Überblick
Logistik ist mehr als Lager oder Transport – es ist das Zusammenspiel beider Bereiche, das reibungslose Lieferketten ermöglicht. Diese Weiterbildung qualifiziert integrativ für beide Felder: Die Abläufe im Lager werden ebenso gründlich behandelt wie die Steuerung von Transporten, die rechtlichen Rahmenbedingungen des nationalen und internationalen Güterverkehrs und die kaufmännische Kalkulation von Im- und Exporten. Kein separates Lager-Programm, kein reiner Transport-Kurs – sondern eine Qualifizierung, die die gesamte Prozesskette von der Warenannahme bis zur grenzüberschreitenden Auslieferung abbildet. Ergänzt wird das fachliche Wissen durch einen Kursteil zu berufsbezogenem Deutsch, der die Sprachsicherheit im Berufsalltag stärkt. Der Abschluss erfolgt mit einem Trägerzertifikat als Logistikspezialist/in. Dieser Kurs setzt – anders als die SAP-gestützten Logistik-Programme – keine Systemkenntnisse voraus und ist bewusst SAP-unabhängig aufgebaut.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Lagerorganisation, Bestandsmanagement und Disposition Das Fundament des Kurses ist die Lagerlogistik: Wie ist ein Lager organisiert? Wie werden Bestände gesteuert, Fehlmengen vermieden und Überbestände reduziert? Dieser Kursteil vermittelt die Prinzipien moderner Lagersteuerung von der Lagerplanung über die Bestandsführung bis zur systemgestützten Disposition.
- Lagerstrukturen und Lagerlayouts: Zonen, Platzverwaltung, Lagertechnik
- Wareneingangsprozesse: Prüfung, Erfassung, Einlagerung
- Warenausgangsprozesse: Kommissionierung, Verpackung, Bereitstellung
- Bestandsmanagement: Kennzahlen, Sicherheitsbestand, Meldebestand
- Dispositionsverfahren: verbrauchsgesteuert, bedarfsgesteuert, Prognosemodelle
- Inventurverfahren und Bestandsgenauigkeit
Modul 2 – Transportrecht und Vertragsrecht in der Logistik Güter zu transportieren heißt, Verantwortung zu übernehmen – für Fristen, Haftung und Vertragspflichten. Dieser Kursteil gibt Teilnehmenden das rechtliche Rüstzeug für typische Situationen im Transportalltag: Welche Rechte und Pflichten haben Verlader, Frachtführer und Empfänger? Welche Regelwerke gelten für nationale und internationale Sendungen?
- Grundlagen des deutschen Transportrechts (HGB, Frachtvertrag)
- CMR-Übereinkommen für grenzüberschreitende Straßentransporte
- Sorgfalts-, Obhuts- und Schadenshaftung des Frachtführers
- Vertragsgestaltung in Spedition und Lagerhaltung
- Allgemeine Deutsche Spediteurbedingungen (ADSp) im Überblick
- Schadensfälle: Dokumentation, Meldepflichten und Haftungsabwicklung
Modul 3 – Zollrecht und Import-/Exportkalkulation Grenzüberschreitender Handel setzt Zollkenntnisse voraus – ob im Export als Versender oder im Import als Empfänger. Dieser Kursteil behandelt die Grundstrukturen des Zollrechts und gibt Teilnehmenden Werkzeuge für die kaufmännische Kalkulation von Auslandssendungen. Theorie und Praxis wechseln sich in anwendungsorientierten Übungen ab.
- Grundlagen des EU-Zollrechts und des Zollkodex der Union
- Zollverfahren: Überführung in den freien Verkehr, aktive Veredelung, Versandverfahren
- Warentarif (KN), Zollwert und Ursprungsregeln
- Export-Compliance: Ausfuhrverfahren, Ursprungsnachweise, INCOTERMS
- Import-/Exportkalkulation mit Zöllen, Abgaben, Frachtkosten und Versicherungen
- Praxisübungen: Kalkulationsblätter für Musterfälle aus dem Speditionsalltag
Modul 4 – Berufsbezogenes Deutsch in der Logistik Logistik ist eine dokumentenintensive Branche mit eigenem Fachvokabular – sowohl im Lager als auch im Transport. Dieser Kursteil stärkt die sprachliche Handlungssicherheit in typischen Kommunikationssituationen des Berufsalltags: von der Korrespondenz mit Lieferanten über das Verstehen von Frachtdokumenten bis zum mündlichen Kontakt mit Kunden und Kollegen.
- Lesen und Verstehen logistischer Standarddokumente (Lieferscheine, Frachtbriefe, Zollpapiere)
- Schriftliche Kommunikation: Anfragen, Reklamationen, interne Abstimmungen
- Sprachliche Sicherheit bei Telefon- und Kundenkontakten im Logistikumfeld
- Fachvokabular aus Lager, Transport, Zoll und Disposition
- Typische Formulierungen in Transportverträgen und Versanddokumenten
- Dokumentenerstellung im beruflichen Alltag
Praxisblock – Integrierte Logistikszenarien und Fallstudien Der Praxisblock verbindet die Inhalte aller Module zu realistischen Logistikszenarien. Teilnehmende bearbeiten Fälle, die von der Lagerbestandsplanung über die Transportbeauftragung bis zur Zollkalkulation reichen – so entsteht ein Verständnis für die Gesamtprozesskette.
- Fallstudie Wareneingang: Bestellprüfung, Einlagerung, Bestandserfassung
- Dispositionsübung: Bedarfsermittlung und Bestellmengenoptimierung
- Transportplanung: Fahrzeugauswahl, Sendungsvorbereitung, Frachtdisposition
- Schadensfallbearbeitung: Dokumentation und Haftungsklärung nach HGB und CMR
- Zollkalkulation einer Importsendung von Drittland bis Lagereingang
- Exportvorbereitung: Ursprungsnachweis, Zollanmeldung, INCOTERMS-Wahl
- Kalkulationsvergleich verschiedener Transportwege (Straße, Seefracht, Luftfracht)
- Erstellen vollständiger Frachtdokumentationen für Übungssendungen
- Bestandsoptimierung durch Kennzahlenanalyse im Musterlager
- Kommunikationsübungen: Speditionsreklamation per E-Mail und Telefon
- Auswertung von Lieferkettendaten und Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen
- Gesamtdurchlauf eines Import-Lieferprozesses von Bestellung bis Einlagerung
Am Ende des Kurses steht ein Qualifikationszeugnis, das als Logistikspezialist/in Lager- und Transportwirtschaft (Integrativ) ausgestellt wird. Dieses Trägerzertifikat dokumentiert die erworbenen Kenntnisse in allen Fachbereichen und dient als Qualifikationsnachweis gegenüber Arbeitgebern in der Logistikbranche.
Lernziele:
- Eigenständige Steuerung und Überwachung von Lagerprozessen: Einlagerung, Auslagerung, Bestandspflege
- Anwendung gängiger Dispositionsverfahren zur Bedarfs- und Bestandssteuerung
- Strukturierter Überblick über die Prozesse der Lagerorganisation und internen Logistiksteuerung
- Kenntnis und Anwendung des Transportrechts für nationale und internationale Sendungen
- Grundlegendes Verständnis des Zollrechts und seiner Bedeutung für grenzüberschreitende Logistik
- Eigenständige Kalkulation von Import- und Exportsendungen mit allen Kostenkomponenten
- Anwendung von Vertragsrecht-Grundlagen auf logistische Standardsituationen
- Schriftliche und mündliche Kommunikation im beruflichen Umfeld der Logistik
- Erstellung und Bearbeitung typischer Logistikdokumente (Lieferscheine, Frachtbriefe, Zolldokumente)
- Optimierung logistischer Abläufe entlang der Lieferkette
- Einordnung eigener Tätigkeiten in den Gesamtkontext von Supply Chain und Materialfluss
- Selbstständiges Lösen typischer Problemstellungen im Lager- und Transportalltag
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Menschen, die eine berufliche Perspektive in der Logistikbranche aufbauen oder ausbauen möchten – unabhängig davon, ob sie bereits erste Erfahrungen mitbringen oder als Quereinsteiger starten. Der integrative Ansatz macht ihn besonders für Personen attraktiv, die nicht nur einen Teilbereich, sondern die gesamte Logistikprozesskette verstehen wollen.
- Berufseinsteiger ohne spezifische Logistikkenntnisse, die eine fundierte Basisqualifikation suchen
- Berufserfahrene aus verwandten Bereichen (Handel, Produktion, kaufmännische Berufe)
- Lagerarbeiter, die ihre Kenntnisse um Transport und Recht erweitern möchten
- Personen mit Migrationsbiografie, für die das Modul berufsbezogenes Deutsch besonders wertvoll ist
- Berufswechsler, die gezielt in Sachbearbeitungs- oder Disponententätigkeiten wechseln wollen
Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind unabdingbar, da Logistik eine kommunikationsintensive Branche ist und der Kurs auch einen Kursteil in berufsbezogenem Deutsch enthält. Inhaltliche Logistik-Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich; der Kurs baut systematisch von den Grundlagen auf. Grundlegende Rechenkenntnisse sind für den Kalkulationsteil hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Vollzeitformat als Combined Learning statt. Die Verbindung aus systematischen Lehreinheiten und anwendungsorientierten Fallstudien sorgt dafür, dass Theorie und Praxis nicht getrennt behandelt werden. Rechtliche Themen wie Transportrecht und Zollrecht werden an konkreten Fallbeispielen aus dem Speditionsalltag erarbeitet, Kalkulationsaufgaben direkt durchgerechnet und Logistikprozesse in Szenarien durchgespielt. Dieser handlungsorientierte Ansatz macht abstrakte Rechtsnormen greifbar und trainiert die Anwendung in realistischen Situationen.
Die Weiterbildung wird im Vollzeitmodus angeboten. Die Gesamtdauer ist auf den umfangreichen Lernstoff ausgerichtet, der von Lager- und Dispositionsmanagement über Transport- und Zollrecht bis zur Import-/Exportkalkulation reicht. Der tägliche Unterricht im Vollzeitformat ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit allen Fachbereichen.
Der Kurs schließt mit einem Trägerzertifikat als Logistikspezialist/in Lager- und Transportwirtschaft (Integrativ) ab. Das Zertifikat wird nach erfolgreichem Kursabschluss ausgestellt und dokumentiert die erworbenen Kenntnisse in allen Themenbereichen. Als Qualifikationsnachweis zeigt es Arbeitgebern in der Logistikbranche, dass die Absolventen die wichtigsten Abläufe in Lager, Transport, Zoll und Kalkulation kennen und anwenden können.
Nutzen & Perspektiven
Logistik ist eine Branche mit konstantem Fachkräftebedarf. Wer die Gesamtprozesskette kennt – vom Lager über den Transport bis zur grenzüberschreitenden Abwicklung –, ist breiter einsetzbar als Fachkräfte mit Spezialkenntnissen in nur einem Teilbereich. Das ist der Kern des integrativen Ansatzes: Absolventen können in verschiedenen Funktionen ansetzen, ob als Lagerfachkraft mit Dispositionsaufgaben, als Sachbearbeiter im Importbereich oder als Unterstützung in der Speditionsabwicklung. Das Modul Zollrecht und Import-/Exportkalkulation hebt diesen Kurs aus dem Feld rein operativer Lagerqualifizierungen heraus. Grenzüberschreitender Handel ist Alltag in der deutschen Logistikbranche; wer die Kostenfaktoren einer Importsendung kalkulieren, die richtige Zolltarifnummer einordnen und Exportdokumente vorbereiten kann, bringt einen Mehrwert mit, der auf dem Arbeitsmarkt konkret nachgefragt wird. Der Kursteil berufsbezogenes Deutsch schafft Sprachsicherheit im Alltag – für alle, die ihre fachlichen Deutschkenntnisse auf das Niveau bringen wollen, das in Kundengesprächen, Lieferantenkommunikation und Dokumentenerstellung verlangt wird. Kombiniert mit solidem Fachinhalt entsteht so ein Qualifikationsprofil, das den Einstieg oder Aufstieg in logistische Fachpositionen praxisnah vorbereitet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von reinen Lager- oder reinen Transport-Weiterbildungen?
Der integrative Ansatz verbindet beide Felder: Der Kurs behandelt sowohl die physischen Abläufe im Lager als auch die Steuerung und rechtlichen Rahmenbedingungen des Transports. Wer nach dem Kurs als Logistikfachkraft tätig ist, versteht die Gesamtkette – von der Einlagerung über die Disposition bis zur grenzüberschreitenden Sendungsabwicklung.
Welche rechtlichen Inhalte werden vermittelt?
Der Kurs deckt das Transportrecht sowie das Zollrecht und Vertragsrecht in der Logistik ab. Das umfasst nationale und internationale Transportverträge, Haftungsfragen, Zollverfahren für Import und Export sowie die rechtlichen Grundlagen der Frachtabwicklung. Diese Kenntnisse sind für Sachbearbeiter und Disponenten in der Praxis täglich relevant.
Was verbirgt sich hinter dem Thema Import-/Exportkalkulation?
Dieser Kursteil vermittelt, wie Kosten im internationalen Warenverkehr kalkuliert werden: Frachtraten, Zölle, Versicherungen, Abgaben und Nebenkostenpositionen. Teilnehmende lernen, Kalkulationen für Import- und Exportsendungen eigenständig zu erstellen und zu prüfen – eine Kernkompetenz für Speditions- und Logistik-Sachbearbeitung.
Warum gibt es ein Modul für berufsbezogenes Deutsch?
Logistik ist eine schriftintensive Branche: Lieferscheine, Frachtbriefe, Zolldokumente, E-Mail-Korrespondenz mit Kunden und Lieferanten. Das Modul berufsbezogenes Deutsch stärkt die sprachliche Handlungssicherheit im typischen Kommunikationsalltag der Branche – besonders für Teilnehmende, für die Deutsch nicht die Muttersprache ist.
Mit welchem Zertifikat schließt der Kurs ab?
Der Kurs schließt mit einem Trägerzertifikat ab, das den Abschluss als Logistikspezialist/in Lager- und Transportwirtschaft (Integrativ) dokumentiert. Das Zertifikat bescheinigt die erworbenen Kenntnisse in allen Kursbereichen und dient als anerkannter Qualifikationsnachweis bei Bewerbungen in der Logistikbranche.
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