Überblick
ITIL 4 ist die aktuelle Version des weltweit verbreitetsten Frameworks für IT Service Management — und dieser Kurs bereitet gezielt auf die ITIL 4 Foundation-Zertifizierungsprüfung vor, die von PeopleCert im Auftrag von Axelos weltweit angeboten wird. Im Mittelpunkt steht das Service Value System (SVS) mit seiner flexiblen Service Value Chain, den sieben Leitprinzipien, den vier Dimensionen des Service Managements und den 34 Management Practices. ITIL 4 verabschiedet sich von starren Lifecycle-Phasen und verankert stattdessen ein systemisches Denken: Wert entsteht immer ko-kreativ — zwischen Dienstleister und Kundschaft. Wer diesen Kurs abschließt, spricht die Sprache moderner IT-Organisationen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul gibt einen Überblick über das Wesen von IT Service Management und erklärt, warum ITIL 4 nicht mehr mit fünf Lifecycle-Phasen (Service Strategy, Design, Transition, Operation, CSI der Vorgängerversion) arbeitet, sondern stattdessen auf ein systemisches Modell setzt. Wert entsteht immer gemeinsam mit dem Kunden, nicht allein durch die IT-Organisation.
- Kernbegriffe: Service, Value, Outcome, Output, Cost, Risk
- Utility und Warranty als zwei Seiten von Service Value
- Konzeptioneller Unterschied zur Vorgängerversion: Lifecycle vs. Service Value System
- Stakeholder und ihre Rollen: Service Provider, Consumer, Sponsor
- Wertorientierung als Grundprinzip des Frameworks
- ITIL 4 im Kontext von Lean, Agile und DevOps
Das zweite Modul beleuchtet die vier Dimensionen, die bei jedem Service berücksichtigt werden müssen: Organisationen & Menschen, Information & Technologie, Partner & Lieferanten sowie Wertströme & Prozesse. Fehlt eine Dimension, entstehen blinde Flecken in der Servicegestaltung.
- Dimension 1 — Organisationen & Menschen: Kultur, Kompetenzen, Rollen
- Dimension 2 — Information & Technologie: Daten, Wissen, Tools
- Dimension 3 — Partner & Lieferanten: Verträge, Abhängigkeiten, SIAM
- Dimension 4 — Wertströme & Prozesse: Aktivitäten, Abläufe, Automatisierung
- PESTLE als externes Einflussfaktor-Modell
- Zusammenspiel der vier Dimensionen in der Praxis
Das dritte Modul behandelt das Service Value System und seine Bestandteile: die Leitprinzipien, Governance, die Service Value Chain, die Practices und Continual Improvement als integrierter Bestandteil — kein nachgelagerter Prozess, sondern eine permanente Haltung.
- Alle sieben Leitprinzipien im Detail: Fokus auf Wert, Dort anfangen wo man steht, Iterativ mit Feedback vorgehen, Zusammenarbeiten und Sichtbarkeit fördern, Ganzheitlich denken, Es einfach halten, Optimieren und automatisieren
- Governance: Verantwortlichkeiten und Entscheidungsstrukturen
- Die sechs Aktivitäten der Service Value Chain und deren Vernetzung
- Continual Improvement: Modell, Messbarkeit und permanente Verbesserungskultur
- Wertströme als Konkretisierung der Service Value Chain
- Zusammenführung aller SVS-Bestandteile zu einem kohärenten Modell
Das vierte Modul stellt die zentralen Management Practices vor. ITIL 4 listet 34 Practices; der Foundation-Kurs vertieft die wichtigsten und erläutert alle überblicksartig.
- Incident Management: schnelle Wiederherstellung des Normalbetriebs
- Problem Management: Ursachenanalyse und dauerhafte Prävention
- Change Enablement: risikoarme Steuerung von Änderungen
- Service Request Management: standardisierte Anfragen effizient bearbeiten
- Service Desk als zentraler Kommunikationskanal
- Service Level Management, IT Asset Management, Configuration Management und weitere Practices im Überblick
In der Praxisphase werden die Konzepte durch Fallstudien und Aufgaben aus dem IT-Alltag verankert. ITIL 4-Wissen bleibt ohne Anwendungsbeispiele abstrakt — dieser Block sorgt für echte Verankerung.
- Fallstudie: Incident-Eskalation in einer Banken-IT — welche Practices greifen?
- Problemdiagnose: Root-Cause-Analysis an einem fiktiven Netzwerkausfall
- Change-Klassifizierung: Standard, Normal oder Notfall?
- Service-Value-Chain-Mapping: einen Wertstrom für ein neues Cloud-Service skizzieren
- Leitprinzipien-Workshop: welches Prinzip passt zu welchem Szenario?
- Vier-Dimensionen-Analyse: ein Service-Design-Szenario aus vier Perspektiven bewerten
- Continual-Improvement-Register aufbauen
- Stakeholder-Kommunikationsplan für einen Service-Übergang erstellen
- Abgrenzungsübungen: Request vs. Incident vs. Problem vs. Change
- Multiple-Choice-Übungsaufgaben im Prüfungsformat von PeopleCert
- Gruppenarbeit: Service Value System auf einen realen IT-Betrieb übertragen
- Peer-Feedback und gemeinsame Lösungsdiskussion
Die Vorbereitung auf die ITIL-4-Foundation-Prüfung ist integraler Bestandteil des Kurses: Übungsaufgaben, Definitionen und Modelle werden so aufbereitet, dass Teilnehmende die offizielle Prüfung selbstsicher ablegen können. Abseits der Prüfungsvorbereitung schärft der Kurs das konzeptionelle Denken für IT-Service-Management-Aufgaben: Teilnehmende lernen, IT nicht als Kostenstelle, sondern als Wertschöpfungspartner zu verstehen — eine Perspektive, die in IT-Abteilungen aller Branchen gefragt ist.
Lernziele:
- Das ITIL-4-Wertschöpfungsmodell (Service Value System) als Ganzes beschreiben und einordnen
- Die Service Value Chain mit ihren sechs Aktivitäten (Plan, Improve, Engage, Design & Transition, Obtain/Build, Deliver & Support) erläutern
- Die sieben Leitprinzipien von ITIL 4 benennen und auf konkrete Situationen anwenden
- Die vier Dimensionen des Service Managements verstehen und ihre Wechselwirkung beschreiben
- Zentrale ITIL-4-Konzepte definieren: Service, Wert, Ergebnis, Kosten, Risiko sowie Utility und Warranty
- Die wichtigsten Management Practices und ihre Funktion im Servicekontext erklären
- Incident, Problem, Change und Service Request als abgegrenzte Praktiken unterscheiden
- Continual Improvement als kulturelle Haltung und strukturiertes Modell anwenden
- ITIL 4 in agilen und DevOps-geprägten Umgebungen kontextualisieren
- Die konzeptionellen Unterschiede zwischen ITIL 4 und der Vorgängergeneration einschätzen
- Prüfungsrelevante Definitionen und Konzepte sicher reproduzieren
- Stakeholder-Kommunikation in Service-Management-Projekten fundiert gestalten
Zielgruppe & Voraussetzungen
ITIL 4 Foundation ist der Startpunkt für alle, die IT Services professionell gestalten oder managen wollen — unabhängig von der konkreten Rolle.
- IT-Professionals ohne ITSM-Zertifizierung, die ihr Framework-Wissen formalisieren möchten
- Service-Desk-Mitarbeitende und IT-Support-Fachkräfte
- IT-Projektmanagerinnen und -manager, die ITIL-Konzepte in Projekte integrieren wollen
- Fachkräfte aus IT-Governance, Compliance oder IT-Controlling
- Personen, die ITIL 4 als Einstieg in eine ITSM-Spezialisierung nutzen
Allgemeine IT-Affinität und grundlegende Kenntnisse über IT-Betrieb oder IT-Projekte erleichtern den Einstieg, sind aber keine formale Bedingung. Der Kurs setzt keine spezifische Berufsausbildung und keine ITIL-Vorkenntnisse voraus. Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind empfehlenswert; Teile des Lernmaterials und die Prüfung selbst sind auch auf Englisch verfügbar.
Ablauf & Abschluss
Konzepte werden durch direkten Unterricht eingeführt und sofort durch Fallstudien aus dem IT-Alltag konkretisiert. Multiple-Choice-Übungsaufgaben im Prüfungsformat von PeopleCert sind fester Bestandteil des Curriculums, sodass Teilnehmende frühzeitig ein Gefühl für die Prüfungslogik entwickeln. Der Kurs kombiniert geleitete Einheiten mit eigenständiger Aufgabenbearbeitung und Gruppendiskussionen.
ITIL-4-Foundation-Kurse sind in der Regel kompakt und können innerhalb weniger Tage bis zwei Wochen abgeschlossen werden, je nach Intensität des Formats. Aktuelle Daten und Durchführungsformate entnehmen Sie dem jeweiligen Kursangebot.
Der Kurs bereitet auf die offizielle ITIL 4 Foundation-Zertifizierungsprüfung vor, die von PeopleCert (im Auftrag von Axelos) weltweit an akkreditierten Testcentern oder online proctored abgenommen wird. Die Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice-Fragen; zum Bestehen sind mindestens 26 richtige Antworten (65 %) erforderlich. Das ITIL-4-Foundation-Zertifikat ist unbefristet gültig und weltweit anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
ITIL 4 ist der de-facto-Standard für IT Service Management in mittleren und großen Unternehmen. Wer das Foundation-Zertifikat besitzt, spricht eine gemeinsame Sprache mit IT-Abteilungen, Outsourcing-Partnern und internen Kunden — das allein erleichtert Projektarbeit und Kommunikation erheblich. Das Framework geht über reine Prozesse hinaus: ITIL 4 vermittelt eine Haltung, in der IT-Services als Wertschöpfungspartner des Unternehmens verstanden werden. Wer diese Perspektive internalisiert, kann IT-Entscheidungen sachlich und strategisch begründen — eine Fähigkeit, die in Service-Desk-Rollen genauso gefragt ist wie im IT-Management. Darüber hinaus ist ITIL 4 Foundation die Eingangsstufe für weiterführende ITIL-Zertifizierungen im Managing Professional oder Strategic Leader Track. Wer eine Karriere im IT Service Management, in IT-Governance oder als ITSM-Consultant anstrebt, legt hier das unverzichtbare Fundament.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen ITIL 4 und der Vorgängerversion?
Die Vorgängerversion strukturierte IT Service Management entlang eines Service Lifecycle mit fünf Phasen (Strategy, Design, Transition, Operation, CSI). ITIL 4 ersetzt dieses Modell durch das Service Value System mit einer flexiblen Service Value Chain und 34 Practices. Der Fokus verschiebt sich von Prozessen hin zu Wertschöpfung und Integration mit agilen sowie DevOps-Methoden.
Wie läuft die ITIL-4-Foundation-Prüfung ab?
Die Prüfung umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen und dauert 60 Minuten. Zum Bestehen sind mindestens 26 richtige Antworten (65 %) erforderlich. Sie wird von PeopleCert im Auftrag von Axelos weltweit an akkreditierten Testcentern oder online proctored angeboten.
Ist das ITIL-4-Zertifikat zeitlich befristet?
Das ITIL 4 Foundation-Zertifikat ist unbefristet gültig. Wer auf höhere ITIL-Stufen (Managing Professional, Strategic Leader) aufsteigen möchte, muss die entsprechenden weiterführenden Module und Prüfungen absolvieren.
Welche ITIL-Practices werden im Foundation-Kurs behandelt?
Alle 34 Practices werden zumindest überblicksartig besprochen. Vertieft werden insbesondere Incident Management, Problem Management, Change Enablement, Service Request Management, Service Desk und Service Level Management — die Kernpraktiken des IT-Tagesbetriebs.
Für wen ist der Kurs am besten geeignet?
Für IT-Professionals jeder Erfahrungsstufe, die ITIL-Grundlagen formalisieren möchten — von Service-Desk-Mitarbeitenden über IT-Projektmanagerinnen und -manager bis zu Personen, die in IT-Governance oder ITSM-Beratung einsteigen möchten. ITIL-spezifische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
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