Überblick
Wer in modernen Organisationen Projekte steuern, Prozesse verbessern und IT-Services managen will, braucht heute ein breites Methodenportfolio. Diese Weiterbildung deckt genau dieses Spektrum ab: Sie beginnt mit den statistisch fundierten Qualitätsmanagement-Werkzeugen von Six Sigma (Yellow Belt), führt über ITIL 4 Foundation ins IT-Service-Management, erschließt mit PRINCE2 Foundation und Practitioner das klassische und mit Agile PRINCE2 das hybride Projektmanagement — und schließt mit einem vollständigen Scrum-Curriculum ab, das Foundation, Scrum Master und Product Owner umfasst. Fast alle Hauptbestandteile werden mit offiziellen Zertifizierungsprüfungen abgeschlossen. Das Programm ist in neun aufeinander aufbauende Module gegliedert und wird als Combined Learning in Vollzeit über mehr als einen Monat bis zu drei Monaten durchgeführt.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Six Sigma Yellow Belt Six Sigma ist eine auf statistischer Analyse basierende Methode zur systematischen Reduktion von Prozessfehlern und -varianz. Im Yellow-Belt-Bereich erwerben die Teilnehmenden das Grundwissen, um in Six-Sigma-Projekten als Teammitglied mitzuwirken, Daten zu erheben und einfache Messungen durchzuführen. Das Modul ist in einen Kontext eingebettet, der Change Management und Projektmanagement-Grundlagen mit Six-Sigma-Konzepten verknüpft, und beinhaltet auch MS Project Level 1 für die Meilensteinverfolgung in Verbesserungsprojekten.
- DMAIC-Zyklus: Define, Measure, Analyze, Improve, Control im Überblick
- Qualitätsbegriff und Six-Sigma-Skala: Fehlerrate, Sigma-Level, DPMO
- Prozessvisualisierung: Sipoc-Diagramm, Prozessflussdiagramm
- Statistische Grundkonzepte: Mittelwert, Standardabweichung, Normalverteilung
- Messsystemanalyse (MSA): Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit
- MS Project Level 1 für Six-Sigma-Projektpläne und Meilensteinverfolgung
- Change Management Grundlagen: Veränderungsprozesse in der Qualitätsverbesserung
- Persönliche und soziale Kompetenzen im Projektkontext
Modul 2 — ITIL 4 Foundation ITIL (IT Infrastructure Library) ist das weltweit führende Framework für IT-Service-Management. Mit Version ITIL 4 hat sich die Perspektive grundlegend modernisiert: Im Mittelpunkt steht nicht mehr ein starrer Prozesslebenszyklus, sondern das Service Value System (SVS) — ein integriertes Betriebsmodell, das agile Arbeitsweisen, DevOps und Lean berücksichtigt. ITIL 4 Foundation ist die offizielle Einstiegszertifizierung und Pflichtvoraussetzung für alle weiterführenden ITIL-Qualifikationen.
- Die sieben Guiding Principles von ITIL 4: z. B. Focus on Value, Start where you are, Collaborate
- Das Service Value System (SVS): Governance, Guiding Principles, Continual Improvement, Service Value Chain
- Die Service Value Chain (SVC) und ihre sechs Aktivitäten: Plan, Engage, Design and Transition, Obtain, Deliver and Support, Improve
- Die vier Dimensionen des Service Managements: Organisationen und Menschen, Information und Technologie, Partner und Lieferanten, Wertströme und Prozesse
- Zentrale ITIL-4-Konzepte: Value, Outcomes, Costs, Risks
- Key Practices: Incident Management, Problem Management, Change Enablement, Service Desk, Service Request Management, Continual Improvement
- Terminologie und ITIL-4-Vokabular für die Foundation-Prüfung (Axelos/PeopleCert)
Modul 3 — ITIL Practitioner (Vertiefung) Aufbauend auf Foundation vermittelt dieser Block eine vertiefende Betrachtung des IT-Service-Managements. Die Teilnehmenden erweitern ihr Verständnis der ITIL-Practices und lernen, wie IT-Services über ihren gesamten Wertschöpfungsprozess gemanagt werden. Ergänzend zur ITIL-4-Perspektive werden auch ältere Konzepte, die in manchen Unternehmen noch im Einsatz sind, eingeordnet und kontextualisiert.
- Vertiefung ausgewählter ITIL-4-Practices: Capacity and Performance Management, IT Asset Management, Monitoring and Event Management
- Service Configuration Management: CMDB-Konzept und Konfigurationselemente
- Release Management und Deployment Management im ITIL-4-Kontext
- Zusammenhang zwischen Practices und dem Service Value Chain-Modell
- Anwendungsbeispiele aus realen IT-Service-Umgebungen
Modul 4 — PRINCE2 Foundation und Practitioner PRINCE2 wird in diesem Programm in der vollständigen Entwicklungsschiene von Foundation bis Practitioner absolviert. Das Foundation-Modul legt das konzeptuelle Fundament, der Practitioner-Teil zeigt die Anwendung in komplexen Projekten und das Tailoring der Methode. Ergänzt wird dieser Block durch die Agile-PRINCE2-Erweiterung, die die Verbindung zu modernen agilen Arbeitsweisen herstellt.
- PRINCE2 Foundation: sieben Prinzipien, sieben Themen, sieben Prozesse und Vokabular
- PRINCE2 Practitioner: Tailoring, Managementdokumente, Fallstudienarbeit unter realistischen Bedingungen
- Agile PRINCE2 Master: Verzahnung von PRINCE2-Steuerrahmen und agilen Liefermethoden (z. B. Scrum-Sprints)
- Prüfungsvorbereitung Foundation und Practitioner (AXELOS); das Practitioner-Zertifikat erfordert nach drei Jahren Rezertifizierung
Modul 5 — Agile Scrum: Foundation, Master und Product Owner Das Scrum-Curriculum deckt alle drei zentralen Rollen im Scrum-Framework ab. Die Teilnehmenden lernen zunächst die Grundlagen aus der Foundation-Perspektive, vertiefen dann die Scrum-Master-Rolle als Facilitator und Methodenfachmann und schließen mit der Product-Owner-Perspektive, die Backlog-Management und Produktvision verantwortet.
- Agile Scrum Foundation: Framework-Überblick, Rollen, Artefakte, Events
- Agile Scrum Master: Servant Leadership, Impediment-Management, Team coachen und schützen
- Agile Scrum Product Owner: Product Backlog aufbauen, User Stories schreiben, Priorisierungsverfahren
- Skalierung von Scrum in großen und verteilten Projekten: Übersicht über SAFe und LeSS
- Verbindung von Scrum mit PRINCE2 im hybriden Projektmanagement
- Prüfungsvorbereitung EXIN Agile Scrum (Foundation, Master, Product Owner)
Praxisblock — Integrierte Methodenanwendung und Prüfungsrunden Die Praxiseinheiten integrieren alle Methodenbereiche in einem zusammenhängenden Lernbogen. Anhand realistischer Unternehmensszenarien wird deutlich, wie Six-Sigma-Prozessverbesserung, PRINCE2-Projektsteuerung, agile Scrum-Lieferung und ITIL-4-Servicemanagement in der Praxis ineinandergreifen — und wo die jeweiligen Grenzen und Übergänge liegen.
- End-to-End-Szenario: Verbesserungsprojekt mit Six Sigma DMAIC, PRINCE2-Struktur und Scrum-Sprints
- DMAIC-Analyse eines fiktiven IT-Serviceprozesses mit Bezug zu ITIL-4-Practices
- Sprint-Planung und Backlog-Priorisierung im kombinierten Methodenumfeld
- Prüfungsrunden Six Sigma Yellow Belt: Aufgabenformate und statistische Berechnungsbeispiele
- Prüfungsrunden ITIL 4 Foundation: 40 Multiple-Choice-Fragen, typische Formulierungen, Zeitstrategie
- Prüfungsrunden PRINCE2 Foundation und Practitioner: Fallstudien-Aufgaben, Tailoring-Entscheidungen
- Prüfungsrunden EXIN Agile Scrum Foundation, Master und Product Owner
- Methodenvergleich: Stärken und typische Einsatzfelder von Six Sigma, ITIL 4, PRINCE2 und Scrum
- Fallstudienarbeit: IT-Transformationsprojekt mit allen Methoden als abschließendes Projektszenario
Die Abschlusseinheiten sind als moderierte Diskussionsrunden gestaltet, in denen Trainer und Teilnehmende offene Fragen aus allen Modulen klären und Wissenslücken vor den Prüfungen schließen.
Lernziele:
Nach Abschluss des Programms können die Teilnehmenden die Six-Sigma-Grundprinzipien erklären und die DMAIC-Methodik auf reale Verbesserungsvorhaben anwenden.
- Statistische Grundkonzepte für Yellow-Belt-Projekte einsetzen: Prozessvarianz, Sigma-Level, DPMO
- Den Zusammenhang zwischen Prozessqualität, Kundenzufriedenheit und Kosteneffizienz verstehen
- Scrum-Foundation- und Scrum-Master-Rollen ausüben und Sprint-Zyklen selbstständig begleiten
- Die Scrum-Product-Owner-Verantwortung übernehmen und Backlogs nach Geschäftswert priorisieren
- Das PRINCE2-Framework von Foundation bis Practitioner anwenden und Projekte methodisch korrekt aufsetzen
- Agile PRINCE2-Erweiterungen nutzen und klassische und agile Methoden situativ kombinieren
- Kernkonzepte und Terminologie von ITIL 4 Foundation erklären: Service Value System, vier Dimensionen, Guiding Principles
- ITIL-4-Practices wie Incident Management, Change Enablement und Service Request Management im Alltag einordnen
- Die Verbindung zwischen IT-Service-Management (ITIL) und Qualitätsverbesserung (Six Sigma) herstellen
- Auf alle enthaltenen Zertifizierungsprüfungen gezielt und strukturiert vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte aus IT, Qualitätsmanagement, Prozessverbesserung und Projektmanagement, die sich mit einem umfassenden Zertifizierungsportfolio für anspruchsvolle Rollen qualifizieren möchten. Das Programm erfordert die Bereitschaft, ein breites Methodenspektrum parallel zu erarbeiten.
- IT-Projektleiterinnen und -projektleiter, die zusätzliche Qualitäts- und Service-Management-Kompetenz aufbauen möchten
- Qualitätsmanagerinnen und Qualitätsmanager mit Interesse an agilem Methodenwissen
- Scrum Master und Product Owner, die ihre Arbeit in ein breiteres Framework einbetten möchten
- Prozessmanagerinnen und Prozessmanager, die Six Sigma und ITIL 4 kombinieren wollen
- Berufseinsteigende und Quereinsteiger, die sich mit einem vollständigen Methodenpaket am Markt positionieren möchten
Für die Scrum- und PRINCE2-Foundation-Teile sind keine spezifischen Vorkenntnisse erforderlich. Für Six Sigma sind Grundrechenarten und ein Verständnis für Kennzahlen ausreichend; vertiefte Statistikkenntnisse werden für Yellow Belt nicht benötigt. ITIL 4 Foundation hat keine formalen Voraussetzungen. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn erstellt einen individuellen Lernplan; individuelle und Teilzeit-Starttermine sind auf Anfrage möglich.
Ablauf & Abschluss
Als Combined Learning in Vollzeit verbindet der Kurs trainergeführte Einheiten für konzeptuelle Inhalte mit selbstgesteuerten Übungsphasen und modulbegleitender Prüfungsvorbereitung. Six Sigma wird mit praktischen Messübungen und Datenbeispielen vermittelt; Scrum durch simulierte Sprints und Rollenübungen; ITIL durch Fallstudien aus IT-Serviceumgebungen. Die Prüfungsvorbereitungsblöcke sind thematisch über den Kursverlauf verteilt, sodass das Gelernte kontinuierlich konsolidiert wird.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten in Vollzeit. Dieses Format ist dem außergewöhnlichen Umfang angemessen: Neun Module mit sechs bis sieben Zertifizierungsprüfungen — Six Sigma Yellow Belt, ITIL 4 Foundation, PRINCE2 Foundation und Practitioner, EXIN Agile Scrum Foundation, Master und Product Owner — erfordern sowohl ausreichend Lernzeit als auch intensive Prüfungsvorbereitungsphasen.
Das Programm führt zu einer Reihe international anerkannter Herstellerzertifikate: Six Sigma Yellow Belt, ITIL 4 Foundation (Axelos/PeopleCert), PRINCE2 Foundation und Practitioner (AXELOS) sowie EXIN Agile Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner. Hinzu kommt das Lehrgangszertifikat von New Horizons. Es handelt sich ausschließlich um Herstellerzertifikate; ein staatlicher Berufsabschluss ist nicht inbegriffen. Das PRINCE2-Practitioner-Zertifikat erfordert nach drei Jahren eine Rezertifizierung.
Nutzen & Perspektiven
Ein Profil, das Six Sigma, ITIL 4, PRINCE2 und Scrum vereint, ist am deutschen Arbeitsmarkt außergewöhnlich breit aufgestellt. Es erschließt Karrierewege in mehreren Berufsfeldern gleichzeitig: Qualitätsmanagement, IT-Service-Management sowie klassisches und agiles Projektmanagement. Unternehmen, die komplexe Transformationsprojekte mit Qualitätsanforderungen und IT-Service-Komponenten umsetzen müssen, suchen genau diese methodenübergreifende Kompetenz — und solche Fachleute sind verhältnismäßig selten auf dem Markt. ITIL 4 als Grundlage für IT-Service-Management ist in fast allen IT-Abteilungen größerer Unternehmen etabliert. Die Kombination mit Six Sigma erlaubt es, nicht nur Services bereitzustellen, sondern ihre Qualität messbar zu verbessern — ein direkter Beitrag zu Kundenzufriedenheit und Kosteneffizienz. Scrum und PRINCE2 ergänzen dieses Profil um die Projektumsetzungsdimension: von der Anforderungserhebung bis zum geordneten Projektabschluss. Das Qualifizierungschancengesetz bietet für Beschäftigte in Unternehmen mit Transformationsbedarf Förderoptionen, die bei AZAV-zertifizierten Trägern genutzt werden können. Ob und in welcher Form eine Förderung möglich ist, klärt das individuelle Beratungsgespräch vor Kursbeginn.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen sind im Programm enthalten?
Das Programm deckt Six Sigma Yellow Belt, ITIL 4 Foundation (Axelos/PeopleCert), PRINCE2 Foundation und Practitioner (AXELOS), Agile PRINCE2 Master sowie EXIN Agile Scrum Foundation, Scrum Master und Product Owner ab. Hinzu kommt das Lehrgangszertifikat von New Horizons.
Was ist ITIL 4 und warum wird nicht mehr von ITIL v3 gesprochen?
ITIL 4 ist die aktuelle Version des IT-Service-Management-Frameworks von Axelos/PeopleCert. Im Unterschied zur früheren ITIL v3 steht bei ITIL 4 nicht mehr ein starrer Prozesslebenszyklus im Mittelpunkt, sondern das Service Value System (SVS) mit seinen Guiding Principles, der Service Value Chain und 34 Practices. Die im Kurs behandelte Foundation-Zertifizierung bezieht sich auf ITIL 4.
Was bedeutet DMAIC im Six-Sigma-Kontext?
DMAIC ist der Kernzyklus von Six Sigma: Define (Problemdefinition), Measure (Messung des Ist-Zustands), Analyze (Ursachenanalyse), Improve (Verbesserungsmaßnahmen) und Control (nachhaltige Absicherung des Ergebnisses). Im Yellow-Belt-Bereich lernt man, diesen Zyklus zu verstehen und als Teammitglied in Verbesserungsprojekten mitzuwirken.
Muss man alle Module absolvieren, oder können einzelne übersprungen werden?
Das Programm ist als Gesamtpaket konzipiert. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn klärt, ob auf Basis vorhandener Vorkenntnisse einzelne Module verkürzt werden können. Individuelle Starttermine sind auf Anfrage möglich.
Wie lange dauert das Programm und in welchem Format findet es statt?
Die Weiterbildung wird als Combined Learning in Vollzeit durchgeführt und dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Neun Module mit mehreren Zertifizierungsprüfungen erfordern ausreichend Lernzeit für Konzeptverständnis, Übung und Prüfungsvorbereitung.
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