Überblick
Microsoft System Center 2012 R2 Virtual Machine Manager (SCVMM) ist die zentrale Verwaltungsplattform für virtualisierte Unternehmensinfrastrukturen. Dieser Kurs vermittelt Ihnen das vollständige Wissen und die praktischen Fähigkeiten, die Sie benötigen, um SCVMM in einer professionellen Windows Server 2012 / Windows Server 2012 R2-Umgebung zu implementieren, zu betreiben und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sie lernen, wie Sie Hypervisor-Umgebungen mit Hyper-V hochverfügbar gestalten, Netzwerke und Speicher differenziert konfigurieren, Cloud-Ressourcen bereitstellen und die gesamte Fabric-Infrastruktur des Rechenzentrums über eine einzige Verwaltungskonsole steuern. Der Kurs entspricht dem offiziellen Microsoft Official Curriculum MOC 10981 und bereitet Teilnehmer auf die Zertifizierungsprüfung vor.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen und Installation von SCVMM Dieser Einstiegblock verschafft Ihnen ein solides Verständnis der Architektur von System Center 2012 R2 und der Stellung von VMM innerhalb der gesamten System-Center-Familie. Sie erfahren, welche Voraussetzungen in der Serverinfrastruktur vor der Installation erfüllt sein müssen und wie Sie VMM schrittweise in Betrieb nehmen. Die Kernthemen des ersten Moduls umfassen folgende Bereiche.
- Architektur und Komponenten von SCVMM 2012 R2
- Voraussetzungen und Planung der VMM-Installation
- Installation und Erstkonfiguration des VMM-Servers und der VMM-Konsole
- Einbinden von Hyper-V-Hosts und Host-Clustern in die VMM-Verwaltung
- Überblick über neue Features und Funktionen in Windows Server 2012 R2 Hyper-V
Modul 2 — Netzwerk und Speicher in VMM Ein professionell verwaltetes Rechenzentrum steht und fällt mit den Netzwerk- und Speicherkonfigurationen. In diesem Abschnitt lernen Sie die erweiterten Netzwerkfunktionen von VMM kennen, die weit über einfache virtuelle Switche hinausgehen, und verstehen, wie VMM verschiedene Speichertechnologien abstrahiert und bereitstellt. Die Inhalte dieses Blocks umfassen folgende Themen.
- Konfiguration von logischen Netzwerken und VM-Netzwerken in VMM
- Uplink-Port-Profile und virtuelle Port-Profile für differenziertes Bandbreitenmanagement
- Einbinden von SAN-Storage, SMB-Freigaben und lokalen Speichern in VMM
- Vor- und Nachteile von Fibre Channel, iSCSI und SMB 3.0 im VMM-Kontext
- Speicherpools und logische Einheiten in VMM zuweisen und verwalten
Modul 3 — Cloud-Ressourcen, Bibliothek und VM-Vorlagen VMM ermöglicht die Abstraktion physischer Ressourcen zu flexiblen Cloud-Pools, die intern wie externe Cloud-Angebote genutzt werden können. Die VMM-Bibliothek bildet dabei das zentrale Repository für alle wiederverwendbaren Objekte. Dieser Block behandelt die folgenden Schwerpunkte.
- Erstellen und Konfigurieren von privaten Clouds in VMM
- Benutzerprofile und Rollenzuweisungen für den Self-Service-Zugriff auf Clouds
- Verwaltung der VMM-Bibliothek: Bibliotheksserver, Freigaben, Synchronisierung
- Äquivalenzobjekte und ihre Bedeutung für die ressourcenneutrale Bereitstellung
- Erstellen von VM-Vorlagen und Dienstvorlagen für standardisierte Deployments
- Vorbereitung von Windows-Betriebssystemabbildern mit Sysprep und unattend.xml
- Einsatz von WIM-Dateien für effiziente, unbeaufsichtigte OS-Deployments
Modul 4 — Integration, Monitoring und Cloud-Erweiterungen Im letzten inhaltlichen Block geht es um die Einbettung von VMM in die weiter gefasste System Center-Welt sowie um moderne Hybrid-Cloud-Szenarien mit Azure. SCVMM entfaltet seinen vollen Mehrwert erst dann, wenn es mit anderen Management-Werkzeugen zusammenarbeitet. Die Kernthemen dieses Abschlussblockes sind die folgenden.
- Integration mit System Center Operations Manager: VMM-Monitoring-Packs importieren
- Automatisierung und Orchestrierung mit System Center Orchestrator und Runbooks
- Überblick über das Windows Azure Pack und dessen Komponenten
- Durchführung einer Express-Bereitstellung des Windows Azure Pack
- Konfiguration von VM-Clouds im Azure Pack für Self-Service-Nutzer
- Azure Site Recovery einrichten und virtuelle Maschinen für Disaster-Recovery replizieren
Praxislabore — Hands-On-Szenarien aus der Berufspraxis Die Labore in diesem Kurs spiegeln reale Anforderungen in Unternehmensrechenzentren wider. Die Teilnehmer arbeiten in einer vollständig virtuellen Laborumgebung, die auf echten Produktionsszenarien basiert. Die behandelten Laboraufgaben umfassen folgende Szenarien.
- Installation und Konfiguration von SCVMM 2012 R2 in einer Multi-Server-Umgebung
- Hinzufügen und Konfigurieren von Hyper-V-Hosts und Failover-Clustern
- Einrichten von Hochverfügbarkeit für den VMM-Server selbst
- Konfiguration von logischen Netzwerken, VM-Netzwerken und Port-Profilen
- Einbinden und Zuweisen von Speicher über iSCSI und SMB
- Erstellen einer privaten Cloud und Zuweisen von Benutzerrollen
- Aufbau einer VMM-Bibliothek mit Vorlagen und Äquivalenzobjekten
- Sysprep-Vorbereitung eines Windows Server-Abbilds für automatische Deployments
- Deployment virtueller Maschinen und Dienste aus Vorlagen
- Integration mit Operations Manager und Aktivierung des VMM-Monitoring
- Express-Installation des Windows Azure Pack
- Einrichten von Azure Site Recovery für ein Lab-Szenario
Die Labore werden durch ausführliche Nachbesprechungen ergänzt. Dozentinnen und Dozenten mit Praxiserfahrung erläutern, welche Entscheidungen in realen Deployments typischerweise getroffen werden und wo häufige Fehlerquellen liegen. Ergänzend steht den Teilnehmern Übungsmaterial für die Nachbereitung zur Verfügung.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses beherrschen Sie die folgenden Kompetenzen.
- SCVMM 2012 R2 auf verschiedenen Infrastruktur-Setups zu installieren und zu konfigurieren
- Hochverfügbarkeit für Hyper-V und den Virtual Machine Manager selbst einzurichten
- Erweiterte Netzwerkfunktionen wie Uplink-Port-Profile und virtuelle Port-Profile zu konfigurieren
- Unterschiedliche Speichertypen in VMM zu vergleichen, zu konfigurieren und zu verwalten
- Cloud-Ressourcen zu erstellen und den Zugriff auf virtuelle Clouds für Nutzer freizugeben
- Die VMM-Bibliothek inklusive Synchronisierung und Äquivalenzobjekten zu verwalten
- Windows-Betriebssystemabbilder mit Sysprep, WIM-Dateien und unattend.xml für die Bereitstellung vorzubereiten
- Vorlagen für virtuelle Maschinen sowie Dienstvorlagen zu erstellen und produktiv einzusetzen
- SCVMM mit anderen System Center-Produkten wie Operations Manager und Orchestrator zu integrieren
- Die VMM-Umgebung mit Operations Manager zu überwachen und Alarme zu interpretieren
- Windows Azure Pack zu konfigurieren und eine Express-Bereitstellung durchzuführen
- Azure Site Recovery zur Replikation und Wiederherstellung virtueller Maschinen einzusetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachleute, die für die Verwaltung und den Betrieb virtualisierter Unternehmensinfrastrukturen verantwortlich sind oder diese Aufgabe künftig übernehmen möchten. Zu den typischen Teilnehmerprofilen gehören folgende Gruppen.
- Systemadministratoren mit Schwerpunkt Windows Server und Hyper-V
- Infrastrukturarchitekten, die private Cloud-Umgebungen entwerfen
- Datacenter-Betriebsteams, die ihre Infrastruktur zentralisiert verwalten möchten
- IT-Fachleute, die sich auf die Microsoft-Zertifizierung im Bereich Virtualisierung vorbereiten
- Techniker in managed Service-Providern, die Kundenvirtualisierungen verwalten
Für eine erfolgreiche Kursteilnahme sind praktische Kenntnisse in der Administration von Windows Server 2012 oder Windows Server 2012 R2 erforderlich. Erfahrung mit Hyper-V als Virtualisierungsplattform wird vorausgesetzt, da der Kurs auf grundlegende Hyper-V-Konzepte aufbaut, ohne diese einzuführen. Kenntnisse im Bereich Netzwerkverwaltung (TCP/IP, VLANs) sowie ein Grundverständnis für Speichertechnologien (SAN, iSCSI, SMB) sind für das Verständnis der Netzwerk- und Speichermodule hilfreich. Vor Seminarbeginn wird ein Beratungsgespräch geführt, in dem ein individueller Lernplan erstellt wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, das Präsenzeinheiten mit betreuten Online-Lernphasen kombiniert. Theoretischer Input wird stets durch praktische Laborübungen in einer vollständig ausgestatteten virtuellen Lab-Umgebung ergänzt. Dozentinnen und Dozenten sind zertifizierte Microsoft-Trainer mit Berufserfahrung in realen Rechenzentrumsumgebungen. Gruppenarbeiten und gemeinsame Problemlösungen in den Laboren fördern den Austausch unter Teilnehmenden. Der Kurs ist sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit buchbar.
Die Kursdauer beträgt mehr als eine Woche bis zu einem Monat, abhängig vom gewählten Lernformat und dem individuellen Lernplan. Im Vollzeitformat ist der Stoff intensiv verdichtet; im Teilzeitformat verteilt sich der Inhalt auf einen längeren Zeitraum, was eine bessere Vereinbarkeit mit beruflichen Verpflichtungen ermöglicht. Die Laborumgebung steht den Teilnehmenden während der gesamten Kursdauer zur Verfügung.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmer ein international anerkanntes Herstellerzertifikat sowie ein Lehrgangszertifikat. Der Kurs bereitet gezielt auf die zugehörige Microsoft-Zertifizierungsprüfung vor. Prüfungsgebühren sind in der Regel separat zu entrichten; der individuelle Lernplan berücksichtigt die Prüfungsvorbereitung explizit.
Nutzen & Perspektiven
Die Fähigkeit, eine vollständige virtuelle Infrastruktur über SCVMM zentral zu steuern, ist in modernen Unternehmens-IT-Abteilungen ein gefragtes und zunehmend unverzichtbares Kompetenzprofil. Wer SCVMM beherrscht, kann Deployments standardisieren, Fehlerquellen durch konsistente Vorlagen und Profile eliminieren und gleichzeitig die Reaktionszeit auf Kapazitätsanforderungen drastisch verkürzen. Diese operationale Effizienz schlägt sich direkt in messbaren Kosteneinsparungen und höherer Betriebssicherheit nieder. Für Fachleute, die ihre Karriere in Richtung Virtualisierungs- oder Cloud-Administration entwickeln möchten, ist dieser Kurs ein strategischer Schritt. Das Zertifikat dokumentiert gegenüber Arbeitgebern und Kunden nachweisbar, dass der oder die Zertifizierte die technischen Anforderungen moderner Rechenzentren versteht und umsetzen kann. Darüber hinaus schafft das erworbene Wissen eine solide Grundlage für den Einstieg in weiterführende Microsoft-Cloud-Themen wie Azure Stack oder Microsoft Azure Arc. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch Mittel des Qualifizierungschancengesetzes, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben der Deutschen Rentenversicherung oder die Berufsförderung der Bundeswehr in Betracht. Ein Beratungsgespräch zu Beginn des Kurses hilft dabei, die geeignete Förderform zu identifizieren und die notwendigen Schritte einzuleiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse sind für diesen Kurs notwendig?
Teilnehmer sollten über praktische Erfahrung in der Administration von Windows Server 2012 oder 2012 R2 verfügen und Grundkenntnisse in Hyper-V mitbringen. Kenntnisse in Netzwerkverwaltung und Speichertechnologien sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.
Auf welche Prüfung bereitet dieser Kurs vor?
Der Kurs entspricht dem Microsoft Official Curriculum MOC 10981 und bereitet auf die zugehörige Microsoft-Zertifizierungsprüfung im Bereich Virtualisierung und System Center vor. Prüfungsgebühren werden in der Regel separat berechnet.
Kann ich diesen Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen in Frage.
Ist der Kurs auch in Teilzeit buchbar?
Ja, der Kurs wird sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten. Im Teilzeitformat verteilt sich der Inhalt über einen längeren Zeitraum, was eine bessere Vereinbarkeit mit beruflichen Verpflichtungen ermöglicht.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen Hyper-V-Training?
Während ein Hyper-V-Training die Hypervisor-Technologie selbst behandelt, liegt der Schwerpunkt hier auf der zentralen Verwaltungsplattform SCVMM, die Hyper-V-Hosts, Netzwerke, Speicher und Cloud-Ressourcen über eine einheitliche Konsole koordiniert. Das Niveau ist entsprechend fortgeschrittener.
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