Überblick
Wer in kaufmännischen oder administrativen Bereichen tätig ist, kennt das Muster: Budgets werden in Excel gepflegt, Monatsabschlüsse in Tabellen zusammengefügt, Kostenvergleiche über mehrere Dateien hinweg zusammengebaut — und irgendwann stimmen die Zahlen nicht mehr zusammen, weil dieselbe Information an drei verschiedenen Stellen gepflegt wird. Genau an diesem Punkt trennt sich professionelles Datenvorgehen von pragmatischen Workarounds. Dieser Kurs adressiert diese Situation direkt. Er verbindet Microsoft Excel als Instrument für kaufmännisches Rechnen, Budgetplanung und Controlling mit Microsoft Access auf Database-Expert-Niveau — also mit dem Wissen, wie man Kostenstellen, Buchungsperioden und Finanzpositionen in einer relationalen Datenbankstruktur konsistent verwaltet. Im Unterschied zum Geschwister-Kurs, der allgemeine Datenanalyse und Datenmodellierung behandelt, dreht sich dieser Kurs konsequent um betriebswirtschaftlichen Einsatz: periodische Berichte, Plan-Ist-Vergleiche, Abweichungsanalysen und Prozessauswertungen. Die Kombination beider Programme folgt einer klaren Arbeitsteilung: Access liefert die strukturierte, konsistente Datenbasis; Excel macht daraus Berichte, Dashboards und Auswertungen, die in Führungsgesprächen und Managementberichten tatsächlich genutzt werden. Wer diesen Workflow beherrscht, kann nicht nur selbst effizienter arbeiten, sondern auch für andere reproduzierbare Controlling-Prozesse aufbauen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul Excel — Budgetplanung und kaufmännisches Rechnen Budgetplanung, Kostenvergleiche und Monatsberichte gehören in kaufmännischen Berufen zum Tagesgeschäft — und Excel ist das Werkzeug, mit dem diese Aufgaben in der Praxis erledigt werden. Dieses Modul setzt genau dort an: nicht beim allgemeinen Funktionsumfang von Excel, sondern bei den Berechnungen und Analyseformen, die in Controlling, Einkauf, Verwaltung und Finanzberichterstattung regelmäßig gebraucht werden.
- Kaufmännische Grundrechnung in Excel: Mehrwertsteuer, Auf- und Abschläge, Währungsumrechnungen, Zinsen
- Deckungsbeitragsrechnung, Break-even-Analyse und Kostenvergleichsrechnung strukturieren
- Jahresbudgets anlegen: Spalten nach Monaten, Zeilen nach Kostenarten, Summierung und Hochrechnung
- Plan-Ist-Vergleiche aufbauen: Abweichungen absolut und prozentual berechnen, bedingte Formatierung für Ampel-Signale nutzen
- SUMMEWENN, ZÄHLENWENN, SUMMEWENNS, ZÄHLENWENNS und MITTELWERTWENN für gefilterte Auswertungen nach Kostenstelle oder Zeitraum
- Statistische Analyse: STABW, VAR, KORREL, HÄUFIGKEIT; Trendanalysen mit SCHÄTZER und TREND-Funktion
- Kapazitätsauslastung, Durchlaufzeiten und Produktivitätskennzahlen rechnerisch erfassen
- Pivot-Tabellen für Controlling-Berichte: Perioden als Zeilen, Kostenstellen als Spalten, Werte als Summen oder Durchschnitte
- Zeitreihenauswertungen: Monats-, Quartals- und Jahresvergleiche mit Pivot-Tabellen und Diagrammen
- Kennzahlen-Diagramme wählen und formatieren: Wasserfalldiagramme für Budgetabweichungen, Liniendiagramme für Trends, Säulendiagramme für Periodenvergleiche
Das Excel-Modul schließt mit einer Fallstudie, in der ein vollständiger Monatsbericht von der Rohdateneingabe bis zur formatierten Auswertungsfolie erarbeitet wird. Modul Access Database Expert — Datenbankstruktur für kaufmännische Daten Wer mit Excel-Listen an die Grenzen der Datenkonsistenz stößt, braucht eine relationale Datenbankstruktur. Dieses Modul vermittelt, wie kaufmännische Daten — Kostenstellen, Buchungsperioden, Kostenarten, Lieferanten — so in Access modelliert werden, dass sie konsistent bleiben, abfragbar sind und effizient für Controlling-Zwecke genutzt werden können.
- Datenbankmodell für kaufmännische Anwendungen entwerfen: Tabellen für Kostenstellen, Buchungsperioden, Kostenarten und Buchungssätze
- Normalisierung: Redundanzen eliminieren, Datentypen korrekt wählen, referenzielle Integrität durchsetzen
- Primär- und Fremdschlüssel in Access: Beziehungen zwischen Tabellen definieren und verwalten
- Abfragen für periodische Auswertungen: Summierungen nach Kostenstelle und Periode, Jahresvergleiche, Differenzberechnungen
- Erweiterte Abfragetypen: Aktionsabfragen für den Periodenanschluss, Aktualisierungsabfragen für Budgetwerte
- SQL-Grundlagen in Access: einfache SELECT-Anweisungen lesen, anpassen und für Controlling-Reports einsetzen
- Formulare für strukturierte Dateneingabe: Buchungsmasken mit Pflichtfeldern und Validierungsregeln
- Berichte in Access für druckfertige Outputs: Kostenstellen-Reports, Periodenvergleiche, Budgetauswertungen mit Zwischensummen
- Datenbankleistung optimieren: Indizes auf Datums- und Kostenstellenfelder setzen, Abfrageperformance verbessern
- Datenbankadministration: Komprimieren und Reparieren, Kennwortschutz, Backup-Strategie für Produktivdaten
Modul Integration — Controlling-Workflow zwischen Access und Excel Der dritte Modulblock verbindet Access-Datenbankstruktur und Excel-Auswertungen zu einem durchgängigen, wiederholbaren Controlling-Prozess. Der Fokus liegt nicht auf einmaligen Exporten, sondern auf einem Workflow, der Monat für Monat stabil funktioniert.
- Lebendige Datenbankverbindung zwischen Access und Excel einrichten: ODBC-Verbindung und Direktverknüpfung im Vergleich
- Access-Abfrageergebnisse als Datenquelle für Excel-Pivot-Tabellen nutzen: Refresh-Logik konfigurieren
- Monatliche Buchungsexporte aus externen Quellen (ERP-Systeme, CSV-Dateien) in Access importieren und verarbeiten
- Automatisierte Aktualisierung bestehender Excel-Berichte nach dem Daten-Import in Access
- Fehlerquellen beim Datenaustausch beheben: Datumsformate, Zahlenformate, fehlende Werte und Tabellenstrukturänderungen
- Kennzahlen-Dashboard in Excel aufbauen: KPIs auf einen Blick, Schwellenwerte hervorheben, Berichtsperioden umschalten
- Datenpflege und Qualitätssicherung: fehlerhafte Buchungen in Access korrigieren und deren Auswirkung auf Excel-Berichte kontrollieren
- Praxisprojekt: einen vollständigen monatlichen Controllingbericht von der Access-Datenbankstruktur bis zum fertig formatierten Excel-Dashboard aufbauen
- Diskussion: Entscheidungskriterien im Alltag — wann reicht Excel als Datenhaltung, wann ist Access die bessere Wahl?
- Abschlussprojekt: den eigenen Controlling-Workflow in Access und Excel dokumentieren und in einer kurzen Präsentation vorstellen
- MOS-Prüfungsvorbereitung: Prüfungsformate für Excel und Access kennenlernen und typische Aufgabentypen durcharbeiten
Lernziele:
- Kaufmännische Berechnungen in Excel strukturieren: Prozentrechnungen, Deckungsbeiträge, Amortisation und Kostenvergleiche
- Jahres- und Monatspläne in Excel aufbauen und mit Ist-Daten in Plan-Ist-Vergleichen gegenüberstellen
- Bedingte Aggregationsfunktionen einsetzen: SUMMEWENN, ZÄHLENWENN, SUMMEWENNS und ihre Mehrfachbedingungsvarianten
- Statistische Funktionen für Prozess- und Trendanalysen nutzen: Standardabweichung, Varianz, Häufigkeiten, Trendlinien
- Pivot-Tabellen für Periodenberichte konfigurieren: Kostenstellen, Perioden und Aggregationen aufeinander abstimmen
- Kennzahlen-Diagramme professionell gestalten: Wasserfalldiagramme für Abweichungsanalysen, Linien- und Säulendiagramme für Zeitreihen
- Relationale Datenbankmodelle für kaufmännische Daten entwerfen: Normalisierung, Schlüssel, Beziehungen und Integrität
- Access-Abfragen für periodische Controlling-Auswertungen aufbauen: Summierungen, Vergleiche, Differenzberechnungen
- Aktionsabfragen im Controlling-Kontext einsetzen: Periodenwechsel durchführen, Budgetwerte aktualisieren
- Berichte in Access für druckfertige Outputs gestalten: Kostenstellen-Reports, Budgetauswertungen und Periodenvergleiche
- Datenbankleistung für größere Buchungsdaten optimieren: Indizes setzen, Abfragestrategien verbessern
- Access und Excel zu einem reproduzierbaren Controlling-Workflow verknüpfen: Live-Verbindung einrichten und Aktualisierungslogik konfigurieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die im kaufmännischen oder administrativen Bereich tätig sind und Excel bereits für betriebswirtschaftliche Auswertungen einsetzen — aber merken, dass ihre bisherigen Datenlösungen an Grenzen stoßen.
- Controller und Finanzfachkräfte, die Budgetplanung und Periodenberichte auf einer konsistenten Datenbankbasis aufbauen wollen
- Kaufmännische Angestellte, die Plan-Ist-Vergleiche und Kostenauswertungen strukturierter und fehlerärmer gestalten möchten
- Sachbearbeiter im Rechnungswesen oder Einkauf, die Bewegungsdaten effizienter verwalten und auswerten wollen
- Office-Spezialisten, die eine MOS-Zertifizierung in Excel und Access anstreben
- Berufswechsler in analytische oder datenverwaltende Rollen, die ein prüfbares Qualifikationsprofil im kaufmännischen IT-Bereich aufbauen wollen
Grundlegende Windows-Kenntnisse und Erfahrungen mit Office-Anwendungen werden vorausgesetzt. Wer bereits einfache Formeln in Excel genutzt oder mit Tabellen gearbeitet hat, bringt die wesentliche Ausgangslage mit. Ein Zahlenverständnis aus kaufmännischer oder buchhalterischer Praxis erleichtert den inhaltlichen Einstieg, ist aber keine formale Bedingung. Access-Vorkenntnisse sind nicht notwendig — das Database-Expert-Modul beginnt mit dem Entwurf der Datenbankstruktur von Grund auf.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht läuft im virtuellen Klassenzimmer und ist damit orts- und zeitlich flexibel. Dozenten führen alle Schritte direkt in der Software vor; Teilnehmende arbeiten parallel in ihrer eigenen Umgebung und wenden das Gezeigte unmittelbar an. Übungsaufgaben sind bewusst in kaufmännischen Szenarien verankert, sodass der Bezug zur beruflichen Praxis in jeder Unterrichtsstunde spürbar bleibt. Projektaufgaben und Fallstudienarbeiten ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung, die über das reine Klick-Training hinausgeht.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen bis drei Monate. Je nach gewählter Modulkombination variiert der Umfang. Vollzeit- und Teilzeitformate stehen zur Verfügung; individuelle Starttermine können auf Anfrage abgestimmt werden. Das Tempo lässt sich an unterschiedliche Vorkenntnisse anpassen.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung. Der Kurs bereitet gezielt auf die Microsoft Office Specialist (MOS)-Prüfungen für Excel und Access vor, die über autorisierte Microsoft-Testcenter abgelegt werden. Die MOS-Zertifikate bestätigen offiziell die Programmierkenntnisse auf dem jeweiligen Prüfungsniveau und werden in Stellenanzeigen für kaufmännische und analytische Berufe regelmäßig erwartet.
Nutzen & Perspektiven
In den meisten kleinen und mittleren Unternehmen werden Budgets, Kostenauswertungen und Periodenberichte in Excel verwaltet — aber nur selten auf einem Niveau, das die tatsächlichen Möglichkeiten des Programms ausschöpft. Wer nach diesem Kurs Budgetplanung, Plan-Ist-Vergleiche und statistische Trendanalysen sicher beherrscht, kann Berichte erstellen, die als Entscheidungsgrundlage wirklich tragen: strukturiert aufgebaut, reproduzierbar und auf aktuelle Daten aktualisierbar, ohne jedes Mal von vorne anfangen zu müssen. Access ergänzt diese Fähigkeit auf der Datenhaltungsseite. Buchungsdaten und Kostenstelleninformationen, die in einer relationalen Datenbankstruktur verwaltet werden, bleiben über Monate und Jahre konsistent — ein Problem, das bei verteilten Excel-Dateien regelmäßig auftritt, sobald mehrere Personen mit denselben Daten arbeiten. Wer den Controlling-Workflow von der Access-Datenbankstruktur bis zum fertigen Excel-Dashboard durchdenkt und aufbaut, schafft damit einen Prozess, der nicht nur für die eigene Arbeit, sondern auch für Kolleginnen und Kollegen reproduzierbar und übergabefähig ist. Die MOS-Zertifizierungen für Excel und Access machen diese Kompetenz nach außen sichtbar und messbar. In Stellenanzeigen für Controller, Sachbearbeiter im Rechnungswesen und kaufmännische Fachkräfte werden Programmierkenntnisse auf Zertifizierungsniveau zunehmend erwartet. Wer beide Zertifikate kombiniert mit kaufmännischem Fachwissen vorweisen kann, bringt ein Profil mit, das bei der Besetzung solcher Stellen unmittelbar überzeugt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Worin unterscheidet sich dieser Kurs vom Geschwister-Kurs ohne Suffix?
Während der Geschwister-Kurs allgemeine Datenanalyse und Datenmodellierung in den Vordergrund stellt, dreht sich dieser Kurs konsequent um kaufmännische Praxis: Budgetplanung, Plan-Ist-Vergleiche, Kostenstellenauswertungen und betriebswirtschaftliche Kennzahlen. Der Excel-Teil orientiert sich an typischen Controlling-Aufgaben; der Access-Teil zeigt, wie man Buchungs- und Kostendaten datenbankgerecht strukturiert.
Welche Excel-Werkzeuge stehen im Controlling besonders im Mittelpunkt?
Für Controlling-Aufgaben sind insbesondere bedingte Aggregationsfunktionen (SUMMEWENN, ZÄHLENWENNS), Pivot-Tabellen für Periodenberichte, Wasserfalldiagramme für Budgetabweichungen und statistische Funktionen für Trendanalysen unverzichtbar. Alle diese Werkzeuge werden im Kurs durchgehend in kaufmännischen Aufgabenstellungen geübt.
Warum wird Access im Controlling eingesetzt?
Besonders in kleinen und mittleren Unternehmen ohne vollständiges ERP-System ist Access ein pragmatischer Weg, Buchungsdaten, Kostenstellen und Budgets konsistent zu verwalten. Relationale Datenbankstrukturen verhindern Inkonsistenzen, die bei Excel-Listenlösungen häufig entstehen, und machen periodische Auswertungen reproduzierbar.
Kann ich nach dem Kurs eine MOS-Zertifizierung ablegen?
Ja. Der Kurs bereitet auf die Microsoft Office Specialist (MOS)-Prüfungen für Excel und Access vor. Die Prüfungen werden bei autorisierten Microsoft-Testcentern abgelegt. Das MOS-Zertifikat ist ein international anerkannter Herstellernachweis, der Programmierkenntnisse auf Prüfungsniveau bestätigt — unabhängig von der Branche oder dem Einsatzgebiet.
Lässt sich der Kurs im Homeoffice absolvieren?
Der Unterricht findet im virtuellen Klassenzimmer statt, sodass die Teilnahme von zu Hause aus vollständig möglich ist. Mit Mikrofon, Kamera und Chat ist die Interaktion mit dem Dozenten und den Mitlernenden sichergestellt. Für Personen ohne entsprechende Homeoffice-Ausstattung stehen Arbeitsplätze in Schulungszentren zur Verfügung.
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