Überblick
Digitale Transformation ist keine IT-Aufgabe, sondern eine Managementaufgabe. Wer Digitalisierungs- und Prozessoptimierungsprojekte leitet, muss gleichzeitig Stakeholder überzeugen, Serviceprozesse steuern, Veränderungen methodisch steuern und den Business-Nutzen jeder Initiative belegen. Diese Weiterbildung vermittelt das dafür erforderliche Methodenportfolio: ITIL 4 Foundation als Fundament, zwei ITIL-4-Spezialisierungsmodule auf Managing-Professional-Pfad, Business-Analysis-Kompetenz auf Foundation- und Prozessmanagement-Level, Scrum Foundation für agile Umsetzungsprojekte sowie MS Project für die operative Projektplanung.
Kursinhalte & Lernziele
ITIL 4 Foundation — Fundament des Service Managements ITIL 4 bildet das konzeptionelle Fundament dieser Weiterbildung. Das Foundation-Level vermittelt die zentralen Konzepte des modernen IT-Service-Managements und bereitet auf die international anerkannte Foundation-Prüfung vor.
- Service Value System: Governance, Service Value Chain und kontinuierliche Verbesserung im Zusammenspiel
- Die vier Dimensionen: Organisationen und Personen, Information und Technologie, Partner und Lieferanten, Wertströme und Prozesse
- Sieben Leitprinzipien des ITIL 4: von „Fokus auf Wert" bis „Optimieren und Automatisieren"
- Service Value Chain mit ihren sechs Aktivitäten (Plan, Improve, Engage, Design & Transition, Obtain/Build, Deliver & Support)
- Schlüsselpraktiken: Incident Management, Change Enablement, Service Desk, Continual Improvement
- ITIL 4 Foundation Prüfung: Aufbau, Fragetypen und Zulassungsvoraussetzungen
ITIL 4 Specialist — Drive Stakeholder Value (DSV) Dieses Spezialisierungsmodul des ITIL-4-Managing-Professional-Pfads behandelt alle Aspekte der Stakeholder-Beziehung: Wie werden Kunden und Nutzer gewonnen, eingebunden und nachhaltig betreut? Wie werden Service-Journeys gestaltet und Onboarding-Prozesse optimiert?
- Customer Journey Mapping und Touchpoint-Analyse
- Service-Onboarding und Offboarding strukturieren
- Stakeholder-Kommunikation und Erwartungsmanagement
- Co-Creation von Services mit Kunden und Partnern
- Kontinuierliche Beziehungspflege in Servicekontexten
- DSV-Prüfungsvorbereitung: Aufbau des Managing-Professional-Weges
ITIL 4 Strategist — Direct, Plan and Improve (DPI) Das strategische Modul des Managing-Professional-Pfads liefert das Rüstzeug für Governance, strategische Planung und kontinuierliche Serviceverbesserung. Es ist das methodische Kernstück für Managementrollen in digitalen Transformationsprojekten.
- Governance-Modelle und Entscheidungsstrukturen in IT-Organisationen
- Strategische Planung mit OKRs, Reifegradmodellen und Verbesserungsinitiativen
- Continual Improvement-Methoden: Plan-Do-Check-Act und Analyse-Frameworks
- Zusammenspiel von Planung, Governance und operativer Serviceverbesserung
- Change Management in IT-Organisationen (strukturelle Aspekte, keine Soft-Skill-Schablone)
- DPI-Prüfungsvorbereitung innerhalb des ITIL-Managing-Professional-Weges
Business Analysis — Foundation und Managing Business Processes Business Analysis ist die Schlüsseldisziplin, um Geschäftsanforderungen systematisch zu erheben, Lösungen zu definieren und den Mehrwert von Transformationsinitiativen zu belegen. Foundation-Level und der Prozessmanagementzweig bilden zusammen eine starke Grundlage für analytische Managementrollen.
- Grundkonzepte der Business Analysis: Stakeholder, Anforderungserhebung, Lösungsdefinition
- Techniken der Anforderungsanalyse: Interviews, Workshops, Use Cases, User Stories
- Geschäftsprozessanalyse: BPMN-Grundlagen, Ist-Prozessaufnahme und Soll-Konzept
- Prozessoptimierung: Wertstromanalyse, Engpassidentifikation, Automatisierungspotenziale
- Dokumentation von Prozessverbesserungen und Entscheidungsgrundlagen für das Management
- Zusammenhang zwischen Business Analysis und ITIL-Service-Design
Scrum Foundation — Agile Umsetzungsprojekte Digitale Transformationsprojekte laufen heute häufig in agilen Strukturen. Das Scrum-Foundation-Modul vermittelt das nötige Verständnis, um agile Umsetzungsteams methodisch zu führen und zu koordinieren.
- Agile Werte, Prinzipien und das Scrum-Framework im Überblick
- Product Owner, Scrum Master und Development Team in der Praxis
- Sprint-Zyklen, Backlog-Pflege und Definition of Done
- Unterschiede zwischen Scrum-Projekten und klassisch gemanagten Vorhaben
- Scrum in Kombination mit ITIL-Service-Management-Prozessen
- Scrum Foundation Prüfung: Ablauf und Anforderungen
MS Project — Projektplanung für komplexe Vorhaben Digitale Transformationsprogramme kombinieren klassische Projektstruktur mit agilen Sprints. MS Project ermöglicht eine strukturierte Planung, die auch im hybriden Umfeld den Überblick behält.
- Projektstrukturpläne für mehrstufige Transformationsvorhaben anlegen
- Ressourcenplanung und Kapazitätsabgleich für interdisziplinäre Teams
- Gantt-Diagramme mit Abhängigkeiten und Meilensteinen gestalten
- Basispläne speichern und Soll-Ist-Vergleiche im Verlauf darstellen
- Projektberichte und Dashboards für Stakeholder exportieren
Praxisaufgaben Digitale Transformation und Prozessoptimierung Die Übungsphase verbindet alle Modulinhalte in Szenarien, die reale Transformationsprojekte simulieren.
- ITIL-Service-Value-System auf ein fiktives Digitalisierungsprojekt anwenden
- Stakeholder-Map und Customer Journey für ein neues Digitaldienst-Onboarding erstellen
- Verbesserungsinitiative mit DPI-Framework planen und dokumentieren
- Geschäftsprozess mittels BPMN aufnehmen und Optimierungspotenziale identifizieren
- Scrum-Board für agiles Umsetzungsprojekt aufsetzen und Sprint-Planung durchführen
- MS-Project-Projektplan für ein dreimonatiges Transformationsprojekt erstellen
- Ressourcenauslastung prüfen und Engpässe in MS Project lösen
- Stakeholder-Präsentation für Transformationsstatus in PowerPoint aufbauen
- Benchmarking-Analyse für einen Serviceprozess dokumentieren
- Prozessautomatisierungskonzept als Business-Case skizzieren
- Continual-Improvement-Register für einen ITIL-Verbesserungszyklus führen
- Abschlussaufgabe mit integriertem Managementbericht und Projektplan
Diese Aufgaben sind so gestaltet, dass sie die verschiedenen Zertifizierungsdomänen nicht isoliert abfragen, sondern ihre Schnittstellen sichtbar machen — genau wie es in der Praxis eines Transformation Managers der Fall ist.
Lernziele:
- Das ITIL 4 Service Value System vollständig erklären und auf Transformationsinitiativen anwenden
- Die ITIL-4-Spezialisierung „Drive Stakeholder Value" für Kundenbeziehungen und Service-Onboarding nutzen
- „Direct, Plan and Improve" als strategisches ITIL-4-Modul für Governance und kontinuierliche Verbesserung einsetzen
- Business-Analysis-Grundlagen (Anforderungserhebung, Stakeholder-Analyse, Lösungsdefinition) methodisch anwenden
- Geschäftsprozesse analysieren, dokumentieren und Optimierungspotenziale identifizieren
- Scrum-Rollen, Events und Artefakte korrekt einsetzen und agile Projekte strukturieren
- MS Project für vollständige Projektplanung inklusive Ressourcen, Basisplänen und Reporting nutzen
- Digitalisierungsvorhaben von der Analyse bis zur Umsetzungssteuerung begleiten
- Benchmarking und externe Best Practices in Prozessverbesserungsinitiativen einbringen
- Prozessautomatisierungslösungen methodisch vorbereiten und einführen
- Stakeholder-Erwartungen managen und Transformationskommunikation aufbauen
- Auf alle eingeschlossenen Zertifizierungsprüfungen vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die Verantwortung für Digitalisierungs- und Prozessverbesserungsinitiativen tragen oder übernehmen möchten. Sie ist für Personen mit Berufserfahrung im IT- oder Managementumfeld konzipiert, die ihren Methodenrahmen durch international anerkannte Zertifizierungen stärken wollen.
- IT-Service-Manager und Prozessverantwortliche, die auf strategische Rollen wachsen
- Projektmanager und Programmleiter für Digitaltransformationsprojekte
- Business-Analysten, die ITIL-Kompetenz ergänzen möchten
- Führungskräfte, die agile und klassische Methoden in Transformationsprojekten kombinieren
- Personen auf dem Weg zur ITIL-4-Managing-Professional-Zertifizierung
Die Weiterbildung setzt allgemeine Berufs- und PC-Kenntnisse voraus. Für die ITIL-4-Spezialisierungsmodule (DSV, DPI) ist das ITIL-4-Foundation-Zertifikat Zulassungsvoraussetzung für die Prüfungen — dieses Foundation-Modul ist im Kurs enthalten und wird zuerst absolviert. Erfahrungen im IT-Service-Umfeld oder Projektmanagement sind vorteilhaft. Die modulare Struktur erlaubt eine Abstimmung auf vorhandene Vorkenntnisse im Beratungsgespräch vor Kursbeginn. Englischkenntnisse sind für englischsprachige Prüfungsliteratur hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt, überwiegend in Teilzeit. Die einzelnen Zertifizierungsmodule bauen aufeinander auf: ITIL 4 Foundation bildet die Basis, bevor die Spezialisierungsmodule DSV und DPI folgen. Business Analysis und Scrum ergänzen das methodische Spektrum. MS Project wird parallel zu den Projektmanagementinhalten eingeführt. Eine Vollzeitvariante ist bei einigen Anbietern möglich.
Aufgrund der Anzahl der Zertifizierungsmodule handelt es sich um eine mehrmonatige Weiterbildung. Die genaue Dauer variiert je nach Modulkombination, Lernformat und Anbieter. Das Beratungsgespräch klärt, welche Module auf Basis vorhandener Zertifizierungen verkürzt oder übersprungen werden können.
Teilnehmende erwerben im Verlauf dieser Weiterbildung mehrere international anerkannte Zertifizierungen: ITIL 4 Foundation (PeopleCert/Axelos), ITIL 4 Specialist Drive Stakeholder Value, ITIL 4 Strategist Direct Plan & Improve, Business Analysis Foundation sowie Scrum Foundation. Diese Zertifikate sind weltweit gültig und anerkannt. Die DSV- und DPI-Module sind Bestandteile des ITIL-4-Managing-Professional-Zertifizierungsweges. Ergänzend wird ein Lehrgangszertifikat ausgestellt, das die gesamte Weiterbildung dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Digitale Transformation ist für viele Unternehmen das zentrale strategische Thema — und gleichzeitig ein Bereich, in dem methodische Qualifikationen selten sind. Wer ITIL-4-Managing-Professional-Module, Business-Analysis-Kenntnisse und agile Methoden kombiniert, positioniert sich als Generalist mit echter Tiefe: in der Lage, sowohl die strategische Steuerung von Serviceverbesserungen als auch die operative Planung agiler Umsetzungsteams zu übernehmen. Die Kombination der eingeschlossenen Zertifizierungen ist im Markt für IT-Service-Management-Rollen und Digitalisierungsprogramme besonders relevant. ITIL-4-Spezialisierungen auf Managing-Professional-Niveau sind für mittlere und gehobene Managementrollen in IT-Organisationen ein anerkanntes Signal der Fachkompetenz. Scrum Foundation und Business Analysis ergänzen das Portfolio für die wachsende Klasse von Rollen, die klassische und agile Vorgehensweisen im Transformationsmanagement miteinander verbinden. Nicht zuletzt bietet die Breite dieser Weiterbildung einen strategischen Vorteil: Wer mehrere Zertifizierungsgebiete beherrscht, kann in Organisationen Brücken bauen — zwischen der Service-Management-Abteilung und dem agilen Entwicklungsteam, zwischen Stakeholder-Kommunikation und Governance-Anforderungen. Diese integrative Perspektive ist in komplexen Transformationsprogrammen der entscheidende Unterschied zwischen reinen Fachexperten und echten Führungskräften.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen umfasst diese Weiterbildung?
Der Kurs schließt fünf Zertifizierungsprüfungen ein: ITIL 4 Foundation, ITIL 4 Specialist Drive Stakeholder Value, ITIL 4 Strategist Direct Plan & Improve (beide Teil des Managing-Professional-Weges), Business Analysis Foundation sowie Scrum Foundation. Alle Zertifikate sind international anerkannt.
Was ist der ITIL 4 Managing Professional-Weg?
Der Managing-Professional-Weg ist ein Zertifizierungspfad, der über ITIL 4 Foundation und vier Spezialisierungsmodule (darunter DSV und DPI) zur Managing-Professional-Designierung führt. Dieser Kurs deckt Foundation sowie zwei der vier Module ab und legt damit einen soliden Grundstein für die vollständige Designation.
Brauche ich vorher schon das ITIL 4 Foundation-Zertifikat?
Nein. Das ITIL 4 Foundation-Modul ist im Kurs enthalten und wird als erstes absolviert. Das Foundation-Zertifikat ist formale Zulassungsvoraussetzung für die Spezialisierungsmodule DSV und DPI und wird im Kurs vor diesen Modulen erworben.
Was ist „Drive Stakeholder Value" und wofür braucht man es?
Drive Stakeholder Value (DSV) ist ein ITIL-4-Spezialisierungsmodul, das sich mit der gesamten Beziehung zwischen Serviceanbieter und Kunden befasst: Customer Journeys, Onboarding, Erwartungsmanagement und Co-Creation. Es ist besonders relevant für Rollen, die Kundenschnittstellen in IT-Serviceorganisationen verantworten.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Aufgrund der Anzahl der Zertifizierungsmodule handelt es sich um eine mehrmonatige Maßnahme. Die genaue Dauer hängt von der Modulkombination, dem Lernformat (Teilzeit oder Vollzeit) und eventuell bereits vorhandenen Vorzertifizierungen ab. Details klärt das Beratungsgespräch mit dem Anbieter.
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