Überblick
Lexware gehört in Deutschland zu den am weitesten verbreiteten Buchhaltungslösungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Wer in der Finanzbuchhaltung eines KMU arbeitet oder sich für eine solche Stelle qualifizieren möchte, profitiert von einem strukturierten Kurs, der die tägliche Praxis mit Lexware von Grund auf aufbaut. Diese Weiterbildung führt von den Grundeinstellungen und der Buchungslogik über die Umsatzsteuer-Voranmeldung und Anlagenbuchhaltung bis hin zur Jahresabschluss-Vorbereitung und der elektronischen Übergabe an den Steuerberater.
Kursinhalte & Lernziele
Einrichtung und Grundkonfiguration Bevor die erste Buchung erfasst wird, muss Lexware für den jeweiligen Betrieb konfiguriert werden. Dieser Abschnitt zeigt, wie Stammdaten, Kontenplan und Steuerschlüssel sauber aufgesetzt werden. Eine gute Grundkonfiguration verhindert später aufwendige Korrekturen.
- Unternehmensstammdaten anlegen und Geschäftsjahr definieren
- Kontenplan auswählen, anpassen und um eigene Konten erweitern
- Steuerschlüssel und Umsatzsteuer-Einstellungen konfigurieren
- Bank- und Kassenbuch anlegen
- Debitoren- und Kreditoren-Stammdaten erfassen
- Benutzerverwaltung und Datensicherung einrichten
Laufende Buchhaltung Das Kernstück des Kurses ist die tägliche Buchungsarbeit. Hier üben Teilnehmende, typische Geschäftsvorfälle eines Handels- oder Dienstleistungsbetriebs vollständig und korrekt zu buchen. Besonderes Gewicht liegt auf der richtigen Kontozuordnung und der periodengerechten Erfassung.
- Einnahmen und Ausgaben buchen: Rechnungseingang und -ausgang
- Zahlungseingänge und -ausgänge verbuchen und OP-Listen pflegen
- Buchungen mit unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen erfassen
- Bankabstimmung durchführen und Kontoauszug importieren
- Reisekosten, Spesen und sonstige Verbindlichkeiten buchen
- Wiederkehrende Buchungen als Vorlage speichern und abrufen
Anlagevermögen und Abschreibungen Die Anlagenbuchhaltung ist ein zentrales Thema für jeden Finanzbuchhalter. Dieser Abschnitt vermittelt, wie Investitionen in Sachanlagen in Lexware erfasst, aktiviert und über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Steuerliche und handelsrechtliche Abschreibungsregeln werden angewendet.
- Anlagegüter anlegen und Anschaffungskosten aktivieren
- Lineare und degressive Abschreibung einrichten
- Sonderabschreibungen und geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) erfassen
- Anlagespiegel auswerten und prüfen
- Anlagenabgang und Veräußerung korrekt buchen
- Vorbereitende Abschlussbuchungen für das Anlagevermögen
Periodenabschluss und Jahresabschluss-Vorbereitung Am Ende jeder Buchungsperiode müssen Belege vollständig, Konten korrekt und Auswertungen plausibel sein. Dieser Block zeigt die typischen Abschlussarbeiten und die Vorbereitung des Jahresabschlusses, der dann vom Steuerberater finalisiert wird.
- Monatsabschluss: Abstimmung, USt-Voranmeldung, Saldenliste
- Rückstellungen und Abgrenzungen buchen
- Jahresabschluss-Checkliste: was ist vor Übergabe an den Steuerberater zu tun?
- DATEV-Export konfigurieren und Übergabedatei erzeugen
- Buchungsjournal und BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung) lesen
- Vorbereitende Kostenstellenrechnung und Kostenarten anlegen
Praktische Übungen
- Vollständige Buchungsperiode eines Musterbetriebs von Anfang bis Ende durcharbeiten
- Umsatzsteuer-Voranmeldung für einen Monat erstellen und elektronisch ausgeben
- Drei Anlagegüter anlegen und Jahresabschreibung automatisiert berechnen lassen
- Bankabstimmung mit importiertem Kontoauszug durchführen
- Fehlerhafte Buchung identifizieren, stornieren und korrekt nachbuchen
- DATEV-Exportdatei erstellen und auf Vollständigkeit prüfen
- BWA auswerten und Kostenstruktur kommentieren
- Jahresabschluss-Checkliste für einen Musterbetrieb abarbeiten
- GWG-Buchung nach aktueller Grenze erfassen
- Offene-Posten-Liste bereinigen: Mahnprozess und Zahlungsabgleich
- Wiederholende Buchungsvorlage anlegen und für mehrere Perioden verwenden
- Abschlussgespräch: eigene Buchungsmappe vorstellen und Fragen klären
Zum Abschluss vergleichen Teilnehmende ihre Buchungsmappe mit der Musterlösung und diskutieren typische Abweichungen. Dieser Schritt stärkt das Verständnis dafür, warum es in der Finanzbuchhaltung oft keinen einzigen richtigen Weg gibt – sondern sachlich vertretbare und weniger vertretbare Varianten, zwischen denen Fachleute begründet entscheiden müssen. Die Übungsaufgaben basieren auf einem fiktiven Musterbetrieb, der im Verlauf des Kurses immer komplexere Geschäftsvorfälle generiert. So wächst die Praxisübung organisch mit dem Lernfortschritt der Teilnehmenden. Zum Abschluss des Praxis-Blocks tauschen Teilnehmende typische Praxisfragen aus, die ihnen in ihren bisherigen Arbeitsstellen begegnet sind. Erfahrungsaustausch hilft dabei, Randthemen zu beleuchten, die im Kurs nicht explizit behandelt wurden.
Lernziele:
- Lexware einrichten und für einen Musterbetrieb konfigurieren
- Laufende Buchungen korrekt erfassen und Konten zuordnen
- Umsatzsteuervoranmeldung periodengerecht erstellen und elektronisch übermitteln
- Anlagevermögen anlegen und Abschreibungen automatisiert buchen
- Offene-Posten-Verwaltung für Debitoren und Kreditoren führen
- Periodenabschlüsse vorbereiten und Abschlussarbeiten strukturieren
- Jahresabschluss-relevante Buchungen abgrenzen und vorbereiten
- Auswertungen und Berichte in Lexware generieren und interpretieren
- DATEV-Export für den Steuerberater korrekt konfigurieren
- Grundlagen der vorbereitenden Kostenrechnung in Lexware anwenden
- Fehler in Buchungen erkennen, stornieren und korrekt nachbuchen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit kaufmännischem Hintergrund, die Lexware als Buchhaltungssoftware einführen oder vertiefen möchten.
- Buchhalterinnen und Buchhalter in kleinen oder mittelständischen Unternehmen
- Kaufmännische Allrounder, die die Buchhaltung selbst übernehmen
- Steuerfachangestellte, die Mandanten bei Lexware unterstützen
- Wiedereinsteiger ins Rechnungswesen nach Berufspause
- Selbstständige mit kaufmännischer Ausbildung, die die eigene Buchhaltung digitalisieren
Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder mindestens zwei Jahre Praxiserfahrung im Finanz- und Rechnungswesen. Buchhalterisches Grundverständnis – insbesondere doppelte Buchführung, Soll/Haben-Logik, Kontenklassen – sollte bereits vorhanden sein. Vorkenntnisse in Lexware sind ausdrücklich nicht erforderlich, da der Kurs von null startet. Grundlegende PC-Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wechselt zwischen kurzen Theoriephasen und unmittelbarer Anwendung in Lexware. Buchungsbeispiele aus typischen KMU-Situationen bilden den Kern der Übungen. Kursbegleitend steht ein fiktiver Mandantenbetrieb zur Verfügung, an dem alle Aufgaben praxisnah durchgearbeitet werden. Fragen der Teilnehmenden werden regelmäßig in Plenumsphasen aufgegriffen.
Der Kurs ist auf wenige Wochen angelegt und kann je nach Anbieter in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden. Die genauen Wochenstunden variieren – aktuelle Kurszeiten und Termine sind direkt beim Anbieter erfragbar.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Anbieters. Diese dokumentiert die vermittelten Lexware-Kenntnisse und eignet sich als Nachweis für potenzielle Arbeitgeber im kaufmännischen Bereich. IHK- oder DATEV-Zertifizierungen sind nicht Bestandteil des Kurses.
Nutzen & Perspektiven
Lexware ist in deutschen KMU weit verbreitet und wird von Steuerberatungskanzleien häufig als Mandanten-Software empfohlen. Wer Lexware sicher bedient, kann in der Buchhaltung kleiner und mittlerer Unternehmen sofort eingesetzt werden – ohne lange Einarbeitungszeit und ohne externe Unterstützung für Routineaufgaben. Das spart Unternehmen Kosten und verschafft der Fachkraft einen konkreten Vorteil beim Bewerbungsgespräch. Für Wiedereinsteiger ins Rechnungswesen ist der Kurs ein geeignetes Mittel, um vorhandenes Fachwissen mit einem modernen Softwarewerkzeug zu verbinden. Wer die doppelte Buchführung bereits kennt, merkt schnell, dass Lexware viele manuelle Schritte abnimmt – der Kurs zeigt, wie man diese Automatisierung kontrolliert nutzt. Buchhalterische Kompetenz kombiniert mit digitaler Werkzeugkompetenz ist auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Besonders in einem Umfeld, in dem viele KMU noch papierbasiert oder mit veralteten Systemen arbeiten, ist jemand wertvoll, der aktuelle Software souverän beherrscht und Abläufe konsequent digitalisieren kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Lexware-Version wird im Kurs eingesetzt?
Der Kurs orientiert sich an der aktuellen Lexware-Buchhaltungsversion. Welche konkrete Version der Anbieter einsetzt, kann direkt bei ihm erfragt werden.
Brauche ich eigene Lexware-Software?
In der Regel stellen Anbieter eine Kursumgebung zur Verfügung. Ob Teilnehmende eine eigene Lizenz benötigen, klärt der jeweilige Anbieter vor Kursbeginn.
Bereitet der Kurs auf eine externe Prüfung vor?
Nein, der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab, nicht mit einer IHK- oder DATEV-Prüfung. Er ist als praktische Weiterbildung konzipiert.
Ist Lexware auch für KMU geeignet?
Ja, Lexware ist vor allem bei kleinen und mittelständischen Unternehmen weit verbreitet und gilt als solides, wartungsarmes Buchhaltungssystem. Der Kurs orientiert sich an typischen KMU-Anwendungsfällen.
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