Überblick
Die Weiterbildung Lagerverwalter:in — Schnittstelle Lager + Verwaltung + Disposition richtet sich an Fachkräfte aus der Lagerlogistik, die den Schritt von der körperlichen, ausführenden Tätigkeit in eine kaufmännisch-verwalterische Rolle machen möchten oder müssen. Lagerverwalter:innen nehmen eine zentrale Schnittstellenfunktion ein: Sie koordinieren zwischen den gewerblich-technischen Mitarbeitenden im Lager und den kaufmännischen Kolleg:innen in Büro, Disposition und Verwaltung. Diese doppelte Perspektive macht den Beruf anspruchsvoll und gleichzeitig wertvoll — wer beide Seiten kennt, ist in der Lagerlogistik unverzichtbar. Der Kurs vermittelt systematisch die kaufmännischen und administrativen Kenntnisse, die für diese Tätigkeit erforderlich sind, und ergänzt sie durch eine gezielte Auffrischung der fachlichen Lagerlogistik-Kompetenzen.
Kursinhalte & Lernziele
Lagerlogistik-Kernprozesse ist das erste Modul und deckt die operativen Grundlagen des Lagerbetriebs ab. Dieses Modul richtet sich an Teilnehmende, die aus der Praxis kommen und ihre Kenntnisse systematisieren und an neuralgischen Stellen auffrischen möchten. Kommissionierung, Wareneingangsprüfung und innerbetrieblicher Transport stehen im Vordergrund.
- Güter annehmen und im Rahmen der Wareneingangsprüfung kontrollieren
- Einlagern von Gütern nach Lagerplan und Sicherheitsvorschriften
- Güter im Betrieb transportieren und innerbetriebliche Logistik koordinieren
- Kommissionierlisten erstellen, bearbeiten und Kommissionierfehler vermeiden
- Güter fachgerecht verpacken und versandfertig machen
- Touren planen, Güter verladen und Versandprozesse anstoßen
Logistikoptimierung und Beschaffung ist das zweite Modul. Lagerverwalter:innen sind nicht nur Ausführende, sondern auch Mitgestalter:innen der logistischen Prozesse. Dieses Modul vermittelt Grundlagen der Prozessoptimierung und des Einkaufs und zeigt, wie Lagerkosten, Lieferzeiten und Pufferbestände systematisch gesteuert werden.
- Logistische Prozesse analysieren, Schwachstellen identifizieren und Verbesserungen einleiten
- Güter beschaffen: Anfrage, Bestellung, Lieferantenmanagement
- Bestandsmanagement: Mindestbestände, Meldebestände, Lagerkennzahlen
- ABC-Analyse und Lageroptimierungsstrategien anwenden
- Lagerlisten und Bestandsstatistiken führen und auswerten
- Kommunikation mit Lieferanten, Speditionen und internen Abteilungen
Kaufmännische Steuerung und Personalgrundlagen ist das dritte Modul. Die kaufmännische Seite der Lagerverwaltung umfasst Controlling, Personalkoordination und die Fähigkeit, administrative Aufgaben zuverlässig zu erledigen. Lagerverwalter:innen sind die Verbindung zwischen den ausführenden Mitarbeitenden und dem Büro — ein Verständnis beider Welten ist hier unverzichtbar.
- Kaufmännische Steuerung und Controlling im Lagerbereich: Kosten, Budgets, Kennzahlen
- Grundlagen des Personalmanagements: Koordination, Einsatzplanung, Kommunikation
- Schichtplanung und Aufgabenverteilung im Lager
- Führungsgrundlagen für die Zusammenarbeit mit gewerblichen Mitarbeitenden
- Qualitätssicherung und Fehlervermeidung in der Lagerverwaltung
- Dokumentation, Archivierung und Berichtswesen in der Lagerlogistik
EDV und digitale Werkzeuge für die Lagerverwaltung bildet das vierte Modul. Die moderne Lagerverwaltung ist ohne digitale Unterstützung nicht denkbar. Warenwirtschaftssysteme, MS Excel für Lagerlisten, MS Word für Korrespondenz und digitale Kommunikation über MS Outlook sind die technischen Werkzeuge, mit denen Lagerverwalter:innen täglich arbeiten.
- EDV-Grundlagen im Lagerbereich: Dateiverwaltung, Systemüberblick
- Warenwirtschaftssysteme verstehen, bedienen und Buchungen vornehmen
- MS Excel für Lagerlisten, Statistiken und Berechnungen
- MS Word für interne und externe Korrespondenz im Lagerbereich
- MS Outlook für die Kommunikation mit Büro, Kunden und Lieferanten
- Digitale Belegerfassung, -archivierung und Dokumentenmanagement
Die praxisorientierten Übungseinheiten zur Vertiefung beinhalten unter anderem die folgenden Inhalte.
- Simulation eines vollständigen Wareneingangs- und Buchungsprozesses
- Erstellung einer Kommissionierliste und Abgleich mit Warenbestand
- Übungsaufgaben im Warenwirtschaftssystem (praxisnahe Simulation)
- Lagerlisten mit MS Excel erstellen und auswerten
- Kommunikationsübungen zwischen Lager und Büro (Rollenspielsituationen)
- Analyse und Optimierung eines fiktiven Lagerablaufs mit Schwachstellenidentifikation
- Erstellen von Lieferantenanfragen und Bestellungen per E-Mail und Formular
- Personalplanungsübungen: Schichtplanung für ein Kleinlager
- Fallstudie: Bestandsaufnahme, Fehlererkennung, Korrekturmaßnahmen
- Dokumentationsübungen: Protokolle, Berichte und Lagerjournale führen
- Abschlusstest: vollständiger Lagerlogistik-Ablauf von Wareneingang bis Versand
- Individuelle Feedbackgespräche und Einschätzung des Kompetenzzuwachses
Der Kurs verbindet operative Lagerlogistik mit kaufmännischer Verwaltungskompetenz und bereitet Teilnehmende gezielt auf eine Tätigkeit vor, die beide Bereiche gleichermaßen fordert. Wer diesen Kurs abschließt, kann unmittelbar in einer Lagerverwalter:innen-Funktion tätig werden.
Lernziele:
- Lagerlogistische Kernprozesse kennen, verstehen und koordinativ begleiten
- Güter annehmen, kontrollieren, einlagern und den Materialfluss im Lager steuern
- Kommissionierungsprozesse planen, überwachen und dokumentieren
- Güter verpacken, verladen und versenden sowie Touren und Lieferabläufe planen
- Logistische Prozesse analysieren und gezielt optimieren
- Güter beschaffen und mit Lieferanten kommunizieren
- Kaufmännische Steuerung und Kontrolle von Lagerprozessen durchführen
- Statistiken führen, Lagerlisten erstellen und Verbuchungen im Warenwirtschaftssystem vornehmen
- Personalführungsgrundlagen kennen und Tätigkeiten an gewerbliche Mitarbeitende koordinieren
- EDV-Grundlagen und MS Office für den Bürobereich der Lagerlogistik einsetzen
- Dispositionsaufgaben wahrnehmen und zwischen Lager und Büro kommunizieren
- Berufliches Tätigkeitsprofil als Lagerverwalter:in aktiv gestalten und erweitern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich ausdrücklich an Fachkräfte aus dem gewerblich-technischen Bereich der Lagerlogistik, die in eine kaufmännisch-verwalterische Rolle wechseln möchten oder müssen — etwa aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie karrieremäßig den nächsten Schritt gehen wollen.
- Lagerarbeiter:innen und Kommissionierer:innen mit mindestens ein bis zwei Jahren Berufserfahrung
- Fachkräfte für Lagerlogistik, die in Verwaltungs- oder Koordinationsaufgaben wechseln möchten
- Mitarbeitende, die aus körperlichen Gründen keine rein körperliche Tätigkeit mehr ausüben können
- Personen mit logistischer Berufserfahrung und Interesse an kaufmännischen Aufgaben
- Fachkräfte, die ihre Beschäftigungsfähigkeit durch eine breitere Qualifikation langfristig sichern wollen
Wünschenswert ist eine gewerbliche Berufserfahrung im Bereich der Lagerlogistik von ein bis zwei Jahren. Hilfreich sind Grundkenntnisse logistischer Prozesse entlang des Materialflusses sowie eine Affinität und Motivation für kaufmännische und verwalterische Tätigkeiten. Deutschkenntnisse werden ab Sprachniveau B2 erwartet, besser C1, da die Tätigkeit als Lagerverwalter:in eine klare schriftliche und mündliche Kommunikation mit Büro, Lieferanten und Kunden erfordert. Englischgrundkenntnisse sind ein Vorteil, aber nicht zwingend erforderlich. Eine Affinität für Office-Software — insbesondere MS Word und MS Excel — ist hilfreich, und die Bereitschaft, sich mit einem Warenwirtschaftssystem vertraut zu machen, ist wichtig.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning durchgeführt: Präsenzphasen wechseln sich mit Online-Lerneinheiten ab. In Präsenzveranstaltungen werden Praxisaufgaben simuliert, Systemübungen durchgeführt und Gruppenprojekte realisiert. Online-Phasen umfassen Selbststudiumseinheiten, Lernvideos zu logistischen Prozessen und kaufmännischen Grundlagen sowie digitale Übungsaufgaben. Das Combined-Learning-Format ermöglicht eine strukturierte Lernumgebung bei gleichzeitiger zeitlicher Flexibilität für Teilnehmende, die vielleicht noch parallel beschäftigt sind oder familiäre Verpflichtungen haben.
Die Weiterbildung dauert in der Vollzeitvariante mehr als drei Monate bis zu sechs Monaten. In diesem Zeitraum werden sowohl die lagerlogistischen Kernkompetenzen als auch die kaufmännischen und EDV-Grundlagen systematisch und mit ausreichend Wiederholungsanteil vermittelt. Der genaue Stundenumfang variiert je nach Anbieter, umfasst aber in der Regel mehrere Hundert Unterrichtsstunden.
Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Zertifikat beziehungsweise einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers ab. Dieses Dokument belegt die absolvierten Lerninhalte und Kompetenzen und kann gegenüber Arbeitgebern als Qualifikationsnachweis eingesetzt werden. Es gibt keinen externen Kammerabschluss für diese Weiterbildung.
Nutzen & Perspektiven
Die Schnittstellenposition zwischen Lager und Verwaltung ist in der Lagerlogistik besonders wertvoll, weil nur wenige Fachkräfte beide Bereiche wirklich kennen. Wer aus dem operativen Lagerbereich kommt und zusätzlich kaufmännische und administrative Kompetenzen erwirbt, ist für Unternehmen ein hochattraktiver Mitarbeitender. Diese Kombination schützt die Beschäftigungsfähigkeit langfristig und eröffnet neue Karriereperspektiven im mittleren Management der Lagerlogistik. Für Fachkräfte, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen keine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit mehr ausüben können, bietet dieser Kurs einen klaren Berufsweg in eine Tätigkeit, die das vorhandene logistische Wissen weiterhin nutzbar macht — ergänzt um die kaufmännische Dimension, die bisher gefehlt hat. Lagerverwalter:innen genießen dabei häufig stabilere Arbeitszeiten und bessere ergonomische Bedingungen als ihre gewerblich-technischen Kolleg:innen im Lager. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen von Rehabilitationsmaßnahmen sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung kommen als Finanzierungswege in Betracht. Wer die Weiterbildung aus gesundheitlichen Gründen benötigt, sollte frühzeitig eine Rehabilitationsberatung in Anspruch nehmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist dieser Kurs geeignet?
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus dem gewerblich-technischen Lagerbereich, die in eine kaufmännisch-verwalterische Rolle wechseln möchten — freiwillig oder aus gesundheitlichen Gründen. Ideal sind Personen mit ein bis zwei Jahren Berufserfahrung in der Lagerlogistik und einer Motivation für bürokaufmännische Tätigkeiten.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Wünschenswert sind ein bis zwei Jahre gewerbliche Berufserfahrung in der Lagerlogistik sowie Deutschkenntnisse auf mindestens Niveau B2. Eine Affinität für kaufmännische Tätigkeiten und Office-Software ist hilfreich. Tiefe EDV-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Was unterscheidet eine Lagerverwalter:in von einer Fachkraft für Lagerlogistik?
Fachkräfte für Lagerlogistik sind vor allem operativ tätig: Wareneingang, Kommissionierung, Verpacken, Verladen. Lagerverwalter:innen übernehmen zusätzlich koordinatorische und kaufmännische Aufgaben: Buchungen im Warenwirtschaftssystem, Lagerlisten, Personalanweisungen, Korrespondenz mit Büro und Lieferanten. Die Tätigkeit ist verwaltungsintensiver und oft mit weniger körperlicher Belastung verbunden.
Kann ich die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Wer den Kurswechsel aus gesundheitlichen Gründen benötigt, sollte zusätzlich Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben über die Rentenversicherung oder Rehabilitationsträger prüfen.
Welcher Abschluss wird am Ende der Weiterbildung erlangt?
Die Weiterbildung schließt mit einem trägerinternen Zertifikat beziehungsweise einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers ab. Es gibt für diese Weiterbildung keinen externen Kammerabschluss. Das Zertifikat belegt die erworbenen Kompetenzen und kann Arbeitgebern als Qualifikationsnachweis vorgelegt werden.
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