Überblick
Leitern und Tritte gehören in vielen Betrieben zum täglich genutzten Arbeitsmittel — und zählen gleichzeitig zu den Arbeitsmitteln, bei denen Mängel besonders ernste Folgen haben können. Die Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet Unternehmen zur regelmäßigen Prüfung durch befähigte Personen. Diese Fortbildung richtet sich ausschließlich an Personen, die bereits in dieser Funktion tätig sind, und aktualisiert ihr Wissen über geltende Vorschriften, Regelwerke und sicherheitstechnische Bewertungsmaßstäbe. Kompaktes Workshopformat mit gezieltem Erfahrungsaustausch.
Kursinhalte & Lernziele
Die Fortbildung findet als kompakter Workshop statt und gliedert sich in einen Vorschriftenteil, einen Praxisblock und einen strukturierten Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Block 1 — Rechtliche Grundlagen und aktueller Vorschriftenstand Dieser Block vermittelt einen systematischen Überblick über das gesamte Regelwerk, das bei der Prüfung von Leitern und Tritten einschlägig ist. Besonderer Wert wird auf aktuelle Änderungen gelegt, die für die Prüftätigkeit unmittelbar relevant sind.
- Überblick über aktuelle Vorschriften, Normen und technische Regeln
- Betriebssicherheitsverordnung: Geltungsbereich, Prüfpflichten, Fristen und Verantwortlichkeiten
- Arbeitsstättenverordnung und einschlägige Arbeitsstättenrichtlinien
- DGUV-Vorschriften und -Regeln: Hierarchie und Bindungswirkung
- Aktuelle Änderungen und deren Auswirkungen auf die konkrete Prüfpraxis
- Abgrenzung von Prüfpflichten nach Betriebsmittelart und Einsatzkontext
Block 2 — Sicherheitstechnische Bewertung und Prüfpraxis Im zweiten Block steht die praktische Anwendung im Vordergrund: Wie werden Leitern und Tritte nach den aktuellen Maßstäben bewertet? Welche Mängelbilder treten häufig auf, und wie sind sie einzuordnen?
- Sicherheitstechnische Bewertungskriterien für verschiedene Leiter- und Tritttypen
- Typische Mängelbilder: konstruktive Schäden, Verschleiß, Reparaturspuren, Standsicherheit
- Anforderungen und Risiken im betrieblichen Alltag: Nutzungsumgebung, Lagerung, Transport
- Umgang mit Grenzfällen: Wann ist ein Arbeitsmittel noch einsatzfähig, wann nicht?
- Dokumentation von Prüfergebnissen: Form, Inhalt, Aufbewahrung und Nachvollziehbarkeit
- Risikobeurteilung als Grundlage für die Prüfentscheidung: Schadenswahrscheinlichkeit und Schwere
Block 3 — Erfahrungsaustausch und praxisbezogene Diskussion Ein zentrales Element der Fortbildung ist der strukturierte Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dieser Teil folgt auf den Vorschriften- und Praxisblock und bietet Raum für konkrete Fragen aus der eigenen Prüftätigkeit.
- Einbringen eigener Prüffälle und Problemstellungen
- Gemeinsame Einordnung unklarer Situationen anhand der behandelten Regelwerke
- Diskussion aktueller Auslegungsfragen und Praxishinweise
- Austausch zu betriebsspezifischen Herausforderungen bei der Organisation der Prüftätigkeit
- Hinweise auf weiterführende Informationsquellen und Beratungsangebote der Unfallversicherungsträger
Die Fortbildung ist konsequent auf die Prüfpraxis ausgerichtet. Neben den drei Hauptblöcken fließen typische Praxisaspekte in die Wissensvermittlung ein —
- Bewertung realer Mängelbilder anhand von Beispielen
- Unterscheidung zwischen sofort zu sperrenden Arbeitsmitteln und solchen mit Auflagen weiterführbarer Nutzung
- Korrekte Formulierung von Prüfbefunden und Mängelprotokollen
- Sicherheitsvorkehrungen bei der Prüfung selbst: Eigenrisiko der befähigten Person
- Kommunikation von Prüfergebnissen gegenüber Vorgesetzten und Verantwortlichen
- Umgang mit Nutzern, die Prüfergebnisse infrage stellen
- Einordnung von Herstellerangaben in die Prüfentscheidung
- Fragen zur Prüfintervallgestaltung in Abhängigkeit von Einsatzbedingungen
- Typische Unterschiede zwischen Industrie-, Bau- und Büroleitern in der Bewertung
- Dokumentation unter Berücksichtigung betrieblicher und rechtlicher Anforderungen
- Klärung der Haftungsfrage: Verantwortung der befähigten Person im Schadensfall
- Aktuelle Rechtsprechung und einschlägige Entscheidungen der Berufsgenossenschaften
Dieser breite Praxisbezug stellt sicher, dass die Fortbildung nicht auf dem Papier bleibt, sondern direkt die reale Tätigkeit der befähigten Person stärkt.
Lernziele:
Teilnehmerinnen und Teilnehmer frischen ihr Fachwissen für die Prüfpraxis auf und bringen es auf den aktuellen Stand der Vorschriften und technischen Regeln.
- Kenntnisse aktueller Vorschriften und technischer Regeln für die Prüfung von Leitern und Tritten
- Vertieftes Verständnis der Anforderungen aus der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
- Einordnung der Arbeitsstättenverordnung und der Arbeitsstättenrichtlinien in die Prüfpraxis
- Überblick über das Regelwerk der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV-Vorschriften und -Regeln)
- Einordnung aktueller Änderungen in den relevanten Regelwerken
- Anwendung sicherheitstechnischer Bewertungskriterien bei der Prüfung
- Sichere Dokumentation von Prüfergebnissen und festgestellten Mängeln
- Einschätzung von Risiken im betrieblichen Alltag aus der Perspektive der befähigten Person
- Austausch über Praxiserfahrungen und typische Problemfälle bei der Leitern- und Tritt-Prüfung
- Kenntnis typischer Mängelbilder und deren sicherheitstechnische Einordnung
- Abgleich von Prüfpraxis mit normativem Stand und Identifikation von Handlungsbedarf
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Fortbildung richtet sich ausschließlich an Fachpersonen, die bereits als befähigte Person oder Sachkundige im Bereich der Prüfung von Leitern und Tritten tätig sind und ihre Kenntnisse regelmäßig aktualisieren müssen.
- Befähigte Personen zur Prüfung von Leitern und Tritten in Industrie, Handwerk oder Verwaltung
- Fachkräfte für Arbeitssicherheit, die Prüfaufgaben für Leitern und Tritte übernehmen
- Sicherheitsbeauftragte mit Verantwortung im Bereich Arbeitsmittelsicherheit
- Betriebliche Sicherheitsverantwortliche, die ihre Prüfdokumentation und Bewertungspraxis auf den aktuellen Stand bringen möchten
Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen bereits als befähigte Person oder Sachkundige zur Prüfung von Leitern und Tritten benannt sein. Praktische Erfahrung in dieser Funktion wird vorausgesetzt. Die Fortbildung setzt vorhandenes Grundwissen voraus und aktualisiert dieses — sie ist kein Einstiegskurs.
Ablauf & Abschluss
Die Fortbildung findet als Präsenz-Workshop statt und kombiniert fachliche Wissensvermittlung mit aktivem Erfahrungsaustausch. Der direkte Dialog unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist ein bewusstes didaktisches Element: Praxisfragen können unmittelbar eingebracht und gemeinsam erörtert werden. Das kompakte Format ist auf eine effiziente Nutzung der zur Verfügung stehenden Zeit ausgelegt.
Die Fortbildung ist als Tagesveranstaltung konzipiert und umfasst alle drei Blöcke — Vorschriften, Praxisbewertung und Erfahrungsaustausch — in einem kompakten Ganztagesformat.
Nach erfolgreicher Teilnahme stellt die zuständige Prüforganisation eine Teilnahmebestätigung aus, die die Fortbildung im Bereich der Prüfung von Leitern und Tritten dokumentiert. Diese Bestätigung kann zur Dokumentation der regelmäßigen Aktualisierung der Fachkunde gegenüber dem Arbeitgeber oder Behörden genutzt werden.
Nutzen & Perspektiven
Vorschriften und technische Regelwerke stehen nicht still — sie werden regelmäßig aktualisiert, ergänzt und in ihrer Auslegung durch Rechtsprechung und Berufsgenossenschaftsempfehlungen konkretisiert. Befähigte Personen, die ihre Kenntnisse nicht regelmäßig auffrischen, riskieren, nach veralteten Maßstäben zu prüfen — mit möglichen Folgen sowohl für die Sicherheit der Beschäftigten als auch für die eigene Haftung. Diese Fortbildung schließt diese Lücke gezielt und effizient: Innerhalb eines einzigen Tages werden aktuelle Änderungen im Regelwerk aufgegriffen, typische Praxisfragen geklärt und Bewertungsunsicherheiten ausgeräumt. Das Workshop-Format mit Erfahrungsaustausch unter Gleichgestellten ist dabei besonders wertvoll — denn viele Fragen entstehen nicht beim Lesen von Vorschriften, sondern in konkreten Prüfsituationen vor Ort. Wer nach dieser Fortbildung eine Leiter oder einen Tritt bewertet, tut das mit dem sicheren Wissen, den aktuellen Stand der Regeln zu kennen und die eigene Prüfentscheidung auf einem soliden, nachvollziehbaren Fundament zu treffen. Das schützt Beschäftigte, stärkt die eigene Handlungssicherheit und stellt die Prüfdokumentation auf eine rechtssichere Grundlage.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen ist diese Fortbildung gedacht?
Die Fortbildung richtet sich ausschließlich an Personen, die bereits als befähigte Person oder Sachkundige zur Prüfung von Leitern und Tritten benannt sind und ihre Kenntnisse regelmäßig aktualisieren müssen.
Welche Vorschriften werden in der Fortbildung behandelt?
Die Fortbildung behandelt aktuelle Anforderungen aus der Betriebssicherheitsverordnung, der Arbeitsstättenverordnung und den DGUV-Vorschriften. Schwerpunkt liegt auf aktuellen Änderungen in den relevanten Regelwerken sowie deren praktischer Auswirkung auf die Prüfpraxis.
Welcher Abschluss wird ausgestellt?
Nach erfolgreich abgeschlossener Teilnahme erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Teilnahmebestätigung der zuständigen Prüforganisation, die die Fortbildung im Bereich Leitern- und Tritt-Prüfung dokumentiert.
Wie ist die Fortbildung aufgebaut?
Die Fortbildung findet als kompakter Workshop statt, der Theorie und Erfahrungsaustausch kombiniert. Nach einem Vorschriften- und Praxisteil haben Teilnehmende die Gelegenheit, konkrete Fragen aus der eigenen Prüftätigkeit einzubringen und gemeinsam zu diskutieren.
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