Überblick
Diese Weiterbildung auf Foundation Level vermittelt eine umfassende Einführung in die Organisationsentwicklung mit Schwerpunkt auf Lean Management. Die Teilnehmenden lernen, wie systemische Ansätze zur Verbesserung von Unternehmensstrukturen und -prozessen eingesetzt werden können — von der Gestaltung effizienter Produktions- und Logistiksysteme über strategische Unternehmensführung im Kontext der digitalen Transformation bis hin zu konkreten Lean-Tools wie 5S, Kaizen und Kanban. Ergänzt wird die Methodenvermittlung durch Fallstudien, Praxisbeispiele und Change-Management-Kompetenz, die für eine erfolgreiche Umsetzung nachhaltiger Lean-Initiativen unerlässlich sind.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die konzeptionellen Grundlagen der systemischen Organisationsentwicklung. Es führt in theoretische Modelle der Organisationslehre ein und zeigt, wie systemisches Denken bei der Gestaltung effizienter Unternehmensstrukturen hilft. Die Verbindung zu Lean-Prinzipien wird von Beginn an hergestellt.
- Systemische Organisationsentwicklung: Grundbegriffe und Modelle
- Lean Factory Design: Systemgestaltung für Lean Production
- Das Produktionssystem: Aufbau, Logik und Gestaltungsprinzipien
- Analyse bestehender Produktions- und Logistikprozesse
- Wertschöpfung vs. Verschwendung: das Kernprinzip des Lean Managements
- Lean in Dienstleistungsunternehmen und Verwaltungsorganisationen
Das zweite Modul stellt die zentralen Lean-Tools und -Techniken vor. Diese Werkzeuge bilden das operative Herzstück jeder Lean-Initiative und ermöglichen eine systematische und messbare Verbesserung von Abläufen, Qualität und Effizienz.
- 5S-Methode: Sortieren, Systematisieren, Sauberhalten, Standardisieren, Selbstdisziplin
- Kaizen: kontinuierlicher Verbesserungsprozess als Kulturprinzip
- Kanban: Steuerung des Materialflusses nach dem Pull-Prinzip
- Value Stream Mapping: Visualisierung und Analyse von Wertstroemen
- Poka Yoke und Fehlerprävention in der Produktion
- Messung und Bewertung von Verbesserungen mit KPIs und Kennzahlen
Das dritte Modul behandelt strategische Unternehmensführung im Kontext von Industrie 4.0 und digitaler Transformation. Lean Management und Digitalisierung sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich wirkungsvoll. Dieses Modul zeigt, wie beide Ansätze integriert werden können.
- Strategische Unternehmensführung 4.0: Grundprinzipien und Trends
- Digitale Transformation und Industrie 4.0 im Unternehmenskontext
- Lean und Digitalisierung: Integration von Automatisierung und schlanken Prozessen
- Risikomanagement in Transformationsprojekten
- Organisationskultur und Führung im Wandel
- Zukunftsfähige Unternehmensstrategien entwickeln und kommunizieren
Das vierte Modul widmet sich Projektmanagement und Change Management als entscheidenden Erfolgsfaktoren. Lean-Projekte scheitern häufig nicht an fehlenden Methoden, sondern an mangelhafter Führung des Veränderungsprozesses. Dieses Modul gibt das nötige Handwerkszeug.
- Projektmanagement für Lean-Initiativen: Planung, Steuerung und Monitoring
- Change- und Transformationsmanagement: Modelle und Strategien
- Kommunikationsstrategien in Veränderungsprozessen
- Mitarbeiterbeteiligung und -motivation als Schlüsselfaktor
- Umsetzung und Nachhaltigkeit von Lean-Maßnahmen
- Wissenstransfer und Rückfallfallen in der Lean-Implementierung
Im integrierten Praxisblock wenden die Teilnehmenden die Kursinhalte auf realistische Unternehmensszenarien an. Fallstudien aus verschiedenen Branchen illustrieren die Vielzahl möglicher Anwendungsfelder von Lean-Prinzipien.
- Analyse eines Wertstroems mit Value Stream Mapping
- Entwicklung einer 5S-Implementierungsplanung für eine Abteilung
- Simulation eines Kaizen-Events mit Problemidentifikation und Massnahmenplanung
- Erstellung eines Projektplans für eine Lean-Initiative
- Stakeholder-Analyse und Kommunikationsplan für ein Veränderungsprojekt
- Berechnung von Effizienzgewinnen nach einer Prozessoptimierung
- Entwicklung von KPIs zur Erfolgsmessung einer Lean-Maßnahme
- Fallstudie: Lean-Transformation in einem mittelständischen Industrieunternehmen
- Gruppenarbeit: Identifikation von Verschwendungsarten in einem vorgegebenen Prozess
- Erarbeitung einer nachhaltigen Lean-Roadmap
- Reflexion kultureller Veränderungsbedarfe in der Fallstudie
- Abschlusspräsentation: Lean-Konzept für ein fiktives Unternehmen
Abschliessende Seminareinheiten dienen der Zusammenführung aller Lerninhalte und der Reflexion des individuellen Lernfortschritts. Praxistransfer und Anwendung auf den eigenen beruflichen Kontext stehen dabei im Mittelpunkt.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, die Grundprinzipien systemischer Organisationsentwicklung zu erläutern und auf ihren eigenen Unternehmenskontext anzuwenden. Sie verstehen, wie Lean-Produktionssysteme konzipiert und gestaltet werden und können bestehende Produktionssysteme analysieren und Optimierungspotenziale identifizieren. Die Teilnehmenden kennen die wichtigsten Lean-Tools — darunter 5S, Kaizen, Kanban, Value Stream Mapping und Poka Yoke — und können deren Einsatz planen und begleiten. Sie sind befähigt, Unternehmensführung im Kontext von Industrie 4.0 und digitaler Transformation zu verstehen und strategische Entscheidungen datenbasis zu treffen. Sie beherrschen Grundlagen des Projektmanagements und können Lean-Projekte strukturiert planen und steuern. Sie verstehen die Dynamiken organisationaler Veränderungsprozesse und können Change-Management-Ansätze situationsgerecht einsetzen. Sie kennen Methoden zur Messung und Bewertung von Verbesserungsmaßnahmen und können Ergebnisse transparent kommunizieren. Sie erkennen die Bedeutung von Mitarbeiterbeteiligung und -motivation für den Erfolg von Lean-Initiativen. Darüber hinaus sind sie in der Lage, Risiken in Transformationsprojekten zu identifizieren und gegensteuernde Massnahmen zu entwickeln. Die Teilnehmenden verstehen die Wechselwirkung zwischen Organisationskultur und Lean-Erfolg und können kulturelle Veränderungsbedarfe benennen. Sie sind befähigt, nachhaltige Lean-Maßnahmen zu planen und deren langfristige Wirksamkeit zu sichern.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fach- und Führungskräfte aus Produktion, Logistik, Unternehmensführung und verwandten Bereichen, die Lean-Kompetenz strukturiert aufbauen wollen.
- Fachkräfte aus Produktion, Logistik und Supply Chain
- Führungskräfte, die Lean-Transformationen in ihrer Organisation begleiten oder leiten wollen
- Projektmanager und Change Manager mit Interesse an Lean-Methodik
- Qualitätsmanager und Prozessoptimierungsfachleute
- Unternehmensberater, die ihr Methodenportfolio erweitern möchten
Erste Erfahrungen in der Unternehmensführung oder im Projektmanagement sind von Vorteil. Ein grundlegendes Verständnis der Lean-Prinzipien ist hilfreich, aber nicht Voraussetzung. Gute Deutschkenntnisse sind notwendig, da der Kurs in deutscher Sprache abgehalten wird. Grundlegende IT-Kenntnisse im Umgang mit gängigen Softwareanwendungen und digitalen Tools sind erforderlich, insbesondere für Prozessoptimierungsaufgaben und die Arbeit mit digitalen Visualisierungswerkzeugen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten. Online-Selbststudiumphasen wechseln sich mit betreuten Seminareinheiten ab, in denen Fallstudien bearbeitet, Methoden geübt und Ergebnisse diskutiert werden. Die Vollzeitvariante ermöglicht eine intensive, fokussierte Auseinandersetzung mit den Lerninhalten. Praktische Methoden und Werkzeuge stehen im Vordergrund — Theorie wird stets in den Anwendungskontext eingebettet.
Dieser Kurs ist auf eine längere Weiterbildungsdauer ausgelegt und erstreckt sich in Vollzeit über mehr als sechs Monate bis zu einem Jahr. In dieser Zeit werden alle Inhalte von den Grundlagen der systemischen Organisationsentwicklung bis hin zu fortgeschrittenen Lean-Tools und Change-Management-Kompetenzen vollständig und vertieft behandelt.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat beziehungsweise eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieses Dokument weist die erworbenen Kompetenzen im Bereich Lean Management und Organisationsentwicklung auf Foundation Level aus. Es handelt sich nicht um eine international zertifizierte Lean-Zertifizierung, sondern um eine fundierte Weiterbildungsbescheinigung, die am deutschen Arbeitsmarkt als Nachweis professioneller Qualifikation gilt.
Nutzen & Perspektiven
Lean Management ist weit mehr als eine betriebliche Methode — es ist eine grundlegende Denkweise, die ganze Organisationen transformiert. Unternehmen, die Lean-Prinzipien konsequent umsetzen, erzielen messbar niedrigere Kosten, höhere Qualität, schnellere Durchlaufzeiten und eine grössere Mitarbeiterzufriedenheit. Fachkräfte, die diese Methoden beherrschen, sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt — in Industrie, Logistik, Dienstleistungen und Verwaltung gleichermassen. Dieser Foundation-Kurs legt eine solide Basis für alle, die in Lean-getriebenen Umgebungen arbeiten oder Lean-Initiativen selber gestalten wollen. Die Kombination aus Methoden-Toolbox, strategischem Denken und Change-Management-Kompetenz bereitet auf die komplexen Anforderungen echter Transformationsprojekte vor. Wer den Foundation Level absolviert hat, kann in einem nächsten Schritt eine Vertiefungsqualifikation oder eine Zertifizierung in spezifischen Lean-Disziplinen anstreben. Hinsichtlich der Finanzierung gilt: Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Weitere mögliche Förderwege sind das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Leistungen zur Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung. Interessierte sollten rechtzeitig Kontakt zu ihrer zuständigen Stelle aufnehmen, um die individuell passende Förderung zu klären.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Benötige ich Vorkenntnisse in Lean Management?
Grundkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht Pflicht. Der Kurs beginnt auf Foundation Level und baut alle Lean-Grundlagen systematisch auf. Erste Erfahrungen im Bereich Unternehmensführung oder Projektmanagement erleichtern den Einstieg.
Für welche Branchen ist dieser Kurs relevant?
Lean Management ist ursprünglich in der Automobilindustrie entstanden, wird heute aber branchenübergreifend eingesetzt — in Industrie, Logistik, Gesundheitswesen, Verwaltung und Dienstleistungsunternehmen. Die im Kurs vermittelten Methoden sind in nahezu jedem Unternehmenskontext anwendbar.
Kann ich nach diesem Kurs eine weiterführende Lean-Zertifizierung anstreben?
Ja, der Foundation Level schafft eine solide Basis für weiterführende Qualifikationen wie Lean Practitioner oder Lean Expert sowie für Spezialisierungen in Six Sigma oder Agile Management. Der Kurs ist als Einstieg konzipiert, nicht als abschliessende Zertifizierung.
Wie lange dauert der Kurs und in welchem Format findet er statt?
Der Kurs erstreckt sich in Vollzeit über mehr als sechs Monate bis zu einem Jahr. Er wird als Combined Learning angeboten: Online-Selbststudienphasen wechseln sich mit betreuten Seminareinheiten ab, in denen Fallstudien und praktische Übungen im Vordergrund stehen.
Ist der Kurs über einen Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein in der Regel möglich. Ergänzend kommen das Qualifizierungschancengesetz, Förderungen der Deutschen Rentenversicherung sowie die Berufsförderung der Bundeswehr infrage. Eine Beratung beim zuständigen Vermittler ist empfehlenswert.
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