Überblick
Der ITIL 4 Managing Professional ist der erste vollständige Abschluss im ITIL 4-Zertifizierungsschema über Foundation-Niveau hinaus. Er bestätigt, dass Absolventinnen und Absolventen in der Lage sind, IT-Produkte und -Services zu entwickeln, zu liefern und zu verbessern — nicht nur konzeptionell, sondern mit konkretem Blick auf Teams, Workflows und Stakeholder. Dieser Kurs bündelt alle notwendigen Module auf dem Weg zu diesem Abschluss: Create, Deliver and Support (CDS), Drive Stakeholder Value (DSV), Direct, Plan and Improve (DPI) und High Velocity IT (HVIT). Ergänzt wird das Programm durch den Managing Professional Transition-Kurs, der für Teilnehmende mit ITIL v3-Hintergrund den strukturierten Wechsel auf ITIL 4 ermöglicht.
Kursinhalte & Lernziele
ITIL 4 CDS — Create, Deliver and Support Dieses Modul behandelt die operative Seite des IT-Service-Managements: Wie werden Services von der Planung bis zum laufenden Support systematisch gestaltet? CDS verbindet technische Konzepte wie Service-Integration und Tool-Strategie mit Praktiken der Teamführung und des Service-Designs. Im Mittelpunkt stehen serviceorientierte Teams, Shift-Left-Ansätze im Support und die Verbindung von DevOps-Prinzipien mit ITSM-Praktiken.
- Service Value Chain: Aktivitäten und deren Zusammenspiel
- Service Desk, Incident-, Problem- und Change-Management in ITIL 4
- Teamstrukturen und Rollen in serviceorientierten Organisationen
- Service-Integration und Multi-Supplier-Management
- DevOps, Agile und Lean in ITSM-Umgebungen
- Messung von Service-Performance und KPI-Auswahl
ITIL 4 DSV — Drive Stakeholder Value DSV rückt Kunden, Nutzer, Sponsoren und Partner in den Mittelpunkt des Service-Managements. Dieses Modul zeigt, wie Organisationen Stakeholder-Beziehungen strukturiert gestalten, Service-Wert gemeinsam mit Kunden erarbeiten und Customer Journeys analysieren. Onboarding-Prozesse, SLA-Verhandlungen und Kundenzufriedenheitsmessung sind zentrale Praxisthemen.
- Stakeholder-Typen und ihre Rollen in der Service-Value-Kette
- Customer Journey Mapping und Touchpoint-Design
- Onboarding und Offboarding als strukturierte Serviceprozesse
- Service Level Agreements und deren Verhandlung und Monitoring
- Customer Satisfaction-Messung und Feedbackschleifen
- Stakeholder-Kommunikation und Eskalationsmanagement
ITIL 4 DPI — Direct, Plan and Improve DPI vermittelt die strategische und governance-orientierte Perspektive von ITIL 4. Dieser Block befasst sich damit, wie IT-Organisationen Entscheidungen strukturieren, Verbesserungsprogramme aufsetzen und Governance-Anforderungen mit agilem Arbeiten verbinden. Besonders relevant für Führungskräfte und Consultants, die Transformationsprojekte begleiten oder verantworten.
- ITIL 4-Governance: Prinzipien und Strukturen
- Strategieumsetzung und Operating Models
- Continual Improvement: Modell, Methoden und Verantwortlichkeiten
- Kommunikation und Management-Reporting in ITSM-Organisationen
- Measurement und Reporting: von Kennzahlen zu Entscheidungen
- Aufbau einer Verbesserungskultur in IT-Organisationen
ITIL 4 HVIT — High Velocity IT HVIT betrachtet IT-Organisationen, die unter hohem Tempo und digitaler Unsicherheit arbeiten. Das Modul verbindet ITIL 4 mit Konzepten aus DevOps, Lean, Agile und Cloud-nativen Umgebungen. Ziel ist es, technische Agilität mit stabiler Service-Governance zu verbinden — ein zunehmend zentrales Thema in DevOps-orientierten IT-Abteilungen.
- Merkmale hochperformanter IT-Organisationen (HVIT-Profil)
- Digitale Transformation und deren Auswirkungen auf ITSM
- Technische Praktiken: Site Reliability Engineering, CI/CD, Cloud-native Services
- Kulturelle Prinzipien: Fail Fast, Feedback-Loops, psychologische Sicherheit
- ITIL 4 Praktiken im HVIT-Kontext
- Messung von IT-Performance in Hochgeschwindigkeitsumgebungen
Managing Professional Transition Der Transition-Kurs richtet sich an Fachkräfte, die ihre ITIL v3-Qualifikation auf ITIL 4 überführen möchten. Er schlägt eine inhaltliche Brücke zwischen den vertrauten v3-Konzepten und dem neuen ITIL 4 Service Value System, ohne die gesamte Specialist-Lernstrecke von vorn zu beginnen. Wer nachweislich ITIL v3-Qualifikationen auf Intermediate-Niveau oder höher erworben hat, erfüllt damit eine Voraussetzung für die direkte Anmeldung zur MP-Transition-Prüfung.
- Mapping von ITIL v3-Konzepten auf ITIL 4
- Unterschiede zwischen dem v3-Lifecycle (Strategy, Design, Transition, Operation, CSI) und dem ITIL 4 Service Value System
- Anrechnung von v3-Prüfungsleistungen für den MP-Abschluss
- Neue ITIL 4-Praktiken, die im v3-Schema noch nicht existierten
- Governance und Operating Models im direkten Vergleich
Praxisintegration und Fallstudien Jedes Modul wird durch szenariobasierte Übungen ergänzt, die das theoretische Wissen in realistische IT-Service-Situationen überführen. Trainerinnen und Trainer bringen eigene Erfahrungen aus Consulting und Unternehmens-IT ein, was die Fallstudien praxisnah verankert.
- Analyse einer realen IT-Organisation anhand aller vier Dimensionen des Service Value Systems
- End-to-End-Scenario: Service-Anfrage vom Eingang bis zur Lieferung über CDS-Praktiken
- Stakeholder-Map und Customer Journey für ein fiktives Unternehmensservice erstellen
- Continual Improvement Plan nach DPI-Struktur aufsetzen
- HVIT-Assessment einer Softwareentwicklungsabteilung durchführen
- Fallstudie Transition: ITIL v3-Organisation schrittweise auf ITIL 4 migrieren
- Gruppenarbeit: Governance-Struktur für eine mittelgroße IT-Abteilung entwerfen
- Rollenspiele zu Stakeholder-Eskalation und -Verhandlung
- Simulation eines Incident-Management-Zyklus unter Change-Enablement-Anforderungen
- KPI-System für eine fiktive IT-Organisation definieren und bewerten
- Retrospektive zu Continual Improvement-Maßnahmen dokumentieren
Die Fallstudien bauen auf realen Szenarien aus dem IT-Service-Alltag auf und ermöglichen es, das erlernte Wissen unmittelbar in berufliche Kontexte zu übertragen.
Lernziele:
- Das ITIL 4 Service Value System und die Service Value Chain in ihrer Gesamtheit verstehen und anwenden
- IT-Services über den vollständigen Lebenszyklus von der Idee bis zur Verbesserung steuern
- Stakeholder-Beziehungen nach DSV-Prinzipien aufbauen, pflegen und messen
- Service-Delivery-Teams nach CDS-Methoden führen und Performance-Kennzahlen setzen
- IT-Strategie, Governance und Verbesserungsplanung mit DPI-Werkzeugen unterstützen
- Digitale und agile Arbeitsweisen im Sinne von High Velocity IT in den IT-Betrieb integrieren
- Die sieben ITIL 4-Leitprinzipien konsistent in Entscheidungen und Planungen einbetten
- Continual Improvement als organisatorische Praxis verankern, nicht als einmaliges Projekt
- Risiken in der Service-Lieferkette identifizieren und durch geeignete Praktiken minimieren
- Organisations- und Kulturveränderungen im Kontext von ITIL 4-Einführungen begleiten
- Inhalte der vier Specialist-Module in berufliche Praxissituationen transferieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm richtet sich an IT-Professionals, die ITIL 4 Foundation abgeschlossen haben und den nächsten Schritt in ihrer Service-Management-Karriere anstreben. Besonders profitieren Fachkräfte mit mehrjähriger ITSM-Erfahrung, die ihr praktisches Wissen in ein anerkanntes Zertifizierungsschema überführen möchten. Für Personen mit ITIL v3-Hintergrund bietet der enthaltene Transition-Kurs einen strukturierten Weg auf ITIL 4.
- IT-Service-Manager und Team-Leads im IT-Betrieb
- ITSM-Prozessverantwortliche und Process Owner
- IT-Beraterinnen und -Berater mit Schwerpunkt Service-Transformation
- DevOps-Coaches und agile IT-Führungskräfte
- Fachkräfte mit ITIL v3-Abschluss, die auf ITIL 4 wechseln möchten
Zwingend erforderlich ist der Abschluss von ITIL 4 Foundation oder eine akkreditierte ITIL v3-Qualifikation, die zur Teilnahme am Managing Professional Transition-Kurs berechtigt. Darüber hinaus sollten Teilnehmende über praktische Berufserfahrung im IT-Service-Management verfügen, da die Fallstudien und Diskussionen auf konkreten Arbeitsrealitäten aufbauen. Englischkenntnisse auf Leseverständnisebene sind hilfreich, da die offiziellen Axelos-Materialien und Prüfungen auf Englisch verfügbar sind.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als Combined Learning statt — je nach Modul und Zyklus überwiegt entweder Teilzeit- oder Vollzeitdurchführung. Synchrone Live-Einheiten im virtuellen Klassenzimmer stehen im Wechsel mit Selbststudium. Die Trainerinnen und Trainer setzen auf Theorie-Inputs, praxisnahe Fallstudien, Rollenspiele und moderierte Diskussionen. Jedes Modul (CDS, DSV, DPI, HVIT, Transition) wird als eigenständige Lerneinheit behandelt, die inhaltlich in sich geschlossen ist und gleichzeitig auf die anderen Module verweist.
Da das Programm alle vier Specialist-Module plus den Transition-Kurs umfasst, ist der Zeitaufwand erheblich. Die genaue Laufzeit richtet sich nach dem gewählten Lernmodell (Teilzeit oder Vollzeit) und danach, ob einzelne Module bereits absolviert wurden. Erfahrungsgemäß sollte man für den vollständigen Weg mindestens mehrere Monate einplanen.
Für jeden der vier Specialist-Module sowie für den Transition-Kurs gibt es eine separate, von PeopleCert/Axelos akkreditierte Prüfung. Nach Bestehen aller erforderlichen Prüfungen und dem Nachweis von ITIL 4 Foundation wird der ITIL 4 Managing Professional-Titel vergeben. Die Prüfungen werden separat bei einem akkreditierten Testcenter abgelegt. Zusätzlich zu den offiziellen Zertifikaten stellt der Bildungsträger eine Teilnahmebescheinigung aus.
Nutzen & Perspektiven
Der ITIL 4 Managing Professional ist das erste Zertifikat im ITIL 4-Schema, das über reine Grundlagenkenntnisse hinausgeht und eine vollständige Qualifikation für operative und strategische IT-Service-Management-Rollen darstellt. In Stellenausschreibungen für Senior IT-Service-Manager, ITSM-Prozessverantwortliche und IT-Consultants wird er zunehmend explizit genannt oder als Equivalent zu mehrjähriger ITIL v3-Erfahrung gewertet. Wer alle vier Specialist-Module in einem gebündelten Kurs absolviert, profitiert von thematischen Querverbindungen, die im Einzelkursformat weniger sichtbar werden: Die Governance-Perspektive aus DPI lässt sich direkt auf die Stakeholder-Szenarien aus DSV anwenden; die agilen Praktiken aus HVIT verzahnen sich mit den operativen Delivery-Konzepten aus CDS. Diese Vernetzung ist schwerer herzustellen, wenn Module zeitlich weit auseinanderliegen. Der Transition-Pfad für ITIL v3-Erfahrene ist ein weiterer konkreter Vorteil: Wer jahrelange Praxiserfahrung mit dem v3-Lifecycle mitbringt, muss nicht von Null beginnen, sondern kann das vorhandene Wissen gezielt auf das ITIL 4-Framework mappen. Der Kurs schafft diese Brücke strukturiert und inhaltlich fundiert.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen ITIL 4 Foundation und ITIL 4 Managing Professional?
ITIL 4 Foundation vermittelt das Grundvokabular und das übergeordnete Framework. Der Managing Professional ist der nächste Abschluss und setzt Foundation voraus — er umfasst vier vertiefende Specialist-Module (CDS, DSV, DPI, HVIT), die operative und strategische IT-Service-Management-Kompetenzen zertifizieren.
Welche Prüfungen muss ich für den ITIL 4 Managing Professional ablegen?
Für den MP-Abschluss sind vier separate Specialist-Prüfungen erforderlich: CDS, DSV, DPI und HVIT. Alternativ können ITIL v3-Erfahrene mit ausreichenden v3-Qualifikationen die MP-Transition-Prüfung ablegen. Alle Prüfungen werden von PeopleCert/Axelos akkreditiert.
Für wen ist der Transition-Kurs gedacht?
Der Transition-Kurs richtet sich an Fachkräfte, die bereits auf ITIL v3 Intermediate- oder Expert-Niveau qualifiziert sind. Er ermöglicht einen direkten Wechsel auf ITIL 4 Managing Professional, ohne alle vier Specialist-Module einzeln absolvieren zu müssen.
Ist der Kurs auf Deutsch oder Englisch?
Der Unterricht findet auf Deutsch statt. Die offiziellen Axelos-Materialien und Prüfungen sind auf Englisch verfügbar; Englischkenntnisse auf Leseverständnisebene sind daher hilfreich, aber kein Ausschlusskriterium.
Kann ich einzelne Module separat belegen?
Das richtet sich nach dem Anbieter. In diesem gebündelten Kursformat werden alle Module gemeinsam vermittelt. Wer einzelne Module bereits absolviert hat, sollte vorab klären, ob eine teilweise Anrechnung möglich ist.
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