Überblick
Der Kurs zum HSE Manager (Health, Safety and Environment) qualifiziert für die übergreifende Steuerung und Weiterentwicklung betrieblicher Schutzmaßnahmen. Behandelt werden Arbeitsschutz, Gesundheitsförderung, Brandschutz und Umweltschutz in einem gemeinsamen Managementrahmen. Das Programm ist als Blended Learning konzipiert: eine vorgelagerte E-Learning-Phase baut systematisch die notwendigen Grundlagen auf, bevor in drei aufeinanderfolgenden Präsenztagen die Themen vertieft, praktisch geübt und geprüft werden. Die Abschlussprüfung am Ende der Präsenzphase sichert den Kompetenzerwerb.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — E-Learning-Vorbereitung (Pflicht vor der Präsenzphase) Die obligatorische E-Learning-Phase wird rechtzeitig vor dem Präsenztermin bereitgestellt und muss vollständig absolviert werden. In diesem vorgelagerten Lernabschnitt werden die konzeptionellen Grundlagen gelegt, auf denen die Präsenztage inhaltlich aufbauen. Folgende Themen sind Gegenstand der E-Learning-Phase —
- Grundlagen des Arbeitsschutzes: Ziele, Grundsätze, betriebliche Pflichten
- Grundlagen der Gefährdungsbeurteilung: Methodik und Rechtsbasis
- Einführung in den Brandschutz: Brandklassen, Löschmittel, Schutzprinzipien
- Rechtliche Grundlagen des Umweltschutzes: überblickartige Einführung in relevante Regelwerke
- Verantwortliche im Umweltschutz: Rollen und Haftungsfragen
- Besonderheiten beim Arbeiten im Homeoffice: Schutzpflichten und praktische Hinweise
- Betriebshygiene: Anforderungen an Arbeitsstätten und Sanitäreinrichtungen
Modul 2 — Präsenztag 1: Vertiefung Arbeitsschutz und Gesundheitsmanagement (8 UE) Der erste Präsenztag greift das E-Learning-Wissen auf und erweitert es um praxisnahe Perspektiven der Managementaufgabe. Im Mittelpunkt stehen Kommunikation und Gesundheitsförderung als Steuerungsinstrumente im Betrieb —
- Vertiefung arbeitsschutzrechtlicher Anforderungen und ihrer betrieblichen Umsetzung
- Image und Kommunikation als Instrument für Arbeitsschutzkultur
- Marketing im Arbeitsschutz: interne Akzeptanz und Sichtbarkeit steigern
- Betriebliches Gesundheitsmanagement: Maßnahmen, Strukturen, Verantwortung
- Schnittstellen zwischen Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und HR
Modul 3 — Präsenztag 2: Brandschutz, Notfallmanagement und Gefährdungsbeurteilung (8 UE) Am zweiten Präsenztag stehen Brandschutz und Notfallorganisation im Mittelpunkt, ergänzt durch die praktische Vertiefung der Gefährdungsbeurteilung. Der Tag verbindet technisches Brandschutzwissen mit der Praxis betrieblicher Gefährdungsanalyse —
- Brandschutzeinrichtungen: Klassifikation, Funktionsweise, Prüfpflichten
- Flucht- und Rettungswege: Planung, Beschilderung, Räumungsübungen
- Notfallorganisation: Alarmierungspläne, Erste Hilfe, externe Kräfte einbinden
- Gefährdungsbeurteilung in der Praxis: Schritte, Dokumentation, Fristen und Aktualisierung
- Besondere Arbeitsschutzsituationen (Beispiel: besondere Hygiene- und Schutzanforderungen)
Modul 4 — Präsenztag 3: Managementsysteme, ISO 45001 und Prüfung (8 UE) Der dritte Präsenztag legt den systemischen Blick an und behandelt Managementstrukturen, Normenkenntnisse sowie die abschließende Prüfung.
- Aufbau und Einführung von Managementsystemen im HSE-Bereich
- Arbeitsschutzmanagementsystem nach DIN ISO 45001:2018: Anforderungen, Elemente, Umsetzungshilfen
- Grundlagen der internen Auditierung: Auditarten, Prüfmethodik, Auditbericht
- Praxisbegehung mit einer Fachkraft für Arbeitssicherheit
- Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines HSE Managers im betrieblichen Alltag
- Abschlussprüfung
Praxisbezug und fallbezogene Übungen Über die drei Präsenztage werden kontinuierlich praxisnahe Fallsituationen eingebaut, die das theoretische Wissen direkt anwenden lassen —
- Analyse realer Gefährdungsszenarien anhand branchentypischer Betriebsbeispiele
- Erarbeitung einer Gefährdungsbeurteilung im Kursformat
- Auswertung von Auditchecklisten und Prüfberichten
- Diskussion von Schnittstellenthemen zwischen Arbeitsschutz und Umweltmanagement
- Klärung haftungsrechtlicher Fragen rund um die HSE-Verantwortung
- Übungen zur internen Kommunikation von Schutzmaßnahmen
- Berechnung und Bewertung von Risiken nach einfachen Risikomatrizen
- Rollenszenarien: Überzeugungsarbeit bei betrieblichen Entscheidungsträgern
- Auswertung realer Unfallberichte und ableiten präventiver Maßnahmen
- Diskussion branchenspezifischer Besonderheiten im Umweltschutz
- Austausch über typische Konflikte zwischen Kostenzielen und Schutzpflichten
- Einblick in digitale Dokumentationssysteme für HSE-Daten
Die Kursform setzt auf interaktive Gruppenarbeit in der Präsenzphase, unterstützt durch Lehrvorträge, Diskussionen und die gemeinsame Begehung mit einer erfahrenen Fachkraft.
Lernziele:
- Gesetzliche Anforderungen des Arbeitsschutzes einordnen und im Betrieb anwenden
- Gefährdungsbeurteilungen eigenständig planen, durchführen und dokumentieren
- Brandschutzkonzepte und Evakuierungspläne beurteilen und Verantwortlichkeiten klären
- Umweltrechtliche Pflichten und betriebliche Umweltschutzmaßnahmen kennen und umsetzen
- Die Anforderungen der DIN ISO 45001:2018 auf reale Betriebssituationen übertragen
- Internes Auditprogramm aufbauen und Begehungen fachkundig durchführen
- Managementsysteme für Arbeitssicherheit strukturieren und weiterentwickeln
- Kommunikations- und Marketinginstrumente im Arbeitsschutz gezielt einsetzen
- Notfallpläne erstellen und betriebliche Notfallorganisation koordinieren
- Hygienestandards und betriebliche Gesundheitsförderung systematisch verankern
- Rolle und Aufgaben eines HSE Managers im Betrieb vertreten und gegenüber internen Stakeholdern vermitteln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachleute aus dem QHSE- und Managementbereich, die ihre Kompetenz im integrierten Schutzmanagement ausbauen oder eine neue Rolle übernehmen möchten.
- Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die ihre Aufgaben auf das HSE-Gesamtspektrum ausweiten
- Umweltschutz- oder Qualitätsmanagementbeauftragte mit Schnittstellenverantwortung
- Arbeitsschutzbeauftragte, die systematische Managementkenntnisse ergänzen möchten
- Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren (SiGeKo) im Baubereich
- Betriebsräte mit Zuständigkeit für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Erste praktische Erfahrungen im Bereich Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, Brandschutz oder Umweltschutz sind hilfreich, um dem Kurs gut folgen zu können. Ebenso wird eine gewisse Vertrautheit mit Themen wie Führung, Kommunikation und betrieblichen Managementstrukturen vorausgesetzt. Die E-Learning-Phase zu Kursbeginn ist verpflichtend und muss vor dem ersten Präsenztag vollständig absolviert werden — sie bereitet gezielt auf die Präsenztage vor.
Ablauf & Abschluss
Das Programm verbindet zwei klar getrennte, aufeinander abgestimmte Lernphasen. Die E-Learning-Phase ermöglicht ein zeitflexibles Erarbeiten der Grundlagen und schafft eine gemeinsame Wissensbasis für die Gruppe. Die anschließenden drei Präsenztage bauen unmittelbar darauf auf und wechseln zwischen Lehrvorträgen, gemeinsamen Fallanalysen, Gruppenübungen und einer realen Begehung. Durch den direkten Kontakt mit erfahrenen Fachkräften für Arbeitssicherheit entsteht ein praxisnaher Lernrahmen, der über reine Wissensvermittlung hinausgeht.
Der Kurs besteht aus einer vorgelagerten E-Learning-Phase (Umfang variiert je nach Vorkenntnissen) sowie drei Präsenztagen mit je 8 Unterrichtseinheiten. Das Format ist als Vollzeit-Präsenz konzipiert. Der genaue Starttermin und die Bereitstellung des E-Learning-Materials werden vom Anbieter kommuniziert.
Nach bestandener Abschlussprüfung am dritten Präsenztag wird ein trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Es handelt sich um kein staatlich anerkanntes Berufsabschlusszeugnis, sondern um eine betrieblich und berufspraktisch anerkannte Qualifikation im HSE-Bereich.
Nutzen & Perspektiven
HSE-Verantwortung ist heute in vielen Unternehmen keine Nebensache mehr: Unternehmen jeder Größe stehen unter gesetzlichem Druck, Schutzmaßnahmen systematisch zu dokumentieren und nachweisbar umzusetzen. Wer diese Aufgaben bündeln, koordinieren und gegenüber Behörden wie Belegschaft vertreten kann, ist in Betrieben mit gewerblichen, industriellen oder dienstleistungsnahen Strukturen gefragt. Die ISO 45001:2018 hat sich als internationale Referenz für Arbeitsschutzmanagementsysteme etabliert. Wer deren Anforderungen versteht und auf betriebliche Strukturen übertragen kann, spricht eine Sprache, die in Audits, Zertifizierungen und Lieferantenbewertungen zunehmend erwartet wird. Der Kurs legt dafür ein kompaktes, prüfungsgesichertes Fundament. Wer bereits in Qualitätsmanagement, Umweltschutz oder Arbeitssicherheit tätig ist und sich in Richtung HSE-Gesamtverantwortung entwickeln möchte, findet hier eine strukturierte Basis — von rechtlichen Grundlagen über Managementsystemlogik bis zur praktischen Begehung mit einer Sicherheitsfachkraft.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet einen HSE Manager von einer Fachkraft für Arbeitssicherheit?
Eine Fachkraft für Arbeitssicherheit hat eine formal geregelte Ausbildung mit gesetzlichem Auftrag (ASiG). Ein HSE Manager übernimmt eine breitere Koordinationsrolle, die Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz gemeinsam steuert. Der Kurs bereitet auf diese übergreifende Managementfunktion vor und ist besonders für Personen geeignet, die bereits in einem der Teilbereiche tätig sind und den gesamten HSE-Rahmen verantworten möchten.
Muss das E-Learning vor dem ersten Präsenztag zwingend abgeschlossen sein?
Ja, die E-Learning-Phase ist ein verpflichtender Bestandteil des Kurses und muss vor der Teilnahme an der Präsenzphase vollständig absolviert sein. Das Material wird rechtzeitig vor dem ersten Präsenztag bereitgestellt. Die Präsenztage bauen inhaltlich auf dem E-Learning auf, sodass eine Teilnahme ohne die Vorbereitung nicht möglich ist.
Gilt ISO 45001 auch für kleine und mittlere Unternehmen?
ISO 45001:2018 ist prinzipienbasiert und auf Unternehmen jeder Größe anwendbar. Für KMU ist die Norm nicht gesetzlich verpflichtend, sie bietet aber eine strukturierte Grundlage für systematischen Arbeitsschutz. In Lieferantenketten oder bei Behördenaudits wird eine ISO-45001-konforme Dokumentation zunehmend erwartet.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Nach bestandener Abschlussprüfung am letzten Präsenztag wird ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Es handelt sich nicht um eine staatlich anerkannte Berufsqualifikation, aber um einen in der betrieblichen Praxis anerkannten Nachweis im HSE-Bereich.
Welche Berufe kann ich nach dem Kurs ausüben?
Der Kurs qualifiziert für Tätigkeiten als HSE Manager, Arbeitsschutzbeauftragter oder Umweltschutzbeauftragter in Industrie-, Handels- oder Dienstleistungsunternehmen. Er ergänzt vorhandene Qualifikationen aus Qualitätsmanagement, Sicherheitstechnik oder Umweltschutz und erschließt Koordinationsaufgaben mit übergreifendem Schutzverantwortungsbereich.
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