Überblick
In einer Welt, in der Software in Stunden statt Monaten ausgeliefert wird und Kundenerwartungen sich im Wochentakt ändern, brauchen IT-Serviceorganisationen einen Rahmen, der Geschwindigkeit, Qualität und Kontinuierliche Verbesserung in Einklang bringt. ITIL 4 Specialist High Velocity IT vermittelt genau dieses Rüstzeug. Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte, die verstehen wollen, wie moderne Konzepte wie Lean, Agile, Automation, Kanban und kontinuierliche Verbesserung in die ITIL-4-Praxis integriert werden. Das Programm schließt eine strukturierte Prüfungsvorbereitung ein und endet mit dem offiziellen ITIL 4 Specialist HVIT-Examen. Absolventinnen und Absolventen sind in der Lage, High-Velocity-IT-Prinzipien in ihrer eigenen Organisation zu bewerten, einzuführen und weiterzuentwickeln.
Kursinhalte & Lernziele
Das Curriculum des ITIL 4 Specialist High Velocity IT-Kurses orientiert sich am offiziellen Axelos-Lehrplan und vermittelt die Schlüsselkonzepte für die digitale Transformation und hochleistungsfähige IT-Serviceorganisationen in mehreren thematischen Blöcken. Modul 1: Grundlagen der High Velocity IT und digitale Transformation Der erste Block legt das konzeptionelle Fundament und erklärt, was eine High Velocity IT Organisation auszeichnet und warum klassisches ITSM in schnelllebigen Umgebungen an seine Grenzen stößt. Teilnehmende lernen die Schlüsselbegriffe und Treiber der digitalen Transformation kennen.
- Merkmale und Kennzeichen einer High Velocity IT Organisation
- Treiber der digitalen Transformation und deren Auswirkungen auf IT-Services
- ITIL 4-Servicemanagement-Dimensionen im Kontext hoher Geschwindigkeit
- Organisationskultur als Erfolgsfaktor für High Velocity IT
- Wertorientiertes Denken und kundenzentriertes Service-Design
- Abgrenzung von traditionellem ITSM und modernem High-Velocity-Ansatz
Modul 2: Lean, Agile, Automation und Kata Dieser Block behandelt die vier zentralen Methoden und Frameworks, die in ITIL 4 HVIT eine Schlüsselrolle spielen. Lean und Agile kommen aus unterschiedlichen Kontexten, ergänzen sich aber ideal im IT-Service-Management.
- Lean-Prinzipien und Verschwendungstypen im IT-Service-Kontext
- Agile Werte und Prinzipien sowie deren Übertragung auf IT-Service-Teams
- Scrum- und Kanban-Grundlagen für Service-Management-Teams
- Toyota Kata als strukturierter Verbesserungszyklus für kontinuierliches Lernen
- Zusammenspiel von Lean, Agile und ITIL in der Praxis
- Hindernisse bei der Einführung agiler Methoden in IT-Service-Organisationen
Modul 3: Automation und kontinuierliche Verbesserung Automatisierung ist einer der wesentlichen Enabler von High Velocity IT. Dieses Modul erklärt, wie Automatisierungspotenziale erkannt, priorisiert und umgesetzt werden, und welche Rolle kontinuierliches Testen dabei spielt.
- Automatisierungspotenziale im IT-Betrieb erkennen und bewerten
- Automatisches Testen als Element der kontinuierlichen Servicequalität
- Continual Improvement als dauerhafte Praxis verankern
- Metriken und KPIs für High Velocity IT-Umgebungen definieren
- Feedback-Loops im Service-Value-System beschleunigen
- Tooling-Grundlagen für Automatisierung und Monitoring
Modul 4: Prüfungsvorbereitung für das HVIT-Examen Der abschließende Block bereitet systematisch auf die offizielle ITIL 4 Specialist HVIT-Prüfung vor. Musteraufgaben, gemeinsame Besprechung und gezielte Wiederholung schwieriger Konzepte sind zentrale Elemente dieses Moduls.
- Prüfungsformat, Aufgabentypen und Zeitmanagement beim HVIT-Examen
- Szenarien-basierte Prüfungsvorbereitung mit realistischen Fallbeispielen
- Wiederholung der Kernkonzepte in kondensierter und prüfungsgerechter Form
- Übungsexamen mit anschließender gemeinsamer Auswertung
- Individuelle Nacharbeit bei identifizierten Lernlücken
- Strategien zur Vorbereitung auf szenariobasierte Multiple-Choice-Fragen
Praktische Anwendungsaufgaben begleiten alle vier Module durchgehend. Dazu gehören die Analyse einer IT-Organisation auf Lean-Verbesserungspotenziale anhand eines Fallbeispiels, die Erstellung einer Kanban-Board-Konfiguration für ein Service-Management-Team und die Durchführung eines vollständigen Kata-Verbesserungszyklus für ein konkretes Servicequalitätsproblem. Teilnehmende bewerten Automatisierungsoptionen für repetitive IT-Aufgaben, diskutieren reale digitale Transformationsprojekte und leiten Lessons Learned ab. Agile Service-Team-Meetings werden simuliert, Metriken und KPIs für High-Velocity-IT-Umgebungen analysiert und eigene Konzepte zur organisationalen Transformation erarbeitet und vorgestellt. Alle Übungen sind eng mit dem Prüfungscurriculum verzahnt, sodass Praxiswissen und Prüfungsvorbereitung sich gegenseitig verstärken.
Lernziele:
- Kernkonzepte der High Velocity IT und deren Relevanz für die digitale Transformation verstehen
- Lean-Prinzipien auf IT-Service-Prozesse anwenden und Verschwendung im Service-Lifecycle reduzieren
- Agile Frameworks wie Scrum und Kanban in IT-Service-Management-Kontexten einsetzen
- Automatisierungspotenziale im IT-Betrieb identifizieren und entsprechende Maßnahmen planen
- Kata-Verbesserungszyklen als Instrument der kontinuierlichen Verbesserung nutzen
- ITIL-4-Service-Value-System in Hochgeschwindigkeitsumgebungen anwenden
- Digitale Produkte und Services erfolgreich managen und weiterentwickeln
- Kundenzentrierte Denkweise und Design-Thinking-Elemente in ITIL-Prozesse integrieren
- Kulturellen Wandel zur High-Velocity-Organisation begleiten und moderieren
- ITIL-4-Practices auf die spezifischen Anforderungen von DevOps- und Cloud-Umgebungen anpassen
- Prüfungsrelevante Inhalte des HVIT-Examens gezielt erarbeiten und festigen
- Ergebnisse aus dem Kurs auf die eigene Organisationssituation übertragen und kommunizieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte mit ITIL-Grundlagenkenntnissen, die ihre Expertise auf Specialist-Niveau ausbauen und High-Velocity-IT-Konzepte in ihrer Organisation verankern möchten.
- IT-Service-Managerinnen und IT-Service-Manager mit ITIL-Grundlagenkenntnissen
- IT-Prozessverantwortliche, die agile und Lean-Methoden ins Service-Management integrieren wollen
- DevOps-Coaches und Agile-Coaches, die ITIL-Kontext für ihre Arbeit benötigen
- IT-Leiterinnen und IT-Leiter, die den kulturellen Wandel zur High-Velocity-Organisation steuern
- ITIL-Beraterinnen und ITIL-Berater, die ihr Portfolio um die Specialist-Zertifizierung erweitern
Der ITIL 4 Specialist HVIT-Kurs setzt eine ITIL 4 Foundation-Zertifizierung oder gleichwertige Kenntnisse im ITIL-4-Framework voraus. Ergänzende Kenntnisse in Agile, DevOps oder Lean sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Vor Kursbeginn findet ein individuelles Beratungsgespräch statt, in dem Vorkenntnisse besprochen und ein persönlicher Lernplan erstellt wird. Erfahrung im IT-Service-Management-Umfeld ist von Vorteil, da viele Praxisübungen an realen Organisationsszenarien orientiert sind.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined Learning-Format angeboten und verbindet angeleiteten Unterricht mit Selbstlernphasen und gruppenbasierten Praxisübungen. Fallstudien, Szenarien aus dem IT-Betrieb und interaktive Diskussionen machen die abstrakten ITIL-Konzepte greifbar. Die Prüfungsvorbereitung ist integriert und nicht als separates Modul angehängt, sodass theoretisches Wissen und Prüfungsstrategien parallel aufgebaut werden. Vollzeit- und Teilzeitvarianten stehen zur Verfügung.
Die Kursdauer beträgt in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat, teilweise auch bis zu drei Monate, abhängig vom Lernformat und individuellen Vorkenntnissen. Das Examen wird in die Kursphase integriert, sodass nach Abschluss alle Anforderungen für das Specialist-Zertifikat erfüllt sind.
Nach bestandenem ITIL 4 Specialist HVIT-Examen erhalten Absolventinnen und Absolventen ein international anerkanntes Herstellerzertifikat, das von Axelos/PeopleCert ausgestellt wird, sowie ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters. Das ITIL 4 Specialist-Zertifikat ist weltweit anerkannt und gilt als Qualitätsmerkmal für IT-Service-Management-Fachkräfte, die über Foundation-Niveau hinaus spezialisiertes Wissen nachweisen können.
Nutzen & Perspektiven
Organisationen, die digitale Transformation ernst nehmen, brauchen Fachkräfte, die nicht nur Prozesse verwalten, sondern Geschwindigkeit, Qualität und Lernen als systemische Eigenschaften ihrer IT-Serviceorganisation etablieren können. Das HVIT-Specialist-Zertifikat ist das formale Signal, dass diese Fähigkeit vorhanden ist und ausgebildet wurde. Für Karrierewege in IT-Service-Management, IT-Beratung und organisatorische Transformation ist es ein relevantes Differenzierungsmerkmal gegenüber Kolleginnen und Kollegen mit reinem Foundation-Abschluss. Wer ITIL 4 HVIT beherrscht, bringt einen Verständnisrahmen mit, der klassisches Prozessdenken und agiles Denken nicht als Gegensätze, sondern als sich ergänzende Systeme versteht. Das ist in modernen IT-Organisationen, die gleichzeitig stabile Betriebsprozesse und schnelle Innovationszyklen managen müssen, ein strategisch wertvoller Standpunkt. Die Fähigkeit, Lean und Agile als Verbesserungswerkzeuge in einen ITIL-Kontext zu übersetzen, ist selten und deshalb gefragt. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern kann der Kurs über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Auch das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe am Arbeitsleben sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach individueller Situation greifen. Eine kostenfreie Förderberatung ist integraler Teil des Kursangebots.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet ITIL 4 HVIT von den anderen ITIL 4 Specialist-Modulen?
HVIT fokussiert speziell auf Hochgeschwindigkeitsumgebungen und die Integration von Lean, Agile, Automation und Kanban in IT-Service-Management. Andere Specialist-Module wie Create, Deliver and Support oder Drive Stakeholder Value haben andere inhaltliche Schwerpunkte. HVIT richtet sich besonders an Organisationen, die DevOps oder Cloud-native Arbeitsweisen einsetzen.
Ist ITIL 4 Foundation Pflichtvoraussetzung?
Ja. Das ITIL 4 Specialist HVIT-Examen setzt die ITIL 4 Foundation-Zertifizierung oder nachweisbar gleichwertige Kenntnisse im ITIL-4-Framework voraus. Diese Vorgabe stammt von Axelos als Prüfungsorganisation. Im Beratungsgespräch vor Kursbeginn wird geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt sind.
Welche Prüfungsorganisation stellt das Zertifikat aus?
Das ITIL 4 Specialist HVIT-Zertifikat wird von PeopleCert im Auftrag von Axelos ausgestellt, den offiziellen Inhabern des ITIL-Frameworks. Das Zertifikat ist weltweit anerkannt und über die offizielle Axelos/PeopleCert-Plattform verifizierbar.
Wie ist das HVIT-Examen aufgebaut?
Das HVIT-Examen ist ein szenariobasierter Multiple-Choice-Test. Die Fragen präsentieren realistische Situationen aus IT-Service-Organisationen und verlangen die Anwendung von HVIT-Konzepten auf diese Szenarien. Die Prüfungsvorbereitung im Kurs trainiert explizit diese Art von Fragestellungen.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über Bildungsgutschein möglich. Weitere Förderwege sind das Qualifizierungschancengesetz sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung. Eine kostenfreie Beratung zu Fördermöglichkeiten ist Bestandteil des Kursangebots.
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