Überblick
Das kombinierte Ausbildungsmodul ITIL 4 Practice Manager – Plan, Implement & Control (PIC) richtet sich an IT-Fachleute, die ihr Verständnis der fünf eng verzahnten ITIL-4-Management-Practices auf strategischer wie operativer Ebene vertiefen wollen. Der Kurs geht deutlich über die ITIL-4-Foundation-Kenntnisse hinaus: Statt Konzepte zu überblicken, lernen Sie, wie die Practices in echten Service-Wertströmen greifen, wie man Schnittstellen zwischen ihnen erkennt und wie sich Reife gemessen und verbessert werden kann. Integriert ist ein MS-Teams-Modul, das die digitale Zusammenarbeit in modernen IT-Umgebungen verankert.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – ITIL 4 Change Enablement Change Enablement ist die Practice, die sicherstellt, dass Änderungen an IT-Services und ihrer Infrastruktur risikobewusst, autorisiert und nachverfolgbar eingeführt werden. Die Lernenden verstehen den Unterschied zwischen normalen, standardisierten und Notfall-Changes sowie die Rollen im Change-Advisory-Board.
- Typen von Changes: Standard, Normal, Emergency
- Ziele und Scope von Change Enablement im ITIL-4-SVS
- Autorisation und Eskalationspfade für Change-Anfragen
- Bewertungsframework: Risikoklassen und Impact-Analyse
- Zusammenspiel mit Release Management und Deployment Management
- Messung der Change-Failure-Rate als zentraler KPI
Modul 2 – Release Management und Deployment Management Beide Practices sind eng verwandt, aber funktional verschieden: Release Management bündelt und koordiniert Änderungen zu auslieferbaren Einheiten; Deployment Management überführt diese physisch oder logisch in die Zielumgebung. Der Kurs beleuchtet, wie beide Practices in DevOps- und CI/CD-Pipelines synergetisch wirken.
- Definition und Abgrenzung von Release vs. Deployment
- Release-Packaging: Koordination mehrerer Changes zu einem kohärenten Release
- Deployment-Strategien: Blue-Green, Canary, Rolling Deployments
- Automatisierungsoptionen für Deployment-Pipelines
- Rollen und Verantwortlichkeiten in Release- und Deployment-Teams
- Metriken: Deployment-Frequenz, Lead Time for Changes
Modul 3 – Service Configuration Management und IT Asset Management Service Configuration Management hält aktuelle und verlässliche Informationen über Konfigurationselemente (CI) und ihre Beziehungen vor. IT Asset Management steuert den vollständigen Lebenszyklus physischer und digitaler Assets. Beide Practices liefern die Datenbasis für fast alle anderen ITIL-Practices.
- Aufbau und Pflege einer Configuration Management Database (CMDB)
- Konfigurationselemente: Typen, Attribute, Beziehungsmodelle
- IT Asset Management: Beschaffung, Inventarisierung, Lizenzcontrolling, Aussonderung
- Schnittstellen zu Incident, Problem und Change Management
- Governance und Compliance-Anforderungen für Asset-Daten
- Reifegradmodell für Configuration und Asset Management
Modul 4 – Microsoft Teams Microsoft Teams ist die zentrale Kollaborationsplattform der Microsoft-365-Suite und integriert Chats, Videobesprechungen, gemeinsame Dateiablage und Notizen in einer einheitlichen Oberfläche. Im Kurskontext lernen Sie, wie Teams den Informationsaustausch in Change-Boards, Release-Besprechungen und Incident-Eskalationen unterstützt.
- Grundfunktionen: Kanäle, Chats, Besprechungen, Dateien
- Integration mit Microsoft 365 (SharePoint, OneDrive, Planner)
- Einsatz von Teams in IT-Service-Management-Prozessen (Besprechungen, Eskalationen)
- Sicherheitseinstellungen und Zugriffsrechte für Teams-Umgebungen
- Produktivitäts-Features: Tabs, Apps, Benachrichtigungsmanagement
- Teamarbeit aus dem Homeoffice: Audio/Video, Screensharing, Aufzeichnungen
Praxisblock – Integrierte Anwendung der fünf PIC-Practices
- Analyse eines Change-Requests von der Einreichung bis zur Deployment-Freigabe
- Aufbau einer CMDB-Struktur für einen mittelgroßen IT-Bereich
- Bewertung von Asset-Lebenszyklusdaten anhand eines Fallbeispiels
- Identifikation von Schnittstellen zwischen Change Enablement und Incident Management
- Anwendung des ITIL-Reifegradmodells auf eine bestehende Configuration-Management-Praxis
- Ableitung von KPIs für Release-Management aus Deployment-Daten
- Entwicklung eines verbesserten Change-Kalenders mithilfe von MS Teams
- Simulation einer Change-Advisory-Board-Sitzung mit definierten Rollen
- Erstellen eines IT-Asset-Reports auf Basis eines Beispiel-Inventars
- Verknüpfung aller fünf Practices im Service-Value-Chain-Modell
- Diskussion typischer Fehler bei der CMDB-Pflege und Gegenmaßnahmen
- Bewertung des Automatisierungspotenzials in Deployment-Szenarien
Die Praxiseinheiten greifen auf reale IT-Szenarien zurück und fördern das Verständnis dafür, wie die fünf Practices im Alltag eines IT-Service-Managers zusammenspielen. Teilnehmende erarbeiten konkrete Handlungsempfehlungen für ihren eigenen Organisationskontext. Diskussionsrunden und Fallstudien vertiefen das erarbeitete Wissen. Die kombinierte Lernform erlaubt, theoretische Konzepte unmittelbar an praxisnahen Szenarien zu erproben.
Lernziele:
- Schlüsselkonzepte, Prinzipien und typische Herausforderungen der fünf PIC-Practices benennen und einordnen
- Change Enablement als gesteuertes Verfahren zur Minimierung von Serviceunterbrechungen durch Veränderungen anwenden
- Deployment Management von Release Management konzeptionell trennen und beide Practices in CI/CD-Szenarien verorten
- Service Configuration Management als Grundlage korrekter CMDB-Pflege und Incident-Analyse verstehen
- IT Asset Management über seinen gesamten Lebenszyklus (Beschaffung, Nutzung, Aussonderung) steuern
- Die strategischen und operativen Anforderungen der Stakeholder in Service-Wertströme integrieren
- Schnittstellen und Synergien zwischen den fünf Practices in konkreten Praxisszenarien identifizieren
- Metriken und kritische Erfolgsfaktoren je Practice definieren und für Performance-Messungen einsetzen
- Das ITIL-4-Reifegradmodell auf bestehende Practices anwenden und Verbesserungsmaßnahmen ableiten
- Microsoft Teams als Plattform für Besprechungen, Chats und gemeinsame Dokumentenarbeit effektiv nutzen
- Verknüpfungen zwischen PIC-Practices und dem ITIL-4-Service-Value-System (SVS) herstellen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Professionals mit ITIL-4-Foundation-Zertifikat, die eine oder mehrere der fünf PIC-Practices verantworten oder konzeptionell weiterentwickeln sollen.
- IT-Service-Manager und Process Owner im Change-, Release- oder Configuration-Bereich
- IT-Asset-Manager und CMDB-Verantwortliche
- Fachleute in DevOps- und CI/CD-Umgebungen, die ITIL-Kontext benötigen
- ITIL-Berater und interne Prozessberater mit Spezialisierungsbedarf
- IT-Leiter, die Practice-Reife bewerten und steigern wollen
Der Kurs setzt ein gültiges ITIL-4-Foundation-Zertifikat voraus. Teilnehmende sollten bereits praktische Erfahrung im IT-Service-Management mitbringen, da Konzepte wie Service Value System, Guiding Principles und die vier Dimensionen bekannt sein müssen. Kenntnisse in mindestens einer der fünf enthaltenen Practices aus dem Berufsalltag erleichtern den Einstieg erheblich. Technische Grundkenntnisse in IT-Infrastruktur und ITIL-bezogenen Prozessen sind von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet angeleitete Online-Einheiten mit selbstgesteuerten Lernphasen. Präsenzanteile in virtuellen Klassenzimmern ermöglichen direkten Austausch zwischen Lehrenden und Teilnehmenden. Fallbeispiele aus dem IT-Betrieb, Gruppenaufgaben und Szenarien aus echten Change-Prozessen bilden den didaktischen Kern. Die Unterrichtssprache ist Deutsch; Fachbegriffe werden im ITIL-4-Kontext auf Englisch eingeführt, da die Prüfung in englischer Sprache abgelegt wird. Vollzeitstudium ermöglicht einen zügigen Kompetenzaufbau über die mehrmonatige Kursdauer.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen Monat bis zu drei Monaten im Vollzeitformat. Diese Dauer ist durch die Tiefe der fünf zu erlernenden Practices begründet: Jede Practice erfordert eigene Lernphasen, Praxisübungen und Vertiefungseinheiten. Die Gesamtlernzeit umfasst instruktionsgeleitete Einheiten, Selbststudiumsphasen und praxisorientierte Übungsblöcke.
Der Kurs bereitet auf die offizielle ITIL-4-Practice-Manager-Prüfung vor, die durch PeopleCert/AXELOS abgenommen wird. Der Prüfungsgutschein enthält seit Februar 2022 die digitalen eBooks aller fünf Einzelpraktiken, die als Begleitliteratur genutzt werden können. Bei Bestehen erhalten Teilnehmende das international anerkannte ITIL-4-Practice-Manager-Zertifikat (PIC-Bündel). Ergänzend wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
IT-Organisationen, die ITIL 4 einführen oder vertiefen, stoßen regelmäßig auf das Problem, dass die fünf PIC-Practices zwar einzeln bekannt sind, ihre gegenseitigen Abhängigkeiten aber unzureichend verstanden werden. Genau hier setzt dieser Kurs an: Er trainiert das Denken in Wertströmen und macht die Verflechtungen zwischen Change, Release, Deployment, Configuration und Asset Management systematisch erfahrbar. Wer beide Ebenen – strategisches Designen und operatives Umsetzen – beherrscht, kann Prozesslücken aufdecken und die Service-Qualität messbar heben. Das integrierte MS-Teams-Modul hat für die Praxis handfeste Bedeutung. Change-Advisory-Board-Sitzungen, Release-Koordination und Configuration-Reviews finden heute überwiegend digital statt. Wer Teams sicher bedient und für Service-Management-Prozesse einrichten kann, schafft für sein Team unmittelbar bessere Arbeitsbedingungen. Der Kurs verbindet also Methodik mit dem Handwerkszeug des Arbeitsalltags. Langfristig eröffnet das PIC-Zertifikat den Weg in Richtung ITIL Managing Professional: Mit den weiteren Specialist- und Strategist-Modulen lässt sich dieser Abschluss vervollständigen. Für IT-Professionals, die Verantwortung für mehrere Practices tragen oder eine Leitungsfunktion im IT-Service-Management anstreben, ist dieses Zertifizierungsbündel ein zentraler Karrierebaustein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche fünf Practices umfasst der PIC-Kurs?
Der Kurs deckt Change Enablement, Deployment Management, Release Management, Service Configuration Management und IT Asset Management ab. Diese fünf Practices bilden das Plan-Implement-Control-Bündel innerhalb von ITIL 4.
Warum ist MS Teams Teil dieses ITIL-Kurses?
Change-Boards, Release-Koordination und Configuration-Reviews laufen heute fast ausschließlich digital. Das MS-Teams-Modul stellt sicher, dass Teilnehmende die Plattform direkt in ITIL-typischen Prozessen einsetzen können.
Welche Vorkenntnisse werden vorausgesetzt?
Ein gültiges ITIL-4-Foundation-Zertifikat ist Pflicht. Praktische Erfahrung in mindestens einer der fünf enthaltenen Practices erleichtert den Kursstart deutlich.
Wie lange dauert der Kurs?
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen Monat bis zu drei Monaten im Vollzeitformat. Die Dauer spiegelt die Tiefe wider, die fünf eigenständige Practices gemeinsam erfordern.
Welches Zertifikat erwerben die Absolventen?
Bei bestandener Prüfung erhalten Teilnehmende das international anerkannte ITIL-4-Practice-Manager-Zertifikat (PIC-Bündel), ausgestellt durch PeopleCert/AXELOS. Ergänzend wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Bau- und Handwerksbetriebe melden seit 2021 anhaltenden Fachkräftemangel — besonders im Bereich energetische Sanierung, Wärmepumpen-Installation und Energieberatung. Wer auf Effizienz-Themen spezialisiert ist, profitiert direkt von KfW-Programmen und BEG-Förderung.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- IT-Manager/IT-Managerin752 Stellen
- IT-Lizenzmanager/IT-Lizenzmanagerin38 Stellen
- IT-Service-Delivery-Manager/IT-Service-Delivery-Managerin19 Stellen
- Informationstechnikermeister/Informationstechnikermeisterin/Bachelor Professional im Informationstechniker-Handwerk19 Stellen
- Geprüfter Prozessmanager/Geprüfte Prozessmanagerin - Produktionstechnologie13 Stellen
- ITIL-Berater0 Stellen