kanäle, Dateiablage und Aufgaben in Teams für Projektarbeit einsetzen
- Die Anforderungen der EXIN DPMMM-Prüfung sicher erfüllen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Projektmanager und Projektbeteiligte, die agile Methoden professionell einsetzen möchten und eine anerkannte Zertifizierung anstreben.
- Projektleiter und Projektmanager aus IT, Produktentwicklung, Beratung und Organisationsmanagement
- Personen mit PRINCE2- oder klassischem Projektmanagement-Hintergrund, die agile Methoden ergänzen wollen
- Business Analysten und Solution Designer in agilen Projekten
- Agile Coaches und Scrum Master, die ihr Methodenportfolio um DSDM/DPM erweitern möchten
- Alle, die die EXIN DPMMM-Zertifizierung als Nachweis ihrer agilen Projektkompetenz erwerben wollen
Berufserfahrung in der Projektarbeit ist hilfreich, da die Konzepte an reale Projektsituationen angeknüpft werden. Formale Vorkenntnisse in Projektmanagement-Methoden sind empfehlenswert, aber nicht zwingend. Der Kurs führt alle DPM-spezifischen Konzepte vollständig ein. Grundlegende Erfahrungen mit digitalen Arbeitswerkzeugen erleichtern den Teams-Teil des Kurses.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht wechselt zwischen theoretischen Einheiten, Fallstudien, Diskussionsrunden und konkreten Anwendungsaufgaben. Da DPM auf kollaborativen Workshops basiert, nutzt der Kurs selbst Workshopformate als Lehrmethode. Die Prüfungsvorbereitung ist in den Ablauf integriert, sodass Teilnehmende das EXIN-Examen direkt nach Kursabschluss ablegen. Vollzeit- und Teilzeitvarianten stehen zur Verfügung.
Die Dauer des Kurses richtet sich nach der Tiefe der behandelten Inhalte und dem gewählten Lernmodell. Als Vollzeitkurs kann der Kern des DPM-Stoffs innerhalb einer Woche durchgearbeitet werden; mit Teams-Modul und intensiverer Prüfungsvorbereitung verlängert sich dies. In Teilzeit verteilen sich die Inhalte auf mehrere Wochen. Die genaue Laufzeit wird bei der Anmeldung festgelegt.
Der Kurs bereitet auf die EXIN-Prüfung Dynamisches Projektmanagement für Projektmanager (DPMMM) vor und schließt mit dem Examen ab. Bei bestandener Prüfung erhalten Teilnehmende das international anerkannte EXIN-Zertifikat. Zusätzlich stellt der Ausbildungsträger ein Lehrgangszertifikat aus, das beide Kursbestandteile – DPM und Microsoft Teams – dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Agile Projektmethoden sind in der Praxis oft unvollständig implementiert: Teams nennen sich agil, arbeiten aber ohne klare Rollen, ohne Timeboxen und ohne explizite Qualitätssicherung. DPM bietet hier eine strukturierte Antwort – ein Framework, das agiles Denken mit konkreter Projektsteuerung verbindet. Wer DPM beherrscht, kann agile Projekte nicht nur durchführen, sondern auch steuern, erklären und gegenüber Geschäftsführung und Kunden vertreten. Die Kombination mit Microsoft Teams macht den Kurs unmittelbar praxisrelevant. DPM-Konzepte wie Timebox-Meetings, Stakeholder-Einbindung und gemeinsame Dokumentenablage lassen sich in Teams direkt abbilden. Teilnehmende verlassen den Kurs mit einem vollständigen Werkzeugkasten für ihre nächste Projektaufgabe. Das EXIN-Zertifikat ist international anerkannt und ergänzt das Profil von Projektmanagern, die bereits PRINCE2 Foundation oder Scrum-Zertifizierungen besitzen, wirkungsvoll. Es signalisiert, dass die zertifizierte Person agile Methoden nicht nur aus einem einzigen Framework kennt, sondern einen breiten methodischen Horizont mitbringt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen DPM und Scrum?
Beide Methoden sind agil, aber DPM (auf Basis von DSDM) ist für das gesamte Projektmanagement konzipiert – mit definierten Rollen auf Geschäfts- und Lösungsseite, einem vollständigen Projektlebenszyklus und expliziten Artefakten wie Business Case und Deployment Plan. Scrum fokussiert auf den Entwicklungsprozess innerhalb eines Teams. DPM eignet sich besonders dann, wenn Geschäftsstakeholder stark eingebunden und Projektziele klar definiert sein müssen.
Was bedeutet Timeboxing in DPM?
Eine Timebox ist ein fest definiertes Zeitfenster, in dem ein bestimmtes Arbeitsergebnis geliefert werden muss. Zeit und Ressourcen sind fix – was nicht fertig wird, wird priorisiert und in die nächste Timebox übertragen, anstatt die Timebox zu verlängern. Diese Disziplin ist das zentrale Steuerungsmittel von DPM und verhindert den klassischen „Scope Creep".
Ist das EXIN DPMMM-Zertifikat international anerkannt?
Ja, EXIN ist ein niederländisch-international anerkannter Zertifizierungsanbieter für IT und Digitalisierungsthemen. Das DPMMM-Zertifikat wird in Europa und darüber hinaus als Nachweis für agile Projektkompetenz anerkannt und kann in Lebensläufen und Angebotsprofiles aufgeführt werden.
Warum ist Microsoft Teams Teil dieses DPM-Kurses?
Teams ist in vielen Unternehmen die Standardplattform für Projektarbeit und Kollaboration. Da DPM explizit auf intensiver Zusammenarbeit, täglichen Stand-ups und gemeinsamer Dokumentenarbeit basiert, ist die praktische Nutzung von Teams eine naheliegende Ergänzung. Der Kurs zeigt, wie DPM-Konzepte in Teams direkt umgesetzt werden können.
Welche Vorkenntnisse werden empfohlen?
Erfahrung in der Projektarbeit ist sehr hilfreich, da DPM-Konzepte an reale Projektsituationen angeknüpft werden. Vorkenntnisse in anderen Methoden wie PRINCE2 oder Scrum erleichtern den Vergleich, sind aber keine Voraussetzung. Der Kurs führt alle DPM-spezifischen Konzepte vollständig ein.
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