Überblick
Wer in einem Betrieb Leitern und Tritte gewerblich einsetzt, muss diese regelmäßig auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen lassen — durch eine dafür qualifizierte, befähigte Person. Dieser eintägige Kurs vermittelt genau diese Qualifikation: die rechtlichen Grundlagen, den Aufbau unterschiedlicher Leiterarten, die Anforderungen der DGUV Information 208-016 sowie die praktische Durchführung und Dokumentation von Prüfungen. Am Ende steht eine schriftliche Prüfung, nach deren Bestehen die Teilnehmenden als befähigte Person für die Prüfung von Leitern und Tritten in ihrem Betrieb tätig werden können.
Kursinhalte & Lernziele
Rechtliche und fachliche Grundlagen der Leiter- und Trittprüfung Der Kurs beginnt mit den rechtlichen Rahmenbedingungen, auf denen jede Prüftätigkeit fußt. Ohne dieses Fundament lässt sich weder die Notwendigkeit regelmäßiger Prüfungen noch die Verantwortung der befähigten Person nachvollziehen.
- Rechtliche Grundlagen für Betrieb und Prüfung von Leitern und Tritten
- Sinn und Zweck von Leitern und Tritten im betrieblichen Arbeitsschutz
- Überblick über gängige Leiterarten und ihre Einsatzbereiche
- Einordnung der befähigten Person im betrieblichen Prüfsystem
- Verantwortlichkeiten und Grenzen der Prüftätigkeit
Aufbau, Konstruktion und Zustand von Leitern und Tritten Dieser Block widmet sich der technischen Seite: Wie sind Leitern und Tritte konstruktiv aufgebaut, welche Bauteile sind besonders prüfrelevant und woran erkennt man einen mangelhaften Zustand.
- Konstruktionsmerkmale unterschiedlicher Leiter- und Trittarten
- Materialien und ihre typischen Verschleißerscheinungen
- Sicherheitsrelevante Bauteile im Detail (Holme, Sprossen, Füße, Gelenke)
- Erkennen von Beschädigungen, Verschleiß und unzulässigen Veränderungen
- Zusammenhang zwischen Bauzustand und zulässiger Nutzung
Die Handhabung der DGUV Information 208-016 in der Prüfpraxis Die DGUV Information 208-016 bildet die zentrale fachliche Grundlage für die Prüftätigkeit. Dieser Abschnitt übersetzt die dort formulierten Anforderungen in konkrete Prüfschritte für den betrieblichen Alltag.
- Aufbau und Struktur der DGUV Information 208-016
- Prüfkriterien für unterschiedliche Leiter- und Trittarten
- Festlegung angemessener Prüfintervalle je nach Einsatzhäufigkeit und Beanspruchung
- Vorgehen bei festgestellten Mängeln: Sperrung, Instandsetzung, Aussonderung
- Abgrenzung zwischen Sichtprüfung und vertiefter Funktionsprüfung
Wartung, Prüfung und Dokumentation im Prüfbuch Eine Prüfung ist erst dann rechtssicher abgeschlossen, wenn sie ordnungsgemäß dokumentiert ist. Dieser Block behandelt sowohl die praktische Prüfdurchführung als auch die korrekte Führung des Prüfbuchs.
- Systematischer Ablauf einer Leiter- und Trittprüfung
- Merkmale und Kriterien einer vollständigen Prüftätigkeit
- Korrekte Dokumentation von Prüfergebnissen im Prüfbuch
- Umgang mit wiederkehrenden Mängeln und Nachprüfungen
- Aufbewahrungspflichten und Nachvollziehbarkeit der Prüfdokumentation
- Praxisbeispiele zu typischen Prüfsituationen aus dem betrieblichen Alltag
- Übertragung der Prüfkriterien auf unterschiedliche betriebliche Einsatzszenarien
- Fallbeispiele zu strittigen Prüfentscheidungen und deren Begründung
- Erstellung einer vollständigen Musterdokumentation für eine Beispielleiter
- Diskussion typischer Fehlerquellen bei der Prüfdokumentation in der Praxis
- Einordnung der Prüftätigkeit in das betriebliche Arbeitsschutzmanagement
- Vorbereitung der eigenen betrieblichen Prüforganisation nach Kursende
Der Kurs ist bewusst kompakt und praxisnah aufgebaut: Fünf Unterrichtseinheiten Theorie vermitteln das notwendige rechtliche und fachliche Rüstzeug, konkrete Praxisbeispiele verankern die Inhalte im betrieblichen Alltag der Teilnehmenden. Den Abschluss bildet eine einstündige schriftliche Prüfung, in der die vermittelten Inhalte abgefragt werden. Erst nach deren erfolgreichem Bestehen gilt die Qualifikation zur befähigten Person als erworben.
Lernziele:
- Die rechtlichen Grundlagen für den Einsatz und die Prüfung von Leitern und Tritten benennen
- Sinn und Zweck regelmäßiger Leiter- und Trittprüfungen im Arbeitsschutz einordnen
- Verschiedene Leiterarten unterscheiden und ihre jeweiligen Einsatzbereiche kennen
- Die Anforderungen der DGUV Information 208-016 in der Praxis anwenden
- Aufbau und Konstruktionsmerkmale von Leitern und Tritten fachgerecht beurteilen
- Wartungs- und Prüfintervalle für unterschiedliche Leitertypen festlegen
- Prüfungen strukturiert dokumentieren und ein Prüfbuch ordnungsgemäß führen
- Die Rolle und Verantwortung der befähigten Person im Betrieb verstehen
- Typische Mängel und Schäden an Leitern und Tritten erkennen
- Prüftätigkeiten anhand konkreter Praxisbeispiele einüben
- Die eigene Prüfdokumentation rechtssicher und nachvollziehbar gestalten
- Sich gezielt auf die abschließende schriftliche Prüfung vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die zukünftig gewerblich genutzte Leitern und Tritte in ihrem Betrieb auf ihren ordnungsgemäßen Zustand prüfen und warten sollen. Häufig sind es Mitarbeitende, die bereits handwerkliches oder technisches Verständnis mitbringen und im Betrieb zusätzlich Verantwortung für die Arbeitsmittelsicherheit übernehmen sollen.
- Handwerkliche Fachkräfte, die künftig Prüfaufgaben im Betrieb übernehmen
- Sicherheitsbeauftragte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit
- Mitarbeitende aus Betrieben mit umfangreichem Leiter- und Trittbestand
- Facility- und Gebäudemanagement-Personal mit Prüfverantwortung
- Personen, die die Rolle der befähigten Person nach DGUV Information 208-016 übernehmen sollen
Für die Teilnahme wird eine abgeschlossene Berufsausbildung im handwerklichen Bereich oder vergleichbares praktisches Fachwissen vorausgesetzt. Ein technisches Grundverständnis für Konstruktion und Materialverhalten erleichtert das Verständnis der Prüfkriterien. Weitergehende Vorkenntnisse im Arbeitsschutzrecht sind nicht erforderlich, da die rechtlichen Grundlagen im Kurs selbst vermittelt werden.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als Vollzeitseminar mit Theorie- und Praxisanteilen statt. Rechtliche und technische Inhalte werden im Vortrag vermittelt und direkt anhand konkreter Praxisbeispiele aus dem betrieblichen Prüfalltag veranschaulicht. Die schriftliche Abschlussprüfung findet im Anschluss an die Theorieeinheiten statt, sodass Wissensvermittlung und Prüfung inhaltlich unmittelbar aufeinander aufbauen.
Der Kurs umfasst insgesamt sechs Unterrichtseinheiten: fünf Einheiten Theorie und eine Einheit für die schriftliche Prüfung. Damit lässt er sich an einem einzigen Tag absolvieren, was ihn für Betriebe mit begrenztem Freistellungsspielraum praktikabel macht.
Nach bestandener schriftlicher Prüfung erhalten die Teilnehmenden das Zertifikat „Befähigte Person zum Prüfen von Leitern und Tritten" der zuständige Prüforganisation. Mitglieder des VDSI können sich die Teilnahme zusätzlich mit einem Punkt im Themenfeld Arbeitsschutz anrechnen lassen.
Nutzen & Perspektiven
Leitern und Tritte gehören zu den am häufigsten genutzten Arbeitsmitteln in Handwerk, Industrie und Gebäudemanagement — und zu den Arbeitsmitteln, bei denen unzureichende Prüfung schnell zu Unfällen führt. Betriebe sind verpflichtet, ihre Leitern regelmäßig durch eine befähigte Person prüfen zu lassen. Mit diesem Kurs qualifizieren sich Teilnehmende, genau diese Aufgabe im eigenen Betrieb zu übernehmen, statt externe Prüfdienstleister zu beauftragen. Die kompakte eintägige Struktur macht die Qualifizierung auch für kleinere Betriebe und Einzelpersonen gut planbar. Wer die Prüfung besteht, verfügt über ein anerkanntes Zertifikat einer etablierten Prüforganisation und kann die erworbene Kompetenz unmittelbar in die betriebliche Praxis überführen — von der ersten Prüfung bis zur rechtssicheren Dokumentation im Prüfbuch. Für die eigene berufliche Entwicklung ist die Qualifikation zur befähigten Person zudem ein sinnvoller Baustein innerhalb eines umfassenderen Arbeitsschutzprofils. Wer bereits Aufgaben im betrieblichen Sicherheitswesen wahrnimmt, erweitert mit dieser Zusatzqualifikation gezielt sein Prüfspektrum um ein alltagsrelevantes, gesetzlich gefordertes Themenfeld. Da die Qualifikation an keine bestimmte Branche gebunden ist, eignet sie sich sowohl für Handwerksbetriebe als auch für Industrieunternehmen, Bauträger oder Betriebe mit größerem Facility-Management-Bereich. Überall dort, wo regelmäßig mit Leitern und Tritten gearbeitet wird, entsteht durch diese Qualifizierung eine unmittelbar nutzbare betriebliche Kompetenz, die sich nicht erst über Jahre aufbauen muss, sondern innerhalb eines Tages erworben werden kann.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Kurs?
Nach bestandener schriftlicher Prüfung erhältst du das Zertifikat „Befähigte Person zum Prüfen von Leitern und Tritten" der DEKRA Akademie. VDSI-Mitglieder können sich zusätzlich einen Punkt im Themenfeld Arbeitsschutz anrechnen lassen.
Wie lange dauert die Qualifizierung?
Der Kurs umfasst sechs Unterrichtseinheiten und lässt sich an einem Tag absolvieren: fünf Einheiten Theorie sowie eine Einheit für die abschließende schriftliche Prüfung.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Erforderlich ist eine abgeschlossene Berufsausbildung im handwerklichen Bereich oder vergleichbares praktisches Fachwissen. Rechtliche Grundlagen werden im Kurs selbst vermittelt.
Darf ich nach dem Kurs sofort selbst prüfen?
Nach erfolgreichem Abschluss der schriftlichen Prüfung giltst du als qualifizierte befähigte Person und kannst die Prüfung gewerblich genutzter Leitern und Tritte in deinem Betrieb übernehmen.
Was genau prüft eine befähigte Person nach DGUV Information 208-016?
Geprüft werden Zustand, Konstruktion und Funktionssicherheit von Leitern und Tritten anhand festgelegter Kriterien, inklusive Erkennung von Mängeln und deren Dokumentation im Prüfbuch.
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