Überblick
Investitionsrechnungen, Deckungsbeitragsanalysen, Liquiditätsprognosen, Soll-Ist-Abgleiche — das ist das analytische Handwerk, das Finance- und Controlling-Fachkräfte tagtäglich beherrschen müssen. Diese Weiterbildung setzt genau dort an: Sie vermittelt das methodische Kern-Know-how beider Disziplinen nicht als graue Theorie, sondern als unmittelbar einsetzbare Fähigkeiten für kaufmännische Praxissituationen. Deckungsbeitragsrechnung zeigt, welche Produkte, Kunden oder Vertriebskanäle tatsächlich zum Unternehmenserfolg beitragen — eine Erkenntnis, die aus Vollkostenrechnungen nicht gewonnen werden kann. Investitionsrechnungen mit Kapitalwert- und Zinsfußmethode geben die Grundlage für fundierte Ausgabenentscheidungen. Und die Fähigkeit, Liquiditätspläne aufzustellen und Cashflows zu steuern, ist in vielen Unternehmen eine kritische Qualifikation, die fehlt. Das Bonus-Modul zu Excel mit VBA und KI-gestützten Analysefunktionen rundet die Qualifikation auf der Werkzeugebene ab: Finanzkennzahlen werden nicht nur verstanden, sondern in Excel-Umgebungen sauber automatisiert und mit modernen Analyseerweiterungen verbunden. Wer Finance und Controlling lernt und gleichzeitig Makros schreiben und KI-Funktionen in Excel einsetzen kann, bringt eine Kombinationskompetenz mit, die auf dem Arbeitsmarkt seltener ist als die Einzelteile jeweils für sich.
Kursinhalte & Lernziele
Finanzkennzahlen und KPI-Steuerung legt das analytische Fundament. Finance und Controlling beginnen mit der Fähigkeit, aus Zahlen relevante Steuerungsinformationen zu extrahieren und diese in Managemententscheidungen zu übersetzen. Wer Liquiditätskennzahlen, Eigenkapitalquoten und Rentabilitätszahlen lesen und einordnen kann, spricht die Sprache der Unternehmensführung.
- Finanzkennzahlen im Überblick: Liquiditätskennzahlen (Liquidität 1.–3. Grades), Rentabilitätskennzahlen, Kapitalstrukturkennzahlen
- KPI-Definition: Was soll gemessen werden, wie wird es berechnet, für wen ist es relevant
- Soll-Ist-Abgleich methodisch durchführen: Abweichungsursachen in Menge, Preis und Effizienz unterscheiden
- Benchmarking mit Branchen- und Vorjahreskennzahlen
- Kennzahlen in Management-Reports und Dashboards wirkungsvoll kommunizieren
Liquiditätsplanung und Cashflow-Management behandelt die operative Kernaufgabe des Finanzwesens. Liquiditätsprobleme zählen zu den häufigsten Auslösern von Unternehmenskrisen — und sie sind in vielen Fällen vermeidbar, wenn Planung konsequent betrieben wird. Dieses Modul zeigt, wie das funktioniert.
- Kurzfristige Liquiditätsplanung: Einnahmen-Ausgaben-Vorschau auf Wochen- und Monatssicht
- Rollierende Finanzplanung im Quartals- und Jahreskontext
- Cashflow-Analyse: operativer, investiver und Finanzierungscashflow unterscheiden und steuern
- Maßnahmen zur Liquiditätssicherung: Forderungsmanagement, Kreditlinien, Working-Capital-Optimierung
- Zusammenspiel von Liquiditätsplanung und Jahresabschlussplanung
Investitionsrechnung und Wirtschaftlichkeitsanalyse gibt das methodische Handwerkszeug für Entscheidungen über größere Ausgaben. Ob neue Fertigungsanlagen, IT-Systeme oder Unternehmensexpansionen — Investitionen müssen rechnerisch bewertet werden, bevor Kapital gebunden wird.
- Statische Investitionsrechnung: Kostenvergleich, Gewinnvergleich und Amortisationsrechnung im Vergleich
- Kapitalwertmethode: Barwert zukünftiger Cashflows berechnen und Investitionen bewerten
- Interner Zinsfuß (IRR): Renditeberechnung für Investitionsalternativen
- Sensitivitätsanalyse: Wie reagiert ein Investitionsprojekt auf veränderte Rahmenbedingungen
- Make-or-Buy-Entscheidungen und Eigenbetrieb versus Outsourcing auf Zahlenbasis bewerten
Deckungsbeitragsrechnung und Unternehmenssteuerung ist das Herzstück des Controlling-Teils dieser Weiterbildung. Die Deckungsbeitragsrechnung ist der entscheidende Unterschied zwischen Vollkostenrechnung und betriebswirtschaftlich fundierter Steuerungsrechnung: Sie macht sichtbar, welche Produkte, Kunden oder Marktsegmente tatsächlich zum Ergebnis beitragen.
- Einstufige Deckungsbeitragsrechnung: Deckungsbeitrag I je Produkt oder Dienstleistung
- Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung: Deckungsbeiträge je Produktgruppe, Geschäftsbereich und Unternehmen
- Fixkostenallokation und ihre Tücken: Was Vollkostenrechnung verschleiert, was die DB-Rechnung aufdeckt
- Break-Even-Analyse und Mindestmengenkalkulation
- Deckungsbeiträge als Steuerungsgröße für Sortimentspolitik, Preisverhandlung und Vertriebsschwerpunkte
- Verbindung zwischen DB-Rechnung und Budget- bzw. Planprozess
Bonus-Modul: Excel für Fortgeschrittene — VBA und KI-gestützte Analyse rundet die Weiterbildung auf der Werkzeugebene ab. Excel ist in Finance und Controlling das meistgenutzte Arbeitsmittel — und gleichzeitig das Werkzeug, das die wenigsten wirklich in der Tiefe ausschöpfen. Makros, automatisierte Berichte und KI-Erweiterungen verändern das grundlegend.
- Fortgeschrittene Excel-Funktionen für Finance-Analysen: XLOOKUP, INDEX/MATCH, dynamische Arrays, LAMBDA
- VBA-Grundlagen: Makros aufzeichnen, in den Visual-Basic-Editor einsteigen, Makros für Finance-Aufgaben entwickeln
- Automatisierung von Soll-Ist-Berichten, Liquiditätsübersichten und Monatsauswertungen mit VBA
- KI-gestützte Analysefunktionen in Excel: automatisierte Auswertungsmuster, Prognosefunktionen und Anomalieerkennung
- KI-Tools im Controlling-Kontext: wie KI-Assistenten Finanzauswertungen beschleunigen und was sie nicht ersetzen können
Lernziele:
- Betriebliche Finanzkennzahlen (Liquiditäts-, Rentabilitäts- und Kapitalstrukturkennzahlen) berechnen und für Steuerungszwecke interpretieren
- Soll-Ist-Abgleiche methodisch durchführen und Abweichungsursachen systematisch klassifizieren
- Liquiditätsplanung auf Wochen-, Monats- und Jahressicht aufstellen und die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens sichern
- Investitionsentscheidungen mit statischen und dynamischen Methoden fundiert vorbereiten: Kapitalwertmethode, interner Zinsfuß, Amortisationsrechnung
- Deckungsbeitragsrechnungen einstufig und mehrstufig aufstellen und für Produkt- und Kundenentscheidungen einsetzen
- Break-Even-Analysen durchführen und Sortimentsentscheidungen auf Deckungsbeitragsbasis begründen
- Finanzplanung und Budgetierung im Jahres- und Mehrjahreskontext gestalten
- Zusammenhänge zwischen Kostenrechnung, Deckungsbeitrag und Unternehmenssteuerung herstellen
- Excel für Finance- und Controlling-Analysen auf fortgeschrittenem Niveau einsetzen: XLOOKUP, dynamische Arrays, Pivot-Auswertungen
- VBA-Makros in Excel entwickeln und für wiederkehrende Finanzauswertungen automatisieren
- KI-gestützte Analysefunktionen in Excel kennen und produktiv nutzen: Muster erkennen, Prognosen generieren, Anomalien identifizieren
- Cashflow-Analysen strukturieren und zwischen operativem, investivem und Finanzierungscashflow unterscheiden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an kaufmännisch geprägte Personen, die gezielt in Finance- und Controlling-Funktionen einsteigen oder vorhandene Kenntnisse systematisch ausbauen wollen. Willkommen sind kaufmännische Fachkräfte aller Erfahrungsstufen, die analytisches Gewicht in ihrer Position aufbauen möchten.
- Kaufmännische Fachkräfte, die in Controlling- oder Finanzfunktionen wechseln möchten
- Buchhalter und Bilanzbuchhalter, die ihr Tätigkeitsfeld in Richtung Controlling und Analyse erweitern wollen
- Sachbearbeitende aus Rechnungswesen und Buchhaltung mit dem Ziel einer analytischeren Rolle
- Berufseinsteiger mit kaufmännischer Ausbildung oder BWL-Studium, die Finance-Kenntnisse als Kernschwerpunkt aufbauen
- Fachleute mit Excel-Grundkenntnissen, die strukturiertes Finance- und Controlling-Wissen kombiniert mit VBA- und KI-Kenntnissen erwerben wollen
Ein kaufmännisches Studium, eine kaufmännische Ausbildung oder nachweisbare Vorkenntnisse im kaufmännischen Bereich oder der Betriebswirtschaft bilden die Zugangsgrundlage. Sehr gute PC-Kenntnisse sind erforderlich. Grundkenntnisse in Excel — Formeln, Pivot-Tabellen — erleichtern den Einstieg in das VBA-Bonus-Modul erheblich, sind aber nicht zwingend notwendig. Deutschkenntnisse auf mindestens B2-Niveau werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Finance und Controlling sind Fächer, die von der unmittelbaren Anwendung an Zahlenbeispielen leben. Der Kurs ist deshalb so aufgebaut, dass jedes methodische Konzept sofort mit einer Übungsaufgabe verbunden wird, die eine realistische Berufsalltagssituation abbildet: Soll-Ist-Berichte mit echten Abweichungsmustern, Investitionsentscheidungen mit mehreren Alternativen, Deckungsbeitragsrechnungen mit Sortimentsfragen. Das Excel-VBA-Modul beinhaltet praktische Programmierübungen: Vom Aufzeichnen erster Makros bis zum Anpassen und Debuggen eigener VBA-Routinen. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format online statt; Selbstlernphasen und betreute Live-Einheiten ergänzen sich.
Die Weiterbildung kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden. Vollzeitlernende können die Inhalte kompakter durcharbeiten; Teilzeitvarianten ermöglichen die Verbindung mit laufenden Beschäftigungen. Die genaue Kursdauer und der individuelle Lernrhythmus werden vorab vereinbart.
Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Zertifikat einer WBS Training-Gesellschaft ab. Dieses Zertifikat dokumentiert die erworbene Qualifikation in Finance und Controlling mit KI-Integration gegenüber potenziellen Arbeitgebern. Da die Inhalte auf kaufmännische Praxis und nicht auf eine externe Hersteller-Zertifizierungsprüfung ausgerichtet sind, ist das Trägerzertifikat das zentrale Qualifikationsdokument für Stellenbewerbungen im Finanzbereich.
Nutzen & Perspektiven
Finance und Controlling gehören zu den kaufmännischen Funktionen, die in nahezu jedem Unternehmen nachgefragt werden — branchenunabhängig, unternehmensgrößenunabhängig. Wer Deckungsbeiträge analysieren, Liquiditätspläne aufstellen und Investitionsentscheidungen rechnerisch fundieren kann, ist in Positionen wie Controller/in, Financial Analyst oder kaufmännische Sachbearbeitung mit analytischem Schwerpunkt direkt einsetzbar. Das Fundament, das dieser Kurs legt, ist breiter als der Titel vermuten lässt. Das Besondere ist die Kombination von methodischer Finance-Tiefe mit konkreter Werkzeugkompetenz: Das Excel-VBA-Modul adressiert einen Bedarf, der in Finanzabteilungen täglich anfällt, aber selten systematisch gelernt wird. Hunderte von Excel-Vorlagen mit manuellen Monatsupdates — das lässt sich automatisieren. Wer Makros schreiben kann, spart nicht nur Zeit, sondern vermeidet Fehlerquellen, die bei manuellen Prozessen unvermeidlich sind. Die KI-Erweiterungen zeigen darüber hinaus, wie sich dieser Effizienzgewinn mit modernen Analysefunktionen weiter steigern lässt. Wer heute Finance- und Controlling-Kenntnisse mit Excel-Automatisierung und KI-Analysetools verbindet, bringt eine Kombination mit, die in klassisch ausgebildeten Finanzkräften selten anzutreffen ist. Das schafft einen konkreten Wettbewerbsvorteil — nicht als abstrakte Zukunftskompetenz, sondern als tägliche Arbeitserleichterung, die Arbeitgeber unmittelbar schätzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet Finance von Controlling?
Finance befasst sich mit der Sicherung der Liquidität, der Bewertung von Investitionen und der externen Berichterstattung gegenüber Kapitalgebern und Behörden. Controlling ist auf interne Steuerung ausgerichtet: Planung, Budgetierung, Deckungsbeitragsanalysen und Abweichungsberichte für das Management. Beide Bereiche sind eng verzahnt und in kleineren Unternehmen oft in einer Stelle gebündelt.
Warum ist die Deckungsbeitragsrechnung so wichtig?
Die Deckungsbeitragsrechnung zeigt, welcher Erlösanteil eines Produkts oder Kunden nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt. Das ist für Sortimentsentscheidungen, Preisverhandlungen und Vertriebsschwerpunkte weit aufschlussreicher als eine Vollkostenrechnung, die durch Fixkostenallokation verzerrte Bilder produziert.
Was lerne ich im Excel-VBA-Bonus-Modul?
Das Modul führt von fortgeschrittenen Excel-Funktionen (XLOOKUP, dynamische Arrays) über die Grundlagen von VBA bis zu praktischen Automatisierungsanwendungen: Soll-Ist-Berichte per Makro aktualisieren, Liquiditätsübersichten automatisch befüllen, wiederkehrende Auswertungen ohne manuellen Aufwand erstellen. Ergänzend werden KI-Analysefunktionen in Excel vorgestellt.
Für welche Positionen qualifiziert dieser Kurs?
Typische Einstiegspositionen nach dem Kurs sind Controller/in, Financial Analyst, kaufmännische Sachbearbeitung mit analytischem Schwerpunkt und Finanzbuchhalter/in mit Controlling-Kenntnis. Finance- und Controlling-Kompetenzen werden in fast allen Branchen nachgefragt und eröffnen Wechselmöglichkeiten zwischen Industrie, Handel und Dienstleistung.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom Digital Business Developer-Kurs?
Dieser Kurs fokussiert klar auf Finance-Methodik und Controlling-Instrumente: Investitionsrechnung, Deckungsbeitrag, Liquiditätsplanung und Excel-Automatisierung sind der Kern. Der Digital Business Developer-Kurs legt den Schwerpunkt auf digitale Geschäftsmodellentwicklung, Innovationsmethoden und strategische KI-Anwendung — ohne in die Finance-Tiefe zu gehen.
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