Überblick
Wer als Projektleitung ernst genommen werden will, braucht zwei Dinge: die Fähigkeit, eine Projektmanagement-Methode nicht nur zu kennen, sondern situativ anzupassen – und die Fähigkeit, Ergebnisse so aufzubereiten, dass Entscheiderinnen und Entscheider sie in wenigen Minuten erfassen. Dieser Kurs verbindet beides. Im ersten Teil vertiefen Teilnehmende ihr PRINCE2-Wissen von der Foundation-Ebene zur Practitioner-Stufe und lernen, die Methode auf reale, oft unvollständige Projektsituationen anzuwenden. Im zweiten Teil erwerben sie fundierte PowerPoint-Kenntnisse, mit Schwerpunkt auf der visuellen Aufbereitung von Projektstatus, Kennzahlen und Fortschritt in Lenkungsausschuss-Präsentationen und Status-Dashboards.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul führt von der Foundation- zur Practitioner-Perspektive: Statt Begriffe abzufragen, geht es jetzt darum, PRINCE2 aktiv auf konkrete, oft mehrdeutige Projektsituationen anzuwenden und begründete Entscheidungen zu treffen.
- Wiederholung und Vertiefung der sieben Prinzipien im Anwendungskontext
- Anpassung (Tailoring) der Methode an Projektgröße und -umfeld
- Festlegen und Überwachen von Toleranzen in allen sechs Leistungszielen
- Entscheidungsfindung bei Toleranzüberschreitung und Eskalationswegen
- Bewertung realistischer Fallstudien mit unvollständigen Informationen
- Abgrenzung zwischen Foundation-Wissen und Practitioner-Anwendungskompetenz
Das zweite Modul vertieft die PRINCE2-Themen im Detail, insbesondere dort, wo Projektleitungen im Alltag Entscheidungsspielraum haben und die Methode aktiv gestalten statt nur befolgen.
- Business Case im Zeitverlauf aktualisieren und Nutzen nachhalten
- Risikomanagement in dynamischen Projektsituationen anwenden
- Qualitätsmanagement bei wechselnden Anforderungen sicherstellen
- Änderungsanträge bewerten und im Lenkungsausschuss vertreten
- Ausnahmeberichte als Entscheidungsgrundlage strukturieren
- Rollenverständnis von Lenkungsausschuss und Projektleitung in der Praxis
Das dritte Modul widmet sich PowerPoint als Werkzeug für professionelle Projektkommunikation, aufbauend auf den Situationen, in denen Projektleitungen regelmäßig berichten müssen.
- Aufbau eines konsistenten Folienmasters für Statusberichte
- Gestaltung klarer, entscheidungsorientierter Foliensequenzen
- Einsatz von Diagrammtypen für unterschiedliche Kennzahlenarten
- SmartArt zur Visualisierung von Prozessen und Organigrammen
- Verknüpfung von Tabellenkalkulationsdaten mit PowerPoint-Diagrammen
- Aufbau eines wiederverwendbaren Status-Dashboards für laufende Projektberichte
Das vierte Modul verbindet beide Themenstränge und übt die konkrete Situation, mit der Projektleitungen regelmäßig konfrontiert sind: die Präsentation von Projektstatus und Ausnahmesituationen vor einem Lenkungsausschuss.
- Aufbereitung eines Ausnahmeberichts als Präsentationsvorlage
- Reduktion komplexer Projektdaten auf entscheidungsrelevante Kernaussagen
- Sprechernotizen und Foliendramaturgie für Führungsgremien
- Umgang mit kritischen Rückfragen während der Präsentation
- Aktualisierung eines Dashboards über mehrere Berichtszyklen hinweg
- Präsentationstechnik für kurze, prägnante Statusupdates
Im begleitenden Praxisteil wird ein durchgehendes Beispielprojekt genutzt, an dem sowohl die PRINCE2-Anwendung als auch die PowerPoint-Aufbereitung geübt werden.
- Erstellung eines Tailoring-Konzepts für ein Beispielprojekt
- Bearbeitung einer Fallstudie mit Toleranzüberschreitung
- Formulierung eines vollständigen Ausnahmeberichts
- Aufbau eines Folienmasters nach Corporate-Design-Vorgaben
- Erstellung eines Status-Dashboards mit verknüpften Diagrammen
- Gestaltung einer Lenkungsausschuss-Präsentation aus dem Ausnahmebericht
- Einsatz von SmartArt zur Darstellung der Projektorganisation
- Übung zur Datenaktualisierung in verknüpften Diagrammen
- Vortrag der erstellten Präsentation mit Feedback-Runde
- Diskussion realer Beispiele für gelungene und misslungene Statusberichte
- Übungsaufgaben im Stil der Practitioner-Prüfung
- Abschließende Zusammenführung von Methodenanwendung und Präsentationsergebnis
Durch die enge Verzahnung von PRINCE2-Anwendung und PowerPoint-Aufbereitung erleben Teilnehmende direkt, wie methodisches Projektmanagement und dessen Kommunikation zusammenhängen, statt beides isoliert zu lernen. Wer eine PRINCE2-Ausnahmesituation nur methodisch korrekt beurteilt, hat im Lenkungsausschuss noch nichts gewonnen: Entscheidend ist, ob die Entscheidungsvorlage in der verfügbaren Präsentationszeit auch trägt. Genau dieses Zusammenspiel aus fundierter Methodenanwendung und überzeugender Foliendramaturgie steht am Ende dieses Kurses.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss dieses Kurses beherrschen die Teilnehmenden folgende Kompetenzen.
- PRINCE2-Prinzipien, -Themen und -Prozesse auf realistische, unvollständige Projektszenarien anwenden
- Toleranzen für Zeit, Kosten, Umfang, Risiko, Qualität und Nutzen situativ festlegen
- Ausnahmeberichte formulieren und Entscheidungsvorlagen für den Lenkungsausschuss vorbereiten
- die Methode an unterschiedliche Projektgrößen und -umfelder anpassen (Tailoring)
- PowerPoint-Präsentationen mit konsistentem Folienmaster und Corporate-Design-Bezug aufbauen
- Projektkennzahlen in Diagrammen, SmartArt und Tabellen übersichtlich visualisieren
- ein Status-Dashboard für laufende Projektberichte in PowerPoint gestalten
- Daten aus Tabellenkalkulationen mit PowerPoint-Diagrammen verknüpfen und aktuell halten
- Animationen und Foliensequenzen gezielt zur Erklärung von Projektabläufen einsetzen
- Sprechernotizen und einen roten Faden für Lenkungsausschuss-Präsentationen entwickeln
- eine PRINCE2-Ausnahmesituation in einer kompakten Entscheidungsvorlage zusammenfassen
- sich gezielt auf die PRINCE2-Practitioner-Zertifizierungsprüfung vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Wer regelmäßig vor einem Lenkungsausschuss steht, weiß: Die beste Analyse nützt wenig, wenn die Folien im entscheidenden Moment nicht sitzen. Dieser Kurs richtet sich an alle, die PRINCE2 bereits auf Foundation-Niveau kennen und ihre Methodenanwendung mit einer professionellen Präsentationskompetenz verbinden wollen.
- Projektleitungen, die regelmäßig vor Lenkungsausschüssen berichten
- PRINCE2-Foundation-Absolvierende, die zur Practitioner-Stufe aufsteigen möchten
- Projektmanagerinnen und -manager, die Status-Reportings professioneller gestalten wollen
- Fachkräfte, die von der Projektmitarbeit in eine leitende Funktion wechseln
- Beraterinnen und Berater, die Projektergebnisse regelmäßig visuell aufbereiten müssen
Der Kurs setzt PRINCE2-Grundkenntnisse auf Foundation-Niveau voraus, PowerPoint-Vorwissen dagegen nicht: Die Präsentationstechnik wird komplett von den Grundlagen an aufgebaut, sodass auch Teilnehmende ohne bisherige Foliengestaltung folgen können. Sichere Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie ein routinierter Umgang mit Office-Anwendungen am Rechner werden erwartet. Wer bereits Erfahrung in der Projektmitarbeit mitbringt, kann die Fallstudien schneller einordnen, zwingend ist das aber nicht. Ein besonderer Vorteil bringt mit, wer schon einmal selbst vor einem Gremium oder größeren Publikum präsentiert hat, da genau diese Situation im vierten Modul geübt wird.
Ablauf & Abschluss
Fallstudien und Entscheidungssituationen bilden das Rückgrat des PRINCE2-Teils: Statt Definitionen abzufragen, wenden Teilnehmende die Methode selbst an und begründen ihre Entscheidungen im Plenum. Beim Übergang zu PowerPoint ändert sich die Arbeitsweise, nicht aber das Prinzip des Selbermachens: Jede Funktion – vom Folienmaster bis zum verknüpften Diagramm – wird direkt am durchgehenden Beispielprojekt geübt, begleitet von kurzen Trainer-Demonstrationen und gemeinsamer Ergebnisbesprechung.
Zwei vollwertige Ausbildungsinhalte in einem Programm bedeuten einen entsprechend höheren Zeitaufwand als bei einem reinen Foundation-Kurs; je nach Format erstreckt sich die Weiterbildung über mehrere Wochen. Wer in Vollzeit lernt, verkürzt die Gesamtdauer merklich, während Teilzeitformate eine parallele Berufstätigkeit erlauben.
Am Ende des PRINCE2-Teils steht die offizielle Practitioner-Zertifizierungsprüfung, deren Gültigkeit alle drei Jahre erneuert werden muss. Den PowerPoint-Teil schließt ein separates Trägerzertifikat des Kursanbieters ab, mit dem sich die Fähigkeit zur überzeugenden Aufbereitung von Lenkungsausschuss-Berichten gezielt nachweisen lässt.
Nutzen & Perspektiven
Projektleitungen werden nicht allein nach ihrer Methodenkenntnis beurteilt, sondern danach, wie überzeugend sie Fortschritt, Risiken und Entscheidungsbedarf kommunizieren. Die Kombination aus PRINCE2-Practitioner-Wissen und sicherem Umgang mit PowerPoint schließt genau diese Lücke: Wer eine Ausnahmesituation methodisch korrekt einordnen und zugleich in einer klaren Dashboard-Ansicht präsentieren kann, überzeugt Lenkungsausschüsse deutlich schneller als mit reiner Fachkompetenz allein. Für den beruflichen Aufstieg ist die Practitioner-Stufe ein anerkannter Nachweis dafür, dass jemand PRINCE2 nicht nur kennt, sondern in der Praxis eigenständig anwenden kann – ein Unterschied, den viele Arbeitgeber bei der Besetzung von Projektleitungsstellen explizit prüfen. Die zusätzliche Präsentationskompetenz macht diesen Nachweis im Arbeitsalltag unmittelbar wirksam, weil Berichte an Lenkungsausschüsse ein fester Bestandteil nahezu jeder Projektleitungsrolle sind. Unternehmen profitieren von Mitarbeitenden, die Status-Reportings selbstständig und ohne Unterstützung durch Grafik- oder Kommunikationsabteilungen professionell aufbereiten können. Das spart Abstimmungsaufwand und sorgt dafür, dass Entscheidungsgremien auf Basis klar strukturierter, aktueller Informationen entscheiden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen PRINCE2-Foundation-Kurs?
Der Practitioner-Teil geht über reines Faktenwissen hinaus: Sie wenden PRINCE2 auf realistische, unvollständige Projektsituationen an, passen die Methode situativ an und lernen zusätzlich, wie Sie Ergebnisse in PowerPoint als Statusbericht oder Dashboard für Lenkungsausschüsse aufbereiten.
Benötige ich bereits PowerPoint-Kenntnisse für diesen Kurs?
Nein, PowerPoint wird von den Grundlagen an vermittelt. Vorausgesetzt werden lediglich grundlegende Computerkenntnisse im Umgang mit Office-Anwendungen sowie PRINCE2-Wissen auf Foundation-Niveau.
Wie oft muss die PRINCE2-Practitioner-Zertifizierung erneuert werden?
Anders als die unbefristet gültige Foundation-Zertifizierung muss die Practitioner-Zertifizierung alle drei Jahre rezertifiziert werden, um ihre Gültigkeit zu behalten.
Was genau lerne ich im PowerPoint-Teil des Kurses?
Sie lernen, konsistente Folienmaster aufzubauen, Projektkennzahlen in Diagrammen und SmartArt zu visualisieren, Daten aus Tabellenkalkulationen zu verknüpfen und ein wiederverwendbares Status-Dashboard für laufende Projektberichte zu gestalten.
Wie lange dauert die Kombination aus PRINCE2 Practitioner und PowerPoint?
Durch die Kombination beider Themenbereiche ist der Kurs umfangreicher als ein reiner Foundation-Kurs und erstreckt sich je nach gewähltem Format über mehrere Wochen, in Vollzeit oder Teilzeit.
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