Überblick
Während ICDL Advanced vier klassische Office-Anwendungen auf einem vertieften Expertenniveau behandelt, setzt ICDL Professional einen anderen Schwerpunkt: Es geht um berufsfeld-spezifische digitale Kompetenzen, die je nach Tätigkeitsfeld unterschiedlich zusammengestellt werden können. Von der Pädagogik über das Gesundheitswesen bis hin zu Marketing, Projektmanagement und Datenbankentwicklung bietet das Professional-Portfolio Module an, die in ganz unterschiedlichen Berufsgruppen eingesetzt werden. Ergänzend führt ein Modul zu Microsoft Teams in die digitale Zusammenarbeit ein.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Digitaler Unterricht Das Modul Digitaler Unterricht vermittelt pädagogische und didaktische Kompetenzen für den Einsatz digitaler Medien im Lehr-Lern-Kontext. Es richtet sich an Personen, die in Bildungsberufen tätig sind oder Schulungen durchführen.
- Medienpädagogische Grundlagen: Lerntheorien im digitalen Kontext, Prinzipien des Instructional Design
- Lernmanagementsysteme: Aufbau und Nutzung von Plattformen für digitalen Unterricht
- Interaktive Werkzeuge: Quiz-Tools, kollaborative Whiteboards, Video-Konferenztools im Lehrkontext
- Digitale Inhalte erstellen: Lernvideos, Präsentationen, interaktive Aufgaben
- Datenschutz und Urheberrecht im Bildungsbereich
Modul 2 – Digitale Zusammenarbeit Dieses Modul beleuchtet Werkzeuge und Methoden für die ortsunabhängige Zusammenarbeit in Teams und Projekten. Die Inhalte sind sowohl auf berufliche als auch auf schulische Kontexte anwendbar.
- Plattformen im Überblick: Microsoft 365, Google Workspace, Slack, Miro und andere Tools
- Asynchrone vs. synchrone Zusammenarbeit: Einsatzszenarien, Vor- und Nachteile
- Dokumentenmanagement: Versionskontrolle, Berechtigungen, gemeinsames Bearbeiten
- Kommunikationsetikette und digitale Zusammenarbeitskultur
- Projektkollaborationstools: Kanban-Boards, geteilte Aufgabenlisten, Status-Updates
Modul 3 – Computing Das Modul Computing bereitet auf den Einstieg in die Welt des Programmierens vor und vermittelt grundlegende Konzepte der Informatik, ohne tiefe Programmiersprachenkenntnisse vorauszusetzen.
- Algorithmisches Denken: Problemlösung in Schritten, Flussdiagramme, Pseudocode
- Grundbegriffe der Programmierung: Variablen, Schleifen, Bedingungen, Funktionen
- Daten und Datenstrukturen: Arrays, Listen, Dateitypen
- Werkzeuge: Blockbasierte Programmierung als Einstieg, Überblick über textbasierte Sprachen
- Anwendungen und Grenzen von Automatisierung: wann automatisieren sinnvoll ist
Modul 4 – E-Health Das E-Health-Modul richtet sich an Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind oder tätig werden wollen und den Einsatz digitaler Technologien in diesem Umfeld verstehen möchten.
- Digitale Gesundheitsversorgung: ePatientenakte, Telemedizin, mobile Gesundheitsanwendungen (DiGA)
- Datenschutz und Datensicherheit im Gesundheitswesen: DSGVO-Anforderungen, Krankenhausinformationssysteme
- Digitale Kommunikation zwischen Leistungserbringern: eRezept, KIM, Telematikinfrastruktur
- Chancen und Risiken der Digitalisierung im Gesundheitsbereich
Modul 5 – Digitales Marketing und Bildbearbeitung Die Module Digitales Marketing und Bildbearbeitung ergänzen sich gegenseitig: Wer Social-Media-Kommunikation betreibt, benötigt auch Grundkenntnisse in der visuellen Aufbereitung von Inhalten.
- Grundlagen des digitalen Marketings: SEO, SEM, Social Media, Content Marketing
- Social-Media-Plattformen: Nutzungsszenarien, Zielgruppen, Kennzahlen
- Bildbearbeitung: Grundlegende Korrekturen, Skalierung, Formatkonvertierung, Freistellungen
- Rechtliche Grundlagen: Bildrechte, Impressumspflicht, Datenschutz im Online-Marketing
Modul 6 – Datenbanken und Projektplanung Diese beiden Module sprechen Personen an, die in koordinierenden oder administrativen Rollen tätig sind und anspruchsvollere digitale Werkzeuge benötigen.
- Datenbanken: relationale Datenbankstrukturen, SQL-Grundlagen, komplexe Abfragen, Berichte
- Projektplanung: Projektstrukturplan, Meilensteine, Gantt-Diagramme, Ressourcenplanung mit einer Projektplanungssoftware
- Advanced-Module (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationen): professionelle Office-Kompetenz zum Nachweis berufsübergreifender Fähigkeiten
Modul 7 – Microsoft Teams Microsoft Teams verbindet Chat, Besprechungen und Dateifreigabe in einer Plattform. Im Rahmen dieses Kurses wird Teams als digitales Arbeitswerkzeug eingeführt, das viele der anderen ICDL Professional-Module in der Praxis verbindet.
- Teams-Grundstruktur: Organisationen, Teams, Kanäle, Gastnutzer
- Besprechungen und Webinare: planen, moderieren, aufzeichnen, nachbereiten
- Dateien und SharePoint: Ablage, Suche, gemeinsames Bearbeiten
- Integrationen: Planner, OneNote, Forms und weitere Apps in Teams
- Sicherheitseinstellungen und Datenschutz in Teams
Lernziele:
Das ICDL Professional-Programm baut berufsfeld-spezifische Kompetenzen auf –
- Digitale Medien und Technologien pädagogisch wirksam im Unterricht oder in Schulungen einzusetzen
- Plattformen und Tools für effektive digitale Zusammenarbeit gezielt auszuwählen und anzuwenden
- Grundlegende Programmierkonzepte zu verstehen und einfache Skripte oder Abläufe zu beschreiben (Computing)
- Digitale Werkzeuge und Informationssysteme im Gesundheitswesen (E-Health) einzuordnen
- Grundlagen des digitalen Marketings und der Social-Media-Kommunikation auf die eigene Arbeit anzuwenden
- Grundlagen der Bildbearbeitung für berufliche Zwecke anzuwenden
- Relationale Datenbanken zu entwerfen und komplexe Abfragen zu erstellen
- Projekte mit einer Projektplanungssoftware strukturiert aufzusetzen und zu verfolgen
- Professionelles Anwenderwissen in Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken und Präsentationen auf Advanced-Niveau nachzuweisen
- Microsoft Teams für ortsunabhängige Zusammenarbeit, Besprechungen und Dokumentenverwaltung einzusetzen
- Mindestens vier ICDL-Module zu bestehen und damit das ICDL Profile-Zertifikat zu erwerben
Zielgruppe & Voraussetzungen
ICDL Professional richtet sich an eine breitere Zielgruppe als das Advanced-Programm, da die Module sehr unterschiedliche Berufsfelder ansprechen.
- Personen aus dem Bildungsbereich, die digitalen Unterricht professionell vorbereiten möchten
- Fachkräfte im Gesundheitswesen, die mit E-Health-Anwendungen arbeiten oder arbeiten werden
- Kaufmännische Angestellte und Verwaltungskräfte, die ihre digitalen Kompetenzen systematisch erweitern möchten
- Marketing-Assistenzen und Kommunikationsfachkräfte mit Interesse an digitalem Marketing
- Personen, die Projektverantwortung übernehmen und strukturiertes digitales Projektmanagement erlernen wollen
ICDL Professional setzt keine spezifischen Vorausbildungen voraus. Allgemeine Computerkenntnisse und Berufserfahrung im jeweiligen Tätigkeitsfeld erleichtern den Einstieg. Für berufsfeld-spezifische Module (z. B. E-Health) ist Erfahrung im jeweiligen Sektor sinnvoll. Das Modul Computing eignet sich auch für Personen ohne Programmiererfahrung.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung findet im Combined-Learning-Format statt, das im Vollzeitmodell über mehr als eine Woche bis zu einem Monat durchgeführt wird. Da das Professional-Portfolio sehr heterogene Module umfasst, ist der Unterricht besonders auf die individuell gewählten Schwerpunkte abgestimmt. Begleitete Online-Einheiten wechseln mit angeleiteten Praxisaufgaben ab, bei denen reale Szenarien aus dem jeweiligen Berufsfeld bearbeitet werden.
Die Kursdauer liegt zwischen mehr als einer Woche und einem Monat im Vollzeitformat. Die genaue Dauer hängt von der Auswahl der Module ab, da das ICDL Professional-Portfolio individuell zusammengestellt werden kann.
Nach Bestehen der einzelnen Modulprüfungen erhalten Teilnehmende je Modul ein ICDL-Zertifikat. Ab vier erfolgreich abgeschlossenen Modulen aus dem ICDL-Portfolio (Workforce, Advanced oder Professional) wird das ICDL Profile-Zertifikat von ICDL Global ausgestellt. Zusätzlich wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung für den gesamten Kurs ausgegeben.
Nutzen & Perspektiven
ICDL Professional adressiert eine Lücke, die klassische Office-Trainings nicht schließen: die spezifischen digitalen Anforderungen einzelner Berufsfelder. Wer im Gesundheitswesen arbeitet, braucht andere digitale Werkzeuge und Konzepte als jemand in der Marketingkommunikation oder im Bildungsbereich. Das Professional-Portfolio trägt dieser Realität Rechnung und erlaubt es, digitale Kompetenzen berufsfeld-passgenau aufzubauen und formal nachzuweisen. Das ICDL Profile-Zertifikat fasst die individuell erworbenen Module zu einer anerkannten Gesamtqualifikation zusammen, die von ICDL Global international vergeben wird. Für Arbeitgeber ist das Zertifikat ein verlässliches Signal, dass Kompetenzen nicht nur selbst eingeschätzt, sondern unabhängig geprüft wurden. Das Ergänzungsmodul Microsoft Teams rundet das Profil ab: Digitale Zusammenarbeit ist in praktisch allen Berufsfeldern ein Querschnittsthema. Wer Teams souverän nutzt und gleichzeitig berufsfeld-spezifische ICDL Professional-Module vorweisen kann, ist sowohl für remotes Arbeiten als auch für die kollegiale Zusammenarbeit vor Ort technisch gut aufgestellt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen ICDL Professional und ICDL Advanced?
ICDL Advanced vertieft vier klassische Office-Anwendungen (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken, Präsentationen) auf einem hohen Spezialisierungsgrad. ICDL Professional bietet ein breiteres Spektrum berufsfeld-spezifischer Module – von Digitalem Unterricht über E-Health bis Computing – und erlaubt eine individuell angepasste Zusammenstellung.
Kann ich die Module frei wählen?
Ja. Das ICDL Professional-Portfolio ist auf individuelle Zusammenstellung ausgelegt. Sie wählen die Module, die für Ihr Berufsprofil relevant sind. Für das ICDL Profile-Zertifikat müssen mindestens vier Module aus dem gesamten ICDL-Portfolio (Workforce, Advanced oder Professional) bestanden werden.
Ist ICDL Professional für Personen ohne IT-Hintergrund geeignet?
Ja. Viele ICDL Professional-Module setzen keinen technischen Hintergrund voraus. Module wie Digitaler Unterricht, Digitale Zusammenarbeit, E-Health oder Digitales Marketing sind ausdrücklich für Fachkräfte aus dem jeweiligen Berufsfeld konzipiert, keine technischen Spezialisten.
Was ist das ICDL Profile-Zertifikat?
Das ICDL Profile-Zertifikat wird ausgestellt, wenn mindestens vier Module aus dem ICDL-Portfolio erfolgreich bestanden wurden. Es dokumentiert das individuelle Kompetenzprofil des Inhabers und wird von ICDL Global ausgestellt, dem internationalen Verband hinter dem Internationalen Computerführerschein.
Wozu brauche ich das Teams-Modul, wenn ich bereits Teams verwende?
Viele Menschen nutzen Teams im Alltag, schöpfen aber nur einen Bruchteil der Möglichkeiten aus. Das ICDL-Modul Digitale Zusammenarbeit sowie das Teams-Einführungsmodul zeigen, wie Teams-Kanäle, Besprechungsmanagement, Dateifreigabe und App-Integrationen strukturiert genutzt werden können – eine Grundlage, die im Zusammenspiel mit den anderen ICDL Professional-Modulen unmittelbar praktischen Nutzen bringt.
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