Überblick
Excel auf Profi-Niveau bedeutet, dass Daten nicht mehr nur beschrieben, sondern in die Zukunft verlängert werden. Modul 19 ist das abschließende Modul des modularen Excel-365-Lehrgangs und arbeitet auf dem höchsten Qualifikationsniveau L7. Im Mittelpunkt stehen die Werkzeuge, mit denen Excel zu einem Planungs- und Prognoseinstrument wird: die Was-wäre-wenn-Analyse in zwei Varianten (Datentabelle und Szenario-Manager), die Zielwertsuche für inverse Berechnungen und die integrierte Prognosefunktion für zeitreihenbasierte Vorhersagen. Wer dieses Modul abschliesst, kann in Excel systematisch mehrere Planungsszenarien gegenüberstellen, Zielgrößen rückwärts berechnen und auf Basis historischer Daten statistische Prognosen erstellen.
Kursinhalte & Lernziele
Was-wäre-wenn-Analyse mit Datentabelle: Eine Datentabelle ist das schnellste Werkzeug in Excel, um zu sehen, wie sich eine Ausgabe verändert, wenn eine oder zwei Eingaben variiert werden. Damit werden Sensitivitätsanalysen realisiert, die sonst manuell für jede Kombination neu berechnet werden müssten.
- Einleitung: Wann ist eine Datentabelle der richtige Ansatz — Abgrenzung zum Szenario-Manager
- Aufbau einer eindimensionalen Datentabelle: Eingabezelle, Ergebnisformel und Wertereihe
- Aufbau einer zweidimensionalen (Kreuz-)Datentabelle mit Zeilen- und Spalten-Eingabe
- Typische Einsatzfelder: Preis-Mengen-Analyse, Zinsszenarien, Break-even-Szenarien
- Fehler in Datentabellen: warum #WERT oder #BEZUG entsteht und wie man sie behebt
- Datentabelle mit dynamischen Dropdowns verbinden für interaktive Dashboards
Was-wäre-wenn-Analyse mit Szenario-Manager: Während die Datentabelle systematisch alle Kombinationen durchrechnet, erlaubt der Szenario-Manager das Festhalten benannter Szenarien — z. B. Optimistisch, Realistisch, Pessimistisch — und das schnelle Umschalten zwischen ihnen.
- Szenarien anlegen: Eingabezellen definieren, Szenario benennen und Werte eingeben
- Mehrere Szenarien verwalten: Hinzufügen, Bearbeiten, Löschen und Zusammenführen
- Szenariobericht erstellen: Was wird im Bericht angezeigt und wie liest man ihn?
- Unterschied zwischen zusammenfassendem Szenariobericht und Pivot-Szenariobericht
- Szenarien aus verschiedenen Tabellenblättern zusammenführen
- Praxisbeispiel: drei Umsatzszenarien für eine Budgetplanung gegenüberstellen
Zielwertsuche: Die Zielwertsuche ist das Excel-Werkzeug für Rückwärtsberechnungen — wenn das Ergebnis einer Formel bekannt ist, aber der dazu nötige Eingangswert gesucht wird. Das klingt simpel, ist aber in der Praxis ein häufig benötigtes Werkzeug.
- Einleitung: Was macht die Zielwertsuche und wann ist sie angebracht?
- Zielwertsuche anwenden: Zielzelle, Zielwert und veränderliche Zelle korrekt definieren
- Typische Fehlermeldungen: „Zielwert nicht gefunden" und wie damit umzugehen ist
- Grenzen der Zielwertsuche: Warum sie nur mit einer Variablen und linearen Formeln gut funktioniert
- Abgrenzung zur Solver-Funktion für komplexere Optimierungsprobleme
- Praxisbeispiel: Erforderlicher Verkaufspreis für einen definierten Deckungsbeitrag berechnen
Datenprognose erstellen: Die integrierte Prognosefunktion von Excel nutzt Zeitreihendaten und exponentielle Glättung, um zukünftige Werte zu schätzen. Dieser Block erklärt, wie die Prognosefunktion aufgerufen wird, was sie berechnet und wie die Ergebnisse korrekt interpretiert werden.
- Datenvorbereitung: Zeitreihe mit gleichmässigen Abständen, fehlende Werte behandeln
- Prognoseblatt erstellen: Start des Assistenten, Parameter wählen, Vorschau prüfen
- Konfidenzintervall verstehen: Was bedeutet es, dass der „wahre" Wert in 95 % der Fälle im Bereich liegt?
- Saisonalität einstellen: Automatische Erkennung versus manuelle Periodenlänge
- Prognosebeginn festlegen: Wann endet die Basis, ab wann beginnt die Schätzung?
- Diagramm mit Prognoseband interpretieren: Was zeigen obere und untere Konfidenzgrenze?
Praxis-Block — Profi-Szenarien mit Excel-Prognosewerkzeugen
- Eindimensionale Datentabelle für eine Kreditratenberechnung bei variablem Zinssatz aufbauen
- Zweidimensionale Datentabelle für eine Break-even-Analyse (Preis × Menge) erstellen
- Drei Szenarien (Best-case, Base-case, Worst-case) für einen Jahresabschluss anlegen und Szenariobericht ausgeben
- Szenario-Manager mit dynamischem Dropdown verknüpfen, um Szenarien interaktiv umzuschalten
- Zielwertsuche: Mindestumsatz berechnen, der einen definierten Gewinn sichert
- Zielwertsuche: Maximale Lohnkosten für einen Break-even-Punkt berechnen
- Monatsdaten der letzten 24 Monate als Zeitreihe aufbereiten und Prognose für 6 Monate erstellen
- Saisonalität aktivieren und Unterschied zu nicht-saisonaler Prognose vergleichen
- Konfidenzintervall von 95 % auf 80 % reduzieren und interpretieren, was sich verändert
- Prognosediagramm für Management-Präsentation aufbereiten: Beschriftungen, Farben, Legende
- Datentabelle und Prognosefunktion kombinieren: Szenario mit Prognosewert verbinden
- Abschluss-Quiz und Rückblick: Gesamtmodul mit allen Prognosewerkzeugen überblicken
Modul 19 ist als Abschlussmodul des 19-teiligen Excel-365-Lehrgangs konzipiert und auf dem höchsten Qualifikationsniveau L7 (Profi) angesiedelt. Es setzt breite Excel-Kenntnisse voraus und liefert Werkzeuge, die in Controlling, Finanzplanung und Business Intelligence täglich eingesetzt werden. Das Combined-Learning-Format kombiniert geführte Inhalte mit praktischen Übungen und einem strukturierten Abschlussquiz.
Lernziele:
- Das Konzept der Was-wäre-wenn-Analyse in Excel verstehen und von anderen Analyseansätzen abgrenzen
- Eine einfache Datentabelle mit einer Variablen und eine Kreuztabelle mit zwei Variablen aufbauen
- Was-wäre-wenn-Szenarien mit dem Szenario-Manager erstellen, benennen und verwalten
- Szenariobericht als Übersichtstabelle generieren und interpretieren
- Die Zielwertsuche für inverse Fragestellungen nutzen — z. B. „Wie hoch muss der Umsatz sein, damit der Gewinn 50.000 € beträgt?"
- Zeitreihendaten für eine Prognose vorbereiten und strukturieren
- Die integrierte Excel-Prognosefunktion (Prognoseblatt) anwenden und Konfidenzintervalle interpretieren
- Prognose-Parameter wie Konfidenzintervall, Saisonalität und Prognosebeginn bewusst wählen
- Prognoseergebnisse als Diagramm mit Vertrauensbereich darstellen
- Ergebnisse der Was-wäre-wenn-Analyse und Prognosen für Management-Berichte aufbereiten
- Limitationen statistischer Prognosen in Excel realistisch einschätzen
- Gesamtes Wissen in einem abschließenden Quiz und Rückblick konsolidieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieses Modul richtet sich an Excel-Anwendende mit soliden Kenntnissen, die Planungs- und Prognosefähigkeiten auf professionellem Niveau entwickeln wollen.
- Controller und Finanzanalysten, die Budgetszenarien und Forecasts in Excel erstellen
- Business Analysten, die Prognosemodelle und Sensitivitätsanalysen erstellen
- Excel-Spezialisten, die ihr Wissen auf das höchste Modul-Niveau vervollständigen wollen
- Projektleiter und Führungskräfte, die datenbasierte Planung eigenständig durchführen
- Personen aus dem kaufmännischen Bereich, die Controlling-Aufgaben in Excel wahrnehmen
Modul 19 setzt fortgeschrittene Excel-Kenntnisse voraus. Teilnehmende sollten sicher mit Formeln und Funktionen arbeiten, Diagramme erstellen und Daten filtern und sortieren können. Kenntnisse aus den Vorgänger-Modulen des Lehrgangs sind hilfreich; mindestens Fortgeschritten-Niveau (L4, wie in Modul 10) wird empfohlen. Wer Pivot-Tabellen und bedingte Formatierung sicher beherrscht, bringt eine gute Ausgangslage mit. Vorkenntnisse in der Was-wäre-wenn-Analyse oder Prognosefunktionen sind nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Das Combined-Learning-Format verbindet erklärende Videoeinheiten mit praktischen Übungsschritten direkt in Excel 365. Jedes Teilthema schliesst mit Anwendungsaufgaben ab, die im eigenen Arbeitstempo bearbeitet werden. Ein strukturiertes Abschluss-Quiz und ein Rückblick auf alle Inhalte sichern den Lernertrag am Ende des Moduls. Das Format ist selbstgesteuert und eignet sich gleichermassen für Vollzeit- und Teilzeitlernende.
Modul 19 ist als kompaktes Einzelmodul konzipiert, das als letztes und anspruchsvollstes Modul des 19-teiligen Lehrgangs den Abschluss bildet. Der Umfang ist auf die Tiefe der Profi-Themen ausgelegt; Teilnehmende sollten ausreichend Zeit für Übungen einplanen, da die Was-wäre-wenn-Werkzeuge und die Prognosefunktion handlungsorientiert erlernt werden. Zwei Anbieter mit insgesamt 48 Terminen ermöglichen flexible Einstiegsmöglichkeiten.
Nach Abschluss des Moduls erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat, das die Absolvierung von Modul 19 des Excel-365-Lehrgangs auf Profi-Niveau L7 bescheinigt. Es handelt sich um einen qualifizierten Kompetenznachweis des Bildungsanbieters, kein offizielles Microsoft-Zertifikat. Wer darüber hinaus ein formales Microsoft-Zertifikat anstrebt, kann separat die Microsoft Office Specialist (MOS)-Prüfung ablegen.
Nutzen & Perspektiven
Was-wäre-wenn-Analysen, Zielwertsuche und Prognosen sind keine exotischen Excel-Sonderfunktionen — sie sind die Kernwerkzeuge für jeden, der in Excel plant, forecasted oder Entscheidungsgrundlagen für das Management aufbereitet. Wer diese Werkzeuge sicher beherrscht, reduziert manuelle Rechenarbeit und erhöht die Aussagekraft seiner Analysen erheblich. Modul 19 unterscheidet sich von Modul 10 nicht nur durch das Qualifikationsniveau, sondern durch den grundlegend anderen Blickwinkel: Während Modul 10 auf der Fortgeschritten-Stufe strukturierte Datenanalyse lehrt — also die Frage „Was zeigen die vorhandenen Daten?" —, verschiebt Modul 19 den Fokus auf Planung und Prognose: „Was könnte passieren?" und „Was muss passieren, damit ein Ziel erreicht wird?". Das sind zwei inhaltlich unterschiedliche Kompetenzen, die sich bei vielen Anwendenden gut ergänzen. Die Fähigkeit, in Excel drei Budgetszenarien anzulegen, zwischen ihnen umzuschalten, aus Monatsdaten eine 6-Monats-Prognose mit Konfidenzband zu erstellen und einen Mindestumsatz via Zielwertsuche zu berechnen — das ist Profi-Niveau, das in Controlling und Finanz messbar Zeit spart und die Qualität von Planungsunterlagen spürbar anhebt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Modul 10 (Fortgeschritten) und Modul 19 (Profi)?
Modul 10 auf L4 vermittelt strukturierte Datenanalyse: Tabellen als Objekte, strukturierte Verweise und formelbasierte bedingte Formatierung — die Frage lautet „Was zeigen die vorhandenen Daten?". Modul 19 auf L7 verschiebt den Fokus auf Planung und Prognose: Was-wäre-wenn-Szenarien, Zielwertsuche und Zeitreihenprognose — hier lautet die Frage „Was könnte passieren?" und „Was muss passieren?". Beide Module ergänzen sich, sind aber inhaltlich klar abgegrenzt.
Muss ich alle anderen 18 Module absolviert haben, bevor ich Modul 19 belegen kann?
Nein. Das Lehrgangsystem ist modular und Modul 19 kann auch separat gebucht werden. Vorausgesetzt werden fortgeschrittene Excel-Grundkenntnisse — wer sicher mit Formeln und Diagrammen arbeitet, kann direkt einsteigen. Die Vorkenntnisse aus Modul 10 (L4) wären eine gute Vorbereitung, sind aber keine formale Voraussetzung.
Wie unterscheidet sich die Excel-Prognosefunktion von einer manuellen Trendlinie im Diagramm?
Die Diagramm-Trendlinie zeigt eine visuelle Näherung, liefert aber keine numerischen Prognosewerte und kein Konfidenzintervall. Das Prognoseblatt erstellt echte zukünftige Datenpunkte mit statistischen Vertrauensbereichen, die für Berichtszwecke genutzt werden können.
Kann ich die Was-wäre-wenn-Analyse auch für nicht-finanzielle Szenarien nutzen?
Ja. Datentabellen und Szenario-Manager funktionieren für jede Berechnungslogik in Excel — Produktionskostenszenarien, Zeitplanung, Kapazitätsplanung oder andere quantitative Analysen. Die Werkzeuge sind inhaltlich neutral.
Ist dieses Modul geeignet, wenn ich bereits Power BI einsetze?
Ja, die Werkzeuge in Modul 19 sind komplementär zu Power BI. Excel-Prognosen und Szenarien haben den Vorteil der direkten Bearbeitung ohne Datenbankanbindung und eignen sich besonders für Ad-hoc-Planungsanalysen. Power BI ist besser für wiederkehrende, skalierbare Berichtsinfrastruktur geeignet.
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