Überblick
Die ITIL 4 Managing Professional Transition (MPT) war eine von Axelos entwickelte Bridge-Zertifizierung für Fachkräfte, die bereits umfangreiche Erfahrung mit ITIL v3 gesammelt hatten und ohne vollständiges Durchlaufen aller ITIL-4-Einzelmodule den Managing-Professional-Status erwerben wollten. Der Kurs setzte mindestens 17 ITIL-v3-Credits oder den v3-Expert-Status voraus und vermittelte konzentriert die Kernkonzepte aus den ITIL-4-Kursen Create, Deliver and Support; High Velocity IT; Drive Stakeholder Value sowie Direct, Plan and Improve. Wichtiger Hinweis: Die ITIL-4-MPT-Zertifizierung wurde von Axelos/PeopleCert inzwischen abgelöst und ist als aktiver Prüfungsweg nicht mehr verfügbar. Wer den ITIL 4 Managing Professional-Status anstrebt, muss heute die vier regulären Specialist- und Strategist-Module absolvieren. Angebote, die sich auf diesen Kurs beziehen, sind als historisches Übergangsprogramm einzuordnen.
Kursinhalte & Lernziele
ITIL 4 Foundation-Grundkonzepte (im MPT integriert) Da die MPT-Zertifizierung keine vorherige ITIL-4-Foundation-Prüfung voraussetzt, werden die grundlegenden ITIL-4-Konzepte zu Beginn kompakt eingeführt. Teilnehmende mit ITIL-v3-Hintergrund werden dabei nicht bei null abgeholt, sondern von vertrauten v3-Konzepten aus in die neue Strukturlogik geführt.
- Das ITIL Service Value System als zentrales Organisationsmodell
- Grundbegriffe, Kernprinzipien (7 Guiding Principles) und Hauptmodelle von ITIL 4
- ITIL-4-Ausbildungswege, Qualifikationsstruktur und Prüfungsformate
- Vier Dimensionen des Service Management: Organisationen & Menschen, Information & Technologie, Partner & Lieferanten, Wertströme & Prozesse
- Abgrenzung der v3-Lifecycle-Logik vom v4-Service-Value-Chain-Modell
Create, Deliver and Support (CDS) Dieser Themenblock behandelt die operativen Aspekte des ITIL-4-Frameworks: wie Services entwickelt, ausgeliefert und unterstützt werden. Besonders relevant für Teams, die agile und DevOps-Methoden in ihre ITIL-Praxis integrieren.
- Planung und Steuerung von Service-Wertströmen
- Priorisierung von Demand und Work in dynamischen Umgebungen
- Koordination von Supplier-Beziehungen bei Service-Erstellung
- Sicherstellung von Performance und Qualität in der Service-Unterstützung
- Metriken und Berichte zur Steuerung von Delivery-Teams
- Teamstrukturen und Kulturfragen in integrierten CDS-Organisationen
High Velocity IT (HVIT) High Velocity IT greift die Anforderungen digitaler Unternehmen auf, in denen kurze Deployment-Zyklen, schnelle Rückkopplungsschleifen und technologische Anpassungsfähigkeit entscheidend sind. Lean, Agile und DevOps werden als komplementäre Frameworks eingeordnet.
- Anforderungen digitaler Unternehmen und des digitalen Produktlebenszyklus
- ITIL-4-Praktiken im Kontext von DevOps-Pipelines
- Techniken zur Fehlerprävention und zum Umgang mit technischen Schulden
- Service-Empathie und sicherheitsorientiertes Denken als operative Prinzipien
Drive Stakeholder Value (DSV) Dieser Bereich konzentriert sich auf das Stakeholder-Engagement entlang der gesamten Customer Journey — von der Identifikation von Zielgruppen über das On- und Offboarding bis zur kontinuierlichen Wertüberprüfung.
- Stakeholder-Mapping und Zielgruppen-Identifikation
- Customer Journey Design und Management
- On- und Offboarding-Prozesse für Nutzer und Partner
- Vertrags- und Vereinbarungsmanagement (SLAs, OLAs, UC)
- Feedbackmechanismen und Wertüberprüfung
Direct, Plan and Improve (DPI) Der DPI-Stream bildet das strategische Fundament des ITIL-4-Frameworks: Governance-Strukturen, Planungsmethoden und die systematische Verbesserung von Services und Praktiken.
- Prinzipien und Methoden des Organizational Change Management
- Governance-Strukturen und die Rolle von GRC
- Bewertung, Planung und Priorisierung von Verbesserungsvorhaben
- Messung, Berichterstattung und kontinuierliche Lernzyklen
- Kommunikationsstrategien bei organisatorischen Veränderungen
Praxisblöcke und Anwendungsszenarien Übungen und Fallstudien verankern das konzeptuelle Wissen in konkreten Organisationsszenarien. Der Fokus liegt auf dem Perspektivwechsel von v3 zu v4 und auf der Anwendung der neuen Praktiken-Logik.
- Mapping von v3-Prozessen auf v4-Praktiken und Identifikation der Unterschiede
- Stakeholder-Analyse für ein Service-Transition-Szenario
- Entwicklung eines einfachen CDS-Wertstroms für ein IT-Produkt
- GRC-Risikoanalyse für eine ITIL-4-Einführungsinitiative
- Übung zur OCM-Kommunikationsplanung bei einem Organisationswandel
- Reflexion: Welche v3-Praktiken bleiben relevant, was ändert sich grundlegend?
- Simulation einer ITIL-4-Praktiken-Auswahl für ein mittelständisches IT-Unternehmen
- Analyse eines Customer-Journey-Szenarios nach DSV-Prinzipien
- Erstellung eines DPI-Verbesserungsregisters
- Diskussion typischer Governance-Fehlkonfigurationen und ihrer Auswirkungen
- Kennzahlen-Workshop: Welche v4-Metriken lösen welche v3-KPIs ab?
- Abschlussübung: vollständige Service-Value-Chain-Betrachtung eines Kundenszenarien
Das Programm setzt kein ITIL-4-Foundation-Vorwissen voraus, da diese Inhalte integriert behandelt werden. Stattdessen ist der v3-Expert-Status oder ein entsprechendes Credits-Äquivalent notwendig, weil der Kurs auf diesen Vorkenntnissen aufbaut und v3-Wissen gezielt in v4-Konzepte überführt.
Lernziele:
- Das ITIL 4 Service Value System in seiner Grundarchitektur verstehen und von der v3-Lifecycle-Logik abgrenzen können
- Die vier Dimensionen des Service Management nach ITIL 4 kennen und auf Praxisbeispiele anwenden
- Kernprinzipien und Modelle aus ITIL 4 Foundation sicher beherrschen
- Die ITIL-4-Ausbildungswege und Qualifikationspfade navigieren können
- Anforderungen digitaler Unternehmen und des digitalen Produktlebenszyklus einordnen
- Die Grundsätze aus dem Create, Deliver and Support-Stream auf IT-Servicebetrieb anwenden
- High-Velocity-IT-Konzepte und deren Bezug zu DevOps, Lean und Agile verstehen
- Stakeholder-Engagement-Methoden aus dem Drive-Stakeholder-Value-Stream anwenden
- Grundsätze und Werkzeuge aus Direct, Plan and Improve für Governance und kontinuierliche Verbesserung einsetzen
- Die Rolle von Governance, Risk and Compliance (GRC) im ITIL-4-Kontext verstehen
- Organizational Change Management (OCM) als Erfolgsfaktor bei ITIL-4-Einführungen berücksichtigen
- Den Übergang von der v3-Denkweise auf das v4-Framework selbstständig vollziehen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die MPT richtet sich ausschließlich an Fachkräfte mit erheblichem ITIL-v3-Hintergrund. Sie ist kein Einstiegskurs und nicht geeignet für Personen ohne vorherige ITIL-Erfahrung.
- IT Service Manager und ITIL-Berater mit ITIL-v3-Expert-Status
- Fachkräfte mit mindestens 17 ITIL-v3-Credits, die keinen MALC-Kurs absolviert haben
- IT-Prozessmanager und Service-Desk-Manager mit mehrjähriger ITIL-v3-Praxis
- Organisations- und Transformationsmanager im IT-Bereich, die auf ITIL 4 umsteigen
- Personen, die den ITIL-4-Managing-Professional-Status anstreben
ITIL v3 Expert-Status oder mindestens 17 Credits nach dem alten v3-Zertifizierungsschema sind formale Teilnahmevoraussetzung — beispielsweise Foundation plus die fünf Lifecycle-Prüfungen, auch ohne abgeschlossenes MALC-Modul. Eine ITIL-4-Foundation-Prüfung ist ausdrücklich keine Voraussetzung, da die Foundation-Inhalte im MPT-Kurs integriert vermittelt werden. Berufliche Erfahrung im IT Service Management wird vorausgesetzt, damit die Praxisübungen und Fallstudien produktiv genutzt werden können.
Ablauf & Abschluss
Das Programm verbindet Trainer-geführte Wissensvermittlung mit selbstgesteuertem Studium und Transferübungen. Combined Learning erlaubt eine flexible Zeiteinteilung, die für erfahrene Berufstätige besonders geeignet ist. Die Kursstruktur ist darauf ausgelegt, v3-Wissen aktiv zu transformieren statt es zu ersetzen — Querverbindungen zwischen v3-Prozessen und v4-Praktiken werden explizit herausgearbeitet. Der Kurs wird mehrheitlich in Vollzeit angeboten, Teilzeitoption ist vorhanden.
Mehr als eine Woche bis maximal einen Monat — je nach Format und gewähltem Lerntempo. Da der Kurs stark auf vorhandenem v3-Wissen aufbaut, ist der Umfang im Vergleich zu einem vollständigen ITIL-4-Zertifizierungspfad deutlich kürzer.
Ursprünglich führte die bestandene MPT-Prüfung direkt zum ITIL 4 Managing Professional-Zertifikat, ausgestellt von Axelos/PeopleCert. Da das MPT-Programm inzwischen abgelöst wurde, ist dieser Zertifizierungsweg nicht mehr aktiv. Wer das Managing-Professional-Zertifikat heute anstrebt, muss die vier regulären Module (CDS, HVIT, DSV, DPI) einzeln absolvieren. Zusätzlich wird eine trägerinterne qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Für ITIL-v3-Experten, die vor dem Hintergrund digitaler Transformation erklären müssen, warum ITIL 4 mehr ist als eine Umbenennung von v3-Prozessen, liefert dieses Programm das konzeptuelle Rüstzeug. Das Service Value System, die vier Dimensionen und die Praktiken-Logik von ITIL 4 sind inhaltlich reichhaltiger als der v3-Lifecycle — und das MPT-Programm macht diesen Unterschied transparent, anstatt v3-Denkmuster einfach in neue Terminologie zu übersetzen. Der komprimierte Aufbau des Kurses ist zugleich sein größter Vorteil für erfahrene Fachkräfte: Anstatt Foundation-Level-Inhalte zu wiederholen, setzt der Kurs auf ein hohes Eingangsniveau und vermittelt schnell die Unterschiede, die für die professionelle Praxis entscheidend sind. OCM-Methoden, Governance-Architekturen und High-Velocity-Konzepte sind für Senior-Profile deutlich relevanter als Grundlagenwissen. Auch wenn das MPT als formaler Prüfungsweg abgelöst ist, bleibt der Inhalt für Organisationen wertvoll, die v3-geschultes Personal auf ITIL 4 umschulen möchten. Das kompakte Format eignet sich als internes Transition-Training und als Grundlage für individuelle Auffrischungsprogramme in IT-Service-Management-Teams.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist die ITIL-4-MPT-Zertifizierung noch gültig?
Die ITIL-4-MPT-Zertifizierung wurde von Axelos/PeopleCert abgelöst. Als aktiver Prüfungsweg steht sie nicht mehr zur Verfügung. Wer den ITIL-4-Managing-Professional-Status anstrebt, muss heute die vier regulären Module CDS, HVIT, DSV und DPI einzeln absolvieren.
Welche Voraussetzungen gelten für die Teilnahme?
Formale Voraussetzung ist der ITIL-v3-Expert-Status oder mindestens 17 Credits nach dem v3-Zertifizierungsschema. Eine ITIL-4-Foundation-Prüfung ist nicht erforderlich, da die Foundation-Inhalte im MPT-Kurs integriert behandelt werden.
Was unterscheidet ITIL 4 inhaltlich von ITIL v3?
ITIL 4 ersetzt den fünfteiligen v3-Lifecycle durch ein Service Value System mit einer Service Value Chain und 34 Praktiken. Die sieben Leitprinzipien und die vier Dimensionen bieten einen flexibleren Rahmen, der DevOps, Agile und Lean explizit einschließt.
Warum ist ITIL 4 Foundation keine Voraussetzung für die MPT?
Das MPT-Programm richtet sich an erfahrene v3-Profis, die das ITIL-4-Foundation-Wissen bereits im Rahmen des Transition-Trainings erwerben. Der Kurs integriert die Foundation-Themen und baut unmittelbar auf dem v3-Hintergrund auf.
Welchen Abschluss erhalte ich nach dem Kurs?
Ursprünglich führte die bestandene MPT-Prüfung zum ITIL-4-Managing-Professional-Zertifikat von Axelos/PeopleCert. Da die MPT abgelöst ist, wird dieser Prüfungsweg nicht mehr angeboten. Der Kurs schließt mit einer trägerinternen Teilnahmebescheinigung ab.
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