Überblick
Der ITIL 4 Practice Manager-Lehrgang Collaborate, Assure and Improve (CAI) ist eines von drei Spezialisierungsmodulen des ITIL 4 Managing Professional-Pfads. Es vermittelt tiefgreifendes Wissen über fünf spezifische ITIL-Praktiken, die sich um Zusammenarbeit, Qualitätssicherung und kontinuierliche Verbesserung drehen: Relationship Management, Supplier Management, Continual Improvement, Service Validation and Testing sowie Monitoring and Event Management. Dieser Kurs richtet sich an ITIL-4-Praktiker, die bereits das ITIL 4 Foundation-Zertifikat besitzen und sich auf dem Weg zum Managing Professional oder CDS/DSV-Vertiefungsmodul weiterentwickeln möchten. Das CAI-Modul ergänzt sich direkt mit den anderen Practice Manager-Modulen „Create, Deliver and Support (CDS)" und „Drive Stakeholder Value (DSV)". Zusammen bilden diese drei Practice Manager-Lehrpläne einen zentralen Pfeiler des ITIL 4 Managing Professional-Tracks. Das Zertifikat wird von PeopleCert/Axelos ausgestellt. Dieser Kurs enthält zusätzlich eine Einführung in Microsoft Teams als Kollaborationswerkzeug — passend zum Thema Collaboration-Praktiken im ITIL-Kontext.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Relationship Management Relationship Management ist die Praxis, Vertrauen und Zusammenarbeit mit und zwischen Stakeholdern aufzubauen und zu erhalten. Ohne funktionierendes Relationship Management entstehen Miscommunication, Enttäuschte Erwartungen und schlechte Serviceergebnisse — selbst dann, wenn technische Aspekte eines IT-Services gut funktionieren. Dieser Themenblock analysiert die Praxis aus operativer und strategischer Perspektive.
- Ziele und Scope von Relationship Management in ITIL 4
- Stakeholder-Mapping: Identifizieren von Kundengruppen, Nutzern, Partnern und internen Stakeholdern
- Kundenzufriedenheit messen und kontinuierlich verbessern: Methoden, Metriken, Feedbackschleifen
- Beziehungsmanagement auf operativer und strategischer Ebene: Unterschiede und Schnittstellen
- Rollen in der Relationship-Management-Praxis: Service Owner, Business Relationship Manager
- Integration mit anderen Praktiken: wie Relationship Management Continual Improvement und Supplier Management beeinflusst
Modul 2 — Supplier Management Supplier Management befasst sich mit der Steuerung der Lieferantenbeziehungen, die für den Serviceerbringungsprozess notwendig sind. In modernen IT-Organisationen werden zahlreiche Services durch externe Anbieter bereitgestellt — Cloud-Provider, Managed Service Provider, Softwarehersteller. Die systematische Steuerung dieser Beziehungen ist strategisch kritisch.
- Supplier-Kategorisierung und Segmentierung nach strategischer Bedeutung und Risikoprofil
- Vertragsmanagement: SLAs, UCs (Underpinning Contracts), Vertragsreview-Prozesse
- Supplier-Performance-Management: KPIs, Scorecard-Methoden, Eskalationspfade
- Risikomanagement im Lieferantennetzwerk: Abhängigkeiten identifizieren, Ausfallrisiken bewerten
- Lieferantenauswahl und Onboarding: Kriterien, Prozesse, Due Diligence
- Integration mit Relationship Management und Change Enablement
Modul 3 — Continual Improvement Continual Improvement ist die Praxis, Dienstleistungen, Praktiken und Services kontinuierlich zu analysieren und zu verbessern. Diese Praxis ist in ITIL 4 eine der sieben Leitprinzipien — und zugleich eine eigenständige Managementpraxis. Sie verknüpft Vision und Strategie mit operativen Verbesserungsmaßnahmen.
- Das ITIL-Continual-Improvement-Modell: sieben Schritte von der Vision zur Überprüfung der Maßnahmen
- Verbesserungsregister einrichten und pflegen: Priorisierung, Kategorisierung, Nachverfolgung
- Kontinuierliche Verbesserung auf verschiedenen Ebenen: strategisch, taktisch, operativ
- Metriken und Verbesserungsmessung: Leading und Lagging Indicators, Baseline-Setzen
- Verbindung zu Lean, Agile und DevOps: Synergien mit dem ITIL-4-Ökosystem
- Governance von Verbesserungsinitiativen und Sponsoring durch das Management
Modul 4 — Service Validation and Testing Service Validation and Testing stellt sicher, dass neue oder geänderte IT-Services die vereinbarten Anforderungen erfüllen, bevor sie in den Produktionsbetrieb übergehen. Diese Praxis ist der Qualitätssicherungs-Mechanismus in der Service Transition und eng mit Change Enablement und Release Management verbunden.
- Ziele und Scope von Validation und Testing in ITIL 4
- Teststrategie und Testplan: Testebenen, Testtypen, Testabdeckung
- Testumgebungsdesign und -management: Isolation, Reproduzierbarkeit, Ressourcen
- Testdatenmanagement: Datenschutz, Anonymisierung, Repräsentativität
- Acceptance Testing und Abnahmekriterien: Wer entscheidet und auf Basis welcher Evidenz?
- Integration mit DevOps und Continuous Integration/Continuous Delivery-Pipelines
Modul 5 — Monitoring and Event Management Monitoring and Event Management ist die technische Überwachungspraxis, die sicherstellt, dass IT-Services und -Komponenten im Betrieb überwacht werden und Ereignisse (Events) korrekt klassifiziert, gefiltert und gehandelt werden. Sie ist die technische Grundlage für Incident Management und proaktives Servicemanagement.
- Grundkonzepte: Event, Alert, Incident — Unterschiede und Übergänge
- Überwachungsarchitektur gestalten: Metriken, Logs, Traces (Observability-Dreieck)
- Event-Filtering und -Korrelation: von rohem Monitoring-Signal zu handlungsrelevantem Alert
- Alerting-Hierarchien und Eskalationsregeln konfigurieren
- Proaktives Monitoring: Kapazität, Verfügbarkeit, Security Events
- Integration mit Incident Management, Problem Management und Service Level Management
Modul 6 — Microsoft Teams: Kollaborationsplattform für ITSM-Teams Dieser ergänzende Block führt in die Nutzung von Microsoft Teams ein — einer Kollaborationsplattform, die in vielen IT-Service-Organisationen für interne Kommunikation, Incident-Koordination und Serviceteam-Zusammenarbeit genutzt wird. Der Block schlägt direkte Brücken zu den ITIL-Relationship- und Collaboration-Praktiken.
- Teams-Grundstruktur: Workspaces, Kanäle, Threads und Chats für ITSM-Anwendungsfälle
- Besprechungen und Video-Calls: planen, durchführen, aufzeichnen
- Dateien und Wissensdokumente in Teams teilen und gemeinsam bearbeiten
- Integration mit Microsoft 365 und Servicemanagement-Tools: Ticketsystem-Connectoren, Webhooks
- ITSM-Anwendungsfälle: Incident War Rooms, Change Advisory Board-Meetings, CSI-Review-Sitzungen in Teams
Lernziele:
- Die fünf CAI-Praktiken im ITIL-4-Rahmenwerk verorten und voneinander abgrenzen
- Relationship Management: Stakeholder-Beziehungen systematisch aufbauen, erhalten und verbessern
- Supplier Management: Lieferantenbeziehungen gestalten, Verträge bewerten und Risiken kontrollieren
- Continual Improvement: Verbesserungsregister führen, Verbesserungsinitiativen priorisieren und bewerten
- Service Validation and Testing: Teststrategien entwickeln, Testumgebungen designen, Ergebnisse dokumentieren
- Monitoring and Event Management: Überwachungsarchitektur gestalten, Ereignisfilterung, Alerting-Hierarchien
- Die Praktiken in das ITIL 4 Service Value System (SVS) und die Service Value Chain einordnen
- Wechselwirkungen zwischen den fünf Praktiken erkennen und im Service-Betrieb nutzen
- ITIL-4-Leitprinzipien auf die CAI-Praktiken anwenden
- Prüfungsrelevante Inhalte für die ITIL 4 Practice Manager CAI-Zertifizierungsprüfung sicher beherrschen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Servicemanagement-Fachkräfte, die bereits das ITIL 4 Foundation-Zertifikat besitzen und sich auf dem Weg zum ITIL 4 Managing Professional auf die CAI-Praktiken spezialisieren möchten.
- IT-Service-Manager und ITSM-Consultants mit ITIL-4-Foundation-Hintergrund
- IT-Betriebsleiter und Teamleads, die Relationship- und Supplier-Management-Verantwortung tragen
- Continual Improvement Manager und CSI-Verantwortliche in IT-Organisationen
- Qualitätssicherungs-Fachkräfte im IT-Bereich, die Teststrategien und Validierungsprozesse strukturieren
- Personen, die den ITIL 4 Managing Professional-Pfad systematisch aufbauen
Das ITIL 4 Foundation-Zertifikat ist formale Voraussetzung für den ITIL 4 Practice Manager-Pfad und damit auch für diesen Kurs. Teilnehmende sollten mit dem ITIL-4-Service-Value-System, der Service Value Chain, den vier Dimensionen und den sieben Leitprinzipien vertraut sein — diese Konzepte werden im Kurs verwendet, aber nicht grundlegend eingeführt. Berufserfahrung im IT-Service-Management ist von Vorteil, um die Praxisbeispiele vollständig einordnen zu können.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet strukturierte Lerneinheiten mit praxisorientierten Szenarien und Fallbeispielen aus realen ITSM-Umgebungen. Da die CAI-Prüfung szenarienbasierte Fragen stellt, die das Anwenden von Wissen — nicht nur das Auswendiglernen — prüfen, wird besonderer Wert auf das Verständnis von Wechselwirkungen zwischen den fünf Praktiken gelegt. Übungsexamen sind im Kurspaket enthalten. Der Kurs ist in Vollzeit und Teilzeit durchführbar; individuelle Starttermine sind möglich.
Der Kurs deckt fünf spezialisierte ITIL-Praktiken und die Teams-Einführung ab und hat eine moderate, auf Intensivlernen ausgelegte Laufzeit. Individuelle Starttermine und ein mögliches Teilzeitmodell können vereinbart werden.
Der Kurs bereitet auf die offizielle ITIL 4 Practice Manager Collaborate, Assure and Improve-Prüfung vor, die von PeopleCert im Auftrag von Axelos ausgestellt wird. Das Zertifikat ist ein anerkanntes Modul im Weg zum ITIL 4 Managing Professional-Titel. Ergänzend wird eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Die Prüfung wird bei autorisierten Prüfungszentren abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
ITIL 4 hat sich als führendes Framework für IT-Servicemanagement konsolidiert. Der Managing Professional-Pfad mit seinen Practice Manager-Modulen ermöglicht eine gezielte Spezialisierung auf konkrete ITSM-Praktikenbereiche — und das CAI-Modul deckt einen Bereich ab, der in vielen Organisationen unterentwickelt ist: systematisches Relationship Management, strukturiertes Continual Improvement und diszipliniertes Service Validation. Wer diese fünf Praktiken beherrscht, verbessert nachweislich die Service-Qualität und die Zufriedenheit von Kunden und Stakeholdern. Das CAI-Zertifikat allein ist bereits ein Nachweis tiefer ITIL-4-Kenntnis über Foundation-Niveau hinaus. Im Kontext des Managing Professional-Pfads ist es Teil einer Qualifikationsstruktur, die in IT-Organisationen weltweit als Maßstab für erfahrene Servicemanager gilt. Personen, die alle drei Practice Manager-Module (CAI, CDS, DSV) plus ITIL 4 Foundation absolviert haben, sind berechtigt, das vollständige ITIL 4 Managing Professional-Zertifikat bei PeopleCert/Axelos zu beantragen. Die Verknüpfung mit Microsoft Teams ist nicht nur ein praktischer Zusatz: Collaboration-Werkzeuge sind in modernen IT-Serviceteams fundamental für Relationship Management, Incident-Koordination und kontinuierliche Verbesserungs-Reviews. Teams zu verstehen, ist damit direkt komplementär zu den CAI-Praktiken — kein zufälliges Beiwerk, sondern eine sinnvolle Verbindung aus Methodik und Werkzeugkompetenz.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der ITIL 4 Practice Manager Collaborate, Assure and Improve (CAI)?
CAI ist eines von drei Spezialisierungsmodulen im ITIL 4 Managing Professional-Pfad. Es vermittelt tiefes Wissen über fünf Praktiken: Relationship Management, Supplier Management, Continual Improvement, Service Validation and Testing sowie Monitoring and Event Management. Das Zertifikat wird von PeopleCert/Axelos ausgestellt.
Brauche ich ITIL 4 Foundation für diesen Kurs?
Ja. Das ITIL 4 Foundation-Zertifikat ist eine formale Voraussetzung für alle ITIL 4 Practice Manager-Module. Wer Foundation noch nicht hat, muss es zuerst erwerben. Der Kurs setzt Kenntnisse des Service Value Systems, der Service Value Chain und der vier Dimensionen voraus.
Wie unterscheidet sich CAI von den anderen Practice Manager-Modulen CDS und DSV?
CDS (Create, Deliver and Support) fokussiert auf Praktiken zur Serviceerbringung und -unterstützung, z. B. Service Desk, Incident Management, Change Enablement. DSV (Drive Stakeholder Value) behandelt Praktiken rund um Servicebeziehungen und Kundenwert. CAI ergänzt diese um Collaboration-, Assurance- und Improvement-Praktiken: Relationship Management, Supplier Management, Continual Improvement, Testing und Monitoring.
Was ergibt sich aus der Kombination aller drei Practice Manager-Module?
Wer ITIL 4 Foundation plus alle drei Practice Manager-Module (CAI, CDS, DSV) abgeschlossen hat, ist berechtigt, das ITIL 4 Managing Professional-Zertifikat bei PeopleCert/Axelos zu beantragen. Dieses Gesamtzertifikat ist der nächste formale Schritt über Foundation hinaus im ITIL-4-Zertifizierungsportfolio.
Warum ist Monitoring and Event Management Teil des CAI-Moduls?
Monitoring and Event Management ist die technische Grundlage für Qualitätssicherung und kontinuierliche Verbesserung: Ohne systematische Überwachung fehlen die Daten, die für Continual Improvement und Service Validation genutzt werden. Das CAI-Modul fasst diese fünf Praktiken nicht zufällig zusammen — sie bilden einen kohärenten Cluster von Zusammenarbeit, Sicherung und Verbesserung im Servicemanagement.
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